mini|Die Landespflege befasst sich mit dem Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft. Die Landespflege als Wissenschaft umfasst alle Handlungsweisen zum Schutz, zur Erhaltung, zur Pflege, zur Entwicklung und zur Wiederherstellung von Natur und Landschaft mit dem Ziel einer gesunden Gestaltung des menschlichen Lebensraums. der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden Dabei vereint sie als vielfältiges Fachgebiet, Elemente aus den Natur- und Kulturwissenschaften, der Geographie, den Planungs- und Ingenieurwissenschaften sowie der Gartenarchitektur. Besiedelte und unbesiedelte Gebiete beinhaltend, umfasst dies auch Habitate von Pflanzen und Tieren sowie das vorhandene Kulturerbe. Die Handlungsweisen verfolgen im Speziellen als Grundregeln die Erhaltung von Leistungsfähigkeit, Vielfalt und nachhaltiger Nutzbarkeit von Natur und Landschaft sowie die Möglichkeit zur Erholung des Menschen. Ihre Teildisziplinen im gesetzlichen Rahmen sind der Naturschutz, die Landschaftspflege, die Landschaftsplanung und die Grünordnung sowie deren damit verbundene Aufgabengebiete.Lexikon von www.umweltdatenbank.de

Infolge der Untersuchung ökologischer Prozesse bedient sich die Landespflege in Beispielen der Umweltverträglichkeitsprüfung, der Eingriffsregelung, dem Monitoring und des Freiflächenentwurfs im Rahmen von Steuerung und Moderation von Projekten und Planungsverfahren.

Geschichte Die Ursprünge der Landespflege liegen in der Landesverschönerung und dem Landschaftspark,Gerd Däumel: Über die Landesverschönerung. Geisenheim 1961; Anke Schekahn: Landwirtschaft und Landschaftsplanung. Kassel 1998. weitere Aspekte kamen mit dem Heimat- und Naturschutz hinzu.Rolf Peter Sieferle: Fortschrittsfeinde? Opposition gegen Technik und Industrie von der Romantik bis zur Gegenwart. München 1984; Ulrich Linse: Ökopax und Anarchie. München 1986; Frank Lorberg: Metaphern und Metamorphosen der Landschaft. Die Funktion von Leitbildern in der Landespflege. Kassel 2007. In den 1930er Jahren ist die Landespflege akademisch institutionalisiert worden.Karsten Runge: Die Entwicklung der Landespflege in ihrer Konstitutionsphase 1935–1973. Berlin 1998. Der Begriff Landespflege wurde zuerst von Robert Mielke (1907)Anke Schekahn: Landwirtschaft und Landschaftsplanung. Kassel 1998. und später vor allem durch Erhard Mäding (1942) geprägt.Ernst Mäding: Die Landespflege. Berlin 1943. Die Grüne Charta von der Mainau, vorgelegt von Graf Lennart Bernadotte, fordert im Jahre 1961 folgende in einem Auszug dargestellten Inhalte und formuliert damit grundlegende Werte für das Wesen der Landespflege:

Zur Erreichung der Ziele der „Grünen Charta von der Mainau“ wurde der Deutsche Rat für Landespflegelandespflege.de 1962 vom damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke eingesetzt. Der Rat gibt Empfehlungen und äußert sich gutachtlich zu grundsätzlichen Problemen und zu aktuellen Projekten des Natur- und Umweltschutzes in der Bundesrepublik Deutschland.

Konrad Buchwald, Werner Lendholt und Ernst Preising bestimmten 1964 Umfang und Aufgabe der Landespflege:

Seit Ende der 1960er Jahre wird vielfach die Bezeichnung Landschaftsplanung synonym mit dem alten Namen Landespflege benutztKarsten Runge: Die Entwicklung der Landespflege in ihrer Konstitutionsphase 1935–1973. Berlin 1998. und von einigen Hochschulen für entsprechende Studiengänge genutzt, dennoch galt die Bezeichnung Landespflege bis vor wenigen Jahren als vorherrschend und als Oberbegriff für Landschaftspflege, Landschaftsarchitektur, Grünplanung, Naturschutz und so weiter üblich.Stefan Körner: Ausbildung in der Landschaftsplanung. In: Spektrum der Landschaftsplanung. Hrsg. Fachschaft Landespflege der TU München, München 1997, S. 45–53. Seit den 1990er Jahren wird zudem die Bezeichnung Landschaftsarchitektur parallel zur Landespflege verwendet unter anderem zur internationalen Verständigung.. Jahr 2000 in der Onlineausstellung 100 Jahre Landschaftsarchitektur vom bdla. Abgerufen am 23. April 2014.

In Abgrenzung zur hoheitlichen Landespflege ist in den 1970er Jahren der Begriff FreiraumplanungVor allem an den Hochschulen Hannover (Nohl, Gröning, Spitthöver) und Kassel (Hülbusch, Böse) geprägt worden, um Planungen, die Nutzer in ihrer Lebenswelt berücksichtigen, zu bezeichnen.Stefan Körner: Theorie und Methodologie der Landschaftsplanung, Landschaftsarchitektur und Sozialwissenschaftlichen Freiraumplanung vom Nationalsozialismus bis zur Gegenwart. Berlin 2001.

Ausbildung Ein Studium der Landespflege ist nur noch an wenigen Hochschulstandorten in Deutschland wie zum Beispiel Bernburg oder Wiesbaden, teilweise mit auslaufenden Studienordnungen, möglich. Auf Grund des breiten Anwendungsspektrums haben sich an den Hochschulen Spezialisierungsrichtungen wie Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung, Landschafts- und Freiraumentwicklung oder Umweltmonitoring/Umweltanalyse herausgebildet. Gemeinsam haben diese Studiengänge das Erlernen einer gesunden Gestaltung des menschlichen Lebensraumes in bewohnten und unbewohnten Gebieten sowie den Erhalt von vorhandenem Kulturerbe und den Kulturlandschaften der Erde.

Absolventen und Forschung Es wird hauptsächlich in den Richtungen Freiraumentwicklung und Umweltbeobachtung in der Landespflege geforscht. Diese befinden sich meist im Schnittfeld verschiedener Wissenschaftsbereiche wie Biologie, Geografie, Geologie, Meteorologie und so weiter und erfordern dadurch eine interdisziplinäre Betrachtung. Eine Befragung der Fachhochschule Osnabrück, an welcher etwa 2000 Absolventen aus 10 deutschen Fachhochschulen aus dem Jahr 2005 teilnahmen, ergab, dass direkt von den Absolventen nur ein sehr geringer Teil in Bildungs-, Forschungs- und Beratungseinrichtungen und den Medien tätig ist.Absolventenbefragung Landschaftsarchitektur 2005, Fachhochschule Osnabrück, Wolfgang Ziegler und Cornelia Mitschke alt=Diagramm über den Anteil der Absolventen in der Forschung zur Landespflege|rand|zentriert|688x688px

Literatur Konrad Buchwald, Werner Lendholt, Ernst Preising: Was ist Landespflege? In: Garten und Landschaft. Band 74, Heft 7, 1964, S. 229–231. S. Körner: Theorie und Methodologie der Landschaftsplanung, Landschaftsarchitektur und Sozialwissenschaftlichen Freiraumplanung vom Nationalsozialismus bis zur Gegenwart. (= Landschaftsentwicklung und Umweltforschung. Nr. 118). Berlin 2001, ISBN 3-7983-1870-0. S. Körner, L. Trepl: Bewahren durch Gestalten. Die Geschichte der Landespflege als entwicklungsorientierter Natur- und Heimatschutz. Handbuch für Naturschutz und Landschaftspflege. 4. Nachlieferung. Stuttgart 2001.

Einzelnachweise