mini|hochkant=1.3|Lage an der Stadtgrenze Berlins (roter Punkt) Blankenfelde-Mahlow ist eine amtsfreie Gemeinde im nördlichen Teil des Landkreises Teltow-Fläming in Brandenburg.

Geographie Die Gemeinde liegt südlich von Berlin. Sie grenzt an den Berliner Ortsteil Lichtenrade. Weitere Nachbargemeinden sind Schönefeld (mit dem Flughafen Berlin Brandenburg) im Osten, Großbeeren im Nordwesten, Ludwigsfelde im Südwesten und Rangsdorf im Süden und Südosten.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow gliedert sich in folgende Ortsteile: Blankenfelde Dahlewitz Groß Kienitz Jühnsdorf Mahlow mit den bewohnten Gemeindeteilen Glasow (am 1. Juli 1950 eingemeindet), Roter Dudel und Waldblick sowie den Wohnplätzen Fuchsberg und Mahlow Dorf

Geschichte Die Geschichte der Gemeinde bis 2003 ist die Geschichte der heutigen fünf Ortsteile. Sie gehörten seit 1817 zum Kreis Teltow in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Zossen im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming.

Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow entstand am 26. Oktober 2003 durch den Zusammenschluss der fünf vorher selbstständigen Gemeinden Blankenfelde, Dahlewitz, Groß Kienitz, Jühnsdorf und Mahlow.Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003. StBA.

Blankenfelde 80px|links|Wappen von Blankenfelde

Blankenfelde wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Ein wesentlicher Teil dieses Ortsteiles, die so genannte Gagfah-Siedlung, entstand jedoch erst in den 1930er Jahren, nachdem die Süd-Berlin Bodenaktiengesellschaft das Areal erworben und parzelliert hatte. Dadurch erhöhte sich die Einwohnerzahl erheblich – von 766 Einwohnern im Jahr 1930 auf 6228 Einwohner im Jahr 1939.

Dahlewitz 80px|links|Wappen von Dahlewitz

Dahlewitz wurde am 24. Februar 1305 erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Bau der Bahnstrecke Berlin–Dresden wurde in Dahlewitz im Jahr 1884 der Bahnhof in Betrieb genommen. Zusätzlich gab es mit der Gutsbahn Dahlewitz von 1895 bis 1945 eine Anschlussstrecke vom Bahnhof Dahlewitz zum Gut Dahlewitz.

Groß Kienitz 80px|links|Wappen Gross Kienitz

Jühnsdorf 80px|links|Wappen Jühnsdorf

Mahlow 80px|links|Wappen von Mahlow

Mahlow wurde 1287 erstmals urkundlich erwähnt. Nachdem der Ort 1875 einen Bahnhof erhalten hatte, wanderten wohlhabende Berliner zu. 1945 wurde Mahlow Kreisstadt des Kreises Teltow bis zu dessen Auflösung 1952. Bereits 1950 wurde die Gemeinde Glasow mit der Gemeinde Mahlow zusammengelegt. Durch den Bau der Berliner Mauer ab 13. August 1961 wurden die Verkehrsverbindungen nach Berlin gekappt. Erst nach dem Mauerfall 1989 kamen diese Verbindungen wieder in Gang. Am 31. August 1992 wurde mit dem Lückenschluss der Dresdener Bahn zwischen Lichtenrade und Mahlow die S-Bahn-Verbindung wiederhergestellt.

Am 16. Juni 1996 wurde Noël Martin in Mahlow Opfer eines rassistisch motivierten Übergriffs.

Im Jahr 2006 bekam Mahlow eine neue Umgehungsstraße, die die vielbefahrene Ortsdurchfahrt entlastet und innerorts Lärm und CO2-Belastung verringern soll.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Blankenfelde Dahlewitz Groß Kienitz Jühnsdorf Mahlow Glasow 1875 465 305 169 246 299 411 1910 729 468 170 215 630 434 1939 6.228 1.628 181 236 2.563 2.014 1946 6.667 1.760 266 299 2.654 2.099 1950 7.449 1.902 260 275 4.803 1971 7.192 1.940 158 231 5.430 1990 7.820 1.705 126 179 4.770 1995 7.899 1.662 204 262 5.594 2000 10.241 1.827 245 256 8.738 2002 10.365 1.918 300 285 9.789 Jahr Blankenfelde-Mahlow 2003 23.074 2005 24.210 2010 25.718 2015 26.319 2020 28.606 2021 28.761 2022 29.015 2023 29.208 2024 29.129 2025 29.280

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Teltow-Fläming (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember) ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Blankenfelde-Mahlow besteht aus 32 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 65,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmen 2014 Stimmen 2019 Stimmen 2024 Sitze 2014 Sitze 2019 Sitze 2024 AfD 7,7 % 15,9 % 22,6 % 2 5 7 SPD 23,7 % 18,5 % 19,3 % 7 6 6 CDU 18,9 % 14,0 % 18,2 % 6 5 6 Freie Wählergruppe 8,2 % 10,5 % 12,8 % 3 4 4 BVB / Freie Wähler Blankenfelde-Mahlow – – 11,4 % – – 4 Bündnis 90/Die Grünen 6,6 % 12,8 % 6,5 % 2 4 2 Die Linke 15,4 % 10,4 % 4,8 % 5 3 2 FDP 1,9 % 4,3 % 4,4 % 1 1 1 BürgerBündnis Blankenfelde-Mahlow 6,4 % 4,6 % – 2 2 – BVBB-Wählergruppe Mitglieder & Sympathisanten 8,9 % 4,1 % – 3 1 – Einzelkandidat Gregor Schiller – 2,7 % – – 1 – Einzelkandidat Kay-Uwe Schoechert – 0,9 % – – – – Einzelkandidat Robert Kieschke – 0,7 % – – – – Einzelkandidat Roland Hahn – 0,4 % – – – – Wählergruppe Pro Volkssolidarität – 0,2 % – – – – Einzelkandidatin Rosemarie Müller 2,4 % – – 1 – – Insgesamt 100 % 100 % 100 % 32 32 32

In den einzelnen Ortsteilen werden Ortsbeiräte gewählt: Blankenfelde mit fünf Mitgliedern Dahlewitz mit fünf Mitgliedern Groß Kienitz mit drei Mitgliedern Jühnsdorf mit drei Mitgliedern Mahlow mit fünf Mitgliedern

Bürgermeister 2003–2019: Ortwin Baier (SPD)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen. (PDF) statistik-berlin-brandenburg.de; S. 33 seit 2019: Michael Schwuchow (SPD)

Schwuchow wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 22. September 2019 mit 56,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74. bravors.brandenburg.de gewählt. wahlen.brandenburg.de

Wappen

Flagge Die Flagge der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow ist Gelb – Grün – Gelb (1:5:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift: „• GEMEINDE BLANKENFELDE-MAHLOW • LANDKREIS TELTOW-FLÄMING“.

Partnerschaften Partnerschaften bestehen seit 1992 mit der Kreisstadt Bad Ems aus Rheinland-Pfalz, seit 2005 mit der Gemeinde Tószeg in Ungarn und seit 2015 mit Kretinga (Litauen).

mini|Gemeinde Blankenfelde, 1896

Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Blankenfelde-Mahlow und der Liste der Bodendenkmale in Blankenfelde-Mahlow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke mini|Gut Blankenfelde um 1860, Sammlung Alexander Duncker mini|hochkant|Denkmalgeschützte Kirche in Blankenfelde mini|hochkant|Kirche in Mahlow

Die Ortsteile haben charakteristische Dorfkirchen, zum Beispiel die Dorfkirche Mahlow sowie die Dorfkirche Glasow, die im 13. Jahrhundert entstanden. Ein Jahrhundert später wurde die Dorfkirche Jühnsdorf errichtet. Im Ortsteil Blankenfelde wurde ein früheres Gutsherrenhaus im Neorenaissance-Stil schlossartig umgebaut. In den Nachkriegsjahren stand es längere Zeit leer und wurde dann abgerissen. Nach der Wende erbaute man an derselben Stelle einen Supermarkt und eine Drogerie. Die Dorfkirche Blankenfelde entstand aus Feldsteinen in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die ursprünglich reichhaltige Ausstattung wurde bei einem Brand 1740 fast vollständig zerstört.

Parks Die Promenade im Ortsteil Blankenfelde wurde 1933 zur schönsten Deutschlands ernannt. Sie befand sich inmitten der von zugezogenen Berlinern gerade gebauten Wohnsiedlung, die heute den Ortskern von Blankenfelde bildet. 2011 wurde der (Ausgleichsmaßnahme des Flughafens) sanierte Gutspark Dahlewitz wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Der Gutspark liegt direkt an der Landesstraße L 402 zwischen Dahlewitz und Groß Kienitz. Des Weiteren verfügt der Ortsteil Blankenfelde über den Natursportpark auf dem ehemaligen Kasernengelände im Jühnsdorfer Weg.

Natur

Teile des Landschaftsschutzgebiets Diedersdorfer Heide und Großbeerener Graben gehören zur Gemeinde.

Ort der Vielfalt Am 23. September 2008 erhielt die Gemeinde den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Süden der Gemeinde befindet sich das größte Gewerbegebiet im Ortsteil Dahlewitz. Weitere Gewerbegebiete befinden sich in Groß Kienitz und in Mahlow östlich und westlich direkt an der B 96 neu gelegen.

Straßenverkehr Blankenfelde-Mahlow liegt an der Bundesstraße B 96 zwischen der Berliner Landesgrenze (Bezirk Tempelhof-Schöneberg) und Zossen, der Landesstraße L 40 zwischen Potsdam und Königs Wusterhausen sowie der L 76 nach Teltow. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Rangsdorf an der A 10, dem südlicher Berliner Ring.

Bahnverkehr Seit 1992 ist Blankenfelde-Mahlow mit den Stationen Mahlow und Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) wieder mit der S-Bahnlinie S2 aus Berlin über die Dresdener Bahn erreichbar, nachdem diese ursprünglich bis Rangsdorf gehende Verbindung 1961 im Zuge des Baus der Berliner Mauer abgetrennt und eingestellt wurde. Endbahnhof ist nun Blankenfelde.

Mit der Regionalbahn erreicht man die Bahnhöfe Blankenfelde und Dahlewitz mit der Regional-Express-Linie RE 8 von Wismar über Wittenberge, Berlin weiter nach Doberlug-Kirchhain bis Elsterwerda und den Regionalbahnlinien RB 10 von Nauen über Berlin sowie RB 24 von Eberswalde über Berlin Ostkreuz, Flughafen BER und Rangsdorf.

Schulen In Mahlow befinden sich die Grundschule Astrid Lindgren, die Herbert-Tschäpe-Grundschule, die Allgemeine Förderschule Schule am Waldblick und die Evangelische Grundschule Mahlow. In Blankenfelde gibt es die Wilhelm-Busch-Grundschule, die Ingeborg-Feustel-Grundschule und das Kopernikus-Gymnasium. In Dahlewitz gibt es die Oberschule Herbert Tschäpe.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Karl Friedrich August Kühns, (1808–1888), Pädagoge, in Blankenfelde geboren Helene von Hülsen, geborene Gräfin von Haeseler (1829–1892), Schriftstellerin und Salonnière, in Blankenfelde geboren Richard Neuhauss (1855–1915), Arzt und Anthropologe Nikolai von Michalewsky (1931–2000), Schriftsteller, in Dahlewitz geboren Manfred Görg (1938–2012), katholischer Theologe und Ägyptologe, in Blankenfelde geboren Eberhard Schulz (1946–1966), Todesopfer an der Berliner Mauer, in Glasow geboren Hans-Joachim Hacker (* 1949), Politiker (SPD), in Mahlow geboren Jan-Michael Feustel (1951–2009), Kunsthistoriker und Autor, in Mahlow geboren Ralf-Rüdiger Targiel (* 1953), Archivar und Autor, in Blankenfelde oder in Mahlow geboren Dietmar Klemt, Politiker (SPD), Bürgermeister und Amtsdirektor 1992–2003

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Günther Feustel, (1924–2011), Kinder- und Jugendbuchautor, Schöpfer der Figur Pittiplatsch, Lehrer in Blankenfelde Johannes Geccelli (1925–2011), Maler, lebte in Jühnsdorf Ingeborg Feustel (1926–1998), Kinderbuchautorin und Schöpferin der Figur Pittiplatsch, wohnte seit 1935 in Blankenfelde Dietrich Rohde (1933–1999), Bildhauer, lebte in Blankenfelde Gerhard Rappus (1934–2009), Gebrauchsgrafiker und Illustrator, lebte n Blankenfelde Dieter Manzke (1939–2001), Mordopfer, lebte in Dahlewitz Bernd Heimberger (1942–2013), Schriftsteller und Kommunalpolitiker (BürgerBündnisBlankenfelde) Richard Schröder (* 1943), lebt in Blankenfelde Jan Skuin (1943–2018), Metallbildhauer, lebte in Blankenfelde Renate Krößner (1945–2020), Schauspielerin, lebte in Mahlow Noël Martin (1959–2020), Opfer rechter Gewalt in Mahlow Corinna Drews (* 1962), Schauspielerin und Fotomodell, lebt in Dahlewitz Josef Heynert (* 1976), Schauspieler, ist in Blankenfelde aufgewachsen

Literatur Norbert Diering et al.: Amt Blankenfelde-Mahlow. Die Gemeinden im Wandel der Zeit. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1997, ISBN 3-89570-318-4.

Weblinks