300px|mini|Logo der Diözese: Doppel-T als Kreuz Die Diözese Rottenburg-Stuttgart () ist eine römisch-katholische Diözese im Land Baden-Württemberg und entspricht in ihren Grenzen dem ehemaligen Land Württemberg, wie es gemäß der Übereinkunft von 1815 bestätigt war.
Geschichte Das Bistum Rottenburg wurde 1821 durch die päpstlichen Zirkumskriptionsbullen De salute animarum und Provida solersque als katholische Landeskirche des Königreichs Württemberg gegründet. Dies war nach der Eingliederung ganzer katholischer Landstriche (Neuwürttemberg) infolge Säkularisation und Mediatisierung in das vormalige rein protestantische Herzogtum Württemberg nötig geworden. Mit der Inthronisation des ersten Bischofs, Johann Baptist von Keller, am 20. Mai 1828 war die Errichtung der Diözese abgeschlossen. Die Zahl der Katholiken erhöhte sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Heimatvertriebenen zunächst stark. Unter Bischof Georg Moser wurde 1978 Domkirche St. Eberhard in Stuttgart zur Konkathedrale des Bistums erhoben, der Name des Bistums lautet seither Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Gliederung der Diözese Die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist eine Suffragandiözese von Freiburg und gliedert sich in 25 Dekanate (6. April 2008) und 1.039 Gemeinden (1. Januar 2006). Zum 1. Januar 2008 wurde ein Umstrukturierungsprozess beendet, in dem die Dekanatsgrenzen denen der Landkreise angepasst wurden. Seit 2025 befindet sich die Diözese im Entwicklungsprozess "Kirche der Zukunft", der bis 2030 abgeschlossen werden soll. Im Zuge des Prozesses soll die Anzahl der Kirchengemeinden durch Zusammenlegungen auf 50 bis 80 reduziert werden. Bis heute reflektiert das Bistum jedoch mit seinem Gebiet die Grenzen des früheren Staates Württemberg.
Dekanate Das Dekanat als „mittlere Ebene“ zwischen Diözese und Kirchengemeinden hat drei Aufgaben. Zum einen unterstützt es die Kirchengemeinden des Dekanats in ihrem pastoralen Auftrag, vertritt die Katholische Kirche in regionalen Belangen der Gesellschaft und Kultur und vermittelt die Anliegen des Bischofs. So gibt es im Bistum Rottenburg-Stuttgart folgende Dekanate, die ihrerseits wieder in Seelsorgeeinheiten und Gemeinden unterteilt sind:
Konkordat Nach Artikel 14 des Reichskonkordats von 1933, das bis heute in Geltung steht, richten sich die Besetzung des Bischofsstuhles und die Zusammensetzung des Domkapitels nach den Regelungen des Badischen Konkordats von 1932.
Kirchliche Einrichtungen Jugendeinrichtungen Die Diözese unterhält unterschiedlichste Einrichtungen zur Unterhaltung und Förderung von Jugendarbeit. Die meisten Einrichtungen haben ihren Sitz in Wernau, so zum Beispiel: das Bischöfliches Jugendamt. Dieses vom Bischof eingerichtete Amt hat die Aufgabe, auf Grundlage der Aussagen der Gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer in Würzburg 1975 und der Rottenburger Diözesansynode 1985/86, Jugendarbeit zu unterstützen, zu fördern und zu begleiten. der BDKJ-Diözesanverband. Der BDKJ Diözesanverband ist ein Zusammenschluss von sieben katholischen Jugendverbänden auf Diözesanebene. Die Aufgaben des Verbandes sind Jugendpolitik, Kirchenpolitik, Öffentlichkeitsarbeit und die Absicherung der finanziellen Rahmenbedingungen für alle Mitgliedsverbände. Außerdem unterhält der BDKJ die Jugendreferate in den Dekanaten beziehungsweise Dekanatsbezirken. die Jugendstiftung just, deren Aufgabe es ist, Projekte und Initiativen kirchlich engagierter Jugendlicher finanziell zu fördern. die Fachstelle für Ministranten und Ministrantinnen. Dies ist eine Fachstelle der Diözese, die die einzelnen Ministrantengemeinschaften auf diözesaner und Dekanatsebene miteinander verknüpft, die Veranstaltungen, Freizeiten und Weiterbildungskurse organisiert und Arbeitshilfen herausgibt.
Stiftungsforum in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Das Stiftungsforum in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, ist ein Zusammenschluss von 41 kirchlichen Stiftungen, Verbänden, Ordensgemeinschaften und Einrichtungen in einer gemeinnützigen GmbH, welche zum Ziel hat über das kirchliche Stiftungs- und Gemeinnützigkeitswesen zu informieren und bei der Gründung einer Stiftung zur Unterstützung kirchlicher Anliegen zu beraten. Das Forum betreibt Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung des Stiftergedankens in der Kirche und Gesellschaft und bietet die Möglichkeit des Austausches und der Vernetzung von Stiftern, kirchlichen Stiftungen und Einrichtungen.
Bildungseinrichtungen Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterhält vier Internate und mehr als 90 Schulen.
Ambrosianum Tübingen Bischöfliches Gymnasialkonvikt in Rottweil mit Lateinaufbauzug Bischöfliche Internate Kolleg St. Josef in Ehingen (Donau) und Maria Hilf in Bad Mergentheim Musisches Internat Martinihaus in Rottenburg am Neckar Schulen des Marchtaler Planes
Priesterseminar In Tübingen unterhält die Diözese ein Theologenkonvikt, das Wilhelmsstift, in dem die Priesteramtskandidaten während ihres Theologie-Studiums an der Eberhard Karls Universität wohnen. Das Wilhelmsstift liegt in unmittelbarer Nähe zur St. Johanneskirche und zum Theologicum. Abiturienten ohne die für das Studium erforderlichen Kenntnisse in Hebräisch, Altgriechisch und Latein absolvieren vorher zwei Sprachensemester im Ambrosianum. Die an das Studium anschließende pastorale Ausbildung erfolgt im Priesterseminar in Rottenburg am Neckar.
Katholische Verwaltungszentren Die Katholischen Verwaltungszentren wurden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gebildet, um die kirchliche Verwaltung kompakter zu organisieren. Die katholischen Verwaltungszentren wurden durch die Zusammenführung der Aufgaben der Gesamtkirchenpflege und der Aktuariate gebildet.
Somit übernimmt ein katholisches Verwaltungszentrum sowohl die Aufgabe der fachlichen Beratung und Betreuung aller Kirchengemeinden in einem Dekanat (früher Aufgabe des Aktuariats) als auch die komplette Verwaltung einer Gesamtkirchengemeinde.
In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurden bisher folgende katholische Verwaltungszentren gebildet:https://kvz.drs.de/
Diözesanarchiv Das Diözesanarchiv hat seinen Sitz im Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg am Neckar und ist für die 1821 gegründete Diözese zuständig. Zudem verwahrt es das Gebiet betreffende Unterlagen aus der Zeit vor der Gründung der Diözese sowie Dekanats- und Pfarreiarchive. Zudem werden die Kirchenbücher von ca. 260 Pfarreien, sowie Archive einzelner kirchlicher Einrichtungen und Stellen in Rottenburg eingelagert. Eine weitere Aufgabe des Diözesanarchivs ist es, alle dem Bischof unterstehenden kirchlichen Archive zu betreuen.
Ebenfalls in Rottenburg am Neckar befindet sich die umfangreiche und öffentlich zugängliche Diözesanbibliothek.
Klöster Vor der Gründung der Diözese gab es auf ihrem heutigen Gebiet mehrere Klöster von überregionaler kultureller und politischer Bedeutung, darunter Kloster Maulbronn und die im Zuge der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts aufgehobenen Klöster Obermarchtal, Ochsenhausen, Rot an der Rot, Schussenried, Wiblingen und Zwiefalten sowie die Fürstpropstei Ellwangen sowie das 2010 aufgehobene Kloster Weingarten.
Aktive, von Ordensgemeinschaften genutzte Klöster in der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind unter anderem:
Medien
Presse / Kommunikation Die Stabsstelle Mediale Kommunikation verantwortet die Öffentlichkeitsarbeit der Diözese. Das Spektrum reicht in crossmedialer Kooperation von klassischer Pressearbeit über Foto- und Videoproduktion bis zum Eventmanagement. Die Themen der Katholischen Kirche in Württemberg werden zielgerichtet in Sozialen Medien wie YouTube, Facebook und Instagram, auf der Homepage www.drs.de sowie über Printprodukte ausgespielt.
Fachstelle Medien Die Fachstelle Medien vereint unterschiedliche Bereiche der Medienarbeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Dazu zählen der Bereich Digitale Bildung mit der Entwicklung und Umsetzung digitaler Bildungsangebote (E-Learning) für Mitarbeitende in den Einrichtungen der Diözese. Der Bereich Medienpädagogik vermittelt die nötige Medienkompetenz für die Bildungsarbeit und hat seine Schwerpunkte in der Beratung und Fortbildung zu Fragen der Medienbildung und Mediennutzung sowie der aktiven und kreativen Medienarbeit. Die Fachstelle Katholische Büchereiarbeit bietet ehrenamtlichen Bücherei-Mitarbeitern in 158 Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖBs) Ausbildung, Förderung und Hilfestellung, damit in den Kirchengemeinden ein ortsnahes und aktuelles Angebot von Büchern und anderen Medien ermöglicht wird. Der Ökumenische Medienladen verleiht gemeinsam mit dem Evangelischen Medienhaus eine Vielzahl an Filmtiteln zum Download und Streaming an die Mitglieder im Bereich der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Die Fachstelle Medien ist Teil des Bischöflichen Ordinariats und gehört zur Hauptabteilung XI – Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart und hat ihren Sitz in Stuttgart-Degerloch.
KiP-Radio Die Redaktion KiP-Radio (Katholische Kirche im Privatfunk) erstellt im Auftrag der Diözese Rottenburg-Stuttgart Hörfunkprogramme, die bei Privatfunkanbietern ausgestrahlt werden, die ihren Sitz im Bereich der Diözese haben. Die Redaktion mit Sitz in Stuttgart produziert tägliche Verkündigungssendungen sowie tagesaktuelle journalistische Beiträge und berichtet in sonntäglichen ein- bis zweistündigen Kirchenmagazinen über kirchliche Aktivitäten religiöser, sozialer und kultureller Art zwischen Bodensee und Taubergrund, zwischen Schwarzwald und Iller. Die Produktion erfolgt in ökumenischer Kooperation mit der Radioredaktion des Evangelischen Medienhauses Stuttgart und radio m, der Hörfunkagentur der Evangelisch-methodistischen Kirche.
Die Redaktion KiP-TV (Katholische Kirche im Privatfernsehen) beliefert im Auftrag der (Erz-)Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg Ballungsraumsender in Baden-Württemberg und Bibel-TV mit TV-Programm. KiP-TV in Stuttgart produziert die 30-minütige Gesprächssendung „Alpha & Omega – Kirche im Gespräch“, in der im Gespräch mit Gästen über kirchliche Aktivitäten religiöser, sozialer und kultureller Art informiert und diskutiert wird. Die Produktion erfolgt in ökumenischer Kooperation mit der Fernsehredaktion des Evangelischen Medienhauses der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Die Redaktion KiP wurde im Frühjahr 1987 gegründet, um private Rundfunkstationen im Gebiet der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit kirchlichen Beiträgen und Informationen zu versorgen. 1990 wurde der Fernsehbereich KiP-TV ins Leben gerufen. Seit April 1999 beliefert KiP-TV die Ballungsraumsender in Baden-Württemberg und Bibel-TV mit der Sendung „Alpha & Omega – Kirche im Gespräch“. Die Redaktion KiP bildet in Zusammenarbeit mit der katholischen Journalistenschule Institut für publizistische Ausbildung crossmedial Volontäre und Volontärinnen aus. Die Redaktion ist der Geschäftsbereich „Regionaler Rundfunk“ der „Katholisches Filmwerk GmbH“ in Frankfurt.
Katholische Rundfunkarbeit am SWR Die Katholische Rundfunkarbeit am SWR (KRA) produziert zusammen mit der Erzdiözese Freiburg (Baden-Württemberg) und den Diözesen Speyer, Mainz, Trier und Limburg (Rheinland-Pfalz) Verkündigungssendungen, die im SWR ausgestrahlt werden. Zusammen mit drei evangelischen Landeskirchen im SWR-Sendegebiet bildet sie die Redaktion von „Kirche im SWR“. Die Grundlage für die Verkündigungssendungen der Kirche im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk ist in den Staatsverträgen der Landesrundfunkanstalten festgehalten.
Zum Auftrag der Kirchen im Radio gehören auch Gottesdienstübertragungen an Sonn- und Feiertagen, die regelmäßig von rund 700.000 Menschen an den Radiogeräten oder übers Internet mitgefeiert werden. Die kirchliche Rundfunkarbeit hat mit „KREUZ + QUER“ auch eine ökumenische Jugendredaktion. Sie produziert für den SWR-Jugendsender „DASDING“ ein tägliches Jugendformat für die 16- bis 30-Jährigen.