mini|Luftbild von Daun Daun ist eine Kleinstadt in der Eifel. Sie ist Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz sowie ein heilklimatischer und Kneippkurort.Titel ‚Heilklimatischer Kurort‘ zahlt sich aus. In: Trierischer Volksfreund, 19. August 2011. Abgerufen am 1. Juni 2015. Gemäß Landesplanung ist die Stadt Daun als Mittelzentrum ausgewiesen und besitzt Funktionen als Behörden-, Schul-, Versorgungs- und Tourismusort sowie als Garnisonsstadt.

Lage und naturräumliche Situation Daun liegt südlich der Hohen Eifel auf Spornen und Verebnungen über dem Fluss Lieser, in rund 420 m ü. NHN. Den geologischen Untergrund in und um Daun bilden Ton-, Silt- und Sandsteine der Unterems-Formation des Unterdevons. Die Landschaft ist darüber hinaus vor allem durch den vulkanischen Charakter geprägt. Nordwestlich und südöstlich der Stadt finden sich größere Flächen mit Decken aus basaltischen Tuffen und Schlacken. 2,5 km bis 3,5 km südöstlich vom Dauner Stadtkern befinden sich die sogenannten Dauner Maare, drei unmittelbar aneinandergrenzende wassergefüllte Maare, die nur durch ihre Tuffwälle getrennt sind. Weil die Lieser und der ihr in Gemünden von rechts zufließende Pützborner Bach sich einige Zehnermeter in die Hochfläche eingetieft haben, stellt sich die Umgebung von Daun als vergleichsweise stark reliefierter Raum dar.

Die Stadt beherbergt das Eifel-Vulkanmuseum und die Verwaltung des Natur- und Geoparks Vulkaneifel. Daun ist ein staatlich anerkanntes Heilbad und hat Mineralquellen.

Stadtgliederung Die Stadtteile von Daun sind:

Stadtteil eingemeindet Einwohner (2006) Boverath 546 Daun (Hauptort) – 4.266 Gemünden 233 Neunkirchen 541 Pützborn 1.141 Rengen 424 Steinborn 381 Waldkönigen 699 Weiersbach 243 Summe 8.474

Alle Gemeindeteile sind Boverath, Daun, Eischeiderhof, Gemünden, Wohnmobilpark am Lieserbogen, Neunkirchen, Neunkirchener Mühle, Pützborn, Hirsch- und Saupark, Rengen, Domäne, Lindenhof, Steinborn, Asseberghof, Jagdhaus Fackelberg, Laachmühle, Jagdhaus Asseberg, Unter Erdels, Zum Eichholz, Zum Schardenberg, Waldkönigen und Weiersbach.

Geschichte Das Gebiet wurde bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. zum ersten Mal besiedelt. Damals hatten sich die Kelten auf dem befestigten Basaltberg in Daun angesiedelt. Auch die Römer nutzten diesen markanten Hügel des Liesertals als Wachstation, wie sich aus römischen Funden ableiten lässt. Der Ortsname dürfte sich vom keltisch-römischen Wort Dunum für Zaun bzw. für eine befestigte Anhöhe, also eine Festung, ableiten.

Ende des 10. Jahrhunderts entstand hier eine Burganlage der freien Herren von Daun. Ein Albert von Daun (Adalbero de Duna) wurde erstmals 1075 urkundlich erwähnt.

Im Jahre 1163 starb das freie Dauner Herrengeschlecht aus. Ein Dienstmann dieses Geschlechtes, Richardus de Duna, übernahm den Namen seines früheren Herrn und auch das Wappen mit dem Dauner Gitter. Dieses Wappen führten auch seine Nachkommen, das Adelsgeschlecht der Daun, dem im 16. Jahrhundert der Zweig Daun-Falkenstein und im 18. Jahrhundert mehrere bedeutende österreichische Heerführer entstammten.

1337 wurde Daun erstmals als Stadt erwähnt. Im Jahr 1346 folgte die Verleihung der Stadtrechte mit eigenem Marktrecht, und Daun wurde zugleich Standort eines Hochgerichts.Im Städtebuch Rheinland-Pfalz steht dazu: „Stadtrecht verliehen durch Kg. Johann von Böhmen 1337-40; erloschen durch die Eroberung durch Kurtrier und Kurkölln 1352, wiederverliehen 1951“, Städtebuch, S. 122.

Daun, das die Herren von Daun als Reichslehen hielten, wurde 1352 gemeinsam von Kurfürst Balduin von Trier und dem Erzbischof von Köln Wilhelm von Gennep belagert und erobert. 1356 gab Kaiser Karl IV. die Herrschaft Daun daraufhin an das Erzbistum Trier, diesem wurden die Herren von Daun lehenspflichtig.Franz-Josef Heyen: Daun. In: Ludwig Petry (Hrsg.): Rheinland-Pfalz und Saarland. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 5. 3. Auflage, Stuttgart 1976, S. 70. Im Jahr 1712 wurde das Kurtrierische Amtshaus auf dem Burgberg durch den Trierer Kurfürst und Erzbischof Karl Joseph erbaut.

1689 wurde Daun im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den französischen Truppen zerstört.

Aufgrund des Ersten Koalitionskrieges kam das linke Rheinufer nach 1794 zu Frankreich. Daun wurde Sitz des 1798 gebildeten Kantons Daun mit seinen Mairien Daun, Dockweiler, Gillenfeld, Sarmersbach und Üdersdorf. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam das Gebiet und damit auch Daun 1815 zum Königreich Preußen. 1817 wurde Daun Landratssitz für den damals neu eingerichteten Kreis Daun, zugleich auch Sitz einer Bürgermeisterei.

Am 19. Juli 1944 kamen in Daun bei einem schweren Bombardement durch die Luftflotte der United States Army Air Forces, die aus 7000 m Höhe die Bahnlinien treffen wollte, jedoch die Stadt selbst traf und sie großflächig zerstörte, insgesamt 65 Menschen ums Leben, unter ihnen 26 Kinder unter 14 Jahren.Die Uhr blieb um 9.45 stehn, Dokumentation über den größten Bombenangriff auf die Stadt Daun am 19.7.1944, In: stadt-daun.de (PDF)

Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz. Ab 1951 durfte sich Daun wieder Stadt nennen.

Am 15. Mai 1895 wurde Daun über die Eifelquerbahn ans Deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen; am 1. Dezember 1909 wurde eine weitere Strecke, die Maare-Mosel-Bahn nach Wittlich, in Betrieb genommen. Heute ist auf allen Daun berührenden Bahnstrecken der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) eingestellt.

Die gesundheitstouristische Tradition Dauns als Mineralheilbad und Luftkurort reicht zurück bis ins frühe 20. Jahrhundert. Doch erst im Jahr 1974 erhielt Daun offiziell die Anerkennung als heilklimatischer Kurort. Seit 1973 darf sich Daun zudem als Kneippkurort bezeichnen. Vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren war Daun ein überregional bekanntes Reiseziel bei Kurgästen. Rückläufigen Besucherzahlen im 21. Jahrhundert, insbesondere im Bereich des Kurtourismus, sollen überregionale Kooperationen unter dem Titel „Gesundland Vulkaneifel“ entgegenwirken.Startschuss für das Gesundland. In: Trierischer Volksfreund, 14. Januar 2014. Abgerufen am 1. Juni 2015.

Im Jahr 1965 wurde Daun Standort der Bundeswehr. In der Heinrich-Hertz-Kaserne sind unter anderem das Bataillon Elektronische Kampfführung 931 und die Auswertezentrale Elektronische Kampfführung stationiert.

Am 20. November 2002 wurde der Asteroid (8665) Daun-Eifel anlässlich des 1000. Jahrestags nach der Stadt benannt.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Daun bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten

Russlanddeutsche In den 1990er Jahren erhielt Daun einen neuen Impuls durch die Ansiedlung von Russlanddeutschen, insbesondere sogenannter 'Wolga-Deutschen', Menschen mit deutschem Ursprung aus Russland und anderen ehemaligen Sowjet-Republiken. Ihre Einbürgerung war teilweise von sozialen Phänomenen wie beruflicher Dequalifikation oder Stigmatisierung begleitet.

Laut einer Studie der Universität TrierW. Vogelgesang (Universität Trier): Spätaussiedler in der Region. Präsentation bei Informationsveranstaltung in der Kreisverwaltung Daun, 6. Juli 2009 sind fast 2 Millionen Spätaussiedler (auch Russlanddeutsche genannt) zwischen 1985 und 2005 aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland umgezogen. Im Zeitraum von 1989 bis 2003 ließen sich insgesamt 3.965 von ihnen im damaligen Landkreis Daun nieder. Dieser nahm damit von den Kreisen und kreisfreien Städten im damaligen Regierungsbezirk Trier die meisten Spätaussiedler auf.

Politik Stadtrat Der Stadtrat in Daun besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitze im Stadtrat verteilen sich wie folgt (Veränderung): SPD 6 (0), CDU 9 (−1), GRÜNE 2 (+2), FDP 1 (−1), Freie Wähler VG Daun 3 (0), GVV (Wählergruppe Gewerbe- und Verkehrsverein Daun) 3 (0), Summe Wählergruppen (0).Daun, Gemeinde- / Stadtratswahl 09.06.2024

Bürgermeister Hubert Friedhelm Marder wurde am 18. Juli 2019 Stadtbürgermeister von Daun. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 70,99 % für fünf Jahre gewählt worden. Bei den Kommunalwahlen 2024 wurde er bei einer Wahlbeteiligung von 61,3 % als einziger Kandidat mit 77,4 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Marders Vorgänger waren Martin Robrecht (2014–2019) und Wolfgang Jenssen (1999–2014).

Städtepartnerschaft Carisolo (Italien)

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Gemündener Maar, Weinfelder Maar, Schalkenmehrener Maar, 2005 mini|Amtshaus in Daun mini|Eisenbahnviadukt in Daun, 2006

Naturdenkmäler Gemündener Maar Weinfelder Maar Schalkenmehrener Maar

Bauwerke und Denkmäler Burg Daun Kurtrierisches Amtshaus (heute Hotel) von 1712 Evangelische Kirche (1865/67) Zehntscheune von 1740 Burgmannenhäuser: Waldenhof, Hof Rademacher Dauner Viadukt, Eisenbahnbrücke von 1909 Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus, Westturm und Krypta romanisch, Mitte 13. Jahrhundert, Neubau 1946–1969 Bahnhofsgebäude, Krüppelwalmdach, 1895 Ehemaliger evangelischer Friedhof mit aufwändigen Grabdenkmälern des 19. Jahrhunderts Ehemalige Bürgermeisterei (Burgfriedstraße 25) Kampbüchelskreuz um 1825 (Leopoldstraße, am Marktplatz) Ehemaliger Kaiserbrunnen, 1911, Kriegerdenkmal nach 1945 (Leopoldstraße, am ehemaligen Landratsamt) Ehemaliges Landratsamt, 1830/31, heute Vulkan-Museum (Leopoldstraße) Ehemaliges Erholungsheim der Kaufhauskette Leonhard Tietz (Kaufhof), 1910 Ehemaliges Amtsgericht von 1860 (Wirichstraße, heute Sparkassenfiliale) Kriegerdenkmal 1870/71 Ehemaliges Schulgebäude um 1910/20 (Leopoldstraße 34, heute Standesamt)

Museen Vulkanmuseum Daun

Regelmäßige Veranstaltungen Alle zwei Jahre findet in Daun das Krimi-Festival Tatort Eifel statt, zu dem namhafte Krimiautoren aus dem ganzen deutschsprachigen Raum anreisen. Im Rahmen dieses Festivals wird auch der Deutsche Kurzkrimi-Preis verliehen. Die St.-Laurentius-Kirmes beginnt jeweils am Samstag nach dem ersten Mittwoch im August und dauert fünf Tage. Sie zählt zu den größten Volksfesten der Eifel. VulkanBike Eifel-Marathon (ein Mountainbike-Marathon durch die Eifelberge, außerdem: VulkanBike trailpark, VulkanBike extreme und VulkanBike crosscountry) Eifel Rallye Festival Maare-Mosel-Lauf Frühlingsfest Jedes Jahr Anfang September finden die Theaterfestspiele Vulkaneifel unter der Schirmherrschaft von Gordon Schnieder statt. Gezeigt wird Sprechtheater, Musical und Musiktheater mit prominenter Besetzung wie z. B. Ralph Morgenstern.Theaterfestspiele Vulkaneifel

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen apra-norm Elektromechanik GmbH Dauner Sprudel GmbH TechniSat Digital GmbH Krankenhaus Maria Hilf (Daun)

Bundeswehr Mit 1360 Dienstposten ist die Bundeswehr der größte Arbeitgeber in Daun. In der Heinrich-Hertz-Kaserne sind aktuell stationiert: Auswertezentrale Elektronische Kampfführung – AuswZentrEloKa – seit 1. April 2013 (CIR) Bataillon Elektronische Kampfführung 931 – EloKaBtl 931 – seit 1. April 2013 (CIR) Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Mayen – Standortservice Daun – BwDLZ Mayen – StoS Daun (IUD) Sanitätsversorgungszentrum Daun – SanVersZ Daun (ZSan) Evangelisches Militärpfarramt Daun – EMilPfA Daun – seit 1. Juli 2013 (Militärseelsorge) Unterstützungspersonal Standortältester Daun – UstgPers StOÄ Daun – seit 1. April 1981 Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade 94 (1. April 1992 bis 31. Dezember 2013)

Medien Lokalredaktionen des Trierischen Volksfreundes, der Eifelzeitung sowie des Wochenspiegels Multiplexkino Kinopalast Vulkaneifel Die Schülerzeitung „Der Klecks“ des Thomas-Morus-Gymnasiums, seit 1966 Die Stadt liegt im Sendegebiet des regionalen Fernsehsenders OK54

Junior Universität mini|hochkant|Der Junior-Uni-Neubau Junior Uni Daun

Kindertagesstätten