Der Kreis Lippstadt war ein Kreis im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Arnsberg. Er lag am südlichen Rand der Westfälischen Bucht zwischen der Lippe und der Möhne.

Geographie Nachbarkreise Der Kreis Lippstadt grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Kreise Beckum, Wiedenbrück, Paderborn, Büren, Brilon, Meschede, Arnsberg und Soest.

Geschichte Der Kreis Lippstadt wurde 1817 im Regierungsbezirk Arnsberg der preußischen Provinz Westfalen gebildet. Er war zunächst in die sechs Bürgermeistereien Anröchte, Erwitte, Geseke, Horn, Lippstadt und Rüthen eingeteilt. Im Rahmen der Einführung der Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westfalen wurden die Bürgermeistereien 1843 aufgelöst und durch die fünf Ämter Anröchte, Altenrüthen, Erwitte, Horn und Störmede ersetzt.Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westphalen vom 31. Oktober 1841 (PDF; 1,6 MB) Bereits 1845 wurde das Amt Horn wieder aufgelöst und auf die Ämter Anröchte und Erwitte aufgeteilt.

Die zunächst amtsfreie Stadt Rüthen kam 1937 zum Amt Altenrüthen, das gleichzeitig in Amt Rüthen umbenannt wurde. 1938 wechselten acht Gemeinden vom Amt Anröchte zum Amt Erwitte.Kommunalverfassung und kommunale Archive im Kreis Soest (Horst Conrad, 1978) Am 1. Oktober 1949 wurden die beiden nahe bei Lippstadt liegenden lippischen Exklaven Cappel und Lipperode vom Kreis Detmold als amtsfreie Gemeinden in den Kreis Lippstadt umgegliedert.

Vom 28. bis zum 30. September 1948 fand in Lippstadt der zweite Verbandstag der ehemaligen Landesverbände des Deutschen Metallarbeiter Verbunds der britischen Besatzungszone und des Landes Bremen statt. Auf diesem Verbandstag wurde die IG Metall für die britische Besatzungszone und das Land Bremen gegründet. Etwa ein Jahr später, am 1. September 1949, wurde die IG Metall für die Bundesrepublik Deutschland gegründet.90 Jahre Industriegewerksschaft Metall 1891 bis 1981. IG Metall für die Bundesrepublik Deutschland, 1981, Bund-Verlag GmbH Köln, S. 361–363.

Am 1. Oktober 1969 wurde aus dem Landkreis der Kreis Lippstadt.Bekanntmachung der Neufassung der Kreisordnung für das Land Nordrhein-Westfalen vom 11. August 1969 im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 1969, Nr. 2021, S. 670 ff.

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden die Kreise Lippstadt und Soest und Teile des Kreises Arnsberg am 1. Januar 1975 durch das Münster/Hamm-Gesetz zum neuen Kreis Soest vereinigt. Die archivwürdigen Unterlagen des Kreises Lippstadt werden im Kreisarchiv Soest aufbewahrt.

Wappen und Flagge

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1819 25.451 1832 26.956 1871 34.757 1880 37.199 1890 37.990 1900 41.093 1910 49.011 1925 54.188 1939 61.848 1950 90.227 1960 92.600 1970 108.500 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1973 113.500 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1975

Politik Ergebnisse der Kreistagswahlen ab 1946 In der Liste werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens zwei Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.Quelle: Jeweiliges Heft des Statistischen Landesamtes (LDS NRW), Mauerstr. 51, Düsseldorf, mit den Wahlergebnissen auf der Kreisebene.

Stimmenanteile der Parteien in Prozent

Jahr CDU SPD FDP DZP BHE KPD 1946 65,3 23,6 6,3 4,5 1948 42,0 27,2 14,2 12,5 2,7 1952 43,7 25,6 11,2 9,7 8,2 1956 47,3 30,5 5,9 6,8 9,5 1961 52,6 30,5 5,2 4,6 7,1 1964 48,2 38,4 5,4 3,6 4,4 1969 52,4 41,1 4,0 2,5

Landräte 1817–1821 Engelbert Matthias von Hörde 1821–1857 Maximilian von Schade 1857–1875 Wilhelm von Schorlemer, Zentrum 1875–1916 Ernst von Werthern 1917–1919 Friedrich Gorius 1920–1933 Maximilian Raitz von Frentz, Zentrum 1933 Ludwig Malzbender, NSDAP 1934–1935 Erich Flottmann, NSDAP 1936–1940 Heinrich Simon 1940 Heinrich Teipel, NSDAP (auftragsweise) 1940 Regierungsassistent Zielke (vertretungsweise) 1940–1945 Wieprecht von Kropff 1945 Hans Hellmut von Lindenfels (vertretungsweise) 1945 Hermann Schulte-Steinberg (kommissarisch) 1945–1946 Franz Liese 1946–1950 Carl Laumanns 1950–1952 Fritz Pehle 1952–1954 Karl Schopp, CDU 1954–1956 Fritz Pehle 1956–1971 Wilhelm Schröder, CDU 1971–1974 Josef Raulf, CDU

Oberkreisdirektoren 1946– Franz Liese 1959–1974 Franz Schlarmann

Ämter und Gemeinden Amtsfreie Gemeinden Cappel (seit 1949) Geseke, Stadt Lipperode (seit 1949) Lippstadt, Stadt Rüthen, Stadt (seit 1937 im Amt Rüthen)

Ämter Amt Anröchte Altengeseke Altenmellrich Anröchte Berenbrock (bis 1938) Berge Böckum (bis 1938) Ebbinghausen (bis 1938) Horn-Millinghausen (bis 1938) Klieve Mellrich Merklinghausen-Wiggeringhausen (bis 1938) Norddorf (bis 1938) Robringhausen Schallern (bis 1938) Schmerlecke (bis 1938) Seringhausen Uelde Waltringhausen Amt Rüthen (bis 1937 Amt Altenrüthen)Kommunalarchive NRW: Altenrüthen Drewer Effeln Hemmern Hoinkhausen Kallenhardt Kellinghausen Kneblinghausen Langenstraße-Heddinghausen Meiste (bis 1911 Miste) Menzel Nettelstädt Oestereiden Rüthen, Stadt (seit 1937 im Amt Rüthen) Suttrop Weickede Westereiden Amt Erwitte Benninghausen Berenbrock (ab 1938) Böckum (ab 1938) Ebbinghausen (ab 1938) Eikeloh Erwitte, seit 1936 Stadt Hellinghausen Herringhausen Horn-Millinghausen (ab 1938) Merklinghausen-Wiggeringhausen (ab 1938) Norddorf (ab 1938) Overhagen Schallern (ab 1938) Schmerlecke (ab 1938) Stirpe Völlinghausen Weckinghausen Westernkotten Amt Störmede Bökenförde Bönninghausen Dedinghausen Ehringhausen Eringerfeld (1898 als Gutsbezirk eingerichtet, seit 1928 Gemeinde) Ermsinghausen Esbeck Langeneicke Mönninghausen Rixbeck Störmede

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen LP zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1974 ausgegeben. Seit dem 3. Dezember 2012 ist es im Kreis Soest erhältlich (Kennzeichenliberalisierung).

Einzelnachweise und Anmerkungen

Lippstadt Lippstadt Kategorie:Geschichte (Kreis Soest) Lippstadt Kategorie:Aufgelöst 1975

Weblinks