mini|links|Das Territorium der Konföderierten Staaten von Amerika

178px|Jefferson Davis 1861 Jefferson Davis wird zum Präsidenten der Konföderierten Staaten von Amerika gewählt. 162px|Februarpatent Franz Joseph I. erlässt das Februarpatent für das Kaisertum Österreich.350px|Beschießung von Fort Sumter von Currier & Ives, handkolorierter Stahlstich Mit dem Angriff auf Fort Sumter durch die Confederate States Army beginnt der Amerikanische Bürgerkrieg. 1861 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1309/10 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1853/54 (10./11. September) Baha'i-Kalender 17/18 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1266/67 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2404/05 (südlicher Buddhismus); 2403/04 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 75. (76.) Zyklus Jahr des Metall-Hahns 辛酉 (am Beginn des Jahres Metall-Affe 庚申) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1223/24 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4194/95 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1239/40 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1277/78 (8./9. Juli) Jüdischer Kalender 5621/22 (4./5. September) Koptischer Kalender 1577/78 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1036/37 Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1276/77 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2171/72 (Jahreswechsel April) Syrien: 2172/73 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1917/18 (April)

Im Jahr 1861 wendet sich die weltpolitische Aufmerksamkeit dem amerikanischen Kontinent zu: Nach der Wahl von Abraham Lincoln zum Präsidenten der Vereinigten Staaten im November des Vorjahres erklären Anfang des Jahres mehrere Südstaaten ihren Austritt aus der Union und gründen wenig später die Konföderierten Staaten von Amerika. Jefferson Davis wird zum Präsidenten der Konföderation gewählt. Mit dem Angriff auf Fort Sumter beginnt am 12. April schließlich der Amerikanische Bürgerkrieg, bei dem beide Seiten noch mit einem baldigen Ende innerhalb eines Jahres rechnen.

In Mexiko ist gleichzeitig der Bürgerkrieg zugunsten des verfassungsmässig gewählten Präsidenten Benito Juárez zu Ende gegangen. Doch der Krieg hat das Land an den Rand des wirtschaftlichen Ruins geführt. Die Erklärung, dass die Bezahlung von Staatsschulden im Ausland eingestellt werden, ruft die europäischen Mächte Großbritannien, Spanien und Frankreich auf den Plan. Im Dezember landet ein spanisches Expeditionskorps in Veracruz, die Vorhut der europäischen Invasion in Mexiko.

In Europa wird Wilhelm I. neuer König von Preußen, Kaiser Franz Joseph I. von Österreich erlässt das Februarpatent und das Protestantenpatent und Zar Alexander II. hebt die Leibeigenschaft im Russischen Reich auf. Nach dem erfolgreichen Einigungskampf wird das Königreich Italien unter Viktor Emanuel II. ausgerufen und Fürst Alexandru Ioan Cuza proklamiert das neue Fürstentum Rumänien.

Chronologie1. JanuarSchweiz: Josef Martin Knüsel wird Bundespräsident.2. JanuarWilhelm I. wird König von Preußen.9. JanuarVereinigte Staaten: Mississippi erklärt als zweiter der Südstaaten seinen Austritt aus der Union.10. JanuarVereinigte Staaten: Florida erklärt seinen Austritt aus der Union.11. JanuarVereinigte Staaten: Georgia erklärt seinen Austritt aus der Union.14. JanuarBolivien: José María Achá stürzt Staatspräsident José María Linares.19. JanuarVereinigte Staaten: Alabama erklärt seinen Austritt aus der Union.26. JanuarVereinigte Staaten: Louisiana erklärt seinen Austritt aus der Union.29. JanuarVereinigte Staaten: Kansas wird als Bundesstaat in die Union aufgenommen.1. FebruarVereinigte Staaten: Texas verabschiedet seine Austrittserklärung aus der Union.4. FebruarGründung der Konföderierten Staaten von Amerika.13. FebruarItalien: Franz II. von Neapel und Sizilien kapituliert vor den Truppen des Königreichs Sardinien.18. FebruarJefferson Davis wird als Präsident der Konföderierten Staaten von Amerika vereidigt.26. FebruarKaisertum Österreich: Franz Joseph I. erlässt das Februarpatent.28. FebruarVereinigte Staaten: Das Colorado-Territorium wird gegründet.2. MärzVereinigte Staaten: Das Dakota-Territorium und das Nevada-Territorium werden gegründet.4. MärzAbraham Lincoln wird als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt.11. MärzDie Verfassung der Konföderierten Staaten wird beschlossen.17. MärzViktor Emanuel II. proklamiert das Königreich Italien.2. AprilGabriel García Moreno wird Präsident von Ecuador.8. AprilKaisertum Österreich: Franz Joseph I. erlässt das Protestantenpatent.12./13. AprilAngriff auf Fort Sumter, der Sezessionskrieg beginnt.17. AprilVereinigte Staaten: Virginia verabschiedet seine Austrittserklärung aus der Union.3. MaiWinfield Scott legt seinen Anaconda-Plan gegen die Konföderation vor.6. MaiVereinigte Staaten: Arkansas und Tennessee erklären ihren Austritt aus der Union.7. MaiVirginia tritt den Konföderierten Staaten bei.16. MaiTennessee tritt den Konföderierten Staaten bei.18. MaiArkansas tritt den Konföderierten Staaten bei.20. MaiVereinigte Staaten: North Carolina erklärt seinen Austritt aus der Union und seinen Beitritt zur Konföderation.JuniTomás Cipriano de Mosquera erobert Santa Fé de Bogotá und wird Präsident der Granada-Konföderation.3. JuniSezessionskrieg: Gefecht bei Philippi8. JuniVereinigte Staaten: Der Austritt Tennessee aus der Union wird durch Referendum bestätigt.10. JuniSezessionskrieg: Gefecht bei Big Bethel25. JuniAbdülaziz wird Sultan des Osmanischen Reiches.2. JuliSezessionskrieg: Gefecht am Hoke Run17. SeptemberArgentinische Föderation: Schlacht von Pavón18. SeptemberJosé Joaquín Pérez wird Präsident von Chile.1. NovemberGeorge B. McClellan löst Winfield Scott als Oberbefehlshaber der Unionstruppen ab.8. DezemberMexiko: Ein spanisches Expeditionskorps landet in Veracruz.Andauernde Ereignisse Föderaler Krieg in Venezuela (seit 1859) Bürgerkrieg in Kolumbien (seit 1860) Preußischer Verfassungskonflikt (seit 1860) während der Neuen Ära (seit 1858) Rotativismo in Portugal (seit 1856) Nian-Aufstand (seit 1853) und Taiping-Aufstand (seit 1850) gegen die Qing-Dynastie in China (seit 1644) Bakumatsu (seit 1853) der Edo-Zeit in Japan (seit 1603) Zweites Kaiserreich in Frankreich (seit 1852) Gründerzeit in Deutschland und Österreich (seit etwa 1840) Tanzimat-Reformen im Osmanischen Reich (seit 1839) Viktorianisches Zeitalter in Großbritannien (seit 1837)

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Nordamerika Sezessionskrieg Vorgeschichte

Nachdem im Vorjahr der für seine strikten Prinzipien in der Sklavenfrage bekannte Abraham Lincoln zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden ist, hat am 20. Dezember der Staat South Carolina seinen Austritt aus der Union erklärt. Obwohl Lincoln, dem bis zu seiner Amtseinführung am 4. März die Hände gebunden sind, seinen Amtsvorgänger James Buchanan eindringlich zum Handeln auffordert, bleibt dieser mit dem Argument untätig, dass die Sezession aus seiner Sicht zwar illegal sei, er aber keine verfassungsrechtliche Handhabe habe, militärisch einzugreifen. Von dieser Untätigkeit ermutigt, kehren am Beginn des Jahres weitere Südstaaten den Vereinigten Staaten den Rücken.

mini|links|Unabhängigkeitsflagge Alabamas Innerhalb weniger Tage erklären Mississippi (9. Januar), Florida (10. Januar), Alabama (11. Januar) und Georgia (19. Januar) ihren Austritt aus den Vereinigten Staaten, gefolgt von Louisiana am 26. Januar. Am 4. Februar konstituiert sich in Montgomery, Alabama, ein Provisorischer Kongress aus Vertretern der bis dahin ausgetretenen Staaten, welche die Konföderierten Staaten von Amerika gründen. Der Kongress, der eine Verfassung ausarbeiten und einen Präsidenten wählen soll, wählt Robert Woodward Barnwell aus South Carolina auf Vorschlag von William Parish Chilton zum vorläufigen Vorsitzenden, der das Amt jedoch noch am selben Tag an Howell Cobb aus Georgia weiterreicht.

Am 8. Februar wird eine provisorische Verfassung beschlossen, auf deren Basis am nächsten Tag Jefferson Davis zum provisorischen Präsidenten der Konföderierten Staaten von Amerika gewählt wird. Davis wird am 18. Februar vereidigt. Im Lauf des Februar wird vom Kongress noch der Aufbau einer Confederate States Navy und einer Confederate States Army beschlossen, Ende März auch ein Confederate States Marine Corps.

Texas, dessen auf einem Konvent in Austin am 1. Februar beschlossene Austrittserklärung am 23. Februar per Referendum gebilligt wird und damit zum 2. März in Kraft tritt, ist der letzte Staat, der noch vor dem Amtsantritt Abraham Lincolns am 4. März und dem Beginn des Sezessionskrieges aus der Union aus- und den Konföderierten Staaten beitritt. Gouverneur Sam Houston, Held des texanischen Unabhängigkeitskrieges, weigert sich jedoch, den Treueeid auf die Konföderation zu leisten und tritt zurück. Sein Nachfolger wird am 18. März Edward Clark.

mini|links|Inauguration Lincolns Am 4. März tritt Abraham Lincoln sein Amt als 16. Präsident der Vereinigten Staaten gemeinsam mit Vizepräsident Hannibal Hamlin an. In der Rede zu seiner Amtseinführung schlägt Lincoln versöhnliche Töne an. Er verspricht, nicht als erster zu Gewaltmaßnahmen zu greifen, macht aber zugleich deutlich, dass sein Amtseid ihn verpflichte, einer Spaltung der Union auf jeden Fall entgegenzutreten.

Genau am Tag von Lincolns Amtseinführung wird im Süden The Stars and Bars als erste Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika eingeführt und am 11. März beschließt der Provisorische Konföderiertenkongress die Verfassung der Konföderierten Staaten in ihrer endgültigen Fassung, die damit die provisorische Verfassung vom 8. Februar ablöst. Die neue Verfassung entspricht im Wesentlichen der Verfassung der Vereinigten Staaten. Gewichtige Unterschiede zwischen den beiden Verfassungstexten bestehen lediglich hinsichtlich der Auffassung über die Sklaverei, die Rechte der Mitgliedsstaaten sowie der parlamentarischen Budget- und Besteuerungskontrolle.

mini|links|Die Bucht von Charleston vor dem Angriff Am 12. April kommt es schließlich zum Angriff auf Fort Sumter. Das vor Charleston gelegene Fort ist auch nach der Sezession South Carolinas unter der Kontrolle von unionstreuen Truppen geblieben. Als Versorgungsschiffe aus dem Norden in der Bucht von Charleston auftauchen, befiehlt Jefferson Davis die Eroberung des Forts, das Kommandant Robert Anderson schließlich nach über eintägiger Beschießung an Südstaatengeneral Pierre Gustave Toutant Beauregard übergibt. Beim Angriff auf das Fort gibt es keine Opfer, jedoch kommt beim Salut für die Unionsflagge, eine der Kapitulationsbedingungen, der Unionsartillerist Daniel Hough ums Leben. Er gilt als der erste Tote des Amerikanischen Bürgerkriegs.

Weitere politische und strategische Entwicklung

mini|links|Unionssoldaten am Potomac River gegenüber der Georgetown University, wo Unionstruppen provisorisch einquartiert wurden Der Norden ist dem Süden in diesem heraufziehenden Konflikt nach Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft weit überlegen. Doch kann die Union vor allem die zahlenmäßige militärische Überlegenheit nicht sofort nutzen: Das Heer der Vereinigten Staaten besteht zu Beginn des Krieges aus rund 16.000 Mann und die meisten Garnisonen liegen im Westen und entlang der kanadischen Grenze.

Der Süden hat den strategischen Vorteil, dass es in der Oberschicht der Südstaaten eine ausgeprägtere militärische Tradition gibt als in der des Nordens, wodurch der Konföderation eine verhältnismäßig größere Anzahl fähiger Militärs zur Verfügung steht. Vor allem aber muss sie zur Durchsetzung ihrer Kriegsziele keinen Eroberungskrieg führen, sondern kann auf die Kriegsmüdigkeit der Union und auf eine eventuelle wirtschaftliche Intervention andere Mächte setzen, falls sich der Krieg länger hinzieht.