mini|hochkant=1.2|Panorama vom Annaberg aus mini|hochkant=0.9|Mosel vor Ausbau bei Schweich (1955) mini|hochkant=0.6|Trompetenbaum in Schweich
Schweich (von keltisch Soiacum) ist eine Stadt an der Mittelmosel im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz im moselfränkischen Dialektraum. Schweich ist der Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße, der die Stadt und 18 weitere Ortsgemeinden angehören. Ein Stadtteil von Schweich ist Issel. Schweich ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.
Geographie Geographische Lage Schweich liegt am Rande des Meulenwaldes. Zwischen Schweich-Issel und Trier-Quint liegt der Rothenberg.
Fließgewässer im Stadtgebiet sind die Mosel mit ihren linken Nebenflüssen Quintbach, Merzbach, Ermesgraben, Föhrenbach (mit dem Lehmbach) und Landwehrgraben.
Schweich bezeichnet das Messtischblatt Nr. 6106 (früher Nr. 3456) der topografischen Karte im Maßstab 1:25.000.Deutsche Fotothek: Messtischblatt Nr. 3456: Schweich, 1887landkartenarchiv.de: Messtischblatt Nr. 6106: Schweich, 1940Karte 2019,
Stadtgliederung Zur Stadt Schweich gehören der Ortsbezirk Issel mit den Gemeindeteilen Am Tunnel und Unterm Rotenberg sowie die weiteren Gemeindeteile Schweich, Am Atzertwald, Am Bahnhof Schweich, Am Heilbrunnen, Andresmühle, Auf Mascheid, Auf Schodenpfädchen, Bohnenfeldhof, Forsthaus in der Quint, Haardthof, Haus Mülchen, Hinter der Andresmühle, Kempsmühle, Leinenhof, Loiseleuxmühle, Molitorsmühle, Osterbornhof, Schimmelhof und Thesenmühle.
Nachbargemeinden Benachbart sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Zemmer, Naurath (Eifel), Föhren, Hetzerath, Bekond, Mehring, Longen, Longuich und die Stadt Trier.
Geschichte Römische Funde am Ostrand von Schweich und am Heidekopf, etwa vier Kilometer von Schweich entfernt, belegen eine Besiedlung zu jener Zeit. Fränkische Gräber wurden im westlichen Ortsteil, an der Straße nach Issel, gefunden.
Teile eines Bodenmosaiks mit der Göttin Venus und zwei Amoretten aus einer römischen Villa in Schweich bei Trier aus dem 3. Jahrhundert befinden sich heute im Rheinischen Landesmuseum Trier unter der Inventarnummer Venus Mosaik Inv. 1925,353 RLM Trier.Schweich daheim Nr. 6/2025 S. 35 ff.eine Abb. ist hier zu finden: www.romeartlover.it/Trier3.htmlHistorischer Vortrag über die Venus von Schweich – Trierischer Volksfreund
Mittelalter Schweich wurde urkundlich erstmals im Jahre 721 als Soiacum erwähnt: die fränkische Edeldame Bertrada und ihr Sohn Charibert schenkten dem von ihnen neu gegründeten Kloster Prüm einen Hof an der Mosel. 762 ging der ganze Ort in den Besitz des Klosters über.
Auf den Resten der römischen Villa wurde der Niederprümer Hof errichtet, der dem Prümer Kloster als Verwaltungssitz diente. In dem restaurierten Gebäude von 1706 ist heute ein Kulturzentrum untergebracht.
In mittelalterlicher Zeit gab es die Quintburg auf dem Burgberg oberhalb des Kaiserhammerweihers und nicht weit davon entfernt im Distrikt Kastelaun eine Wallburg.Bernhard Gondorf: Die Burgen der Eifel, Köln 1984, ISBN 978-3-7616-0723-7
Neuzeit Am Wahrzeichen der Stadt, dem Fährturm am Yachthafen, war einer der wichtigsten Fährübergänge der Mosel der Straße Trier – Koblenz. Nördlich der Stadt liegt der Bahnhof von Schweich, der 1878 mit der Anbindung an die Bahnstrecke Trier – Wittlich errichtet wurde.
In kurtrierischer Zeit gehörte Schweich mit dem Sitz einer Schultheißerei zum Amt Pfalzel. In französischer Zeit wurde Schweich Sitz einer Mairie und Sitz des Kantons Schweich mit den weiteren Mairies Longuich, Hetzerath, Mehring, Sehlem und Trittenheim. Aus der preußischen Bürgermeisterei Schweich und dem späteren Amt Schweich entstand 1968 die Verbandsgemeinde Schweich.
Das St. Joseph Hospital (Krankenhaus) in der Klosterstraße wurde 1869 in Betrieb genommen und von den Franziskanerinnen vom hl. Josef geführt. Eine Hauskapelle wurde im Juli 1965 eingeweiht. Seit 1965 erfolgt eine Nutzung als Altenheim. Das Haus wurde zuletzt im Jahre 2016 modernisiert und erweitert.franziskanerinnen-vom-hl-josef.de
Auf den Wiesen unterhalb der Moselbrücke stand bis 1957 die Ruine eines Kalkofens, der bis 1937 in Betrieb war.Artur Gemmel, Chronik von Schweich. Schweich 1984, S. 255.
Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Issel nach Schweich eingemeindet. Die Stadtrechte wurden am 30. Mai 1984 verliehen.
Der Trompetenbaum in Schweich neben dem Hisgenhaus war weithin bekannt. Er wurde 1799 gepflanzt und 2012 aus Sicherheitsgründen entfernt. An seiner Stelle entstand eine künstlerische Nachbildung eines Baumes. 2019 wurde am Verkehrskreisel in der Bahnhofstraße ein neuer Trompetenbaum gepflanzt.
Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl, bezogen auf das heutige Gebiet der Stadt Schweich, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:
Religion Die Stadt Schweich in der Nähe der Bischofsstadt Trier ist traditionell katholisch geprägt. Die Pfarrkirche St. Martin wurde 1894–96 erbaut. Auch eine evangelische Kirche ist in Schweich vorhanden, in der regelmäßig Gottesdienste und Konfirmationen durchgeführt werden. Seit 1639 ist auch eine jüdische Gemeinde belegt; Relikte sind der jüdische Friedhof und die ehemalige Synagoge. Im Rahmen eines Projektes von Jugendlichen aus dem örtlichen Jugendraum wurde – erfolglos – versucht, noch heute anwesende Juden in Schweich ausfindig zu machen; es konnten immerhin noch Zeitzeugen von damals interviewt werden.
Schweich ist Gründungsort und Standort des Mutterhauses der 1867 von Alphonsa Kuborn gegründeten Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen vom hl. Josef. Eine Gedenktafel für Schwester Alphonsa Kuborn befindet sich in der Sommergasse 3 in Schweich.
Konfessionsstatistik Ende Dezember 2023 waren 59,7 % der Bevölkerung katholisch, 8,9 % evangelisch und 31,4 % konfessionslos oder einer anderen Glaubensgemeinschaft angehörig.ewois.de: Gemeindestatistik Schweich, Stichtag 31. Dezember 2023 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Mit Stand März 2026 waren 56,1 % der Bevölkerung katholisch, 8,5 % evangelisch und 35,3 % konfessionslos oder einer anderen Glaubensgemeinschaft angehörig.Gemeindestatistik Schweich
Politik Stadtrat
Der Stadtrat in Schweich besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem. Vorsitzende der Stadtratsfraktionen sind mit Stand Mai 2024 Jonas Klar (CDU), Johannes Lehnert (FWG) und Achim Schmitt (SPD). Seit der Wahl 2019 hat sich die Zahl der Ratsmitglieder von 22 auf 24 erhöht, da die Stadt in der Wahlperiode 2014–2019 die Einwohnerzahl von 7.500 überschritten hat.
Die Sitzverteilung im Stadtrat: Wahl SPD CDU FWG Gesamt2024 6 11 7 24 Sitze 2019Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 6 10 8 24 Sitze 2014 6 8 8 22 Sitze 2009 7 9 6 22 Sitze 2004 7 9 6 22 Sitze FWG = Freie Wählergruppe in der Stadt Schweich e. V.
Bürgermeister Nach dem Zweiten Weltkrieg war Herr Schilling von 1946 bis 1952 Bürgermeister. Ihm folgte von 1952 bis 1969 Josef Geiben. 1969 übernahm das Amt des Ortsbürgermeisters Kurt Ensch (SPD), der 1974 von Friedrich Zeyen (CDU) abgelöst wurde, der das Amt bis 1983 ausübte. Von 1983 bis 1994 war Josef Rohr (CDU) Stadtbürgermeister, von 1994 bis 1999 Günther Porten (FWG) und von 1999 bis Juni 2009 Vitus Blang (SPD). Bei der Wahl am 7. Juni 2009 erzielte Otmar Rößler (FWG) 38,8 Prozent der Stimmen, Johannes Heinz (CDU) 37,4 Prozent und Achim Schmitt (SPD) 23,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 59,1 Prozent.schweich.de: Wahlergebnis Stadtbürgermeister Schweich 2009 (PDF; 12 kB) Bei der Stichwahl am 21. Juni 2009 erhielt Rößler 57,3 Prozent und Heinz 42,7 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,8 Prozent.schweich.de: Wahlergebnis Stadtbürgermeister Schweich 2009-Stichwahl (PDF; 13 kB) Am 25. Mai 2014 wurde Otmar Rößler (FWG) mit 57,5 Prozent der Stimmen als Stadtbürgermeister wiedergewählt bei einer Wahlbeteiligung von 57,7 Prozent. Im April 2015 trat Stadtbürgermeister Rößler zurück. Bei der Neuwahl am 12. Juli 2015 siegte Lars Rieger (CDU) gegen Achim Schmitt (SPD) mit 65,4 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 38,7 Prozent. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde Lars Rieger (CDU) bei einer Wahlbeteiligung von 66,3 Prozent mit 76,8 % der Stimmen als einziger KandidatVG- und Stadtbürgermeisterwahl Schweich: Große Zustimmung für Horsch und Rieger, volksfreund.de, abgerufen am 18. August 2022 wiedergewählt. Erneut ohne Gegenkandidaten wiedergewählt wurde Rieger bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 mit 70,4 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 67,6 %.
Wappen
Wappenbeschreibung: In Grün eine silberne Grabschaufel.Klemens Stadler (1966): Deutsche Wappen; Bundesrepublik Deutschland – Band 2. S. 57.Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 705 Nummer 247: Wappen der Ortsgemeinde Schweich 1951.
Begründung: Das Wappen entstammt einem Gerichtssiegel aus dem Jahre 1478. In dem damaligen Tartschenschild war ein bäuerliches Gerät dargestellt, welches 1574 als Pflugschar und später als Grabschaufel bezeichnet wurde. Im 16. Jahrhundert wurde dem Siegel das Kreuz von Kurtrier hinzugefügt. Das 1951 verliehene Wappen bezieht sich auf das älteste Siegel von Schweich.
Partnerstädte Partnergemeinden sind Marsannay-la-Côte (Frankreich), Portishead (Vereinigtes Königreich), Krokowa (Polen), Renesse (Niederlande) und Murialdo (Italien).
Kultur und Sehenswürdigkeiten Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Fährturm mini|hochkant|Bootshafen Alter Fährturm beim Campingplatz und beim Bootshafen Kirche St. Martin in Schweich, Spieleskreuz Kapelle St. Georg in Issel Ev. Kirche in Schweich Stefan-Andres-Brunnen Molitorsmühle am Föhrenbach Niederprümer Hof Die ehemalige Synagoge in der Stadtmitte wurde von 1987 bis 1989 restauriert und als Kulturstätte eingerichtet. Jüdischer Friedhof Hisgenhaus (St. Maximiner Amtshaus) Geibenhaus Heiligenborn (Heilbrunnen) und Kapelle, oberhalb davon befindet sich der Aussichtspunkt Meulenwald-Moseltalblick Wassertretbecken und das Biotop am Heilbrunnen Isseler Hof in Issel Sportplatz „Am Winzerkeller“ Sportanlage am Schulzentrum Ehemalige Eisenerzgrube Schweicher Morgenstern und Brunnen Morgenstern im Obersässer Tal Wallsee-Eck, kleine Parkanlage an der Einmündung Bernhard-Becker-Straße/Isseler Straße, mit Mandelbäumen, einer Sitzgruppe, einem fünf Tonnen schweren Donaustein mit der Inschrift HEIMAT, eine Spende der Familie Brandner aus Wallsee, Niederösterreich, und einem Fahnentrio.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Schweich
Vereine Laut dem Vereinsregister des Amtsgerichtes Wittlich gibt es in Schweich insgesamt über 50 eingetragene Vereine, der größte davon ist der TuS Mosella Schweich; die Turnabteilung wurde 1901, die Fußballabteilung 1919 gegründet.
An Männergesangvereinen (MGV) gibt es den MGV 1902 Schweich, den MGV 1910 Issel und den MGV Cäcilia Schweich. Die Stadtkapelle Schweich e. V. entstand am 15. Januar 1995 aus dem Musikverein Schweich, dessen Anfänge etwa bis 1912 reichen. Der Schachklub 1933 Schweich e. V. hat ca. 100 Mitglieder und ist mit sieben Mannschaften am Spielbetrieb im Schachbund Rheinland-Pfalz beteiligt. Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Schweich e. V. mit etwa 20 aktiven Musikern wurde im Jahr 1950 gegründet. Weitere größere Vereine sind der Turn- und Sportverein Issel 1952 e. V., der Angelsportverein Fährturm Schweich 1956 e. V., der Schweicher Karneval Verein 1970 e. V., der Isseler Cultur Verein 1970 e. V. und die Narrengilde Stadthusaren 1985 e. V. Der Handball Sport Club Schweich e. V. wurde am 20. Januar 1995 gegründet. Er ist Mitglied im Sportbund Rheinland sowie im Handballverband Rheinland. Außerdem bereichern der DRK Ortsverein Schweich, die DLRG-Ortsgruppe Schweich e. V., die Freiwillige Feuerwehr Schweich,