Bergen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Das gleichnamige Pfarrdorf ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Bergen. Der Luftkurort liegt im Chiemgau am Fuße des Hochfelln.

Geografie mini|Blick auf Bergen vom Hochfelln aus Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Südostoberbayern. Die nächste größere Ortschaft ist Traunstein (ca. 10 km nördlich).

Gemeindegliederung

Es gibt 32 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Bergen, Bergener Forst und Holzhausen.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Das Gemeindegebiet war vor Christi Geburt besiedelt. Vom ersten bis zum fünften Jahrhundert n. Chr. war es Teil des römischen Imperiums, was etwa die Villa rustica in Holzhausen bezeugt. Bergen wurde 924 als Perch oder Perga in einer Urkunde des Erzbistums Salzburg erstmals urkundlich genannt. S. 42 959 ging Bergen an Salzburg, 1275 wurde es wieder bayerisch.

Die Geschichte des Ortes ist eng verknüpft mit dem 1562 Pankraz von Freyberg zu Hohenaschau gegründeten Eisenhüttenwerk Bergen, das seit 1824 Maximilianshütte hieß. Es zählte zu den größten Hüttenwerken Süddeutschlands und war bis zu seiner Schließung 1932 ein industrieller Mittelpunkt des Chiemgaus. Seit den 1950er Jahren erlebt der Tourismus einen Aufschwung. 1971 wurde die Seilbahn auf den 1671 m hohen Hochfelln fertiggestellt.

Bergen gehörte zum Rentamt Traunstein und zum Landgericht Marquartstein des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Bergen.

Gebietsreform Im Zuge der Gebietsreform wurden am 1. Januar 1972 zehn Ortsteile der aufgelösten Gemeinde Holzhausen eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1987 und 2020 wuchs die Gemeinde von 3542 auf 4889 um 1347 Einwohner bzw. um 38 %. 1961: 2450 Einwohner 1970: 2831 Einwohner 1987: 3542 Einwohner 1991: 4007 Einwohner 1995: 4412 Einwohner 2000: 4605 Einwohner 2005: 4831 Einwohner 2010: 4912 Einwohner 2015: 4893 Einwohner 2020: 4889 Einwohner

Politik

Bürgermeister –2014: Bernd Gietl (CSU) 2014–2014: Josef Schweiger (SPD/FWG) 2014–2026: Stefan Schneider (Grüne Liste) 2026– Andreas Schultes Bei der Stichwahl vom 22. März 2026 wurde Andreas Schultes mit 62,4 % der Stimmen gewählt. Ergebnis der Stichwahl

Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern und dem ersten Bürgermeister, der Vorsitzender des Gemeinderates ist. Bei der Gemeinderatswahl vom 8. März 2026 haben von den 4106 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Bergen 2847 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 69,3 % lag.

Parteien Die in Bergen am längsten aktive und älteste Partei ist die SPD mit der Gründung im Jahr 1919. Die CSU gibt es in der Gemeinde seit 1966 und den Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen seit dem Jahr 2013.

Öffentliche Verwaltung Seit 1978 bildet die Gemeinde Bergen eine Verwaltungsgemeinschaft mit Vachendorf.

Wappen

Gemeindepartnerschaften im Département Seine-et-Marne, Frankreich, seit 1988 in der Lombardei, Italien, seit 2005 Außerdem finden seit 1995 Bergentreffen mit acht deutschen Orten dieses Namens statt.Bergentreffen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bergener Moos Pfarrkirche St. Ägidius Ehemaliges Hüttenwerk und jetziges Museum Maximilianshütte Aussichts-, Wander- und Skiberg Hochfelln Theater Bergen (seit 1879) Festival „Grimmig & Grantig“ (jährliche Open-Air-Veranstaltung seit 2015, mit überregionalem Bekanntheitsgrad)Homepage zum Festival "Grimmig und Grantig"

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 702 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1694 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 992 Personen größer als die der Einpendler. 72 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 37 landwirtschaftliche Betriebe.

Verkehr Der Bahnhof Bergen (Oberbay) ist ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg. Die A 8 von München nach Salzburg verläuft nördlich angrenzend am Ortsteil Bernhaupten; diese Anschlussstelle heißt „Bergen“ in beiden Richtungen (Nr. 110).

Weißachen und Bergen liegen am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zum Königssee bei Berchtesgaden führt.

Bildung Im Jahr 2018 gab es folgende Einrichtungen: zwei Kindertageseinrichtungen mit 145 Plätzen, davon waren 126 belegt eine Grundschule mit 5 Klassen und 89 Schülern

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Wastl Fanderl (1915–1991), Musiker, Volksmusiksammler Maria Großglettner (1901–1995), Schriftstellerin und Dichterin Fritz Hofmann (1925–2008), Stadtheimatpfleger von Bad Reichenhall Hans W. Scheicher (1931–2016), Journalist, Auslandskorrespondent und Fernsehmoderator

Personen, die vor Ort gewirkt haben Eduard Beaucamp (* 1937), Kunstkritiker und Publizist, Mitarbeiter von Rudolf Alexander Schröder in Bergen Herbert von Dirksen (1882–1955), Gutsherr, deutscher Botschafter und Autor, lebte die letzten Jahre in Bergen Max Fürst (1846–1917), Maler mit Wandmalereien in St. Ägidius Bergen Karl von Lotzbeck (1832–1907), Chef des bayerischen Sanitätskorps, beerdigt in Bergen Siegfried von Roedern (1870–1954), Politiker, 1917 Stellvertreter des Reichskanzlers, lebte in Bergen Rudolf Alexander Schröder (1878–1962), Schriftsteller, Architekt und Maler, lebte in Bergen Franz Michael von Wagner (1768–1851), Montanist, war Oberberggerichtsverweser in Bergen Josef Uhl (1877–1945), Graphiker und Kunstmaler, lebte in Bergen Max Schöfer (1895–1966), Maler und Grafiker, Kunstakademie München, war ein enger Freund von Heinrich Kirchner, starb in Bergen

Weblinks

Homepage

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Traunstein Kategorie:Ort im Chiemgau Kategorie:Ersterwähnung 924 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)