Béthune () ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Département Pas-de-Calais in der Region Hauts-de-France. Sie gehört zum Arrondissement Béthune und zum Gemeindeverband Béthune-Bruay, Artois-Lys Romane.
Geographie Die Stadt Béthune liegt im Westen des Nordfranzösischen Kohlereviers, 85 Kilometer südsüdöstlich von Calais und 35 Kilometer nördlich von Arras. Die Stadt wird nördlich vom Canal d’Aire (deutsch 'La Bassée-Kanal') umgangen, der im Rahmen einer Kette von Kanälen, die für Schiffe mit einer Ladekapazität von bis zu 3000 Tonnen ausgebaut wurden, den Großschifffahrtsweg Dünkirchen-Schelde bildet. Die ursprüngliche Streckenführung des Kanals hat die Stadt durchquert und ist in der Peripherie noch erhalten. Der Fluss Lawe fließt Richtung Nordosten durch die Stadt.
Geschichte Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Festung 1710 erfolgreich von Marlborough und Prinz Eugen belagert. Während des Ersten Weltkriegs wurde Béthune nicht von der deutschen Armee besetzt. Im Oktober 1914 konnten die Alliierten die deutschen Truppen acht Kilometer vor Béthune stoppen. Während der Frühjahrsoffensive 1918 beschossen sie das Zentrum von Béthune mit zahlreichen Granaten und Brandgeschossen. Mehr als vier Tage lang stand die Stadt in Flammen. Die Artillerie machte den Grand’Place und seine Umgebung dem Erdboden gleich. Nur der im 14. Jahrhundert aus Sandstein erbaute Belfried blieb – als Ruine – stehen. Insgesamt wurde ein Viertel der Bauwerke komplett zerstört oder stark beschädigt, auch das Rathaus.
Später wurde das Zentrum in malerischem Stil (u. a. hohe Fassadengiebel mit Ornamentverzierungen aus dem Art déco und dem flämischen Stil) wiederaufgebaut.www.wegedererinnerung-nordfrankreich.com
Im Zweiten Weltkrieg stand Béthune vom Juni 1940 bis zum Herbst 1944 unter deutscher Besatzung.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016 2022 Einwohner 23.445 27.154 26.982 25.508 24.556 27.808 26.472 25.430 25.342 Quellen: Cassini und INSEE
Verkehr
Béthune liegt an der Bahnstrecke von Arras nach Dunkerque.
Der ÖPNV im Raum Béthune ist seit 2026 kostenlos nutzbar.
Sport Die „Bergarbeiter-Fußballer“ des 1902 gegründeten Stade Béthune haben insbesondere in den Jahrzehnten vor Einsetzen des wirtschaftlichen Strukturwandels in der Region (ab Anfang der 1960er) eine bedeutende Rolle im französischen Amateurfußball gespielt und wurden zweimal (1938 und 1949) Amateurmeister Frankreichs.
Sehenswürdigkeiten Rathaus (Hôtel de ville) Belfried Kirche Saint-Vaast Kapelle Saint-Pry ehemalige Stadtbefestigung Justizpalast, Monument historique Theater
Partnerstädte Schwerte (Deutschland), seit 1960 Hastings (Vereinigtes Königreich), seit 1966
Persönlichkeiten
Grafen, Markgrafen und Fürsten von Béthune (Adelsgeschlecht) Jocelyn Blanchard (* 1972), Fußballer Jean Buridan (1300–1358), Philosoph Antoine Busnois (1430–1492), Komponist und Dichter Colin Dagba (* 1998), Fußballspieler Aristide Delannoy (1874–1911), Zeichner Sabrina Delannoy (* 1986), Fußballspielerin Nicolas Fauvergue (* 1984), Fußballspieler Sébastien Huyghe (* 1969), Politiker Pierre de Manchicourt (um 1510–1564), flämischer Komponist Monique Morelli (1923–1993), Chansonsängerin Fabien Roussel (* 1969), Politiker Clotilde Valter (* 1962), Politikerin, Staatssekretärin
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks
Offizielle Webpräsenz der Gemeinde Béthune (französisch) Communauté d'Agglomération de lArtois (französisch) Abbildung der Stadt 1588 in Civitates orbis terrarum von Georg Braun
Kategorie:Ort in Hauts-de-France Kategorie:Unterpräfektur in Frankreich
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