San Bernardino ist eine Stadt im San Bernardino County im US-Bundesstaat Kalifornien, Vereinigte Staaten, mit 222.101 Einwohnern (Volkszählung 2020) und Sitz der County-Verwaltung. Sie liegt im östlichen San Bernardino Valley am Fuße der San Bernardino Mountains. Die Stadt hat eine Größe von 202,4 km² und ist eine principal city der Metropolitan Statistical Area (MSA) Riverside–San Bernardino–Ontario mit rund 4,6 Millionen Einwohnern. Sie ist Sitz der California State University, San Bernardino und des Bistums San Bernardino.
San Bernardino wird von der historischen Route 66 durchquert.
Geschichte San Bernardinos Geschichte beginnt in den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts. Spanische Missionare waren die ersten Siedler in dieser Region. Sie wählten das fruchtbare Tal am Fuße der majestätischen Bergkette als Vorposten für andere Missionare. Man erzählt, dass der Franziskanerpater und Missionar Francisco Dumetz OFM auf seiner letzten Missionsreise von San Gabriel auf das San-Bernardino-Tal gestoßen ist und am 20. Mai 1810 unter großen Anstrengungen einen Altar für die dort lebenden Indianer errichtet hat. Padre Dumetz nannte das Gebiet nach dem italienischen Heiligen Bernardino/Bernhardin „San Bernardino“.
1940 eröffnete das erste McDonald’s-Restaurant in San Bernardino. Glen Bell, späterer Gründer von Taco Bell, eröffnete hier 1954 sein erstes Restaurant.
1982 wurde die Open-Air-Bühne San Manuel Amphitheater erbaut.
mini|links|Der Unfallort vom Mai 1989 12. Mai 1989 ereignete sich ein schwerer Eisenbahnunfall in San Bernardino, bei dem ein schwer beladener Güterzug der Southern Pacific Railroad entgleiste. Vier Menschen starben, vier weitere wurden verletzt. Bei den Aufräumarbeiten wurde die unter dem Unfallort verlaufende Calnev-Pipeline beschädigt, ohne dass dieses bemerkt wurde. Die Schwächung führte 13 Tage nach dem Eisenbahnunglück zu einem Leck. Als sich der austretende Kraftstoff entzündete, wurden zwei weitere Menschen getötet und elf Häuser zerstört. Heute dürfen keine Häuser mehr in der Nähe der Gleise gebaut werden.
Am 11. Juni 2012 erklärte San Bernardino die Zahlungsunfähigkeit und stellte Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 9 des Konkursrechts. Die Stadt rechnete mit einem Defizit von 45 Millionen Dollar im laufenden Fiskaljahr. Fehler in der Buchführung, steigende Ausgaben für Investitionen, Schuldzinsen und Sozialleistungen, gepaart mit stagnierenden Einnahmen, hatten zur finanziellen Schieflage geführt. In den vorangegangenen vier Jahren war die Zahl der Angestellten bereits um 20 Prozent vermindert worden.San Bernardino, California, Weighs Chapter 9 Bankruptcy, Bloomberg.com vom 11. Juli 2012, abgerufen am 12. Juli 2012 Am 30. Mai 2015 wurde bekanntgegeben, dass das Verfahren innerhalb eines Jahres beendet werden soll.San Bernardino bankruptcy reaches ‘beginning of the end’, 30. Mai 2015 Am 6. Dezember 2016 bestätigte das Insolvenzgericht Meredith den Insolvenzausstiegsplan.
Am 2. Dezember 2015 kam es im örtlichen Inland Regional Center zu einer Schießerei mit 14 Toten und 21 Verletzten, die von den Ermittlungsbehörden als Terrorakt eingestuft wird.San Bernardino mass shooting: police say at least 14 dead – rolling coverage, The Guardian, 2. Dezember 2015
1970 widmete die englische Band Christie der Stadt den Welthit San Bernardino.
Einwohnerentwicklung
JahrEinwohner¹1980118.4941990164.1642000188.7422010209.9612020222.101
¹ 1980–2020: Volkszählungsergebnisse
Demografie Die Bevölkerung bestand laut dem Zensus von 2010 zu 19 Prozent aus Weißen und zu 15 Prozent aus Afroamerikanern; 4 Prozent waren asiatischer Herkunft. 66 Prozent der Bevölkerung waren Hispanics. Der Median des Einkommens je Haushalt lag 2015 bei 39.097 US-Dollar. 31 Prozent der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze, womit San Bernardino eine der ärmsten Städte in Kalifornien ist.
Verkehr Auf dem Gelände des von 1942 bis 1994 betriebenen Militärflughafen Norton Air Force Base befindet sich heute der zivile San Bernardino International Airport (IATA-Code: SBD). mini|Das Bahnhofsgebäude von 1918 von der Gleisseite gesehen
Der Bahnhof San Bernardino Santa Fe Depot wird von Amtrak- und Metrolink-Linien angefahren. Der Bahnhof San Bernardino Downtown ist der Endpunkt zweier Metrolink- und der Arrow-Linie. Dort befindet sich auch der in der Mitte der 2010er Jahre eröffnete Busbahnhof ().Inlandfiets vom 12. September 2016
Städtepartnerschaften Partnerstädte San Bernardinos sind, abgerufen am 5. Mai 2017 Goyang, Südkorea, seit 2003 Herzlia, Israel, seit 1985 Ile-Ife, Nigeria, seit 1981 Kigali, Ruanda, seit 2000 Mexicali, Mexiko, seit 1968 Roxas, Philippinen, seit 1990 Sawolschje, Russland, seit 1992 Tachikawa, Japan, seit 1959 Villahermosa, Mexiko, seit 1971 Yushu, Volksrepublik China, seit 1993
Persönlichkeiten Benjamin Franklin Bledsoe (1874–1938), Bundesrichter Phil Swing (1884–1963), Politiker, Vertreter von Kalifornien im US-Repräsentantenhaus Roscoe Karns (1891–1970), Schauspieler Marshall Neilan (1891–1958), Schauspieler und Filmregisseur Philo McCullough (1893–1981), Schauspieler Clyde Bruckman (1894–1955), Autor und Regisseur für Filmkomödien Edith Head (1897–1981), Kostümbildnerin beim Film Norma Drew (1903–1998), Schauspielerin Richard Moor (1910–2005), Segler Frank V. Phillips (1912–1994), Kameramann Donald F. Hoffmeister (1916–2011), Mammaloge und Hochschullehrer Bob Lemon (1920–2000), Baseballspieler Claude Roy Kirk (1926–2011), Politiker, Gouverneur von Florida Robert Phelps (1926–2013), Mathematiker Walter Goss (1928–2012), Tonmeister Gene Hackman (1930–2025), Schauspieler Phillip Francis Straling (* 1933), Bischof von Reno Dave Wolpe (1936–2022), Jazzposaunist und Arrangeur Thomas M. Cover (1938–2012), Professor für Elektrotechnik und Statistik an der Stanford University Dave Stockton (* 1941), Profi-Golfer Ralph B. White (1941–2008), Kameramann, Filmregisseur, Filmproduzent und Photograph Swede Savage (1946–1973), Automobilrennfahrer Howard Georgi (* 1947), Physiker Michael Reaves (1950–2023), Roman- und Drehbuchautor Michael R. Clifford (1952–2021), Astronaut Rick Berry (* 1953), Künstler und Illustrator Poison Ivy (* 1953), Musikerin Sandy Collins (* 1958), Tennisspielerin Kevin Kiner (* 1958), Komponist Anna Escobedo Cabral (* 1959), Treasurer of the United States und Unit Chief der Interamerikanischen Entwicklungsbank Derek Parra (* 1970), Eisschnellläufer Bryon Russell (* 1970), Basketballspieler Kaari Upson (1970–2021), Künstlerin Lisa Marie Varon (* 1971), Profi-Wrestlerin, besser bekannt als WWE-Diva Victoria Jeremy Stevenson (* 1974), Eishockeyspieler Poom Jensen (1983–2004), Enkel des thailändischen Königs Bhumibol Adulyadej Jack Cullison (* 1985), Schauspieler Brenden Jefferson (* 1986), Film- und Fernsehschauspieler Aaron Gwin (* 1987), Mountainbiker Ray Dalton (* 1990), Sänger Bjonee Reaves (* 1990), Basketballspielerin Layshia Clarendon (* 1991), Basketballspielerin LaKeith Stanfield (* 1991), Filmschauspieler und Rapper Travis T. Flory (* 1992), Schauspieler Jazmine Reeves (* 1992), Fußballspielerin Damontae Kazee (* 1993), American-Football-Spieler Kylie Fitts (* 1994), American-Football-Spieler Alexander Mattison (* 1998), American-Football-Spieler Jayden Daniels (* 2000), American-Football-Spieler Lil Loaded (2000–2021), Rapper Ruth De Jong (* 20. Jahrhundert), Szenenbildnerin
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:County Seat in Kalifornien
Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in den Vereinigten Staaten Kategorie:Gemeindegründung 1854 Kategorie:Bernhardin von Siena als Namensgeber