zentriert|350px|A. Smirnow: “Brand von Moskau” Nach der Besetzung Moskaus durch Napoleon Bonapartes Truppen bricht in der Stadt ein Feuer aus. zentriert|350px|Napoleon mit seiner Grande Armée auf dem verlustreichen Rückzug aus Russland, Gemälde von Adolph Northen Napoleons Russlandfeldzug endet in einer Katastrophe für seine Grande Armée. zentriert|350px|Schlacht von Queenston Heights, Gemälde von James B. Dennis Beim Versuch der Invasion Kanadas erleiden die Amerikaner eine schwere Niederlage in der Schlacht von Queenston Heights. 1812 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1260/61 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1804/05 (10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1217/18 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2355/56 (südlicher Buddhismus); 2354/55 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 75. (76.) Zyklus Jahr des Wasser-Affen 壬申 (am Beginn des Jahres Metall-Schaf 辛未) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1174/75 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4145/46 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1190/91 Islamischer Kalender 1226/27 (Jahreswechsel 15./16. Januar) Jüdischer Kalender 5572/73 (6./7. September) Koptischer Kalender 1528/29 (10./11. September) Malayalam-Kalender 987/988 Seleukidische Ära Babylon: 2122/23 (Jahreswechsel April) Syrien: 2123/24 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1868/69 (April)
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Frankreich und der Russlandfeldzug 1812
mini|links|Die Ausgangslage vor dem Russlandfeldzug 1812: Europa unter französischer Vorherrschaft 24. Februar: Preußens König Friedrich Wilhelm III. geht unter französischem Druck ein Bündnis mit Napoleon Bonaparte für den Krieg gegen Russland ein. : Russland und Schweden schließen im Vertrag von Sankt Petersburg ein gegen Frankreich gerichtetes Bündnis.Hermann Kinder, Werner Hilgemann (Hrsg.): dtv-Atlas zur Weltgeschichte. Band 2 (Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart.), 5. Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1970, S. 35. 28. Mai: Der Frieden von Bukarest beendet den sechsten Russisch-Türkischen Krieg. Das unterlegene Osmanische Reich muss Gebiete im Kaukasus sowie eine Hälfte des Fürstentums Moldau, das spätere Bessarabien, an Russland abtreten. : Napoleon befiehlt bei Kaunas den Bau von drei Schiffsbrücken und den Übergang über die Memel. Damit überschreitet er die Grenze und greift Russland an. Der Russlandfeldzug 1812 beginnt. Bis zum 30. Juni folgt die Grande Armée mit rund 500.000 Soldaten.
: Auf seinem Weg nach Moskau siegt das Heer Napoleon Bonapartes in der Schlacht um Smolensk über die russische Westarmee unter Michael Andreas Barclay de Tolly. Die Stadt Smolensk ist bei der Eroberung allerdings in Brand geraten und war für die Franzosen praktisch wertlos. Die Hoffnung Napoleons, die Kaiserlich Russische Armee zum entscheidenden Kampf und damit zur Vernichtung zu stellen, erfüllt sich nicht.
mini|links|Schlacht von Borodino : Die Grande Armée besiegt unter großen Verlusten die russische Armee unter Marschall Michail Illarionowitsch Kutusow in der Schlacht von Borodino, einer der blutigsten Schlachten des 19. Jahrhunderts. Der Weg nach Moskau ist für Napoleon Bonaparte damit frei.
: Napoleon zieht kampflos in Moskau ein. In der Stadt bricht Feuer aus, das weite Teile der Stadt zerstört. : Napoleon verlässt Moskau. Es beginnt der fluchtartige Rückzug der Grande Armée aus Russland, der sich bis in den Dezember hinzieht. 23. Oktober: General Claude François de Malet und einige Mitverschwörer unternehmen den Versuch eines Staatsstreichs gegen Napoleon, der jedoch scheitert. Die Verschwörer werden am 29. Oktober hingerichtet. Nur Abbé Jean-Baptiste Lafon und einem weiteren Geistlichen gelingt die Flucht.
mini|links|Schlacht bei Malojaroslawez, Peter von Hess : In der Schlacht bei Malojaroslawez verzeichnen die Franzosen zwar einen taktischen Sieg, gleichzeitig können jedoch die Russen ein Vordringen Napoleons in die südlichen Provinzen Russlands verhindern.
: Die Schlacht bei Wjasma bringt der auf dem Rückmarsch aus Russland befindlichen Grande Armée Napoleon Bonapartes eine Niederlage gegen besser motivierte russische Truppen.
mini|links|Der Übergang über die Beresina : Beim Rückzug der Grande Armée aus Moskau erreichen die Franzosen die Beresina und beginnen den Fluss zu überqueren. An den geschlagenen Brücken entsteht am nächsten Tag Unordnung, welche die Russen zur Schlacht an der Beresina nutzen. 3. Dezember: 29. Bulletin der Grande Armée 16. Dezember: Die geschlagenen Reste der Grande Armée überqueren die Memel und erreichen Ostpreußen. Nur 5.000 von ehemals 500.000 Soldaten haben die Flucht vor den nachrückenden russischen Verbänden überlebt. 30. Dezember: Konvention von Tauroggen. Der preußische General Yorck schließt einen lokalen Waffenstillstand mit Russland.
Iberische Halbinsel
7. bis 20. Januar: Am Ende der zweiten Belagerung von Ciudad Rodrigo erobert die englisch-portugiesische Armee unter Arthur Wellesley die Stadt Ciudad Rodrigo von der französischen Besatzung. 20. Januar: Eine britisch-portugiesische Armee unter dem Kommando Arthur Wellesleys beendet während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel die Belagerung von Ciudad Rodrigo mit dem Erstürmen der von Franzosen gehaltenen Festung.
mini|links|hochkant|Allegorie der Verfassung von 1812, Francisco de Goya 19. März: In Spanien wird die Verfassung von Cádiz, die erste dieses Staates, veröffentlicht. Sie wird jedoch vom außer Landes befindlichen Monarchen Ferdinand VII. bereits zwei Jahre später nach Rückkehr außer Kraft gesetzt und der Absolutismus erneut eingeführt. 6. April: Die Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel führen zur Belagerung von Badajoz. Dabei setzen sich die englisch-portugiesischen Streitkräfte unter dem Befehl von Arthur Wellesley, 1. Herzog von Wellington gegenüber der französischen Garnison in Badajoz durch. Die Einnahme des Ortes sichert Portugal vor weiterer Invasion.
22. Juli: Die Schlacht von Salamanca verlieren im Zuge der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel die französischen Truppen unter General Marmont gegenüber der angreifenden alliierten Armee unter dem Befehl Wellingtons.
mini|links|Gefecht von García Hernández 23. Juli: Beim Gefecht von García Hernández attackiert die schwere Kavalleriebrigade der britischen Deutschen Legion die französische Nachhut und zerschlägt nacheinander drei französische Karrees. 23. Oktober: Das Gefecht von Venta del Pozo endet mit einem taktischen Unentschieden.
Weitere Ereignisse in Europa
27. Februar: Lord Byron äußert im britischen House of Lords Verständnis für den Luddismus und verteidigt die Maschinenstürmer seines heimatlichen Wahlkreises. 11. März: Das Preußische Judenedikt von König Friedrich Wilhelm III. verfügt die Gleichstellung jüdischer Bürger in Preußen. 8. April: Helsinki wird durch ein Dekret Zar Alexanders I. zur Hauptstadt des unter russischer Herrschaft stehenden Großfürstentums Finnland.
mini|Attentat auf Spencer Perceval, ganz rechts wird John Bellingham festgehalten 11. Mai: Der britische Premierminister Spencer Perceval wird auf dem Weg ins Unterhaus von John Bellingham erschossen. Perceval ist das erste und bislang einzige Attentatsopfer als britischer Premierminister. 18. Juli: Der Friedensvertrag von Örebro beendet den am 17. November 1810 auf Druck Napoleon Bonapartes erklärten Schwedisch-Britischen Krieg, in dem es keinerlei Schusswechsel zwischen beiden Seiten gab.
Russisch-Amerika
Die Russisch-Amerikanische Kompagnie gründet Fort Ross als südlichsten befestigten Außenposten von Russisch-Amerika. Es dient sowohl als Stützpunkt für die Pelztierjagd als auch der Versorgung von russischen Handelsniederlassungen in Alaska mit Lebensmitteln.
Britisch-Amerikanischer Krieg
mini|hochkant|Karte des Kriegsverlaufs im Britisch-Amerikanischen Krieg 18. Juni: Die Vereinigten Staaten erklären Großbritannien den Krieg: Damit beginnt der so genannte Krieg von 1812. Präsident James Madison betraut den völlig ungeeigneten Henry Dearborn mit dem Oberbefehl über die amerikanischen Truppen. 12. Juli: Amerikanische Truppen unter Brigadegeneral William Hull beginnen eine Invasion Kanadas. 17. Juli: Britische Truppen erobern zusammen mit indianischen Verbündeten in einem Handstreich die strategisch wichtige amerikanische Grenzfestung Fort Mackinac. 16. August: US-Truppen unter Brigadegeneral William Hull, die sich nach einem vergeblichen Invasionsversuch in Kanada nach Detroit zurückgezogen haben, kapitulieren kampflos vor einer zahlenmäßig unterlegenen britisch-indianischen Armee unter Sir Isaac Brock und Tecumseh.
mini|links|Die Constitution im Kampf gegen die HMS Guerriere 19. August: Die amerikanische Fregatte Constitution (44 Kanonen) zwingt die britische Fregatte Guerriere (38 Kanonen) nach einem verlustreichen Kampf zur Kapitulation. Das britische Schiff ist so schwer beschädigt, dass es versenkt werden muss. Der erste Seesieg eines regulären amerikanischen Kriegsschiffs gegen ein britisches Kriegsschiff erregt in den USA und Großbritannien großes Aufsehen.
mini|Tod von Generalmajor Brock in der Schlacht von Queenston Heights, Gemälde von John David Kelly, 1896 13. Oktober: Bei dem Versuch einer Invasion in Kanada erleiden die Amerikaner unter Stephen Van Rensselaer III. in der Schlacht bei Queenston Heights eine schwere Niederlage gegen zahlenmäßig weit unterlegene britisch-indianische Truppen. Allerdings kommt bei der Schlacht General Isaac Brock ums Leben, was einen unersetzlichen Verlust für die britischen Einheiten in Kanada bedeutet. 25. Oktober: Die amerikanische Fregatte United States (44 Kanonen) besiegt in einem Einzelgefecht die britische Fregatte Macedonian (38 Kanonen) und zwingt sie zur Kapitulation. 27. November: Die Erste Schlacht bei Lacolle Mills endet mit einem Sieg der mit den Kahnawake-Mohawk verbündeten britischen Truppen unter Oberst Charles-Michel de Salaberry, vor allem weil amerikanische Einheiten unter Henry Dearborn und Zebulon Pike einander in einem blutigen Gefecht irrtümlich gegenseitig beschießen. 28. November: Britische Truppen wehren in der Schlacht am Frenchman’s Creek einen erneuten amerikanischen Invasionsversuch in Kanada ab.
Weitere Ereignisse in den Vereinigten Staaten
mini|links|Vereinigte Staaten Mai/Juni 1812 30. April: Das 1804 geschaffene Orleans-Territorium wird unter dem Namen Louisiana als 18. Bundesstaat in die Union der Vereinigten Staaten aufgenommen. Das nördlich davon gelegene Louisiana-Territorium wird am 4. Juni in Missouri-Territorium umbenannt, um Verwechslungen zu vermeiden.
mini|Wahlmännerstimmen nach Bundesstaaten:
30. Oktober bis 2. Dezember: Bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1812 gewinnt der amtierende Präsident James Madison von der Demokratisch-Republikanischen Partei gegen DeWitt Clinton, den Kandidaten der Föderalisten.
Südamerika
27. Februar: Nahe der Stadt Rosario hisst Manuel Belgrano eine hellblau-weiße Flagge, den Vorläufer der Flagge Argentiniens.
Wirtschaft
14. April: In Paris meldet der Tischler Cochot eine Jalousie mit verstellbaren Lamellen zum Patent an.
Wissenschaft und Technik
mini|links|Darstellung der Salamanca auf dem Gemälde The Collier von 1814 12. August: Mit der Middleton Railway nimmt die weltweit erste Zahnradbahn in England ihren regulären Betrieb auf. Sie verbindet zum Kohletransport eine Kohlenzeche in Middleton, West Yorkshire, mit Leeds. Seit dem 24. Juni fährt auf der Strecke die Salamanca, die erste wirtschaftlich erfolgreiche Dampflokomotive Englands. Jean Baptiste Joseph Fourier legt seine Arbeit über Fourier-Reihen der Akademie der Wissenschaften in Paris vor. Siméon Denis Poisson entwickelt seine Poisson-Gleichung für das elektrische Potential eines stromdurchflossenen Leiters. Jean Louis Burckhardt beschreibt erstmals hethitische Inschriften (Hama-Steine).