Als Schulferien wird ein längerer Zeitraum bezeichnet, in dem an einer Schule kein Unterricht stattfindet. Diese Ferien (von lat. feriae „Festtage“) sollen von den Schülern heutzutage vor allem zur Erholung und Entspannung genutzt werden. Die Ferienzeiträume sind über das Schuljahr verteilt. Die Schulferien sind zumeist benannt nach Jahreszeiten oder saisonalen Ereignissen.

Sicht der Lehrkräfte Für Lehrer gelten die Schulferien nicht als Urlaub, sondern als unterrichtsfreie Zeit, in der Fortbildungen, Tagungen und Konferenzen stattfinden sollen. Zudem werden oft große Teile der Ferien für die Vorbereitung des Unterrichts für die danach folgende Zeit aufgewendet. Lehrern steht wie allen anderen Arbeitnehmern und Beamten ein Erholungsurlaub zu, der jedoch in den Schulferien genommen werden muss.

Geschichte Im Alten Rom gab es Schulferien (Feriae scholarum) während der Saturnalien und Quinquatren, darüber hinaus anlässlich von öffentlichen Festlichkeiten. Zusätzlich galten an ländlichen Schulen vier Monate von den Iden des Iunius bis zu den Iden des October als Ferien.

Deutschland Regelmäßige Ferien wurden in Deutschland erst im 16. Jahrhundert eingeführt.

Ein wesentlicher Grund für die Einführung und Festlegung der Ferien in der vorindustriellen Zeit, in der der überwiegende Teil der Bevölkerung auf dem Land lebte, war, dass die Kinder den Eltern bei der Feldbestellung und Ernte helfen mussten, insbesondere in den meist kleinbäuerlichen Betrieben und der Nebenerwerbslandwirtschaft. Man nannte die jeweiligen Kurzferien auch: Pfingstferien, Heuferien, Getreideferien, Grummetferien, Kartoffelferien und Weihnachtsferien. Die Kinder waren als Helfer unentbehrlich.Horst W. Müller: Von der Kirchspielschule zur MPS, Ein Beitrag zur Schulgeschichte im ehemaligen Kirchspiel Hartenrod, heute Bad Endbach, (400 Jahre Schulgeschichte in Hessen) In: Hinterländer Geschichtsblätter, 97. Jhg., Nr. 2, Juli 2018, Biedenkopf

Die Schulferien waren ursprünglich mit den kirchlichen Feiertagen identisch. Dazu kamen noch einzelne Tage oder Wochen, zu denen das öffentliche Leben in den Städten ohnehin unterbrochen war (Jahrmärkte, Messen usw.), sowie die heiße Jahreszeit (Hundstagsferien, sogenannte feriae caniculares). Hierbei waren jedoch meistens nur die Nachmittage oder einzelne Wochentage (Montag und Donnerstag) schulfrei. Erst im Zuge der Aufhebung vieler kirchlicher Festtage (in den reformierten Landesteilen), dem Aufkommen von Urlaubsreisen, sowie aus Rücksicht auf die Gesundheit der Schüler begann man, die Schulferien auszuweiten und in gewissen Jahreszeiten zusammenzulegen.

Anfang des 19. Jahrhunderts waren z. B. in der Provinz Brandenburg in den Stadtschulen die Schulferien wie folgt geregelt: Weihnachten: 24. Dezember bis 1. Januar Ostern: Gründonnerstag bis Sonntag, der auf Ostermontag folgt Pfingsten: Pfingstsamstag bis Sonntag, der auf den Pfingstmontag folgt Erntezeit: zwei Wochen Michaelis: eine Woche anlässlich von Märkten (nur, sofern an einer Schule bereits zuvor Marktferien üblich waren): jeweils ein Kramermarkt-Tag

Dies sind insgesamt etwas mehr als sechs Wochen im Jahr. Damit die Schüler bei der Heuernte, Getreide- und Kartoffelernte mithelfen konnten, bestand an Landschulen eine abweichende Regelung: Neben den zuvor unter 1. bis 3. genannten Terminen gab es zusätzlich maximal sechs (je nach Ernteaufkommen auch weniger) Wochen Sommerferien, also insgesamt maximal neun Wochen Ferien pro Jahr.

Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein Die Regelungen bezüglich der Schulferien in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in Liechtenstein sind relativ ähnlich. Die in diesen Ländern üblichen Schulferien sind, im Gegensatz zur Situation in anderen Ländern, nahezu identisch. Ebenso sind die Gremien zur Regelung der Schulferien vergleichbar.

Festlegung der Termine und ihrer Dauer Die Zuständigkeit für die Festlegung der Ferientermine und damit auch die Ferientermine selbst variieren von Staat zu Staat. Für die aktuellen Ferientermine sei darum auf die in den Weblinks aufgeführten Veröffentlichungen der offiziellen Stellen verwiesen.

In Deutschland umfassen die Schulferien aufgrund des „Hamburger Abkommens“ vom 28. Oktober 1964 insgesamt 75 Werktage bei einer 6-Tage-Woche und 63 Werktage bei einer 5-Tage-Woche. Die Ferienzeiten selbst legen die einzelnen Bundesländer entweder dauerhaft fest oder variieren sie in Absprache mit anderen Ländern aus verkehrs- und urlaubstechnischen Gründen von Jahr zu Jahr. Koordiniert werden die Ferientermine durch die Kultusministerkonferenz. In den Gemeinden Hirschhorn und Neckarsteinach im Süden von Hessen gelten aufgrund des Verlaufs der Landesgrenze die baden-württembergischen Ferientermine. Auf den deutschen Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland und den Halligen sowie auf allen ostfriesischen Inseln gelten Sonderregelungen. Auf der Insel Borkum zum Beispiel sind die Sommerferien auf 4 Wochen verkürzt, als Ausgleich sind die Herbstferien auf 4 Wochen verlängert; durch diese Regelung sollen Eltern, die im Tourismus (Hotels, Gaststätten) tätig sind, gerade in der Hochsaison entlastet werden.Informationen zur Sonderregelung

In Österreich werden die Ferientermine vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung festgelegt.

In der Schweiz werden die Ferientermine von der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren festgelegt.

In Liechtenstein werden die Ferientermine in dem vom Liechtensteiner Schulamt herausgegebenen amtlichen Ferienkalender festgelegt. Er orientiert sich dabei an den Schweizer Ferienterminen.

Arten der Schulferien In Deutschland, Österreich und der Schweiz variieren wichtige Ferientermine je nach Bundesland (Deutschland), Bundesland (Österreich) bzw. Kanton, um den Reiseverkehr zu entzerren. Dabei kann es in der Schweiz auch innerhalb einzelner Kantone unterschiedliche Ferienzeiten geben, während in Österreich meist mehrere Bundesländer die weitgehend gleichen Ferienzeiten haben, so dass es innerhalb Österreichs meist nur zwei oder drei unterschiedliche Ferienzeiten gibt.

Dieser Abschnitt soll einen Überblick über die Bedeutung der verschiedenen Schulferien geben. Sie sind gemäß ihrer chronologischen Abfolge im Schuljahr aufgeführt. Als Überschriften werden die in den offiziellen landesweiten Veröffentlichungen verwendeten Bezeichnungen benutzt.

Herbstferien Die Herbstferien liegen in den Herbstmonaten.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Herbstferien die ersten Ferien nach der Wiederaufnahme des Unterrichts in einem neuen Schuljahr.

Es handelt sich in Deutschland je nach Bundesland um Ferien von einer oder zwei Wochen Dauer im Oktober oder November. Die Herbstferien gingen aus den so genannten Kartoffelferien (bzw. in Bayern aus den freien Tagen an Allerheiligen/Allerseelen) hervor – damals wurden die Bauernkinder von der Schulpflicht befreit, um auf dem elterlichen Hof bei der Kartoffelernte zu helfen.

In Österreich gibt es bundesweit einheitliche Herbstferien seit 2020. Diese Herbstferien liegen zwischen dem Nationalfeiertag am 26. Oktober und Allerheiligen und Allerseelen. Um diese Herbstferien zu schaffen und nicht mehr Unterrichtszeit zu verlieren, entfallen dafür der Osterdienstag und der Pfingstdienstag als schulfreie Tage. Zusätzlich entfallen ein paar der schulautonomen freien Tage (je nach Lage der Feiertage).

In der Schweiz dauern sie je nach Kanton ein bis drei Wochen.

Weihnachtsferien Die Weihnachtsferien beginnen am Ende des Kalenderjahres und erstrecken sich bis zum Anfang des folgenden Jahres.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz umfassen sie meistens die Tage vom 24. Dezember (Heiligabend) bis ca. 6. Januar (Hl. Drei Könige). In einigen deutschen Bundesländern und Schweizer Kantonen dauern die Weihnachtsferien nur bis zum Jahreswechsel.

Winter-/Sport-/Zeugnis-/Semester-/Faschingsferien Diese Ferien liegen am Anfang des Kalenderjahres.

In Deutschland sind Winterferien seit der Wiedervereinigung in den meisten Bundesländern üblich, wie bereits zuvor in der DDR. Ihre Dauer liegt zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen mit Schwerpunkt auf einer Woche. Eine weitere geläufige Bezeichnung für diese Ferien ist Faschingsferien/Fastnachtsferien, falls sie am Rosenmontag beginnen; in Bayern werden sie offiziell als Frühjahrsferien tituliert.

In einigen Bundesländern werden die Winterferien Zeugnisferien genannt, weil dort am letzten Tag vor diesen Ferien die Halbjahreszeugnisse bei den Grund- und weiterführenden Schulen ausgegeben werden.

In Österreich werden diese Schulferien als Semesterferien bezeichnet. Sie dauern eine Woche und finden im Laufe des Februars statt. Sie markieren die Hälfte des Schuljahres (vgl. Semester). Die Termine sind in drei Gruppen von Bundesländern gestaffelt. Die Semesterferien wurden in Österreich 1973 während der ersten Ölkrise unter dem Namen Energieferien eingeführt. Der Grundgedanke war, durch eine Woche minimal geheizter Schulhäuser während der kältesten Jahreszeit Heizöl zu sparen. Inzwischen werden diese Ferien häufig für einen Urlaub in den Wintersportgebieten genutzt und dienen somit der Förderung der heimischen Tourismusbranche. In der Folge wurden sie beibehalten und in Semesterferien umbenannt.

In der Schweiz dauern die Sportferien eine bis zwei Wochen und sind je nach Kanton zwischen Ende Januar und Anfang März angesiedelt.

An Hochschulen (und Universitäten) werden die vorlesungsfreien Zeiten zwischen den Semestern (Studienhalbjahren) inoffiziell ebenfalls als „Semesterferien“ bezeichnet. Diese vorlesungsfreien Zeiten an Hochschulen sind jedoch generell unabhängig von Schulferien, insbesondere den Semesterferien an österreichischen Schulen.

Oster-/Frühjahrs-/Frühlingsferien In Deutschland dauern die Osterferien/Frühjahrsferien je nach Bundesland zumeist ein bis drei Wochen und umfassen meist die Karwoche und Ostern. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen sind sie beispielsweise zugunsten der Herbstferien auf zwei Wochen gekürzt. In Hamburg finden sie unabhängig von Ostern als Skiferien im März statt.

In Österreich dauern Osterferien etwas mehr als eine Woche, sie umfassen regulär die Karwoche bis zum Ostermontag.

In der Schweiz sind die Frühlingsferien unabhängig von Ostern gesetzt. Sie dauern meistens zwei Wochen und sind je nach Kanton zwischen Anfang April und Anfang Mai.

Pfingstferien Die Pfingstferien orientieren sich an Pfingsten und Christi Himmelfahrt.

In Deutschland kennen nur einige Bundesländer ausgedehnte ein- bis zweiwöchige Pfingstferien. In den anderen Bundesländern sind nur einige Tage zusätzlich zu den Feiertagen schulfrei, in einigen Bundesländern gibt es keine Pfingstferien. Dies hängt davon ab, ob die Sommerferien im jeweiligen Bundesland früh oder spät beginnen. In Bundesländern, in denen diese schon ab Mitte Juni anfangen, erscheinen Pfingstferien weniger sinnvoll, da die Periode zwischen ihnen und den Sommerferien zu kurz wäre.

In Österreich wird als Pfingstferien das verlängerte Wochenende um Pfingsten bezeichnet. Hierbei sind die vier Tage vom Samstag vor Pfingsten bis einschließlich Dienstag nach Pfingsten schulfrei. Diese Regelung gilt für alle Bundesländer, die keine Herbstferien festgelegt haben.

In der Schweiz sind Pfingstferien unbekannt, einzig der Pfingstmontag ist in den meisten Kantonen schulfrei.

Sommerferien +Ländergruppen in DeutschlandNr. BundeslandI Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Hamburg Brandenburg BerlinII Thüringen Sachsen-Anhalt Sachsen Niedersachsen BremenIII Nordrhein-WestfalenIV Saarland Rheinland-Pfalz HessenV Bayern Baden-Württemberg

Die Sommerferien (umgangssprachlich auch: große Ferien) bilden in den meisten Staaten den größten Teil der unterrichtsfreien Zeit für Schüler und Lehrer und liegen am Ende des Schuljahres. Ihr Ursprung findet sich in den Hundstagsferien.