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Eine Skihalle ist eine geschlossene Halle mit Gefälle, deren Boden mit Kunstschnee oder mit natürlichem Schnee, der aus Schneegebieten geholt wird, bedeckt ist. In einer Skihalle kann das ganze Jahr über Ski und Snowboard gefahren werden. Im weitesten Sinne sind auch Rollerbahnen als Skihallen anzusehen, sie funktionieren mittels eines geneigten Laufbands, das einen gleitfähigen Belag trägt.
In Deutschland existieren bisher fünf Skihallen für den Abfahrtslauf und eine für den Skilanglauf. In Österreich und der Schweiz gibt es keine Skihallen. __TOC__
Geschichte Der Schneepalast am Kaiserdamm in Berlin wurde ab April 1927 betrieben und gilt damit als einer der ersten künstlichen Schneepisten der Welt.Barbara Denscher: Kunstschnee anno Schnee Der Berliner Schneepalast war Teil der Ausstellung Das Wochenende und wurde nach deren Ende, im Juni 1927, wieder abgebaut. Mit dem Schneepalast in Wien, errichtet vom in Wien lebenden norwegischen Skispringer Dagfin Carlsen,Dagfinn Carlsen beim Aufbau des SchneepalastesAustria-Forum – Der Schneepalast in Wien. Abgerufen am 23. Jänner 2016. wurde am 26. November 1927 durch den Bürgermeister Karl Seitz die erste Skihalle der Welt eröffnet, die als permanente Einrichtung geplant war.Christian Michlits: Wien feiert seinen Schneepalast - doch dann fallen Schüsse in: Die Presse am Sonntag (Print: 26. Februar 2017, Online: 2. März 2017) Sie befand sich im ehemaligen Nordwestbahnhof. Die Piste im 3000 Quadratmeter großen Skigelände ging über eine Holzrampe hinunter. Eine Sprungschanze machte Sprungweiten bis zu 20 Meter möglich. Die Skifahrer mussten zu Fuß den „Berg“ hinaufgehen, da es keine Aufstiegshilfe gab. Rodelschlitten konnten jedoch mit einer elektrisch betriebenen Anlage hinaufgezogen werden. Den künstlichen Schnee hatte der englische Experimentator Lawrence Clarke Ayscough aus Soda hergestellt.Künstliche Piste: Wien hatte schon 1927 eine Skihalle. In: oe24.at, 14. Jänner 2009; abgerufen am 9. November 2010. Der Betrieb der Halle erfolgte allerdings nur bis Mai 1928.
Einen weiteren Schritt zum wetterunabhängigen Skitraining stellten die einfachen Laufbänder mit verstellbarer Neigung und Geschwindigkeit dar, die mit Kunststoffmatten belegt werden, auch Rollerbahnen oder Skisimulator genannt. Diese kamen zu Beginn der 1980er Jahre in Europa auf. Ohne Wetterschutz gibt es ebenfalls Rollerbahnen, die in der folgenden Zusammenstellung nicht aufgenommen sind (in den Niederlanden als Borstelbahn bezeichnet); sie werden häufig zum Training für Leistungssportler eingesetzt.
In der weiteren Entwicklung kamen mehrere Pisten nebeneinander und mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden hinzu, auch Rodelbahnen, kleine Schanzen, Funparks für Snowboarder. Seitdem wächst die Zahl der Skihallen in der ganzen Welt unaufhörlich; die Anlagen werden immer größer und mit immer mehr Sportarten kombiniert, z. B. Schneemobil-Fahren.
Rekorde mini|Alpincenter Wittenburg
Fläche Die größte schneebedeckte Fläche in einer Skihalle in Europa besitzt die SNØ in Oslo mit 36.000 m², bei der SnowWorld in Landgraaf in den Niederlanden sind es 35.000 m² und die drittgrößte Pistenfläche besitzt das Alpincenter Hamburg-Wittenburg mit 30.000 m². Für den Langlaufsport ist es die Skisporthalle Oberhof mit 46.000 m².
Weltweit ist das 2017 eröffnete Indoor-Skizentrum Wanda im chinesischen Harbin mit 80.000 m² Skifläche die größte Anlage, gefolgt von der Guangzhou Snow World mit 56.000 m² und der Chengdu Snow World mit 55.000 m², beide ebenfalls in China. Danach kommen in der Reihenfolge die oben erwähnten europäischen Skihallen (Stand Juli 2023).
2024 eröffnete in Schanghai das L*SNOW Indoor Skiing Theme Resort mit einer Skihalle mit über 90.000 m². Allerdings befindet sich in der Halle eine ganze Dorfkulisse mit 17-Zimmer-Hotel und inklusive einer Parkeisenbahn, die beschneite Pistenfläche beträgt dagegen nur 45.000 m².
Längste Abfahrt Die weltweit längste Abfahrt mit 640 m besitzt die Skihalle Alpincenter Bottrop, dicht gefolgt mit 620 m von der SnowWorld Amnéville in Frankreich und der Snø in Oslo mit 500 m.
In Europa folgen die Snow Arena in Litauen mit 460 m, die SnowWorld in Landgraaf mit 400 m, das SnowValley in Peer (Belgien) mit 350 m und das Alpincenter Hamburg-Wittenburg mit 330 m.
Steilste Abfahrt mini|Ski Dubai mit Blick auf die schwarze Piste (links)
Nur in den Skihallen in Oslo und in Dubai sowie in der L*Snow in Shanghai befinden sich Pisten mit 40 Prozent und mehr Gefälle (an kurzen Abschnitten), die als schwarze Pisten gelten. In der Skihalle Alpincenter Wittenburg sind es bis zu 31 Prozent Gefälle (rote Piste), allerdings auf einem längeren Abschnitt, welches sie mit gut 22 Prozent Gefälle und nach der in Dubai (27 %) zur durchschnittlich steilsten Abfahrt in einer Halle macht. Die Skihalle Neuss, die als erste Skihalle in Deutschland eröffnet worden ist (3. Januar 2001), besitzt bis zu 28 Prozent Gefälle (im Durchschnitt 21 %).
Nutzung für Meisterschaften Im Snow Funpark in Wittenburg fand erstmals die Internationale Deutsche Meisterschaft in der Halfpipe am 3. Oktober 2007 in einer Halle statt. In der Skihalle SnowWorld in Landgraaf finden seit 2003 regelmäßig FIS-WorldCup Snowboard- und Ski-Wettbewerbe statt.
Anzahl pro Land Die meisten Skihallen standen in den Niederlanden, es waren einschließlich der Rollerbahnen fast 50 Stück (Stand Ende 2017). Im Jahr 2020 standen die meisten Skihallen (inkl. Hallen nur für den Skilanglauf) in China (36), gefolgt von Indien (10), Finnland (8) und den Niederlanden (7). In Europa stehen rund 35 Skihallen, wohingegen in Nordamerika bisher nur eine einzige existiert, die 2019 eröffnete im American Dream Meadowlands in New Jersey.
Umweltbilanz mini|Solarzellen auf dem Hallendach des Alpincenter Hamburg-Wittenburg
Der Energieverbrauch der größten deutschen Skihalle in Wittenburg liegt in etwa auf dem Niveau eines großen Freibades, durch die Installation einer Photovoltaik-Anlage ist die Skihalle nach Angaben der Betreiber autark. Die Schneekanonen müssen deutlich weniger als in einem Skigebiet eingesetzt werden, aufgrund der konstant niedrig gehaltenen Temperatur in den Hallen. Außerdem kann die Temperatur in den Hallen bei der nächtlichen Schneeproduktion weiter abgesenkt werden, um die Effizienz der Schneekanonen zu verbessern. Der Wasserverbrauch einer Skihalle ist deshalb gering. Der weitaus größte Anteil an Klimagasen entsteht (etwa zu 80 %), wenn zur Anfahrt zur Halle das Auto anstatt der Bahn bevorzugt wird.Skihallen in Deutschland In: schneehoehen.de, 14. Januar 2013; abgerufen am 22. Februar 2021.Das ganze Jahr Schneevergnügen oder weißer Wahnsinn?d In: deutschlandfunk.de, 03. Dezember 2017; abgerufen am 22. Februar 2021. Per ÖPNV erreichbar sind jedoch alle deutschen Skihallen nur mit dem Bus und nur die in Bottrop, Neuss und Wittenburg besitzen eine eigene Haltestelle, in Bispingen und Senftenberg wird zusätzlich noch ein Fußweg notwendig, hinzu werden diese beiden Haltestellen am Wochenende nicht bedient.
Skihallen-Liste
In Deutschland existieren das Alpincenter Bottrop und Alpincenter Hamburg-Wittenburg, die Snow World Bispingen und Snow World Neuss, sowie das Snowtropolis Senftenberg (seit 2022 geschlossen) und die Skisporthalle Oberhof.
Die folgende alphabetische Übersicht (nach Ländern in ihrer deutschen Schreibweise vorsortiert) über aktive, geschlossene und geplante Indoorskihallen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit (per 7. Dezember 2017 sind 151 Indoor-Anlagen enthalten).
Die einfachen Rollerbahnen sind mit ihren Standorten und einem Verweis auf die jeweilige Quelle enthalten und mit R gekennzeichnet. Quellen:Berliner Zeitung, 8./9. Februar 2003Berliner Zeitung, 4. Februar 2003.SkiMagazin (2003). Sept/Okt, S. 98/99.Planet SNOW (2003)12.SkiMagazin (2004)1 Carlsberg winterworld cup 2004.Berliner Zeitung, 23. Januar 2004, S. 2 Pisten.Snozone in Milton Keynes und CastlefordSkiMagazin (2004)1 S. 115.TV BR, 26. September 2005 Blickpunkt Sport.Berliner Zeitung, 26. Oktober 2005, S. 19 Wintersporthalle in Adlershof geplant.Berliner Zeitung, 18./19. November 2006, Schnee in der Wüste.SuperIllu Nr. 47, 16. November 2006, S. 26 Wintersport in Wittenburg.Website Skiresort, Skihallen-Übersicht, Stand Dezember 2017.Website Skibanen (niederländisch): Indoor Skiing NL met sneeuw; Indoor Skiing op band (Übersicht von Indoorski-Bahnen in NL); abgerufen am 5. Dezember 2017.Website SnowboardClub - SnowdomesWebsite Acer snomecBerliner Zeitung, 16. März 2007, S. 21 Raumschiff mit Skihalle und Schwimmbad.Berliner Morgenpost, 8. November 2007.5 indoor skiing slopes in UK, abgerufen am 1. Dezember 2017.
Land Stadt/Region Einrichtung (Name) wann eröffnet / andere Daten Kurzbeschreibung und ggf. Foto Ägypten Kairo Snowpark in einem Einkaufszentrum am Rande von Kairo Die Piste hat eine Länge von 210 m; Bauherr und Betreiber ist Majid Al Futtaim, der bereits die Skihalle in Dubai errichtet hat. Erwartet werden 800.000 Besucher pro Jahr; Baukosten rund 500 Mio. Euro., abgerufen am 4. Dezember 2017. Australien Adelaide/ Thebarton Snowdome – Snow and Ice Adelaide ; Erw. 2009 1981 als Eis-Arena eröffnet, dann umgebaut zu einer Skihalle; 150 × 20 m Piste, 12 Höhen-m; ca. 300.000 Besucher/JahrSnowdome Adelaide Website Coffs Harbour Aussie snowdome 140px|rechts Der Snowdome ist Bestandteil des Großen Bananen-Themenparks nahe am Strand (siehe Bild).Snowdome in Coffs Harbour, abgerufen am 1. Dezember 2017. Melbourne SkiCity RVictoria, drei Endlosbänder; Skiunterricht inklusiveSkiCity Melbourne auf youtube.com, abgerufen am 1. Dezember 2017. Perth Snowdome Perth (geplant) Indoor Skiresort Snowpark Perth, abgerufen am 4. Dezember 2017. Sydney Ski Trac 50 × 175 m großes und 20 cm dickes Schneefeld, das auf einer strukturierten Metallfläche entgegengesetzt der Abfahrtsrichtung des Skifahrers gedreht wird. Durch verschiedene Geschwindigkeiten (5–30 km/h) können Abfahrten zwischen 300 m und 20 km simuliert werden. Die Technologie ist eine australische Eigenentwicklung, die 1997 projektiert und im Modell erprobt wurde.