Baar (Schwaben) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg sowie Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Pöttmes. Durch die Gemeinde fließt die Kleine Paar.

Geographie Einen gleichnamigen Ort gibt es nicht. Das Schloss Unterbaar wurde jedoch auch als Schloss Baar bezeichnet.

Nachbargemeinden Münster (Lech), Landkreis Donau-Ries Holzheim, Landkreis Donau-Ries Pöttmes, Landkreis Aichach-Friedberg Thierhaupten, Landkreis Augsburg

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus sieben Gemeindeteilen auf drei Gemarkungen: Gemarkung Gemeindeteil OrtstypUnterbaarDürnbergunbewohntHeimpersdorfHeimpersdorf PfarrdorfHeimpersdorfLechlingszell WeilerOberbaarOberbaarPfarrdorfHeimpersdorfOberperlmühleEinödeUnterbaarUnterbaarverbunden mit OberbaarHeimpersdorfUnterperlmühleEinöde

Auf dem Gemeindegebiet, an der Straße nach Thierhaupten, liegt die kleine Wallfahrtskapelle Maria im Elend.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 2008 1218 2009 1210 2010 1187 2011 1184 2012 1179 2013 1179 2014 1185 2015 1220 2016 1185 2017 1212 2018 1232 2019 1240 2020 1274 2021 1300 2022 1297 2023 1319 2024 1282 Nach Angaben der Gemeinde wohnten im Kernort Baar am 31. Dezember 2024 1260 Menschen (2018: 1145; 2019: 1152; 2020: 1181; 2022: 1206; 2023: 1225).

Geschichte Erstmals erwähnt wurde Unterbaar Anfang des 13. Jahrhunderts als Unterparte bzw. Inferior Parra. Der Name lässt sich auf die Kleine Paar zurückführen, die durch Unterbaar läuft. Aus Parra wurde Barre und später Baar.

Früh schon (Anfang des 13. Jahrhunderts) wird Baar als Vogtei Barre, ein Bestandteil des Königsgutes und Amtes Neuburg an der Donau, erwähnt. Die Vogteiinhaber waren die Herren von Pappenheim, die Herren von Graisbach und schließlich die Herren von Gumppenberg. Als die Wittelsbacher alle Besitztümer der Pappenheimer in und um Neuburg 1240 eroberten, fiel auch die Vogtei Baar in ihre Hände. Weitere Besitztümer hatten das Kloster Thierhaupten, das Kloster Monheim und das Haus des Deutschen Ordens in Aichach inne.

Ende des 14. Jahrhunderts entstand in Unterbaar die Adelsherrschaft (Hofmark) der Holzheimer, eines Adelsgeschlechts aus dem nördlichen Nachbarort Holzheim, das dann um 1450 im Mannesstamm ausstarb. Im Folgenden gehörte die Hofmark bzw. das Schloss Unterbaar folgenden Geschlechtern: Den Riederern von Paar (1450–1564), den Muggenthalern (1564–1652), den Höhenkirchern (1652–1712), den Schenk von Castell (1712–1775), den Lafabrique (1775–1864) und den Heiligenstein (1864–1870).

Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstanden die Gemeinden Unter- und Oberbaar. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 diese Gemeinden zur neuen Gemeinde Baar (Schwaben) zusammengeschlossen. Auch die neue Gemeinde gehörte zum Landkreis Neuburg an der Donau und wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform dem Landkreis Augsburg-West (am 1. Mai 1973 Namensänderung in Landkreis Augsburg) zugeschlagen. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde nach Thierhaupten eingemeindet.

15 Jahre wurde ein zum Teil erbitterter Kampf um die Wiedererlangung der Selbständigkeit der Gemeinde Baar geführt. Der Kampf der Gemeindebewohner führte am 1. Januar 1994 zur Wiedererlangung der gemeindlichen Selbständigkeit.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1994 Heimpersdorf wechselte am selben Tag von Thierhaupten zur neuen Gemeinde. Seitdem gehört Baar zur Verwaltungsgemeinschaft Pöttmes im Landkreis Aichach-Friedberg.

Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister war seit 1994 (Wiedererlangung der Selbstständigkeit) bis 30. April 2020 Leonhard Kandler (Wählergemeinschaft Baar). Zu seinem Nachfolger wurde unter drei Bewerbern am 15. März 2020 Roman Pekis (Wählergemeinschaft Baar) mit 63,1 % gewählt. Am 8. März 2026 wurde er mit 68,4 % für weitere sechs Jahre gewählt.

Gemeinderat Dem Gemeinderat gehören außer dem Bürgermeister zwölf Gemeinderäte an. In der Amtszeit 2014 bis 2020 waren alle zwölf Räte über die Gemeinschaftsliste aus SPD/Unabhängige Liste (ULB) und Wählergemeinschaft (WGB) gewählt.

Sowohl in der Amtszeit 2020 bis 2026 (Wahl vom 15. März 2020) wie bei der Wahl am 8. März 2026 ergab sich folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wirtschaft Traditionsreichster Betrieb ist die Schlossbrauerei Unterbaar (seit 1608). Größere Arbeitgeber sind außerdem die Bärbel Drexel GmbH und Maschinenbau Angerer e. K.

Wappen

Sehenswürdigkeiten und Baudenkmäler miniatur|Kapelle Maria im Elend westlich von Baar

Kirchen und Kapellen

Katholische Pfarrkirche St. Lorenz in Oberbaar Katholische Filialkirche St. Margareta, ehemalige Schlosskirche in Unterbaar Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Heimpersdorf Kapelle Zur Schmerzhaften Muttergottes in Lechlingszell Kapelle Maria im Elend: hier finden seit dem 18. Jahrhundert regelmäßig Wallfahrten statt.

Sonstige Baudenkmäler

Schloss Unterbaar

Schulhaus in OberbaarSchulhaus wird heuer 100 Jahre alt – (Aichacher Nachrichten vom 18. Juni 2013)

Literatur

Joseph Balle und Josef Heider: Königsgut Barre und Hofmark Baar in Neuburger Kollektaneenblatt Band 114, 1961, Seiten 3–146

Weblinks

Homepage

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeinde in Bayern Kategorie:Gemeindegründung 1994