mini|Uniformen der Feuerschutzpolizei mini|Ab 1940 gebaute Feuerwehrfahrzeuge waren im Tannengrün (RAL 6009) der Polizei lackiert. Diese Magirus-Kraftfahrleiter 26 (Meter) mit Dieselmotor (125 PS) wurde 1941 an die Feuerschutzpolizei Neumünster geliefert. mini|Schweres Löschgruppenfahrzeug der Luftschutzpolizei Feuerschutzpolizei war von 1938 bis 1945 im Deutschen Reich die offizielle Bezeichnung für die Berufsfeuerwehren als Teil der Ordnungspolizei. Eine weitere gängige, wenn auch nicht im amtlichen Sprachgebrauch als solcher verankerten Bezeichnung lautete „Feuerlöschpolizei“.
Geschichte Mit dem am 23. November 1938 erlassenen „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ (Reichsfeuerlöschgesetz) und der Durchführungsverordnung des Reichsministers des Innern vom 24. Oktober 1939 wurde den Ländern die Kompetenz für das Feuerwehrwesen entzogen. Zwar mussten die Kommunen (Städte und Gemeinden) weiterhin alle Kosten für Personal, Gerät, Unterkunft usw. tragen, die Dienstaufsicht ging jedoch auf das Reich über. Die Feuerwehren unterstanden als Teil der Ordnungspolizei dem Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Inneren. Dies galt nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 auch für die dortigen Feuerwehren.Brandaus 3/2008: „Der Anschluss und die Folgen für die Feuerwehren“
Das Gesetz bildete einen Baustein der Vorbereitungen des nationalsozialistischen Staates auf einen kommenden Krieg und sollte die Basis für eine reichsweit einheitliche und effektive Schadensabwehr vor allem bei den erwarteten feindlichen Luftangriffen (vgl. Luftschutz) sicherstellen. Die in den großen Städten bestehenden Berufsfeuerwehren wurden Teil der Ordnungspolizei und die Offiziere und Mannschaften erhielten Polizeidienstgrade, jeweils mit dem Zusatz „der Feuerschutzpolizei“ versehen (z. B. Wachtmeister der Feuerschutzpolizei).
Ab dem Jahr 1939 erhielten die Angehörigen der Feuerschutzpolizei (Berufsfeuerwehren, Feuerwehrbeamte und Sonderverbände/Regimenter) grüne Polizeiuniformen mit karmesinroten Biesen. Die Schutzpolizei dagegen trug grüne Polizeiuniformen mit hellgrünen Vorstößen. Bei den Freiwilligen Feuerwehren wurden weiterhin die blauen Uniformjacken mit schwarzer Hose getragen. Besonderes Merkmal dabei waren karmesinrote Litzen und Biesen. Ab 31. Juli 1940 wurden die Dienstgradabzeichen an die der Feuerschutzpolizei angeglichen und alle Feuerwehrfahrzeuge wurden nur noch im Tannengrün (RAL 6009) der Polizei ausgeliefert. Vorher waren die Feuerwehrfahrzeuge meist in Rot in verschiedenen Tönungen wie Rubinrot oder Kardinalrot lackiert, es gab aber auch braune, grüne und dunkelblaue Lackierungen. Die Freiwilligen Feuerwehren verloren ihren Status als Vereine und Verbände, sofern sie nicht ohnehin eine Einrichtung der Gemeinde waren (z. B. in Baden, Württemberg und Bayern), und gehörten zur Hilfspolizei. Die Ernennung von freiwilligen Feuerwehrleuten zu Hilfspolizisten und die Einführung von einheitlichen Uniformen wurden von vielen Mitgliedern als Aufwertung ihrer Arbeit empfunden.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der größte Teil der Feuerwehren als Gemeindeeinrichtungen lediglich auf der Basis von Verwaltungsvorschriften weitergeführt. Bald gelangte die Zuständigkeit für das Feuerwehrwesen zurück in die Hände der Länder. Für Österreich wurden im Staatsgesetzblatt Nr. 86/1945 vom 17. Juli 1945 die deutschen Rechtsvorschriften auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens aufgehoben und die landesgesetzlichen Regelungen nach dem Stand der Gesetzgebung vom 13. März 1938 wieder in Geltung gesetzt.
Dienstgrade Während bei der Berufsfeuerwehr die Dienstgrade der Ordnungspolizei eingeführt wurden, bekamen die Freiwilligen Feuerwehren besondere Dienstgrade: Freiwillige Feuerwehren bis 1940Dieter Deuster, Deutsche Polizei-Uniformen 1936–1945 (Stuttgart: Motorbuch Verlag, 2009), S. 235–241. Freiwillige Feuerwehren1940–1943 Freiwillige Feuerwehren1943–1945 Feuerwehranwärter Anwärter Anwärter d. Fw. -- -- Unterwachtmeister d. Fw. -- -- Rottwachtmeister d. Fw. Feuerwehrmann Truppmann Wachtmeister d. Fw. -- -- Oberwachtmeister d. Fw. Oberfeuerwehrmann Obertruppmann Zugwachtmeister d. Fw. -- Haupttruppmann Hauptwachtmeister d. Fw. Löschmeister Truppführer Meister d. Fw. -- Obertruppführer -- -- Haupttruppführer -- Brandmeister Zugführer Zugführer d. Fw. Oberbrandmeister Oberzugführer Oberzugführer d. Fw. Hauptbrandmeister Hauptzugführer Bereitschaftsführer d. Fw. Wehrführer Kreisführer Abteilungsführer d. Fw. Kreisfeuerwehrführer Bezirksführer Oberabteilungsführer d. Fw. ProvinzialfeuerwehrführerLandesfeuerwehrführer Abschnittsinspekteur Landesführer d. Fw.
Bei den Berufsfeuerwehren wurden dagegen folgende Dienstgrade verwendet: Berufsfeuerwehren bis 1938Freiwillige Feuerwehr Saarlouis: Neustrukturierung 1935 21. Januar 2012 Feuerschutzpolizei 1938 21. Januar 2012 Feuerschutzpolizei 1941 -- -- Rottwachtmeister Feuerwehrmann Wachtmeister Wachtmeister -- Oberwachtmeister Oberwachtmeister Oberfeuerwehrmann Bezirksoberwachtmeister Bezirksoberwachtmeister Löschmeister Hauptwachtmeister Hauptwachtmeister Brandmeister Meister Meister Oberbrandmeister Obermeister Bezirksleutnant -- Inspektor Bezirksoberleutnant -- -- Bezirkshauptmann Brandingenieur Brandoberingenieur Baurat (mit weniger als drei Jahren im Dienstgrad) Hauptmann Hauptmann Baurat Major Major Oberbaurat Oberstleutnant Oberstleutnant Branddirektor Oberst Oberst Oberbranddirektor Generalmajor d. FSchP Generalmajor d. Pol. -- -- Generalleutnant d. Pol.
Feuerschutzpolizei-Regimenter In den Jahren von 1938 bis 1941 wurden sechs motorisierte Feuerwehrregimenter der Feuerschutzpolizei vom Hauptamt der Ordnungspolizei aufgestellt. Die Feuerwehrregimenter sollten dem Vormarsch der Wehrmacht folgen und in den besetzten Gebieten die Hauptverantwortung für Brandschutz und Zivilschutz tragen. Jedes Regiment bestand aus etwa 1000 Feuerwehrleuten.
Es existierten die nachfolgenden Feuerschutzpolizei-Regimenter: Feuerschutzpolizei-Regiment 1 Sachsen (1939–1943), Feuerschutzpolizei-Regiment 2 Hannover (1941–1943), Feuerschutzpolizei-Regiment 3 Ostpreussen (1941–1943), Feuerschutzpolizei-Regiment 4 Ukraine (1941–1943), Feuerschutzpolizei-Regiment 5 Böhmen-Mähren (1942–1943) und Feuerschutzpolizei-Regiment 6 Niederlande (1942–1943). 1943 wurde die Regimentsorganisation abgeschafft. Die Bataillone wurden zu zehn unabhängigen Feuerschutzpolizei-Abteilungen (FSchP-Abtl) umgegliedert und einem zentralen Führungsstab unterstellt.Matthias Blazek: Unter dem Hakenkreuz: Die deutschen Feuerwehren 1933–1945. Ibidem, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-89821-997-6, 139 ff
Siehe auch Feuerwehr in Deutschland Geschichte der Feuerwehr Feuerpolizei: als solche wird in Österreich und der Schweiz allgemein eine Behörde bezeichnet, die die Art und den Umfang des Brandschutzes festlegt und überwacht. Flaggen der deutschen Polizei (1933–1945)
Literatur Matthias Blazek: Unter dem Hakenkreuz: Die deutschen Feuerwehren 1933–1945, Ibidem Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-89821-997-6 Axel Polnik: Die Bayreuther Feuerwehren im Dritten Reich: Der Brandschutz in der Gauhauptstadt Bayreuth. Eine zeitgenössische Darstellung. Books on Demand, Norderstedt 2011, ISBN 978-3-8423-9563-3 Bolko Hartmann: Deutsche Feuerwehruniformen und Helme, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1984, ISBN 3-17-008573-5 Vereinigung zur Förderung des Brandschutzes (Hrsg.): Zwischen Gleichschaltung und Bombenkrieg. Symposium zur Geschichte der deutschen Feuerwehren im Nationalsozialismus 1933–1945. Köln, 2013 Tobias Engelsing: Im Verein mit dem Feuer – Die Sozialgeschichte der Freiwilligen Feuerwehren von 1830 – 1950, Libelle Verlag, Lengwil 1999, ISBN 3-909081-16-9
Weblinks
www.feuerloeschpolizei.de Feuerlöschpolizei – Feuerschutzpolizei, Beiträge zur Geschichte der deutschen Feuerwehren von 1933 bis 1945
Einzelnachweise
Kategorie:Organisationsform in der Feuerwehr Kategorie:Behörde (Deutsches Reich, 1933–1945) Kategorie:Organisation der Polizei (Deutschland) Kategorie:Feuerwehr (Österreich) Kategorie:Behördengründung 1938 Kategorie:Aufgelöst 1945