mini|Blick aus südöstlicher Richtung über Lenterode mini|Die Landesstraße 1074 von Wüstheuterode kommend kurz vor Lenterode Lenterode ist ein Ortsteil der Landgemeinde Uder im thüringischen Landkreis Eichsfeld.

Geographie Lage Lenterode liegt im Tal des Asbaches, eines linken Zuflusses der Leine. Im Höhberg entspringt der Schierbach und mündet im Ort in den Asbach. Nachbarorte sind Uder im Norden, Wüstheuterode im Süden und Röhrig im Südwesten.

Wälder und Berge Lenterode ist umgeben von drei bewaldeten Bergen. Der im Nord-West gelegene Röhringsberg (487 m) mit dem Höhberg verfügt über eine Quelle, die den Ort mit Wasser versorgt. Im Osten liegt der Knappberg (445,7 m) und der Lengenberg (mit dem Großen Lichtenbühl (460,8 m) und dem Kleinen Lichtenbühl (375,6 m)), hier entspringt der Griesbach. Das bergige Umland von Lenterode eignet sich zum Wandern.

Geologische Entwicklung Lenterode ist vom Mittlere Buntsandstein umgeben. Unter Lenterode gibt es eine kleine Unterbrechung dieses Gesteins. Zu den bergigen Anhöhen schließt sich der Obere Buntsandstein an, die bewaldeten Bergkuppen bestehen aus Unterem Muschelkalk.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung Lenterodes fällt in das Jahr 1260, der Name bezeichnet die Rodung einer Lenthilde. In einer Urkunde um das Jahr 1260 werden ein Dechant Gernoth, Scholaster Geverhardus und Kantor Ernst vom St. Martinstift in Heiligenstadt erwähnt, als sie den Streit zwischen dem Ritter Amelung von Lencheroth und dem Kloster Walkenried beigelegt haben. Unter den Zeugen befindet sich noch ein Konrad von Lenterode.Edgar Rademacher: Zwei Eichsfelder Ortsjubiläen in diesem Jahr. in: Eichsfelder Heimatzeitschrift, Verlag Mecke Duderstadt 2010, Seite 2

Der Ort gehörte bis zur Säkularisation zu Kurmainz, von 1815 bis 1945 war er Teil der preußischen Provinz Sachsen. 1945 kam der Ort zur sowjetischen Besatzungszone und war ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Lenterode von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Von 1974 bis 1990 war Röhrig ein Ortsteil der einstigen Gemeinde Lenterode. Seit 1990 gehört der Ort zu Thüringen.

Seit dem 1. Februar 1992 gehörte die Gemeinde Lenterode der Verwaltungsgemeinschaft Uder an. Mit Auflösung dieser am 1. Januar 2024 wurde Lenterode ein Ortsteil der neugebildeten Landgemeinde Uder.Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 15/2023 vom 22. Dezember 2023, S. 347 ff., abgerufen am 22. Dezember 2023

mini|Im Ort Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 291 1995: 281 1996: 283 1997: 289 1998: 290 1999: 296 2000: 306 2001: 304 2002: 297 2003: 304 2004: 310 2005: 315 2006: 309 2007: 309 2008: 307 2009: 305 2010: 303 2011: 308 2012: 307 2013: 304 2014: 310 2015: 303 2016: 312 2017: 322 2018: 321 2019: 316 2020: 317 2021: 316 2022: 313 2023: 313 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Ehemaliger Gemeinderat Der ehemalige Gemeinderat von Lenterode setzte sich aus sechs Gemeinderatsmitgliedern zusammen. Seit der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 hat er folgende Zusammensetzung: CDU: 2 Sitze FWG: 4 Sitze

Ehemaliger Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister Albert Herold wurde am 12. Juni 2022 im Alter von 82 Jahren wiedergewählt.https://www.bild.de/regional/thueringen/thueringen-aktuell/thueringen-82-jaehriger-mit-82-prozent-zum-buergermeister-gewaehlt-80393006.bild.html

Wirtschaft und Infrastruktur Wasser und Abwasser Die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung wurde auf den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld übertragen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Festlichkeiten Jeweils am vierten Sonntag im Mai und November findet im Gemeindesaal die Kirmes statt. Die Veranstaltung beginnt mit der traditionellen Kirmesausgrabung auf dem Anger und endet an gleicher Stelle mit der Kirmesbeerdigung.

Im Jahr 2010 wurde das 750-jährige Ortsjubiläum mit einer Festwoche vom 14. bis 24. Mai 2010 gefeiert. Höhepunkt der Festwoche stellte das Theaterstück Die Fernsehhelden der eigens gebildeten Laienspielgruppe dar.

mini|Historisches Zollhaus|370px mini|Holzgeschnitzter Neidkopf am Historischen Zollhaus

Sehenswürdigkeiten Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehören die Katharinenkirche mit einem Barockaltar.

Das Historische Zollhaus in Lenterode mit Torhäuschen, Wachstube, Zöllnerstube, Übernachtungs- und Gaststätte sowie Ausspanne. Vermutlich um 1823 erbaut diente es zur Durchsetzung der Zollordnung an der eichsfeldischen Kontrollbezirkslinie zwischen Hessen und Preußen.

Die Lenteröder Warte, ein ehemaliger Wachturm der Heiligenstädter Landwehr nahe der Landesgrenze zu Hessen, wurde um 1430 erbaut. 1956 erfolgten denkmalpflegerische Baumaßnahmen, um einen Einsturz zu verhindern.

Literatur Heino Richard: Ein Streifzug durch die 750-jährige Geschichte von Lenterode. In: Eichsfelder Heimatzeitschrift, Duderstadt 2010, S. 201–205 Heino Richard: Aus der Geschichte von Lenterode. In: Eichsfelder heimathefte Heiligenstadt 1985, S. 232 ff. Helmut Godehardt: Landsteuerzahler aus den Dörfern Kirchgandern, Rustenfelde und Lenterode im Jahr 1548. In: Eichsfelder Heimatzeitschrift, Duderstadt 2008, S. 26 ff. Dietmar Kahlmeier: Ortschronik von Lenterode. Manuskript 2010

Einzelnachweise

Weblinks

Eichsfeldprojekt – Lenterode

Kategorie:Geographie (Uder) Kategorie:Ort im Landkreis Eichsfeld Kategorie:Ort im Eichsfeld Kategorie:Ersterwähnung 1260 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Eichsfeld) Kategorie:Gemeindeauflösung 2023