Dahme/Mark ( oder DubnaSorbischer Name: Damna, Dubna (früher Kreis Jüterbog-Luckenwalde) → Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911–1928, Sorbisches Institut.) ist eine amtsangehörige Stadt im Landkreis Teltow-Fläming im südlichen Brandenburg. Sie ist Sitz des Amtes Dahme/Mark.

Geografie mini|links|Stadtzentrum mit Rathaus mini|links|Luftbild der Stadt Durch die Stadt fließt der gleichnamige Fluss Dahme, der in der Nähe entspringt und in Berlin-Köpenick in die Spree mündet. Im Dahmer Land stoßen der Niedere Fläming und der Niederlausitzer Grenzwall aneinander. Verhältnismäßig weite Felder und zahlreiche Auen prägen die Landschaft.

Stadtgliederung Die Stadt Dahme/Mark gliedert sich in die Ortsteile Buckow Dahme/Mark Gebersdorf Kemlitz (niedersorbisch: Kamjenica) mit dem bewohnten Gemeindeteil Altsorgefeld Niebendorf-Heinsdorf Schöna-Kolpien Rosenthal Sieb Schwebendorf Wahlsdorf mit dem bewohnten Gemeindeteil Liepe Zagelsdorf

Hinzu kommen die Wohnplätze Feldschlößchen, Forsthaus Rochau, Forsthaus Wahlsdorf, Heinsdorf, Kolonie Rosenthal, Kolpien, Niebendorf und Schöna.

Geschichte Frühzeit bis 16. Jahrhundert Dahme wurde erstmals 1186 als Mittelpunkt eines erstmals erwähnten Burgbezirkes genannt und um diese Zeit von Erzbischof Wichmann von Magdeburg erworben, der damit seine Herrschaft Jüterbog erweiterte. Hiltrud und Carsten Preuß gehen in ihrem Werk Die Guts- und Herrenhäuser im Landkreis Teltow-Fläming davon aus, dass die günstige Lage an der Salzstraße nach Schlesien sowie an einer Furt der Dahme die Entscheidung für diesen Standort befördert haben. Etwa zwischen 1150 und 1300 wanderten in die später Fläming genannte Region südlich von Berlin Flamen ein und gründeten dort Dörfer und Städte. 1265 wurde Dahme in einer Urkunde als Stadt erwähnt. Herrscher waren die Herren von Dahme (oder Damis), die den Ort als Lehen vom Erzbischof erhalten hatten. Sie erweiterten ihren Besitz in den nächsten Jahrzehnten bis nach Golßen. 1405 verstarb der letzte derer von Dahme kinderlos und das Amt sowie die Burg wurden vom Erzbischof erneut verpachtet. Neuer Besitzer wurde der Amtshauptmann Lippold von Klitzing, der die Burg um einen Nordflügel erweitern ließ. Der ehemalige Klostervogt des Klosters Zinnas starb 1562.

17. und 18. Jahrhundert mini|hochkant|Kursächsische Postmeilensäule Durch den Frieden von Prag 1635 kam Dahme an Kursachsen. Kurfürst Johann Georg I. legte in seinem Testament vom 20. Juli 1652 fest, dass seine sechs Söhne eine Sekundogenitur erhalten sollten. Nachdem seinem Tod am 8. Oktober 1656 wurde am 22. April 1657 in Dresden der „Freundbrüderliche Hauptvergleich“ sowie 1663 ein weiterer Vergleich geschlossen, in dem die drei Territorien Sachsen-Weißenfels, Sachsen-Merseburg und Sachsen-Zeitz entstanden. Das Amt Dahme übernahm fortan der Sohn Herzog August von Sachsen-Weißenfels. August vergrößerte seinen Einflussbereich insbesondere um das Amt Querfurt, Magdeburg und Halle und ließ in Weißenfels das Schloss Neu-Augustusburg errichten. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Johann Adolf I. aus Sachsen-Weißenfels das Fürstentum Querfurt und damit Dahme. Die Residenzstadt Halle war jedoch verloren, damit auch das politische Zentrum.

Die Regentschaft von Weißenfels aus erwies sich als schwierig und Dahme wurde zum Wittum. Die erste Bewohnerin, Christiane Wilhelmine von Bünau, die mit Johann Adolf ein Morganatische Ehe eingegangen war, zog 1699 in das Schloss. Nach ihrem Tod übernahm Herzog Friedrich im Jahr 1707 das Amt. Doch auch er hatte mit der großen Entfernung zu kämpfen, regierte er doch überwiegend aus Zerbst und Barby. Friedrich heiratete 1711 auf Schloss Fürstlich Drehna seine einzige Frau Emilie Agnes Reuß zu Schleiz und ließ anschließend durch den Baumeister Johann Christoph Schütze die Burg zu einem Schloss ausbauen. Kurz nach dessen Fertigstellung starb Friedrich 1715 und so wurde auch für Emilie Agnes das Schloss zum Witwensitz. Johann Adolf II. übernahm 1719 das Bauwerk und ließ die Stadt erweitern. Unter seiner Herrschaft kam es in Dahme zu einem wirtschaftlichen Aufschwung; es entstand beispielsweise die südliche Vorstadt. Nach dem Tod seiner ersten Frau Johannetta Antoinetta Juliana von Sachsen-Eisenach im Jahr 1726, verließ Johann Adolf II. zunächst Dahme, kam aber mit seiner zweiten Frau Christine Juliane von Baden-Durlach wieder in die Stadt zurück. Nach seinem Tod fiel das Amt erneut nach Kursachsen. Während der Befreiungskriege diente das Schloss als Lazarett.

19. bis 21. Jahrhundert Im Jahr 1815 kam Dahme aufgrund des Wiener Kongresses zu Preußen, wo es der Provinz Brandenburg zugeordnet und in den Kreis Jüterbog-Luckenwalde eingegliedert wurde. Zur Unterscheidung vom ostholsteinischen Dahme an der Ostsee, welches ab 1866 als Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein auch zum Königreich Preußen gehörte, wurde der Zusatz „Mark“ erforderlich. 1873 übernahm die Stadt das Schloss und nutzte es fortan als Museum und Schule. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss nicht beschädigt. Allerdings hatten Anfang der 1940er Jahre Umbaumaßnahmen begonnen, die nun nicht mehr weitergeführt wurden. In einem Teil des Bauwerks sollte ein Kulturhaus eingerichtet werden. Das Dach war bereits entfernt, Wasser drang ein, womit ein Verfall des Bauwerks begann. Ab 1952 gehörte Dahme zum Kreis Luckau im DDR-Bezirk Cottbus.

Seit 1993 liegt die Stadt im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming. 1995 wurden erste Sicherungsmaßnahmen am Schloss durchgeführt; zehn Jahre später wurde die Schlossruine im August 2005 der Öffentlichkeit übergeben. Im gleichen Jahr wurde eine neue Trasse der Flaeming-Skate eröffnet, die durch Teile des Schlossparks führt.

Eingemeindungen Schwebendorf wurde 1957 eingemeindet.Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7. Zagelsdorf kam 1974 hinzu. Ende 2001 wurde Dahme/Mark um vier Gemeinden,StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001. im Jahr 2003 um weitere drei GemeindenStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003. vergrößert.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Altsorgefeld 1. Juli 1961 Eingemeindung nach Kemlitz Buckow 31. Dezember 2001 Gebersdorf 31. Dezember 2001 Heinsdorf 1. Januar 1957 Zusammenschluss mit Niebendorf zu Niebendorf-Heinsdorf Kemlitz 31. Dezember 2001 Kolpien 1. Januar 1974 Zusammenschluss mit Schöna zu Schöna-Kolpien Niebendorf 1. Januar 1957 Zusammenschluss mit Heinsdorf zu Niebendorf-Heinsdorf Niebendorf-Heinsdorf 26. Oktober 2003 Rosenthal 31. Dezember 2001 Schöna 1. Januar 1974 Zusammenschluss mit Kolpien zu Schöna-Kolpien Schöna-Kolpien 26. Oktober 2003 Schwebendorf 1. Januar 1957 Wahlsdorf 26. Oktober 2003 Zagelsdorf 1. Januar 1974

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 5 475 1890 5 207 1910 5 956 1925 5 229 1933 5 247 1939 5 149 Jahr Einwohner 1946 6 391 1950 6 325 1964 5 396 1971 5 356 1981 4 822 1985 4 691 Jahr Einwohner 1990 4 531 1995 4 180 2000 3 889 2005 5 790 2010 5 376 2015 5 073 Jahr Einwohner 2020 4 862 2021 4 805 2022 4 952 2023 4 945 2024 4 957 2025 4 904

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Teltow-Fläming. S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)., ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Religion mini|Evangelische Marienkirche In der Stadt sind 28 % der Einwohner evangelisch und nur 2 % katholisch.

Die evangelische Kirchengemeinde Dahme mit der Kirche St. Marien gehört zum Kirchenkreis Zossen-Fläming der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Zum selben Kirchenkreis gehören auch die Kirchengemeinde Gebersdorf (mit den Dorfkirchen Gebersdorf, Buckow, Liepe, Niebendorf und Wahlsdorf sowie der Kirchenruine Heinsdorf) und die Kirchengemeinde St. Peter und Paul Rosenthal (mit den Dorfkirchen Rosenthal, Kemlitz und Zagelsdorf).

Altsorgefeld gehört zur Kirchengemeinde Langengrassau im Kirchenkreis Niederlausitz der EKBO, deren nächste Gotteshäuser die Dorfkirchen Falkenberg und Wüstermarke in der Gemeinde Heideblick sind.

Die Kirchengemeinden Kolpien und Schöna bilden einen Kirchengemeindeverband im Kirchenkreis Bad Liebenwerda der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die Katholiken sind der Pfarrei Christus König in Luckau, Bistum Görlitz, zugeordnet, die in Dahme die Filialkirche St. Antonius unterhält.

Politik Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung von Dahme besteht aus 16 Stadtverordneten und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 65,4 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Freie Wählergemeinschaft Dahme/CDU 35,5 % 6 43,2 % 7 Wählergemeinschaft Dahmer Umland 19,0 % 3 16,5 % 3 SPD 13,0 % 2 13,8 % 2 Wählergruppe Landleben 11,4 % 2 10,4 % 2 Die Linke 16,5 % 2 9,5 % 2 Einzelbewerber Rico Oppitz – – 3,2 % – Die PARTEI/Die PDS – – 2,0 % – Einzelbewerberin Stephanie Hilscher – – 1,4 % – Bündnis 90/Die Grünen 4,6 % 1 – – Insgesamt 100 % 16 100 % 16

Bürgermeister seit 1998: Thomas Willweber (Freie Wählergemeinschaft Dahme)

Willweber setzte sich bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juli 2024 mit 57,7 % der gültigen Stimmen gegen drei Mitbewerber durch und wurde wiederum in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Wappen

Flagge Die Flagge ist Rot – Weiß (1:1) gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

Partnerschaft Die Amtsverwaltung Dahme/Mark ist mit der Verwaltung der Verbandsgemeinde Vallendar in Rheinland-Pfalz partnerschaftlich verbunden.

Sehenswürdigkeiten und Kultur In der Liste der Baudenkmale in Dahme/Mark und in der Liste der Bodendenkmale in Dahme/Mark stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke mini|Schlossruine mini|Stadtmauer mini|Stadtmuseum mini|Kornspeicher Historische Altstadt, von einer aus Raseneisensteinen und Feldsteinen erbauten Stadtmauer umgeben, die als Eiserne Mauer bezeichnet wird; sie wurde bereits 1265 urkundlich erwähnt und ist zu 80 % erhalten. Im Juli 2004 wurde die Stadtmauer von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“, in der Dahme Mitglied ist, als „Denkmal des Monats“ ausgezeichnet. Grundmauern der Kirche St. Marien, stammen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Der Ort und somit die Kirche brannten mehrmals ab, das letzte Mal am 27. Juni 1666. Ab 1670 wurde die Kirche im Stil des Barocks wieder aufgebaut. Der Altar im Inneren stammt aus dem Jahr 1678, die Orgel von Alexander Schuke (II/19) aus dem Jahr 1989. Eine denkmalgerechte Sanierung des gesamten Dachstuhls erfolgte von 2012 bis 2014. Schloss Dahme, unter Einbeziehung der Bausubstanz einer mittelalterlichen Wasserburg der Herren von Dahme unter den Herzögen von Sachsen-Weißenfels Friedrich und Johann Adolf II. von 1711 bis 1714 zu einem Barockschloss mit repräsentativem Mittelrisalit umgestaltet. An dem Bau waren der schlesische Baumeister Elias Scholtz und der sächsische Baumeister Johann Christoph Schütze beteiligt. Nach abgebrochenen Sanierungsmaßnahmen verfiel die Schlossanlage nach 1957 zur Ruine, die von 1994 bis 2008 unter Beteiligung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gesichert worden ist und seitdem kulturellen Zwecken dient.