Medaillenspiegel Platz Land G S B Ges. 1 36 39 26 101 2 32 17 14 63 3 28 26 36 90 4 17 16 17 50 5 16 9 12 37 6 13 16 20 49 7 11 9 13 33 8 10 11 11 32 9 9 12 9 30 10 9 9 12 30 … … … … … … 27 2 4 1 7…… … … … … 46 1 1 3 5 Vollständiger Medaillenspiegel
Die Olympischen Sommerspiele 2004 (offiziell Spiele der XXVIII. Olympiade genannt) fanden vom 13. bis zum 29. August 2004 in der griechischen Hauptstadt Athen statt. Nach den I. Olympischen Spielen der Neuzeit im Jahr 1896 und den inoffiziellen Zwischenspielen 1906, die vom IOC nicht offiziell als Olympische Spiele angesehen werden, war Athen zum zweiten Mal Ausrichter der Olympischen Sommerspiele. Erstmals seit den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona kam wieder eine Stadt in Europa zum Zuge.
Vergabe der Spiele Noch nie zuvor gab es so viele Interessenten für die Ausrichtung der Spiele. Russland, Schweden, Frankreich, Argentinien, Brasilien, Italien, Puerto Rico, Südafrika, die Türkei, Spanien und Griechenland reichten die Bewerbungsunterlagen beim IOC ein.
Für die Entscheidung am 5. September 1997 wurden Rom, Kapstadt, Athen, Stockholm und Buenos Aires als Kandidatenstädte zugelassen. Die Olympischen Spiele 2004 wurden in der IOC-Session in Lausanne nach Athen vergeben.
Die Vergabe der Spiele nach Athen wurde als Wiedergutmachung verstanden, nachdem sieben Jahre zuvor die Bewerbung für die Olympischen Spiele 1996 gescheitert war. Damals war man davon ausgegangen, dass die olympische Bewegung zur Feier des 100. Geburtstags der Olympischen Spiele der Neuzeit wieder an ihren Ausgangspunkt zurückkehren würde. + Vergabe der Olympischen Spiele 2004 Bewerbung Land Runde 1 Stichwahl Runde 2 Runde 3 Runde 4 Athen 2004 32 – 38 52 66 Rom 2004 23 – 28 35 41 Kapstadt 2004 16 62 22 20 – Stockholm 2004 20 – 19 – – Buenos Aires 2004 16 44 – – –
Vorbereitungen Nachdem Athen 1997 den Zuschlag zur Ausrichtung der Olympischen Spiele 2004 erhalten hatte, passierte bis ins Jahr 2000 nur wenig bei den Vorbereitungen. Erst nachdem der damalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch Anfang des Jahres 2000 Athen mit dem Entzug der Spiele drohte, wurden die Arbeiten intensiviert. Zu den größten Infrastrukturvorhaben, die zu jener Zeit entstanden, gehörten die Ringautobahn, die U-Bahn-Linie 2 und 3 sowie die Wiedereinführung der Straßenbahn. Auch Privatleute profitierten von öffentlichen Förderungen, so wurde etwa das Sanieren von Hausfassaden bezuschusst.
Nach dem Regierungswechsel in Griechenland im März 2004 steigerten die Organisatoren noch einmal das Tempo der Arbeiten. Trotzdem wurde insbesondere in ausländischen Medien spekuliert, ob Athen bis zum Beginn der Spiele fertig werden würde. Wenngleich im Juni 2004 erst 15 von 39 Sportstätten fertiggestellt waren, waren es zur Eröffnung alle. Sogar das Dach des Olympiastadions stand, welches nicht in der ursprünglichen Planung vorgesehen war. Hingegen wurde das Dach des Aquatics Centre nicht gebaut, angeblich aus Zeitgründen, tatsächlich jedoch aus Kostengründen.
Auf der 116. Vollversammlung des IOC griff der griechische Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos die Kritik durch das IOC an den Vorbereitungen scharf an. Der damals 77-jährige sagte: „Es hat ausgewogene, gerechtfertigte Vorschläge von ihrem Komitee und auch von ehrlichen Freunden der olympischen Idee gegeben. Verbittert war ich von einer Reihe bösartiger und ironischer Kommentare von anderen. Sie sagten einen organisatorischen Fehlschlag voraus.“ Weiter bemerkte er, im Bezug auf ein Interview des IOC-Präsidenten Jacques Rogge, in dem dieser die Vergabe der Spiele an Athen angeblich als Fehler bezeichnet hatte: „Was ich nicht akzeptieren kann, sind Aussagen, dass es ein Fehler war, die Spiele an Griechenland zu vergeben.“
Insgesamt starben bei der Realisierung der Bauten 13 Arbeiter, was noch am Dienstag vor der Eröffnung der Spiele zu Protesten führte. Die Demonstranten machten die Vernachlässigung der Sicherheitsmaßnahmen im Akkordbetrieb für die Unfälle verantwortlich.
Erst spät kam es zu einem Ansturm auf die Eintrittskarten. Am 10. August 2004, dem Dienstag vor der Eröffnung, wurde ein neuer Verkaufsrekord mit 88.317 Karten aufgestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren aber immer noch 2,7 Millionen der insgesamt 5,7 Millionen Karten zu haben.
Visuelles Erscheinungsbild mini|Zu den Spielen wurde die erste 2-Euro-Gedenkmünze überhaupt herausgegeben. Die Münze war mehr als Werbemaßnahme konzipiert und weniger als Sammlerstück, daher war die Auflage hoch mini|Das olympische Velodrom Das visuelle Erscheinungsbild stand vor dem Hintergrund, dass die Besucher eine enge Verknüpfung zu den antiken Spielen erwarteten, andererseits die Organisatoren auf einen zeitgemäßen Impuls wert legten. Es gelang um die Jahrtausendwende, welche gestalterisch allgemein neofunktional geprägt war, mit den bunten Farben und den ornamentalen Texturen die späteren Designtendenzen hin zu ornamentalen Tendenzen vorwegzunehmen und wesentlich zu prägen. Geleitet wurde das Designteam der Spiele von Theodora Mantzaris, die einzelnen Bausteine des Erscheinungsbildes wurden von Einzelpersonen innerhalb des Teams entworfen.
Als Schriftart wurde die Gill Sans ausgewählt. Mit Erlaubnis des Rechteinhabers Monotype wurden 2000 die griechischen Buchstaben von Hector Charalambous und Panayiotis Haratzopoulos überarbeitet. Diese Schriftart ist seitdem als Gill Sans Hellenic auch kommerziell erhältlich.
Logo Als erster Baustein des Corporate Design wurde 1999 das von Rodanthi Senduka designte Logo vorgestellt. Es ist als erstes olympisches Logo überhaupt frei gezeichnet und nicht geometrisch konstruiert. Es zeigt einen Olivenzweig auf blauem Hintergrund. Damit wurde das Symbol der antiken Siegerehrungen aufgegriffen. Unter der Zeichnung steht der Schriftzug Athen 2004 auf Griechisch, Englisch oder Französisch.
Maskottchen Athene und Phoibos waren die Maskottchen der Olympischen Spiele 2004 in Athen. Sie stellen die griechischen Götter der Weisheit (Athene) sowie des Lichts und der Musik (Apollo, einer seiner geläufigsten Beinamen lautete Phoibos) dar. Sie wurden von dem griechischen Designer Spyros Gogos entwickelt und vom Organisationskomitee der Spiele (ATHOC) aus 196 eingereichten Vorschlägen ausgewählt.
Die beiden Maskottchen sind Zwillinge (obwohl in der griechischen Mythologie Artemis, und nicht Athene, die Zwillingsschwester Apolls ist) und symbolisieren damit die Geschwisterlichkeit unter allen Teilnehmern der Spiele. Die Farben Blau und Orange stehen für das griechische Meer und die griechische Sonne.
In der Gestaltung sind Athena und Phoibos einer Terrakottapuppe aus dem archaischen Zeitalter (etwa 7. Jahrhundert v. Chr.) nachgebildet. Diese Daidala waren glockenförmig und hatten bewegliche Glieder. Die Originale sind im Archäologischen Nationalmuseum von Athen ausgestellt.
Piktogramme Die Piktogramme wurden von Yiannis Kouroudis gestaltet, sie zeigen abstrahiert die verschiedenen Sportarten, die Art der Abstraktion ist antiken Vasenzeichnungen entlehnt.
Medaillen Während die Gestaltung der Frontseite der Medaillen seit 1928 unverändert war, erhielt das Organisationskomitee die Genehmigung, ein neues Design einzuführen. Der neue Entwurf stammte von der Grafikerin Elena Votsi.
Von 1928 bis 2000 war auf der Vorderseite der Medaille die Siegesgöttin Nike sitzend mit einem Olivenkranz in der Hand abgebildet. Seit 2004 und bei zukünftigen Olympischen Spielen wird Nike ins Panathinaikon-Stadion fliegen, um dem besten Athleten den Sieg zu bringen. Auf der Rückseite sind das Emblem der Spiele von Athen und die olympische Flamme dargestellt sowie der Eröffnungsvers der achten Olympischen Ode von Pindar zu lesen (siehe unter ).
Briefmarken und Münzen Das Designteam gestaltete auch Briefmarken für die griechische Post ELTA und Gedenkmünzen zu den Spielen.
Architektur
Waren anfangs sehr viele Sportstätten schon vorhanden und geeignet, so entschloss man sich trotzdem zur Erstellung eines architektonischen Masterplans, der vor allem auch ein einheitliches architektonisches Gesamtbild geben sollte. Anders als bei der Grafik wurde in der Architektur ein einzelner Architekt, der Stararchitekt Santiago Calatrava mit den Entwürfen der wichtigen Bauten betraut (u. a. der Olympia-Sportkomplex Athen), während die Gestaltungsaufträge der verstreuten Bauten an verschiedene Architekten gingen, wie etwa das Tennisstadion von Liana Nella-Potiropoulou.
Das Olympiastadion war in der ursprünglichen Planung nicht zur Umgestaltung vorgesehen, erhielt trotzdem ein neues Dach, da es ohnehin intensiv genutzt wird. Beim selten genutzten Aquatic Centre wurde hingegen das Dach aus Kostengründen gestrichen, offiziell aus Zeitgründen.
Fackellauf und olympisches Feuer mini|Zeremonie zur Entzündung des olympischen Feuers mini|Karte des Fackellaufes mini|Die olympische Fackel Das olympische Feuer wurde am 25. März 2004 im antiken Olympia entzündet. Der Fackellauf der Olympischen Spiele 2004 war der erste, der auch durch Südamerika, Afrika und Indien führte und somit jeden Kontinent erreichte. Auf der Route des Fackellaufes lagen alle ehemaligen Austragungsorte Olympischer Sommerspiele. Das olympische Feuer wurde in einer speziell ausgerüsteten Boeing 747, die den Namen Zeus trug, transportiert.
Die Stationen des Fackellaufes waren:
Am 9. Juli 2004 kehrte das olympische Feuer nach Griechenland zurück, nachdem es am vorherigen Tag als letzte Auslandsetappe Zypern besuchte. Der mehr als einmonatige Fackellauf durch Griechenland, der nun folgte, führte das Feuer, während der Überquerung eines Sees an der Grenze zu Albanien, auch auf albanisches Territorium. Einer der berühmten Fackelträger war Otto Rehhagel, der wenige Monate vorher überraschend mit der griechischen Fußballnationalmannschaft Europameister wurde. Er trug die Fackel 2500 Meter über die Rio-Andirrio-Brücke.
Während der Eröffnungsfeier am 13. August 2004 in Athen entzündete der griechische Olympiasieger im Surfen Nikolaos Kaklamanakis das olympische Feuer in Form einer 31 Meter hohen Fackel im Olympiastadion.
Teilnehmer mini|Teilnehmende Nationen mini|Anzahl der Athleten
In Athen wurde mit 202 teilnehmenden Nationen ein neuer Rekord aufgestellt. Die alte Bestmarke stammte von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, wo 199 Nationen starteten.
Ein versöhnliches Signal war der gemeinsame Einmarsch von Nord- und Südkorea während der Eröffnungsfeier. Bei den Wettkämpfen traten die beiden verfeindeten Länder aber separat an.
Das irakische Olympiateam erhielt besondere Unterstützung. Die australische Luftwaffe stellte ein Flugzeug zum Transport der Olympiamannschaft zur Verfügung und das japanische Nationale Olympische Komitee stellte die Bekleidung für die 48 irakischen Teammitglieder. Europa (5601 Athleten aus 48 Nationen) (7) (8) (19) (37) (150) (62) (9) (165) (92) (479) (44) (62) (317) (32) (441) (259) (52) (26) (36) (403) (83) (35) (1) (59) (10) (7) (10) (33) (3) (219) (52) (101) (208) (91) (108) (446) (5) (115) (98) (85) (64) (79) (316) (142) (53) (239) (219) (20)Amerika (1950 Athleten aus 42 Nationen) (6) (9) (156) (4) (41) (10) (2) (10) (7) (247) (1) (5) (56) (20) (2) (33) (17) (8) (5) (18) (4) (8) (5) (47) (200) (51) (151) (109) (5) (3) (4) (22) (12) (43) (2) (2) (3) (4) (19) (15) (48) (536)Asien (1826 Athleten aus 44 Nationen) (3) (6) (4) (2) (1) (407) (87) (32) (73) (38) (25) (37) (312) (3) (8) (4) (114) (22) (29) (36) (264) (29) (5) (5) (26) (4) (20) (2) (6) (2) (2) (26) (3) (16) (16) (16) (8) (6) (9) (42) (9) (70) (4) (11)Afrika (836 Athleten aus 54 Nationen) (96) (63) (31) (2) (28) (4) (11) (7) (7) (2) (5) (4) (6) (2) (29) (3) (3) (17) (3) (46) (3) (4) (6) (3) (2) (8) (9) (4) (23)