Die Quecken (Elymus), manche Arten werden auch Haargerste genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die je nach Autor 40 bis 235 Arten sind in den gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitet.

Beschreibung mini|links|Illustration der Kriech-Quecke (Elymus repens) mini|Kriech-Quecke (Elymus repens): Ein einzelnes Ährchen: am Grund des Ährchens befinden sich zwei Hüllspelzen (Glu, Gluma), darüber sitzen auf der Ährchenachse mehrere Blüten, die jeweils in eine Deckspelze (Lem, Lemma) und eine Vorspelze (Pal, Palea) gehüllt sind. Die Hüllspelzen sind scharf zugespitzt bzw. mit einer kurzen Granne versehen. mini|Illustration aus Flora Batava, Volume 19 der Dünen-Quecke (Elymus athericus)

Vegetative Merkmale Bei Elymus-Arten handelt es sich um ausdauernde krautige Pflanzen. Nur einige Arten bilden lange unterirdische Rhizome, die an jedem Knoten neu wurzeln können, so dass auch kleine Teilstücke neue Pflanzenexemplare hervorbringen können. Die meisten Arten bilden Horste. Die Halme sind meist aufrecht und 20 bis 200 Zentimeter hoch. Das Blatthäutchen (Ligula) ist ein 0,1 bis 2 Millimeter langer kragenförmiger häutiger Saum.

Generative Merkmale Elymus-Arten sind Ährengräser. Die Ährchen sind zweizeilig in schlanken ährigen Blütenständen angeordnet, wobei sie ihre Breitseite der Ährenachse zuwenden; sie stehen steif aufrecht und sind an die Ährenachse angedrückt. Die Ähren sind 4 bis 35 Zentimeter lang, aufrecht oder etwas übergebogen. Die Ährchen sind ungestielt oder bis 1,5 Millimeter lang gestielt. Die Ährchen enthalten drei bis elf Blütchen und sind (ohne die Grannen) 10 bis 30 Millimeter lang und seitlich abgeflacht. Alle Blütchen sind zwittrig. Die Hüllspelzen sind meist drei- bis neun-, selten bis zu elfnervig mit hervortretenden Rippen, gekielt oder nicht gekielt und manche laufen in eine bis 8 Millimeter lange Granne aus. Die Deckspelzen sind meist fünf-, selten bis zu neunnervig, mit gerundetem oder spitzen oberen Ende oder in eine lange Granne auslaufend. Die Vorspelzen sind meist etwas kürzer als die Deckspelzen. Es sind drei Staubblätter vorhanden.

Etymologie Die Bezeichnung Quecke lässt sich auf das mittelfränkische quecka zurückverfolgen, womit eine lebenskräftige Pflanze bezeichnet wurde. Diese wiederum stammt wohl vom althochdeutschen Wort quec für „kräftig“, „lebendig“. Diese Wortherkunft deutet den starken Ausbreitungsdrang und die schwierige Bekämpfung einiger Arten an.

Systematik und Verbreitung Taxonomie Die Gattung Elymus wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Seite 83 aufgestellt. Synonyme für Elymus sind je nach Autor: Sitospelos nom. superfl., Terrellia nom. superfl., Asperella , Hystrix , Elytrigia , Gymnostichum , Sitanion , Polyantherix , Braconotia , Cryptopyrum nom. inval., Roegneria , Crithopyrum , Elytrigium , Goulardia , Clinelymus , Campeiostachys , Semeiostachys , Lophopyrum , Pascopyrum , Pseudoroegneria , Psammopyrum , Connorochloa , ×Elymotrigia , ×Elysitanion , ×Terrelymus , ×Pseudelymus .

Äußere Systematik Die Gattung Elymus gehört zur Tribus Triticeae in der Unterfamilie Pooideae innerhalb der Familie Poaceae. Der Umfang der Gattung Elymus und der verwandten Gattungen wird kontrovers diskutiert. Die Gattung Elymus enthält je nach Auffassung 40 bis 235 Arten. Manchmal teilt man diese Arten je nach der Existenz von Rhizomen in zwei Gattungen, den Hundsquecken (Roegneria ) mit der überwiegenden Anzahl von Arten ohne Rhizome, und Echte Quecken (Elytrigia ; Syn.: Thinopyrum ) auf. Einige Autoren teilen diese Arten auf noch mehr Gattungen auf.

mini|Elymus albicans mini|Kanada-Quecke (Elymus canadensis) mini|Hunds-Quecke (Elymus caninus) mini|Elymus elymoides mini|Elymus elymoides mini|Blütenstände von Elymus glaucus mini|Elymus hoffmannii mini|Elymus hystrix mini|Elymus magellanicus mini|Elymus multisetus mini|Kriech-Quecke (Elymus repens) mini|Elymus violaceus mini|Virginische Quecke (Elymus virginicus) mini|Elymus wawawaiensis

Arten und ihre Verbreitung Elymus-Arten gedeihen in allen gemäßigten bis subtropischen Gebieten der Nordhalbkugel, außerdem kommen sie in Zentralamerika sowie im südlichen Südamerika vor. In Mitteleuropa kommen beispielsweise folgende Arten und Unterarten vor: Dünen-Quecke auch Dichtährige Quecke oder (wie eine andere Grasart einer anderen Gattung) Strand-Quecke genannt (Elymus athericus), Hunds-Quecke (Elymus caninus), Binsen-Quecke auch Strand-Quecke oder Strandweizen genannt (Elymus farctus), Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke genannt (Elymus repens subsp. repens).

Die Gattung Elymus enthält je nach Autor 40 bis 235 Arten:

Elymus abolinii : Die Varietät ist von Zentralasien (Xinjiang, Kasachstan, Kirgisistan, Turkmenistan, Usbekistan) bis Russland und bis zur Mongolei verbreitet. Elymus aenaeanus (Syn.: Elytrigia aenaeana ): Sie kommt nur in Bayern und Österreich vor. Elymus afghanicus : Sie kommt im Iran vor. Elymus africanus : Sie kommt in Äthiopien vor. Elymus alaskanus : Sie kommt im nördlichen Nordamerika von Alaska bis Manitoba vor. Elymus albicans : Siue kommt in Kanada und in den USA vor. Elymus alienus : Sie gedeiht in feuchten Tälern und an Straßenrändern in Höhenlagen von etwa 1100 Metern in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Hebei, Henan sowie Shanxi. Elymus alpinus : Dieser Endemit gedeiht auf Wiesen in Höhenlagen von etwa 3200 Metern nur in Kreisen Gonghe sowie Ulan in Qinghai. Elymus altissimus : Sie gedeiht auf Wiesen in Höhenlagen von 1700 bis 3400 Metern in den chinesischen Provinzen Qinghai, Sichuan, Xinjiang sowie Yunnan. Elymus amgensis : Sie wurde 2008 aus Sibirien erstbeschrieben. Elymus angsaiensis : Sie wurde 2008 aus Qinghai erstbeschrieben. Elymus angulatus : Sie kommt von Peru bis ins südliche Südamerika vor. Elymus angustispiculatus : Dieser Endemit gedeiht an Berghängen in Höhenlagen von etwa 2500 Metern nur in Xunhua in Qinghai. Elymus anthosachnoides : Sie gedeiht an Berghängen in Höhenlagen von 2700 bis 4000 Metern in Tibet und in den chinesischen Provinzen Qinghai, Sichuan sowie Yunnan. Elymus antiquus (Syn.: Elymus parviglumis ): Sie kommt in Nepal, Tibet und in den chinesischen Provinzen Qinghai, Sichuan sowie Yunnan vor. Elymus arcuatus : Sie ist in Zentralasien verbreitet. Elymus aristiglumis : Die drei Varietäten gedeihen an Berghängen und Ufern von Fließgewässern in Höhenlagen von 1500 bis 5200 Metern in Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan sowie Xinjiang. Elymus arizonicus : Sie kommt in von Kalifornien bis Texas und in Guatemala vor. Dünen-Quecke auch Dichtährige Quecke oder (wie eine andere Grasart einer anderen Gattung) Strand-Quecke genannt (Elymus athericus , Syn.: Elymus pycnanthus var. setigerus , Elytrigia atherica ): In Mitteleuropa auf trockenwarmen Standorten im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet, in Baden, im Elsass, in der Südschweiz, im Vinschgau und an der Nord- und Ostseeküste, sonst an den Küsten Eurasiens bis Afghanistan. Elymus atratus : Sie gedeiht in Steppen in Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan sowie Xinjiang. Elymus bakeri : Sie kommt von Colorado bis ins nördliche New Mexico vor. Elymus barbicallus : Die drei Varietäten gedeihen an Waldrändern, Berghängen, in Tälern und an Ufern von Fließgewässern in Höhenlagen von 1300 bis 1700 Metern in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Hebei, Ningxia, Qinghai sowie Shanxi. Elymus barystachyus : Sie gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von 2700 bis 3200 Metern in Tibet und in den chinesischen Provinzen Qinghai sowie Sichuan. Elymus borianus : Sie gedeiht in Höhenlagen von 1800 bis 3000 Metern nur in Pakistan. Elymus ×brachyphyllus = Elymus longearistatus × Elymus panormitanus: Sie kommt im Iran vor. Elymus brevipes : Sie gedeiht an offenen felsigen Bergen in Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan, Xinjiang und vielleicht in Yunnan. Elymus burchan-buddae : Sie kommt im nördlichen Indien, in der Inneren Mongolei, in Tibet, in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan, Xinjiang sowie Yunnan und vielleicht in Nepal vor. Elymus buschianus : Sie kommt im Kaukasusraum vor. Elymus cacuminus : Sie kommt in Sikkim, Nepal, Tibet und in Sichuan vor. Elymus caesifolius : Sie gedeiht an Berghängen in Tibet. Elymus caianus : Dieser Endemit gedeiht nur an Ufern von Fließgewässern in Höhenlagen von etwa 4000 Metern nur in Gongbo'gyamda in Tibet. Elymus calcicola : Sie gedeiht an steilen Hängen an Fließgewässern, auf feuchten und kalkhaltigen Böden in Höhenlagen von 1600 bis 2000 Metern in den chinesischen Provinzen Guizhou, Sichuan sowie Yunnan. Elymus calderi : Sie ist in Alaska bis ins westliche Kanada verbreitet. Kanada-Quecke (Elymus canadensis ): Sie ist in Kanada, Alaska und anderen Staaten der USA weitverbreitet. Hunds-Quecke (Elymus caninus , Syn.: Elymus donianus , Elymus pauciflorus , Elymus helveticus , Elymus longispicatus , Elymus trachycaulus subsp. donianus , Elymus caninus subsp. donianus , Elymus caninus var. behmii , Elymus caninus var. donianus , Elymus caninus subsp. biflorus , Elymus caninus var. muticus ): Sie kommt in Gebüschen oder an Waldrändern in Eurasien vor und ist in Nordamerika sowie Neuseeland ein Neophyt. Elymus caucasicus : Sie kommt im Kaukasusraum bis zum Iran vor. Elymus cheniae : Dieser Endemit gedeiht in Dickichten in Höhenlagen von 2300 bis 2600 Metern nur in Xinyuan sowie Zhaosu in Xinjiang. Elymus churchii : Sie kommt in den östlichen-zentralen USA vor. Elymus ciliaris : Sie kommt von Assam bis zum gemäßigten Ostasien und Russlands Fernem Osten vor. Elymus clivorum : Dieser Endemit kommt nur in der östlichen Türkei vor. Elymus colorans : Dieser Endemit kommt nur im östlichen Afghanistan vor. Elymus confusus : Von Sibirien bis zum nordwestlichen China und zu Russlands Fernem Osten. Elymus cordilleranus : Sie kommt in Costa Rica und von Venezuela bis zum westlichen Südamerika vor. Elymus coreanus : Sie kommt vom südlichen Teil Russlands Fernen Osten bis Korea vor. Elymus curtiaristatus : Dieser Endemit gedeiht an Berghängen in Höhenlagen von etwa 3400 Metern nur in Qamdo in Tibet. Elymus curvatiformis : Sie kommt von Zentralasien bis Pakistan vor. Elymus ×czilikensis = Elymus dahuricus × Elymus uralensis: Sie kommt in Zentralasien vor. Elymus czimganicus : Sie kommt von Zentralasien bis zum westlichen Himalaja vor. Elymus dahuricus (Syn.: Elymus beijingensis , Elymus cylindricus nom. illeg., Elymus excelsus , Elymus franchetii , Elymus franchetii subsp. pacificus , Elymus molliusculus , Elymus osensis , Elymus purpuraristus , Elymus submuticus nom. nud., Elymus tangutorum , Elymus villifer , Elymus villosulus , Elymus woroschilowii , Elymus xiningensis , Elymus dahuricus var. brevisetus , Elymus dahuricus var. cylindricus , Elymus dahuricus var. cziticus , Elymus dahuricus var. excelsiformis , Elymus dahuricus var. excelsus , Elymus dahuricus var. micranthus , Elymus dahuricus var. villosulus , Elymus dahuricus var. violeus , Elymus dahuricus var. xiningensis , Elymus dahuricus subsp. cylindricus , Elymus dahuricus subsp. excelsus , Elymus dahuricus subsp. micranthus , Elymus dahuricus subsp. pacificus , Elymus dahuricus subsp. villosulus ): Sie gedeiht in den gemäßigten Gebieten Asiens von Südwestasien über Zentralasien (Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisistan, Russland) bis zum Himalaja (Indien, Bhutan, Nepal) bis Tibet und China, Mongolei, Korea und Japan. Elymus debilis : Sie gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von 2300 bis 3400 Metern nur in Sunan in Gansu und Tongde in Qinghai. Elymus dentatus : Sie kommt vom Altai bis Zentralasien und zum westlichen Himalaja vor. Elymus diversiglumis : Sie kommt in Kanada und in den USA vor. Elymus dolichatherus : Sie gedeiht in Wäldern und an Berghängen in Höhenlagen von 2300 bis 3700 Metern in den chinesischen Provinzen Ningxia, Qinghai, Sichuan sowie Yunnan.