mini|hochkant|Kraftwerk Wählitz Die MIBRAG GmbH (bis 2023 Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft) ist ein Unternehmen, das sich mit der Förderung und anteiligen Verarbeitung von Braunkohle befasst. Hierzu betreibt MIBRAG im Mitteldeutschen Braunkohlerevier zwei Tagebaue: in Sachsen, südlich von Leipzig, den Tagebau Vereinigtes Schleenhain und im südlichen Sachsen-Anhalt den Tagebau Profen. Zum Unternehmen gehört das Kraftwerk Wählitz (Industriekraftwerk), das die Stadt Hohenmölsen im Burgenlandkreis mit Fernwärme versorgt. Zudem beliefert MIBRAG die Kraftwerke Lippendorf und Schkopau mit Braunkohle.
Der Hauptsitz der MIBRAG GmbH liegt im Zeitzer Stadtteil Theißen in Sachsen-Anhalt. Vorsitzender der Geschäftsführung ist Armin Eichholz, der Kaufmännische Geschäftsführer Kai Steinbach und der Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor Dirk Schröter. Vorsitzender des MIBRAG-Aufsichtsrates ist seit September 2019 Stanislaw Tillich, ehemals Ministerpräsident des Freistaats Sachsen (2008–2017). – abgerufen am 24. September 2019
Geschichte Nach der Wende entstand 1990 zunächst durch Privatisierung des früheren VEB Braunkohlenkombinat Bitterfeld die Vereinigte Mitteldeutsche Braunkohlenwerke AG und befand sich im Besitz der Treuhandanstalt. Im Jahr 1994 wurden große Teile dieser Firma durch das britisch-amerikanische Firmenkonsortium PowerGen, NRG Energy, Morrison-Knudsen (seit 2000 Teil der Washington Group International) aufgekauft und es entstand die MIBRAG mbH. Die Tochtergesellschaft der Treuhandanstalt LMBV übernahm die Sanierung der stillgelegten ostdeutschen Braunkohletagebaue (siehe Liste deutscher Braunkohletagebaue).
Bis zum Verkauf an die ČEZ und J&T Investment Advisors (J&T) im Jahre 2009 gehörte die Gesellschaft zu gleichen Teilen der Washington Group International und NRG Energy. Bei der Bildung der Energetický a Průmyslový Holding (EPH) brachte J&T ihren Anteil in das Unternehmen ein. Am 28. Juli 2011 gab EPH bekannt, dass sie über ihre Tochtergesellschaft EP Energy a.s. die Beteiligung von ČEZ übernehmen wird.
Rückgang der Rückstellungen Laut einer Stellungnahme von Greenpeace Deutschland, habe es nach der Übernahme durch EPH einen „Einbruch der Rückstellungen“ im Jahr 2010 gegeben. Demnach hätten sich die Rückstellungen nur ein Jahr nach dem Verkauf um 55 % vermindert. Die Rückstellungen für die Rekultivierung wurden aufgrund einer Rechtspflicht resultierend aus dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes, BilMoG, von 2009 neu bewertet. In: greenpeace.de, 20. Mai 2016. Die Rückstellungen sollen sicherstellen, dass nach dem Ende des Bergbaus, die ökologischen Folgeschäden und damit verbundene Kosten beglichen werden können. Auch im Jahr 2014 betrugen die Rücklagen trotz leichter Zunahme mit 129.492.000 Euro immer noch wesentlich weniger als ihre ursprünglichen Höhe von 226.753.000 Euro vor dem Verkauf. Durch den starken Kapitalabfluss hat EPH den Kaufpreis schon nach kurzer Zeit amortisiert.Stefan Schröter: Mibrags später Geschäftsbericht belegt starken Kapitalabfluss. In: stefanschroeter.com, 23. Juli 2015 Umsatzrenditen von 19 %, wie EPH sie mit der Mibrag zu erzielen vorgibt, sind für den Bergbau „ungewöhnlich hoch“.
Zahlen JahrUmsatz in Mio. €Betriebsergebnis in Mio. €Jahresüberschuss oder abgeführte Gewinne in Mio. €Mitarbeiter(im Jahr 2014 davon 133 Auszubildende und Junior-Manager)Braunkohleförderung in Mio. tElektroenergie in GWhEigenverbrauch in GWh2001 306,4 30 1.927 18,72002 298,1 47,3 39,7 1.992 19,52003 303,0 42,9 33,1 2.148 21,52004 293,6 35,3 32,6 2.083 19,72005 291,1 43,5 33,7 2.165 18,62006 321,0 36,8 2.196 19,9 1.284Erfahrungen beim Aufbau und der Verwaltung eines 4D – GIS in der MIBRAG mbH (PDF) S. 5.2007 328,3 50,8 39,8 2.152 18,6 1.4492008 328,3 32 2.129 19,0 1.4032009 384,6 57,5 56,2 1.996 19,7 1.130 408,32010 387,1 68 70,2 2.000 19,6 1.135,5 408,22011 395,4 73,6 67,3 2.008 19,0 1.3202012 436,8 94,3 83,2 1.991 18,7 1.3552013 421,1 90,2 82,1 1.978 19,1 9442014 426,5 78,3 70,2 2.018 20,9 735201518,6201617,3201718,42018400,355,6
Die Zahlen wurden den laufenden Geschäftsberichten entnommen und im Bundesanzeiger recherchiert. Bei der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2013 überzog die Mibrag die zulässige Frist deutlich., 27. Juli 2015.
Der Eigenverbrauch wird zur Förderung und zum Transport der Braunkohle verwendet. MIBRAG zahlt daher – anders als die meisten Stromabnehmer – keine EEG-Umlage auf den verbrauchten Strom.Energy Brainpool: (PDF) S. 9 ff, 11. April 2014.
Beteiligungen Zur MIBRAG gehören folgende Tochterunternehmen und Beteiligungen:
Tochterunternehmen
GALA-MIBRAG Service GmbH MIBRAG Consulting International GmbH MIBRAG Neue Energie GmbH Helmstedter Revier GmbH Bohr & Brunnenbau GmbH
Beteiligungen norgam Norddeutsche Gesellschaft zur Ablagerung von Mineralstoffen mbH EBL Erdbaulabor Leipzig GmbH MUEG Mitteldeutsche Umwelt- und Entsorgung GmbH, Braunsbedra Fernwärme GmbH Hohenmölsen-Webau IBGW Ingenieurbüro für Grundwasser GmbH, Leipzig Wohnwert Hohenmölsen GmbH, Theißen (ehemals Zukunft X GmbH)
Aktuelle und ehemalige Kraftwerke Industriekraftwerk Deuben (2021 stillgelegt) Industriekraftwerk Wählitz Kraftwerk Mumsdorf (2013 stillgelegt) Kraftwerk Buschhaus (2013 von E.ON gekauft, 2020 stillgelegt)
Siehe auch Mitteldeutsches Braunkohlerevier Liste deutscher Braunkohletagebaue
Weblinks
mibrag.de – Offizielle Website der MIBRAG
Einzelnachweise
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