zentriert|168px|Johannes Bückler, Gemälde von K. H. Ernst (1803) Der Schinderhannes wird verhaftet und in Frankfurt am Main dem Untersuchungsrichter vorgeführt. zentriert|172px|Dekret zur Gründung der Ehrenlegion Napoleon Bonaparte gründet die Ehrenlegion. zentriert|350px|Tod des Leutnants Rudolf von Werdt im Stecklikrieg In der Helvetischen Republik kommt es zum Stecklikrieg. 1802 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1250/51 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1794/95 (10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1208/09 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2345/46 (südlicher Buddhismus); 2344/45 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 74. (75.) Zyklus Jahr des Wasser-Hundes 壬戌 (am Beginn des Jahres Metall-Hahn 辛酉) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1164/65 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4135/36 (2./3. Oktober) Französischer Revolutionskalender Jahr X./XI. der Republik (21./22. September) Iranischer Kalender 1180/81 Islamischer Kalender 1216/17 (Jahreswechsel 3./4. Mai) Jüdischer Kalender 5562/63 (26./27. September) Koptischer Kalender 1518/19 (10./11. September) Malayalam-Kalender 977/978 Seleukidische Ära Babylon: 2112/13 (Jahreswechsel April) Syrien: 2113/14 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1858/59 (April)
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Europa
26. Januar: Die Cisalpinische Republik wird in Italienische Republik umbenannt und wählt Napoleon Bonaparte zu ihrem Präsidenten.
Die „Bourla-Papey“ (Papierverbrenner) erheben sich im Waadtland gegen die Eintreibung feudaler Abgaben, die in der Helvetischen Republik eigentlich abgeschafft worden sind. Zwei- bis dreitausend Waadtländer Bauern vernichten zwischen Februar und Mai die Akten zahlreicher ehemaliger Feudalherrschaften, die Grund- und Bodenrechte beanspruchen. Dabei fallen auch die Archive von 132 Gemeinden des Waadtlandes, etwas mehr als ein Drittel aller Gemeinden überhaupt, den Flammen zum Opfer. Am 8. Mai besetzen die Aufständischen unter der Führung des Jakobiners und Rekrutierungsoffiziers Louis Reymond die Kantonshauptstadt Lausanne, um am 11. Mai gegen das Versprechen einer Amnestie abzuziehen. Trotzdem verhängt ein Sondergericht im Juni mehrere Todes- und Gefängnisstrafen, die die helvetische Regierung durch Fürsprache Henri Monods und unter dem Druck des Stecklikriegs aber bis zum 15. Oktober alle aufhebt. 27. März: Der Friede von Amiens beendet den Zweiten Koalitionskrieg zwischen Frankreich und Großbritannien. 20. Mai: Im Pariser Vertrag mit Frankreich erhält Württemberg für den Verlust seiner linksrheinischen Gebiete rechtsrheinische Gebietszuwächse durch geistliche Territorien und mediatisierte Reichsstädte. 20. Mai: Napoleon Bonaparte erlaubt in französischen Kolonien die (1794 abgeschaffte) Sklaverei wieder. 23. Mai: In einem Abkommen erkennt Frankreich die preußischen Ansprüche in Nordwestdeutschland, u. a. auf die Gebiete der Hochstifte Hildesheim, Münster und Paderborn, als Ausgleich für die abgetretenen linksrheinischen Gebiete an. 14. Juni: Johannes Bückler, bekannt als Schinderhannes, steht vor dem Untersuchungsgericht in Frankfurt am Main. 2. August: In einer Volksabstimmung lässt sich Napoleon Bonaparte zum Konsul auf Lebenszeit bestimmen. Drei Millionen abstimmende Franzosen wählen „Ja“, 1.600 „Nein“. 24. August: Weil der Friede von Lunéville offene Detailpunkte enthält, tritt in Regensburg eine außerordentliche Reichsdeputation zusammen, um die Auswirkungen aus der Abtretung linksrheinischer Gebiete an Frankreich zu regeln. Die Beratungen münden 1803 in den Reichsdeputationshauptschluss. August bis Oktober: Der Stecklikrieg führt zum Zerfall der Helvetischen Republik, woraufhin Frankreich neuerlich in der Schweiz interveniert. 6. September: Bayerische Soldaten marschieren in Bamberg, der Residenzstadt des Hochstifts Bamberg, ein. 11. September: Frankreich annektiert die Subalpinische Republik. 29. September: Nach der Annexion des Hochstifts Bamberg durch bayerische Truppen legt Fürstbischof Christoph Franz von Buseck seine Herrschaft nieder und entbindet Beamte und Untertanen von ihren Eiden. 10. Dezember: Die Helvetische Consulta nimmt ihre Arbeit auf. 26. Dezember: Im Vertrag von Paris verständigen sich Frankreich und der deutsche Kaiser Franz II. konkret über im Frieden von Lunéville geplante Gebietsentschädigungen. Darin wird unter anderem dem Bruder des Kaisers, Großherzog Ferdinand III. von Toskana, zum Ausgleich für das verlorene Großherzogtum Toskana das bisherige Erzstift als künftiges Kurfürstentum Salzburg überlassen.
Karibik
29. Januar: Mehr als 40.000 Franzosen, angeführt von General Leclerc, dem Schwager von Napoleon Bonaparte, landen in Saint-Domingue, dem heutigen Haiti, nachdem der zum Gouverneur aufgestiegene Ex-Sklave Toussaint Louverture im Vorjahr eigenmächtig die spanisch verwaltete Nachbarkolonie Santo Domingo eingenommen und in beiden Kolonien die Sklaverei abgeschafft hat.
Vereinigte Staaten von Amerika
16. März: Die US-Militärakademie wird durch ein von Präsident Thomas Jefferson unterschriebenes Gesetz gegründet. Sie wird am 4. Juli in West Point (New York) eröffnet.
Asien
1. Juni: in Vietnam ernennt sich Gia Long zum Kaiser; damit beginnt die Nguyễn-Dynastie. 25. Oktober: In der Schlacht von Pune siegt die Armee von Holkar mit europäischer Hilfe gegen das vereinigte Heer der indischen Maratha. Ende Dezember: Die britische Ostindien-Kompanie schließt mit Peshwa Baji Rao II. den Vertrag von Bassein, der die Vormacht der Marathen in Indien bricht.
Afrika
Der König von Gobir (heutiges Nigeria) Yunfa unternimmt einen Attentatsversuch auf den Wanderprediger Usman dan Fodio. Die Pistole geht nach hinten los, dan Fodio flieht und erklärt den 14 Stadtstaaten der Hausa (darunter Gobir) den Dschihad. Dan Fodio, der „schwarze Napoleon“ erobert daraufhin in wenigen Jahren ein immenses Gebiet im Norden Nigerias, das „Kalifat von Sokoto“.
Wirtschaft
miniatur|links|Zeichnung von Trevithicks Lokomotive von 1802 24. März: Richard Trevithick erhält ein Patent auf die von ihm entwickelte Hochdruckdampfmaschine. 19. Juli: Der französische Chemiker Eleuthère Irénée du Pont gründet in den Vereinigten Staaten das Unternehmen DuPont. Juli bis Oktober: Die Ticknall Tramway in Derbyshire wird eröffnet.
miniatur|Die Spinnerei Hard um 1820 In Winterthur-Wülflingen wird mit der Spinnerei Hard die erste Fabrik der Schweiz eröffnet. Die Zeitschrift Edinburgh Review erscheint erstmals.
Wissenschaft und Technik
28. März: Heinrich Wilhelm Olbers entdeckt den Asteroiden (2) Pallas. März: Franz Carl Achard gelingt erstmals die Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben in einem industriellen Verfahren.
miniatur|links|Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland am Fuß des Chimborazo 23. Juni: Der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt besteigt zusammen mit dem französischen Botaniker Aimé Jacques Alexandre Bonpland in Südamerika den 6267 Meter hohen Chimborazo bis zu einer Höhe von 5749 Metern. Humboldt beschreibt im Anschluss zum ersten Mal Symptome der Höhenkrankheit. 9. November: Alexander von Humboldt beobachtet in der peruanischen Hafenstadt Callao einen Merkurtransit. 4. September: Georg Friedrich Grotefend stellt in Göttingen seine Erkenntnisse zur Entzifferung der Keilschrift vor. Joseph Louis Gay-Lussac veröffentlicht sein Gesetz über vollkommene Gase. William Hyde Wollaston entdeckt unabhängig von Joseph von Fraunhofer die Absorptionslinien (Fraunhoferlinien) im Sonnenspektrum.
Kultur
31. Mai: Die Uraufführung der Oper Le concert interrompu von Henri Montan Berton findet an der Opéra-Comique in Paris statt.
miniatur|Goethe-Theater in Bad Lauchstädt 26. Juni: Das Goethe-Theater in Bad Lauchstädt wird in Anwesenheit von Goethe eröffnet. Aufgeführt werden Goethes Vorspiel Was wir bringen und Mozarts Oper La clemenza di Tito. 8. September: Die Harmoniemesse von Haydns wird in der Bergkirche zu Eisenstadt uraufgeführt. Ihr Name rührt von der für damalige Verhältnisse großen Besetzung der Bläser (Harmoniemusik) her. Der Schneider Johann Christoph Winters gründet das Hänneschen-Theater in Köln. Anfangs werden in diesem Puppentheater in der Adventszeit einfache Krippenspiele für Kinder aufgeführt.
Gesellschaft
4. Mai: Aus der Königlichen Kunstkammer im dänischen Christiansborg werden die Goldhörner von Gallehus gestohlen. Ein knappes Jahr später gesteht der Goldschmied und Uhrmacher Niels Heidenreich die Tat. Er hat beide Stücke eingeschmolzen. 19. Mai: Die Ehrenlegion, Frankreichs höchster Orden, wird vom Ersten Konsul Napoleon Bonaparte gestiftet.
Religion
25. Januar: Der bayerische Kurfürst Maximilian IV. Joseph verfügt in einer Kabinettsorder die Aufhebung aller nichtständischen Klöster (d. h. vor allem der Bettelorden) in Bayern. Damit beginnt die Säkularisation in Bayern. 3./8. April: Mit den Organischen Artikeln Napoleons wird der Antiklerikalismus der Revolutionszeit in Frankreich beendet. 18. April: Am Ostersonntag erfolgt in der Kathedrale Notre Dame de Paris die feierliche Promulgation der Organischen Artikel. Sie ergänzen das von Frankreich mit dem Vatikan im Vorjahr geschlossene Konkordat und bieten ihm die gesetzliche Grundlage. 9. Juni: Frankreich hebt in seinen vier linksrheinischen Départements fast alle geistlichen Einrichtungen (außer Bistümer und Pfarreien) auf (Säkularisation).
Katastrophen
30. April: Die Talsperre von Puentes in Spanien bricht, 608 Menschen sterben. Es ist die größte Katastrophe in der spanischen Wasserbau-Geschichte.
Geboren Januar/Februar 4. Januar: Paul de Noailles, französischer Staatsmann und Historiker († 1885) 9. Januar: Catharine Parr Traill, britisch-kanadische Botanikerin und Autorin († 1899) 10. Januar: Carl Ritter von Ghega, italienischer Eisenbahningenieur († 1860) 12. Januar: Philipp Wilhelm Wernher, hessischer Politiker († 1887) 12. Januar: Christian Gottlieb Friedrich Witte, deutsch-niederländischer Orgelbauer († 1873) 13. Jänner: Eduard von Bauernfeld, österreichischer Lustspieldichter († 1890) 16. Januar: Friedrich Julius Stahl, Rechtsphilosoph, Jurist, Politiker († 1861) 20. Januar: Alexander August von Buchholtz, deutscher Pandektenwissenschaftler († 1856) 21. Januar: Adolphe Monod, Schweizer reformierter Erweckungsprediger († 1856) 25. Januar: Johann Karl Erler der Jüngere, evangelischer Theologe († 1875) 27. Januar: Arnold Duckwitz, deutscher Politiker († 1881) 28. Jänner: Johann Nepomuk Amberg, österreichischer Priester und Politiker († 1882) 29. Januar: Nathaniel Jarvis Wyeth, US-amerikanischer Erfinder und Geschäftsmann († 1856) 31. Januar: Nils Ericson, schwedischer Ingenieur († 1870) 1. Februar: William Medill, US-amerikanischer Politiker († 1865) 2. Februar: Carl Glinzer, deutscher Maler, Zeichner, Kopist und Lithograf († 1878) 6. Februar: Charles Wheatstone, britischer Physiker († 1875) 7. Februar: Georg Egestorff, deutscher Industrieller († 1868) 7. Februar: Johann Nepomuk Vogl, österreichischer Schriftsteller († 1866) 7. Februar: Werner VIII. von Alvensleben, preußischer Generalleutnant († 1877) 9. Februar: Étienne Arago, französischer Schriftsteller († 1892) 9. Februar: Josef František Hunke, böhmischer Komponist († 1883) 10. Februar: Ernst Helbig, Harzmaler und Wernigeröder Hofmaler († 1866) 10. Februar: François Diday, Schweizer Maler († 1877) 11. Februar: Lydia Maria Child, US-amerikanische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin († 1880) 13. Februar: Johann Wöbcken, deutscher Politiker († 1878) 14. Februar: Józef Bohdan Zaleski, polnischer Dichter († 1886) 14. Februar: John White, US-amerikanischer Politiker († 1845) 16. Februar: Carl Abraham Mankell, schwedischer Komponist († 1868) 19. Februar: Wilhelm Matthias Naeff, Schweizer Politiker († 1881) 20. Februar: Charles-Auguste de Bériot, belgischer Musiker und Komponist († 1870)