Stutenbissigkeit ist ein deutscher Ausdruck, der salopp abwertendstutenbissig duden.de ein Verhalten von Frauen als Akteurinnen in offenen Konflikten mit Hilfe einer Tiermetapher benennt. Es handelt sich um einen Geschlechterrollen-Stereotyp. Damit wird ein empfindliches, aggressiv streitbares und hitziges Verhalten gegenüber anderen Frauen, die als mögliche Konkurrenz empfunden werden, beschrieben.Doris Semmelmann, "Stutenbissigkeit", im Magazin Piaffe Februar 2018, abgerufen am 6. April 2026. Magazin Piaffe Dies kann direkt gegen die Person geschehen oder indirekt hinter ihrem Rücken. Die Redewendung bezieht sich auf Rangauseinandersetzungen unter Stuten innerhalb einer Herde.
Tiermetapher als weiblicher Geschlechterrollen-Stereotyp Bissgurre, Bissgurn Seit dem 16. Jahrhundert ist die abwertend auf Frauen bezogene Tiermetapher des Konfliktverhaltens von Stuten belegt.Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, de Gruyter, 1995 Das Wort Bissgurre ist ein Kompositum von beißen und dem Grundwort gurre (mhd. für alte Stute)So in den zitierten Wörterbüchern für Fränkisch und Bayerisch. Vgl. auch Lexer Mhd. Handwörterbuch. In manchen, vor allem süddeutschen und österreichischen Gegenden hat sich der Ausdruck Bissgurn (auch Bissgurrn) als herabsetzende Bezeichnung für eine zänkische, tyrannische, oftmals ältere Frau erhalten.Bissgurn duden.de Bayern: "Bayerisches Wörterbuch" von Andreas Schmeller, München 1872, dort unter Gurre; Franken: Handwörterbuch von Bayerisch-Franken, 2. Auflage, Bamberg 2007. Der Ausdruck wurde als Bissgurke(n) ins Hochdeutsche übertragen.
„Stutenbissigkeit“: Aktuelle Verwendung und Hintergrund Der Begriff „Stutenbissigkeit“ hat sich seit Mitte der 1990er Jahre zunehmend verbreitet.Google Books Ngram Viewer: Stutenbissigkeit In der Gegenwartssprache wird die Tiermetapher als weibliches Geschlechterrollen-Stereotyp verwendetZum Beispiel: Hanna Dietz: Weiberwahnsinn: Schuhtick, Handtaschenzwang, Tränendrüsenüberfunktion und weitere Besonderheiten der Spezies Frau. Berlin 2013. – insbesondere im Beruf.Zum Beispiel: Karin Bodewits, Andrea Hauk, Philipp Gramlich: Karriereführer für Naturwissenschaftlerinnen: Erfolgreich im Berufsleben. Weinheim 2015. Angelehnt an das Konfliktverhalten von Stuten beschreibt der Begriff geschlechtsinternes Konkurrenzverhalten bzw. Rivalität von Frauen. Mit dem Ausdruck werden unterschwellig sozial unerwünschte Verhaltensweisen wie Eifersucht oder Neid assoziiert.„Stutenbissig“?! – Frauen und Konkurrenz: Ursachen und Folgen eines missachteten Störfalls, Mechtild Erpenbeck, Wirtschaftspsychologie aktuell, 2004Vgl. Romy Fröhlich u. a.: Public Relations. Daten und Fakten der geschlechtsspezifischen Berufsfeldforschung. Oldenbourg, 2005, S. 187 ff., 199, 201, 219, 246, 251.
Siehe auch Zicke (Schimpfwort), Zickenkrieg, Zickenalarm Queen-Bee-Syndrom
Einzelnachweise
Kategorie:Pferd in der Kultur Kategorie:Sozialpsychologie