mini|Atlantischer Lachs (Profil, Grafik) Lachse (oder veraltet Salm, vom lateinischen Wort salmo) sind verschiedene mittelgroße Fische der beiden Gattungen Salmo (Atlantischer Lachs, Meerforelle und Forelle) und Oncorhynchus (Pazifische Lachse und verschiedene pazifische Forellen) aus der insgesamt sechs Gattungen umfassenden Unterfamilie Salmoninae der Familie der Lachsfische bzw. Forellenfische (Salmonidae) innerhalb der Ordnung der Lachsartigen. Die oftmals in eine dritte Gattung namens Salmothymus gruppierte und Salmothymus obtusirostris genannte Adria-Forelle wird jedoch heute als eine Art der Gattung Salmo betrachtet und als Salmo obtusirostris bezeichnet, die Gattungsbezeichnung namens Salmothymus ist somit ein Junior Synonym, das derzeit nicht mehr verwendet wird. Neben den Salmoninae zählen auch die Unterfamilien der Thymallinae und der Coregoninae zu den Lachsfischen (Salmonidae).

Die Arten der beiden Gattungen sind entweder reine Süßwasserfische bzw. „stationäre Fische“, wie die Bachforelle (Salmo trutta fario) und die Seeforelle (Salmo trutta lacustris), die als Leitfisch in der sog. Forellenregion meist am Oberlauf bis zum Mittellauf von Fluss- und Bachläufen lebt und dort auch laicht, oder Wanderfische, wie der Atlantische Lachs (Salmo salar), die Pazifischen Lachse (Oncorhynchus spp.) sowie die Meerforelle (Salmo trutta trutta), die im Meer aufwachsen und zum Ablaichen die Flüsse emporschwimmen und sich in Bächen in deren Oberläufen paaren und dort ihren Laich absetzen. Hierbei überwinden sie beim Hochschwimmen zu ihren Laichplätzen im Oberlauf der Flüsse auch Hindernisse wie niedrigere Wasserfälle und Wehre, u. U. auch über Fischwege und müssen sich bei ihrer Wanderung vom Salz- zum Süßwasser auch physiologisch an die unterschiedlichen Salzkonzentrationen anpassen. Entsprechende Umstellungsprozesse – also Veränderungen oder hier genauer Umgewöhnungen sowie auch Anpassungen, im englischen Sprachgebrauch (zudem entlehnt auch „[die] Smoltifikation“ geschrieben und weiter entlehnt „[die] Smoltifizierung“) genanntOsmoregulierer passen sich an: Die letzte Reise der Lachse – NOZ, am 24. Januar 2014; auch mit: „Bei der „Smoltifizierung“ stellt sich der Körper der Lachse auf den Wechsel von Salz- auf Süßwasser ein.“Atlantischer Lachs – bei Wanderfische.de; ebenda u. a. auch mit: Smoltifizierung; siehe auch zugehörige Übersetzungen oder (in diesem Fall hier) nur die Entlehnungen im Dict.cc unter smoltification und Weiteres im englischsprachigen Wikiwörterbuch unter wikt:en:smoltification (wörtlich also „[die] Verlachsung“, siehe auch im Dict.cc unter smolt u. a. mit den Übersetzungen „[Atlantischer] Lachs“ und „Junglachs“) – sind auch für die Jungfische notwendig, wenn sie das Süßwasser verlassen und ins Meer wandern.K. M. Nichols, u. a.(2008). The genetic basis of smoltification-related traits in Oncorhynchus mykiss (englisch); Genetics 179(3): 1559–1575. doi:10.1534/genetics.107.084251 Dabei ist die Osmoregulation ein entscheidender Faktor.

Während der Laichwanderungen in jene Gewässer, in denen sie selbst zur Welt gekommen sind, folgen sie ihrem Geruchssinn und ihrem Gedächtnis an den Geruch der Heimatgewässer. Diese Reise machen viele Arten jedoch nur einmal im Leben. Hierbei verändern sich die Körper der Lachse und sie nehmen kaum noch oder gar keine Nahrung mehr auf, so dass sie bei der Ankunft an den Laichplätzen meist vollkommen entkräftet sind und etwa 40 % ihres Körpergewichts verloren haben. Die meisten Pazifischen Lachse (Oncorhynchus spp.) sind nach der Fortpflanzung völlig entkräftet und verenden in den Laichgewässern. Dieser „Fortpflanzungstod“ wird zusätzlich durch den extremen Anstieg des Cortisolspiegels begünstigt, so dass nur etwa 5 Prozent der Pazifischen Lachse überleben und erneut auf Laichwanderung gehen. Im Gegensatz zu Mitgliedern der Gattung Oncorhynchus überlebt ein geringer Teil der Atlantischen Lachse (Salmo salar) und der Großteil der Meerforellen (Salmo trutta trutta) der Gattung Salmo. Einige Populationen des Atlantischen Lachs wandern hingegen nur in große Seen bzw. Binnengewässer und verbringen ihr gesamtes restliches Leben im Süßwasser.

Namensbezeichnungen und übliche Handelsnamen Als Handelsnamen ist auch die Bezeichnung „Lachsforelle“ für vier Forellenarten üblich: die Bachforelle (Salmo trutta fario), die Seeforelle (Salmo trutta lacustris), die Meerforelle (Salmo trutta trutta) sowie die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss).

Als Lachsersatz wurden die zu den Dorschen zählenden Köhler und der Pazifische Pollack von der Lebensmittelindustrie zumeist in Fischstäbchen oder eingefärbt als „Lachsbelag“ auf Lachsbrötchen verwendet; daher werden diese Fischarten im Handel sowie in der Gastronomie aus verkaufsfördernden Gründen fast ausschließlich unter ihren zugelassenen Handelsnamen verkauft und angeboten: der Köhler als „Seelachs“ und der Pazifische Pollack als „Alaska-Seelachs“ und damit fälschlich mit der Familie der Salmonidae („Forellenfische“, „Lachsfische“) assoziiert.

Der fälschlicherweise auch als „Rotforelle“ bekannte Seesaibling (Salvelinus umbla) wird oft verkaufsfördernd als „Alpenlachs“ vermarktet.

Die fälschlich als Lachsbarsche bezeichnete Fischart erinnerte die ersten europäischen Siedler an die in Europa vorkommenden Lachse (daher ihre Namensgebung) sind jedoch Barschverwandte und ebenfalls keine Salmonidae.

Arten Bei der Listung der Arten der Lachse innerhalb der beiden Gattungen werden ergänzend die ebenfalls zugehörigen allgemein als Forellen bezeichneten Fischarten erwähnt, ohne diese jedoch mit in die Listung aufzunehmen, da sie im Allgemeinen Verständnis und Sprachgebrauch nicht als „Lachse“ betrachtet werden.

Gattung Salmo (im Atlantik sowie in Europa und an der Ostküste Nordamerikas; inkl. zwei Forellen-Linien; zwei auf dem Balkan vorkommende Arten – die Adria-Forelle (Salmo obtusirostris) und die Ohridforelle (Salmo ohridanus) sowie die Atlantische Forelle (Salmo trutta)hierzu werden allgemein die Bachforelle (Salmo trutta fario), die Atlantische Meerforelle (Salmo trutta trutta), die Schwarzmeerforelle (Salmo trutta labrax), die Kaspische Forelle (Salmo trutta caspius), die Mittelmeer-Bachforelle (Salmo trutta macrostigma) sowie die Anatolischer Forelle (Salmo platycephalus) gezählt; jedoch ist diese Klassifizierung mancher Arten als Unterarten der „Forelle (Salmo trutta)“ umstritten - so werden die Mittelmeer-Bachforelle bzw. Korsikaforelle als Salmo cettii, die Schwarzmeerforelle als Salmo labrax und die Anatolischer Forelle als Salmo platycephalus sowie die Kaspische Forelle als Salmo caspius und die Terek-Forelle (Kaspischer Lachs) als Salmo ciscaucasicus als eigenständige Salmo-Arten betrachtet mit ihren Unterarten Bachforelledie Bachforelle wird auch Flussforelle, Bergforelle oder Fario genannt, die kleinwüchsige Bachforellen in nahrungsarmen Gewässern werden als Steinforellen bezeichnet, Meerforelle und Seeforelle.) Atlantischer Lachs (auch: Europäischer Lachs; Art: Salmo salar) Gattung Oncorhynchus (im Pazifikraum zwischen Ostasien und der Westküste Nordamerikas; inkl. mehrerer „pazifische Forellen“-Arten wie der Cutthroat-Forelle (Oncorhynchus clarki) und der Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) mit ihrer anadrome Wanderform namens Steelheadforelleweitere „pazifische Forelllen“: die Goldforelle (Oncorhynchus aguabonita), die Apacheforelle (Oncorhynchus apache), die Gila-Forelle (Oncorhynchus gilae), die Mexikanische Goldforelle (Oncorhynchus chrysogaster), die Kunimasu (Oncorhynchus kawamurae) und die Biwa-Forelle (Oncorhynchus rhodurus) - wobei die „Biwa-Forelle“ als Oncorhynchus masou rhodurus oft als Unterart des „Masu-Lachs“ angesehen wird und die „Kunimasu“ früher als Unterart des „Rotlachs“ gruppiert und daher als Oncorhynchus nerka kawamurae bezeichnet wurde.) Pazifische Lachse (Oncorhynchus spp.) Königslachs (in Nordamerika: Chinook salmon bzw. king salmon, größte Art unter den Pazifischen Lachsen; die im Englischen üblichen Bezeichnungen “Chinook”, “King” bzw. “Tyee salmon” verweist auf die einzigartige Stellung des Lachses als Nahrungsgrundlage sowie bzgl. Religion und Kultur der Chinook-Völker sowie der Nuu-chah-nulth, die mit Tyee Ha’wiih ihre führenden Erbhäuptlinge bezeichneten; Art: Oncorhynchus tshawytscha, der wissenschaftliche Name leitet sich aus dem Russischen chavycha (чавыча) ab.) Buckellachs (in Nordamerika: Pink salmon bzw. humpback salmon oder humpy salmon; Art: Oncorhynchus gorbuscha, der wissenschaftliche Name leitet sich aus dem Russischen gorbúša (горбуша) – „bucklig“ ab.) Ketalachs (in Nordamerika: Chum salmon oder Dog salmon (deutsch auch Hundslachs); Art: Oncorhynchus keta, der wissenschaftliche Name leitet sich aus dem Russischen Кета́/Keta ab.) Rotlachs (in Nordamerika: Sockeye salmon, red salmon bzw. blueback salmon, die nicht an Laichwanderungen teilnehmende Rotlachs-Art wird als kokanee salmon bezeichnet; Art: Oncorhynchus nerka, der wissenschaftliche Name leitet sich aus dem Russischen von Nerka ab.) Silberlachs (in Nordamerika meist: Coho salmon, Art: Oncorhynchus kisutch, der wissenschaftliche Name leitet sich aus dem Russischen von kizhuch (кижуч) ab.) Masu-Lachs (auch: Kirschlachs, beide Bezeichnungen stammen aus dem Japanischen masu („Forelle“) bzw. sakura masu („Kirschforelle“); Art: Oncorhynchus masou)

Zum Verzehr dienende Lachse kommen verbreitet aus norwegischer oder chilenischer Aquakultur oder als Wildfang aus Alaska.SPIEGEL.tv, "Vom Lachs zum Fingerfood" (video), 5. Oktober 2011.

Systematik Die zwei weiteren Unterfamilien der Familie der Salmonidae (Lachs-bzw. Forellenfische) sind die

Coregoninae (Renken, Maränen, Felchen und Verwandte, im Englischen freshwater whitefish genannt, bestehend aus drei Gattungen: Coregonus (im Englischen: true whitefish und Cisco), die Prosopium (im Englischen: round whitefish, pygmy whitefish und mountain whitefish) und die Stenodus (Weißlachs, im Englischen: sheefish/siifish, inconnu/connie oder whitefish), diese Fische kommen als Wanderfische in fließenden Gewässern und brackigen Küstenabschnitten und stationäre Formen in Süßgewässern im Norden Nordamerikas, in Nord- und Mitteleuropa und in Nordasien vor.) Thymallinae (bezugnehmend auf den charakteristischen, thymianartigen Geruch ihres Fleisches, in Nordamerika Grayling genannt, umfasst ca. 14 Arten von Äschen, hierunter die Europäische Äsche (Thymallus thymallus) und die Arktische Äsche (Thymallus arctica), diese Fischart bevorzugt die kalten Gewässer der Nearktis und Nordeuropas sowie Eurasiens bis östlich des Urals. Einige Arten haben mehr lokalisierte Verbreitungsgebiete in Nordasien.)

Die Coregoninae werden in den meisten Systematiken als Unterfamilie der Lachsfische (Salmonidae) klassifiziert, in neueren Veröffentlichungen teilweise auch als eigenständige Familie innerhalb der Lachsartigen (Salmoniformes).Maurice Kottelat & Jörg Freyhof: Handbook of European Freshwater Fishes. 2007, ISBN 978-2-8399-0298-4.E. O. Wiley & G. David Johnson: A teleost classification based on monophyletic groups. S. 123–182 in Joseph S. Nelson, Hans-Peter Schultze & Mark V. H. Wilson: Origin and Phylogenetic Interrelationships of Teleosts. 2010, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, ISBN 978-3-89937-107-9.

Das folgende Kladogramm zeigt die systematische Stellung der Unterfamilien innerhalb der Lachsartige (Salmoniformes):