Die Sumpfbinsen (Eleocharis), auch Sumpfried genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Die 300 Arten sind fast weltweit verbreitet.

Beschreibung Vegetative Merkmale Die Eleocharis-Arten sind meist ausdauernde, selten einjährige, krautige Pflanzen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl. Die aufrechten, binsenartigen, einfachen Stängel sind blattspreitenlos. Die Stängelblätter sind nur als Blattscheiden basal vorhanden.

Generative Merkmale Der endständige, ährige Blütenstand ist überwiegend eiförmig und hüllblattlos. Die Spelzen sind spiralig angeordnet. Die unterste Spelze oder die beiden untersten Spelzen sind oft ohne Blüten; die anderen sind fertil. Die Blüten sind zwittrig. Die Blütenhülle besteht aus meist drei bis acht (keinen zu zwölf) Borsten. Diese Borsten sind hypogyn und meist rückwärts rau. Die Blüten verfügen über je drei bis zwei Staub- und Fruchtblätter.

An den Nüsschen sind erhalten bleibende verdickte Griffelbasen (Stylopodium) erkennbar.

Standortbedingungen Es sind binsenähnliche Pflanzen nasser und sumpfiger Standorte. Während etliche Arten an Gewässerrändern wachsen, leben zahlreiche Arten untergetaucht.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Eleocharis wurde 1810 durch Robert Brown in Prodromus Florae Novae Hollandiae et Insulae van-Diemen S. 224 aufgestellt. Der Gattungsname Eleocharis ist griechischen Ursprungs und bedeutet: hélos für „Sumpf“ und cháris für „Dank, Freude“ und nimmt auf die Bevorzugung der Arten eines sumpfigen Standortes Bezug. Synonyme für Eleocharis sind: Baeothryon , Bulbostylis nom. rej., Chamaegyne , Chaetocyperus , Chillania , Chlorocharis , Clavula , Egleria , Elaeocharis orth. var., Eleogenus , Heleocharis , Helonema , Heliocharis , Limnocharis nom. illeg., Limnochloa , Megadenus , Scirpidium , Trichophyllum nom. inval., Websteria .

Die Gattung Eleocharis gehört zur Tribus Eleocharideae in der Unterfamilie Cyperoideae innerhalb der Familie der Cyperaceae.

Es gibt fast 300 Eleocharis-Arten (Stand 2018):mini|Nadel-Sumpfbinse (Eleocharis acicularis) mini|Eleocharis bifida mini|Eleocharis cylindrostachys mini|Eleocharis erythropoda mini|Eleocharis gracilis mini|Vielstängelige Sumpfbinse (Eleocharis multicaulis) Eleocharis abnorma : Dieser Endemit gedeiht im seichten Wasser an Seeufern in Höhenlagen von etwa 3300 Metern nur in Qinghai Hu in der chinesischen Provinz Qinghai. Nadel-Sumpfbinse (Eleocharis acicularis ): Es gibt zwei Varietäten. Eleocharis acuta : Neuguinea, Australien, Neuseeland. Eleocharis acutangula : Es gibt seit 2007 drei Unterarten in den Tropen und Subtropen. Eleocharis aestuum : Sie wurde 2001 aus den nordöstlichen USA bis Delaware erstbeschrieben. Eleocharis albibracteata : Es gibt zwei Varietäten. Südliches Mexiko bis Südamerika. Eleocharis albida : USA bis nordöstliches Mexiko, Bermudas. Eleocharis alveolata : Westliches Kuba, nördliches Honduras. Eleocharis alveolatoides : Venezuela. Eleocharis amazonica : Südliches Venezuela bis östliches Bolivien. Eleocharis andamanensis : Andamanen. Eleocharis angolensis : Angola. Eleocharis angustirostris : Sie wurde 2014 aus dem brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul erstbeschrieben. Eleocharis angustispicula : Sie wurde 2014 aus dem brasilianischen Distrito Federal do Brasil erstbeschrieben. Eleocharis antunesii : Angola. Eleocharis argentina : Argentinien. Eleocharis argyrolepis : Kaukasus bis nordwestliches China. Eleocharis arseniflora : Mexiko. Eleocharis atricha : Östliches und südöstliches Australien. Eleocharis atrobrunnea : Sie wurde 2012 aus dem brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul erstbeschrieben. Schwarzrote Sumpfbinse (Eleocharis atropurpurea ): Tropen und Subtropen nördlich bis Nordamerika. Sie ist in der Schweiz und in Italien ein Neophyt. Eleocharis atrospiculata : Venezuela. Eleocharis attenuata : China bis Ostasien und Neuguinea. Eleocharis aurea : Nordöstliches Mexiko. Eleocharis ayacuchensis : Venezuela Eleocharis bahamensis : Sie kommt nur auf den Bahamas und Turks- und Caicosinseln vor. Eleocharis bahiensis : Brasilien. Eleocharis baldwinii : Südöstliche USA bis Texas. Eleocharis barrosii : Südliches Brasilien bis nordöstliches Argentinien. Eleocharis bella : Westliche USA bis nördliches Mexiko. Eleocharis bernardina : Kalifornien und Baja California. Eleocharis bifida : Indiana, Alabama, Kentucky, Georgia und Tennessee. Eleocharis blakeana : Östliches Australien. Eleocharis bolanderi : Westliche USA. Eleocharis bonariensis : Mexiko, Ecuador bis südliches Südamerika. Eleocharis brachycarpa : Texas und Mexiko. Eleocharis brainii : Tropisches Afrika bis Botswana. Eleocharis brasiliensis : Südöstliches Brasilien. Eleocharis brassii : Nördliches Australien. Eleocharis braunii : Nördliches Brasilien. Eleocharis brevicollis : Neuguinea. Eleocharis brittonii : Zentrale und südöstliche USA. Eleocharis bulbosa : Afghanistan. Eleocharis caduca : Mittelmeergebiet bis Afrika und bis zur Arabischen Halbinsel. Eleocharis caespitosissima : Madagaskar und nördliches Australien. Eleocharis callensii : Demokratische Republik Kongo. Eleocharis cancellata : Texas und Mexiko. Eleocharis canindeyuensis : Paraguay. Eleocharis capillacea : Tropisches Südamerika. Krainer Sumpfbinse (Eleocharis carniolica ): Mitteleuropa bis zur Ukraine. In Mitteleuropa kommt sie in der Steiermark und kam sie in Kärnten vor. Eleocharis cellulosa : Südöstliche USA bis Nicaragua, Karibik bis nördliches Venezuela. Eleocharis chamaegyne : Nördliches Brasilien. Eleocharis coloradoensis : Südliches Kanada, USA und Mexiko. Eleocharis columbiensis : Kolumbien. Eleocharis complanata : Tropisches Westafrika bis Tansania und Angola. Eleocharis compressa : Kanada und USA. Mit zwei Varietäten. Eleocharis confervoides : Tropisches und subtropisches Amerika, tropisches und südliches Afrika bis Sri Lanka. Eleocharis congesta : Himalaja bis zu den Nansei-Inseln und Malesien, Karolinen. Eleocharis contracta : Bolivien bis Brasilien und nördliches Argentinien. Eleocharis cordillerana : Chile. Eleocharis coronata : Südlich-zentrales Chile. Eleocharis crinalis : Ecuador bis nördliches Argentinien. Eleocharis crispovaginata : Ecuador. Eleocharis cryptica : Mexiko. Eleocharis cuatrecasasii : Kolumbien. Eleocharis cubangensis : Angola. Eleocharis cylindrica : Texas, nördliches Argentinien und Paraguay. Eleocharis cylindrostachys : Östliches Australien. Eleocharis debilis : Tropisches Amerika. Eleocharis decoriglumis : Tropisches Westafrika bis Tansania und Botswana. Eleocharis decumbens : Oregon und nördliches Kalifornien. Eleocharis deightonii : Senegal bis Sierra Leone. Eleocharis densa : Mexiko und Guatemala. Eleocharis densicaespitosa : Südliches Bolivien bis Brasilien und Argentinien. Eleocharis diandra : Südöstliches Kanada und nordöstliche USA. Eleocharis dietrichiana : Östliches Australien. Eleocharis difformis : Queensland. Eleocharis dombeyana : Mexiko, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Bolivien, Ecuador, Peru, Argentinien und Chile. Eleocharis dregeana : Südliches Afrika. Wasserkastanie (Eleocharis dulcis ) Eleocharis dunensis : Bolivien, Argentinien und Uruguay. Eleocharis eglerioides : Südliches Venezuela und Bolivien. Eleocharis elegans : Mexiko bis nördliches Argentinien. Eleocharis elliptica : Kanada und USA. Eleocharis elongata : Südöstliche USA bis Nicaragua und westliches Jamaika. Eleocharis emarginata : Östliches Bolivien bis südöstliches Brasilien, Paraguay und nordöstliches Argentinien. Eleocharis endounifascis : Guayana und Venezuela bis östliches Brasilien. Die Art wurde 2010 erstbeschrieben. Engelmanns Sumpfbinse (Eleocharis engelmannii ): Kanada und USA. Als Neophyt wurde sie in Mitteleuropa beobachtet in Heilbronn, in Waldbrunn (Unterfranken), in Belgien (Gent) und in den südlichen Niederlanden. Eleocharis equisetoides : Südliches Ontario und USA. Eleocharis erhaiensis : Sie gedeiht in Sümpfen, seichten Gewässern und an feuchten Standorten in Höhenlagen von 3200 bis 3300 Metern nur in der chinesischen Provinz Qinghai. Eleocharis erythropoda : Nordamerika und Hawaii. Eleocharis exigua : USA bis südliches Südamerika. Eleocharis fallax : Südöstliches Kanada, östliche USA und Karibik. Eleocharis fassettii : Kolumbien. Eleocharis fennica : Europa bis China. Mit zwei Varietäten. Eleocharis filiculmis : Mexiko bis Argentinien und Uruguay. Eleocharis flavescens : Amerika. Mit zwei Varietäten. Eleocharis fluctuans : Östliches Kolumbien bis Venezuela und nördliches Brasilien. Eleocharis fuscopurpurea : Chile bis westliches Argentinien und Juan-Fernandez-Inseln. Eleocharis geniculata : Tropen und Subtropen nördlich bis Nordamerika. Eleocharis glabella : Qinghai. Eleocharis glauca : Venezuela bis nördliches Brasilien. Eleocharis glaucovirens : Südöstliches und südliches Brasilien. Eleocharis gonzaleziae : Mexiko. Eleocharis gossweileri : Demokratische Republik Kongo. Eleocharis gracilis : Östliches und südliches Australien und Neuseeland. Eleocharis grandirostris : Paraguay. Eleocharis grisea : Kuba. Eleocharis grossimucronata : Peru. Eleocharis guaglianoniana : Sie wurde 2015 aus dem brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina erstbeschrieben. Eleocharis halmaturina : Südliches Australien. Eleocharis hatschbachii : Brasilien und Argentinien. Eleocharis haumaniana : Brasilien, Argentinien und Uruguay. Eleocharis hooperiana : Sierra Leone und Guinea. Eleocharis ignota : Mexiko. Eleocharis ×inaequilatera = Eleocharis cellulosa × Eleocharis quadrangulata: Sie wurde 2015 aus den südlichen-zentralen bis südöstlichen USA erstbeschrieben. Eleocharis intermedia : Kanada und USA. Eleocharis interstincta : Tropisches und subtropisches Amerika. Eleocharis jacobsiana : Northern Territory in Australien. Eleocharis jelskiana : Trinidad und nördliches und westliches Südamerika. Eleocharis kamtschatica : Russlands Ferner Osten bis Korea und Japan, Alaska und Kanada. Eleocharis keigheryi : Südwestliches Australien. Eleocharis khandwaensis : Die 2014 erstbeschriebene Art kommt in Indien vor. Eleocharis kirkii : Simbabwe. Eleocharis kleinii : Südliches Brasilien. Eleocharis knutei : Kuba. Eleocharis konkanensis : Sie wurde 2016 aus dem indischen Bundesstaat Maharashtra erstbeschrieben. Eleocharis kuoi : Qinghai. mini|Eleocharis kuroguwai Eleocharis kuroguwai : Zentrales und südliches Japan, Korea. Eleocharis laeviglumis : Brasilien. Eleocharis laeviseta : Korea. Eleocharis lanceolata : Östlich-zentrale USA bis Texas. Eleocharis lankana : Indien, Andamanen und südwestliches Sri Lanka. Mit zwei Unterarten. Eleocharis lechleri : Ecuador, Argentinien und Chile. Eleocharis lepta : Sie kam früher in Südafrika vor. Eleocharis liesneri : Kolumbien, Venezuela und Brasilien. Eleocharis limosa : Madagaskar und südliches Afrika. Eleocharis liogieri : Karibische Inseln. Eleocharis liouana : Yunnan. Eleocharis loefgreniana : Östliches Brasilien. Eleocharis lundellii : Texas. Eleocharis macbarronii : Östliches und südöstliches Australien. Eleocharis ×macounii = Eleocharis intermedia × Eleocharis obtusa: Östliches Kanada. Eleocharis macrantha : Syrien. mini|Eleocharis macrostachya Eleocharis macrostachya : Gemäßigte und subalpine Zonen Amerikas. Eleocharis maculosa : Mexiko und tropisches Amerika. Eleocharis maidenii : New South Wales. mini|Zitzen-Sumpfbinse (Eleocharis mamillata subsp. mamillata), Blütenstand mini|Zitzen-Sumpfbinse (Eleocharis mamillata subsp. mamillata), Blüte Eleocharis mamillata : Es gibt zwei Unterarten: Zitzen-Sumpfbinse (Eleocharis mamillata subsp. mamillata, Syn.: Eleocharis satoi ): Sie kommt von Europa bis China und vom subarktischen Amerika bis zu den Vereinigten Staaten vor.