mini|300x300px|Fahnen der drei Großvereine Istanbuls Fußball ist die beliebteste Sportart in der Türkei. Der türkische Fußballbund TFF wurde im Jahre 1923 gegründet und seit 1959 werden die professionellen Ligaspiele in der Süper Lig ausgetragen. Die türkische A-Nationalmannschaft feierte ihren größten Erfolg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002, als sie den 3. Platz erreichte. Den ersten internationalen und europäischen Titel einer türkischen Mannschaft feierte Fenerbahçe mit dem Triumph des Balkanpokals und den ersten UEFA-Wettbewerb-Titel gewannen die U18-Junioren der türkischen Nationalmannschaft mit dem Gewinn der U18-Europameisterschaft 1992. Die meisten Erfolge einer türkischen Vereinsmannschaft feierte Galatasaray im Jahre 2000 mit Gewinn des UEFA-Pokals und des UEFA-Super-Cups.

Geschichte Die ersten Entwicklungen Der heutzutage im Alltag die Aufmerksamkeit großer Bevölkerungsgruppen auf sich ziehende Fußball wurde in der türkischen Geschichte unter den im mittelasiatischen Raum lebenden Turkvölkern als Tepük (alttürkisch für: Tritt bzw. Fußtritt) sehr bekannt und war ein beliebtes Spiel. Tepük als Spiel fand als erstes seinen Platz in der türkischen Geschichte.hurriyet.com.tr: "Bin yıldır ’tepük’lüyoruz" (abgerufen am 11. Oktober 2013)radikal.com.tr: "Futbol kulübü değil tepük ocağı!" (abgerufen am 11. Oktober 2013) (abgerufen am 11. Oktober 2013) Den Höhepunkt erreichte Tepük, als es an die in den europäischen Staaten geltenden Regeln angepasst wurde und seitdem unter dem modernen Namen Futbol gespielt wird.

Im Gegensatz zu Tepük erlangte das moderne Fußballspiel in der Türkei unter den Türken einen genau umgekehrten Einzug in die türkische Geschichte. Kurz vor Ende des damaligen Osmanischen Reiches war der Sultan strikt dagegen, dass Jugendliche oder Erwachsene sich trafen und an vereinsähnlichen Aktivitäten teilnahmen. Das war nur den damals in der Türkei lebenden Ausländern erlaubt, sehr zum Leidwesen der türkischen Fußballfans. Deshalb waren die ersten Fußballspieler Ausländer oder Muslime anderer Länder. Sie gründeten auch die ersten Fußballclubs in der Türkei.

Die 1890 in Izmir lebenden und mit Wirtschaft beschäftigten englischen Familien Giraud Whittal und Charnaud hatten in ihrer Freizeit Fußball gespielt und waren die Vorreiter des türkischen Fußballs. Gleich darauf wurde um 1895 von den in Istanbul lebenden Fußballbegeisterten Engländern unter der Schirmherrschaft des englischen Anwalts Henry Pears und James Lafontaine die erste Fußballmannschaft unter dem Namen F.C.WIEN gegründet.

Trotz der Verbote gründeten der damalige Matrosenlehrling Fuat Hüsnü (Kayacan) und der damals im Außenministerium tätige Reşat Bey (Dalyan) 1899 den Fußballclub der Black Stocking (Schwarze Socken) und 1901 den ersten türkischen Fußballclub, dessen Mannschaft erstmals aus Türken bestand und Kadiköy Futbol Club hieß. Die Spieler hießen Fuat Hüsnü, Reşat, Kemani, Fahri, Nurettin, Hafiz Mehmet, F. Mustafa, Emcet, Tamburinspieler Osman Pehlivan und Sevki.

Black Stocking verlor sein erstes Spiel gegen die byzantinische Mannschaft Kadiköy Rum (griechisch) mit 1:5. Erst als das Spiel zu Ende war, bemerkten die Palastwächter, dass die Mannschaft von Black Stocking Türken waren. Da es ihnen verboten war, Fußball zu spielen, wurden sie festgenommen und anschließend verbannt. Die Mannschaft existierte damit nicht mehr. Nur Fuat Hüsnü gelang es zu entkommen, er spielte später unter dem Decknamen Bobby in der englischen Fußballmannschaft Kadiköy F.C unbemerkt weiter.

1902 wurde unter der Schirmherrschaft von Mr. James Lafontaine und Mr. Horace Armitage die erste offizielle Mannschaft in der Türkei in Kadiköy von Engländern und Griechen gegründet und hieß Cadikoey Football Club (Kadiköy Futbol Club). Bald darauf wurde von den Engländern die Moda F.C. und von den Griechen die Elpis F.C., und Imogene F.C. die den Namen der englischen Botschaftsyacht trug, gegründet. Somit existierten im Jahre 1904 in Istanbul vier Fußballmannschaften. Im gleichen Jahr fanden in Izmir die ersten Ligaspiele statt. In Istanbul gründeten die vier Fußballclubs mit James Lafontaine als Präsidenten die Istanbul Futbol Liga und vereinbarten immer Sonntags zu spielen. Deshalb wurde sie auch Sonntags-Liga genannt. Aus diesem Anlass hat Mr. Henry Pears einen wertvollen Silber-Pokal aus England einführen lassen, um den Pokal nach 10 Jahren an den Ligabesten zu geben. Die Ligaspiele wurden auf dem Platz des heutigen Fenerbahçe-Stadions, der damals Papazın Çayırı (dt.: Priester-Wiese) hieß, gespielt.

Die ersten Ligaspiele Die ersten Zuschauer der Sonntags-Ligaspiele waren zum größten Teil Engländer und Griechen. Nur wenige Türken befanden sich unter ihnen. Mit der Zeit wurde das Fußballspiel vom Gesetz her und von Sultan Abdülhamid II. jedoch lockerer gesehen. Dadurch ermutigt wurden neue türkische Fußballclubs in İzmir und İstanbul gegründet.

Von den Schülern des Galatasaray Sultans Kolleg wurde 1905 eine Mannschaft ohne Clubnamen gegründet. Zu den Spielern gehörten Ali Sami (Yen), Asım Tevfik (Sonumut), Emin Bülent (Serdaroğlu), Bekir (Sitki), Nikolof (Kaptan), Tahsin Nahit und Abidin Daver. Da es sich um Schüler des Galatasaray-Gymnasiums handelte, tauften die Zuschauer die Mannschaft in Galatasaray Istanbul.

Nach der Gründung von Galatasaray Istanbul wurde in Kadıköy vom Saint Joseph Kolleg der Türkischlehrer Ender, Hintli Asaf (der Inder), Nurizade Ziya, Galip, Nasuhi, Şevkati, Elkatipzade Mustafa und sein Bruder Haldun, Hakkı Saffet, Ayetullah, Hasan und Hüseyin Bey ein neuer Fußballclub gegründet. So entstand 1907 der Fenerbahçe Istanbul.

Etwa ein Jahr später wurden mit der Bekanntgabe der 2. Konstitutionellen Regierungsperiode Vefa Istanbul und Beykozspor gegründet, womit sich der türkische Fußball seine Existenz sicherte. Der 1903 gegründete Beşiktaş Gymnastik Club nahm im Jahre 1915 den Beşiktaş Istanbul in seine Aktivitäten auf und hatte damit einen neuen Fußballclub geschaffen. 1912 wurde durch den Fenerbahçe, Türk İdman Ocaği und andere Organisationen die Freitagsliga gegründet. Wegen des Balkankrieges konnte sie ihren Betrieb erst 1915 aufnehmen. Die Gründung der Freitagsliga zog das Interesse der Sonntagsligisten auf sich. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges löste sich die Sonntagsliga auf, worauf sich die türkischen Fußballclubs in Gruppen teilten und die İstanbul Fußballvereinigungsliga und die İstanbul Champions-Liga gegründeten. 1915/1916 wurden diese beiden Ligen vereint und in der Freitagsliga neu organisiert. 1918 wurden von dem aus Beşiktaş stammenden Şeref Bey die Freitagsliga und die Türk İdman Birliği Liga vereint.

In der Entwicklungsphase des türkischen Fußballs wurde sehr hart gespielt, da die Regeln nicht genug bekannt waren. So wurden beispielsweise sehr hohe Bälle geschlagen, ein Gruppenangriff auf den Torwart gestartet und gegnerische Spieler durch offensichtliches Beinstellen zu Fall gebracht; dies galt als Erfolg. Die Schiedsrichter kannten in dieser Zeit die Regeln kaum. Die Spiele fanden meistens ohne Seitenschiedsrichter statt oder es wurde einem Fußballfan ein weißes Tuch in die Hand gedrückt, der dann die Aufgaben des Seitenschiedsrichters übernahm. Sowohl die Fußballplätze als auch die Spielgeräte entsprachen in keiner Weise den Regeln. Mit der Zeit aber wurde das technische Spielverständnis immer wichtiger. Die türkische Nationalmannschaft hatte in dieser Zeit ihre erste ausländische Begegnung und spielte gegen die Nationalelf der Rumänen 2:2 unentschieden.

Etwas später spielte die rumänische Nationalelf gegen Galatasaray Istanbul und verlor 4:7. Im Jahre 1921 hatten die Istanbuler Auswahlmannschaften gegen mehrere mitteleuropäische Fußballclubs gespielt und dabei fiel deutlich auf, dass das Fußballspiel in der Türkei weit hinter dem europäischen Fußball zurücklag. Diese Amateurbegegnungen waren für den türkischen Fußball sehr lehrreich.

Gründung des Fußball-Verbandes und der Süper Lig mini|150px|Logo des Fußballverbandes

In der Gründungsphase der türkischen Republik wurden für den türkischen Fußball viele wichtige Entscheidungen getroffen. So wurde 1922 durch die Gründung der Liga „Türkiye İdman Cemiyeti İttifakı“ ein Wendepunkt erreicht und 1923 die „Türkiye Futbol Federasyonu“ (Fußballföderation der Türkei) gegründet. Sie wurde im gleichen Jahr als Mitglied in die FIFA aufgenommen. Somit errang der türkische Fußball im ganzen Land eine große Bekanntheit und wurde dabei immer wirtschaftlicher. Die beiden Istanbuler Amateurligen spielten bis 1952, danach fanden die Istanbul professionelle Ligaspiele statt.Türkcity.de: Die türkische Fußball-Geschichte Im Jahre 1959 wurde dann die erste türkische Profiliga, die Süper Lig, gegründet. Diese Liga wird seitdem landesweit mit 18 Mannschaften in der höchsten Spielklasse ausgespielt.

Manipulationsskandal in der Saison 2010/2011 In der Saison 2010/2011 gab es in der Türkei einen angeblichen Betrugsskandal im Profifußball. Im Laufe der Ermittlungen wurden auch gegen Vereinsfunktionäre zuerst Haftstrafen verhängt, insgesamt mussten sich 93 Angeklagte vor Gericht verantworten. Doch am 6. November 2020 wurden alle Angeklagten vom obersten Strafgericht im Falle der Spielmanipulations-Affäre in allen Belangen freigesprochen. In der damaligen Saison hatte sich Fenerbahçe den Titel am letzten Spieltag gegen Sivasspor gesichert. Diese Partie war den Ermittlungen zufolge manipuliert gewesen. Da der Verdacht der Spielmanipulation ausreichte, reagierte die UEFA, indem sie die beteiligten Clubs zeitweise von der Teilnahme am Europacup ausschloss.

Einflussnahme durch die Politik seit 2014 Während der Präsidentschaft von Recep Tayyip Erdoğan seit 2014 hat dieser den türkischen Fußball immer enger an die Regierung und an seine Partei AKP angebunden. Der Fußballverband ist eng mit der Regierung verbunden, und die Vereine gehören meist regierungsnahen Bauunternehmern, die sich von der Nähe zur Regierung Kontakte und Staatsaufträge versprechen.

Präsident Erdoğan ließ während seiner Amtszeit bisher 42 Fußballstadien bauen, in denen er sich auch gerne als Spieler und Torschütze inszeniert. Das staatliche türkische Fernsehen begleitet die Spiele der Nationalmannschaft mit kriegerisch-nationalistischer Rhetorik. Dabei achtet die Regierung darauf, dass der Fußball nicht zur Keimzelle einer Oppositionsbewegung wird: Den Fans sind in den Stadien politische Parolen verboten, was mit Gesichtserkennung überwacht wird.

Profifußball Süper Lig Die höchste türkische Spielklasse ist die Süper Lig, bei der üblicherweise 18 Mannschaften um die Meisterschaft spielen. Seit Gründung der Liga schafften es bislang nur sechs Vereine die Meisterschaft zu erobern: die drei Istanbuler-Topklubs Galatasaray Istanbul (25 Meistertitel), Fenerbahçe Istanbul (19 Meistertitel) und Beşiktaş Istanbul (16), Trabzonspor (6), das zwischen 1976 und 1984 ihre erfolgreichsten Jahre feiern konnte, sowie Bursaspor (1) und schließlich Istanbul Başakşehir im Jahr 2020.

Aufgrund ihrer langjährigen Überlegenheit in der türkischen Meisterschaft werden Galatasaray, Fenerbahçe und Beşiktaş auch als die „3 Großen“ bezeichnet. Ergänzt durch Trabzonspor, das in den letzten Jahrzehnten ebenfalls fast immer in der Ligaspitze mitspielte, spricht man von den „4 Großen“. Diese vier Vereine haben auch traditionell die größte Anhängerschaft aller türkischen Vereinsmannschaften.

Momentan liegt die Türkei auf Rang 10 der UEFA-Fünfjahreswertung. Dadurch qualifiziert sich der Meister direkt für die UEFA Champions League. Der Zweitplatzierte spielt in den Play-offs um den Einzug in die „Königsklasse“. Tabellendritter und -vierter qualifizieren sich für die Qualifikation UEFA Europa League. Der Pokalsieger erhält einen Platz in der Gruppenphase.

Mit 249 Toren ist Hakan Şükür Rekordtorschütze der Liga, die meisten Spiele (515) kann Umut Bulut vorweisen. Der Trainer, der am häufigsten den Meistertitel erringen konnte, ist Fatih Terim mit sieben Meisterschaften.

Ligen-System der TFF