Dahlem in der Eifel ist eine Gemeinde im Kreis Euskirchen. Sie hat die zweitkleinste EinwohnerzahlKölner Stadtanzeiger: Heimbach jetzt kleinste Kommune in NRW und die niedrigste Bevölkerungsdichte aller Gemeinden von Nordrhein-Westfalen.
Geographische Lage Dahlem liegt in der Nordeifel im Naturpark Hohes Venn-Eifel zwischen Blankenheim im Nordosten und dem rheinland-pfälzischen Stadtkyll im Südwesten. Nach Süden hin grenzt die Gemeinde an die rheinland-pfälzische Verbandsgemeinde Gerolstein. Durch Dahlem fließt der Kyll-Zufluss Glaadtbach. Im östlich gelegenen Ripsdorfer Wald liegen die Heidenköpfe.
Gemeindegliederung mini|Dahlem (Nordeifel), Luftaufnahme (2016)
Die Gemeinde Dahlem besteht aus den folgenden Ortsteilen: 20px Baasem 20px Berk 20px Dahlem 20px Frauenkron 20px Kronenburg 20px Schmidtheim
Geschichte Funde von Ziegelscherben aus der Römerzeit (50 v. bis 400 n. Chr.) wurden in der Nähe der Römerstraße Trier–Neuss, östlich der sog. „Hügelgräber“, gemacht. In der Flur „Im Leger“ wurden Brandgräber mit Beigaben entdeckt.
Die erste Erwähnung fand Dahlem als dalaheim in einer in Aachen in lateinischer Sprache ausgestellten Schenkungsurkunde des Edelherrn Otbert datiert auf den 20. Januar 867:
Im Jahr 973 erscheint Dahlem in einer Urkunde König Ottos II. erneut als „Dalheim“. Seit dem 14. Jahrhundert war der Ort Teil der Herrschaft Kronenburg. Mit der französischen Besetzung des Rheinlandes wurde Dahlem 1795/96 zu einer Mairie und unterstand der französischen Verwaltung. Nach dem Ende der französischen Herrschaft kam die Region zunächst unter die Verwaltung von Mecklenburg-Strelitz und 1819 endgültig zu Preußen. Dahlem gehörte anschließend zum preußischen Verwaltungsraum des späteren Kreises Schleiden. Zum 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Dahlem gemeinsam mit weiteren Gemeinden des ehemaligen Kreises Schleiden in den Kreis Euskirchen eingegliedert.
Noch im 19. Jahrhundert war Dahlem unter dem Namen Dalheim bekannt. Der Name leitet sich von „Talheim“ ab.
Im Rahmen der kommunalen Gebietsreform wurden zum 1. Juli 1969 die ehemaligen Gemeinden Baasem, Berk, Kronenburg und Schmidtheim eingegliedert. Der Verwaltungssitz befindet sich in Schmidtheim.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Dahlem. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 14. September 2025 statt.
Bürgermeister von bis Name Bemerkung 1969 1984 Johann Schramm ehrenamtlicher Bürgermeister 1984 1999 Reinhold Müller ehrenamtlicher Bürgermeister 1999 2014 Bürgermeister 2014 heute Jan Lembach
Seit dem Jahr 1999 werden Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen direkt gewählt und stehen als hauptamtliche Repräsentanten der Kommunen der Verwaltung vor.
Partnerschaft Dahlem ist mit der französischen Gemeinde Sarzeau in der Bretagne verschwistert.
Wappen und Banner Der Gemeinde ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten vom 6. April 1976 das Recht zur Führung eines Wappens, eines Siegels und einer Flagge (Banner) verliehen worden.
Wappen
Früheres Wappen bis 1976
Banner
„Rot-Weiß im Verhältnis 1 : 1 längsgestreift mit dem über der Mitte nach oben verschobenen Wappenschild der Gemeinde.“
Bildung In der zwischen Baasem und Kronenburg gelegenen ehemaligen Jugendherberge befindet sich eine Bildungsstätte für Religionsbeauftragte der Ditib.Reiner Burger: Imame aus der Eifel, in: Frankfurter Allgemeine Woche, Nr. 4, 17. Januar 2020, S. 26 f.
Verkehr mini|Bahnhof Dahlem, Perspektive Zugang vom Ortskern mini|Bahnhof Dahlem (Eifel), Schienenersatzverkehr Die Haltepunkte in Dahlem und Schmidtheim an der Eifelstrecke Köln – Euskirchen – Gerolstein – Trier werden von der Linie RE 22 im Stundentakt bedient. Zusätzlich verkehren einzelne Fahrten der Linie RB 24.
Linie Verlauf Takt
Es gilt der Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Sieg und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
Die Anbindung der hinteren Ortsteile (Kronenburg, Frauenkron, Berk) an den Bahnhof Dahlem erfolgt werktags stündlich, sonn- und feiertags zweistündlich über die Buslinie 834 der RVK. Außerhalb des Schülerverkehrs kommt dabei der Taxibus zum Einsatz, d. h. die Fahrten verkehren nur bei telefonischer Voranmeldung.
Linie Verlauf
Durch die Gemeinde Dahlem führen die B 51 und B 421. Über die in diesem Abschnitt dreispurig ausgebaute B 51 ist die A 1 erreichbar.
Zwischen Dahlem und Schmidtheim liegt der öffentliche Verkehrslandeplatz Dahlemer Binz.
Sehenswürdigkeiten und Touristik
Burgruine und mittelalterlicher Ortskern in Kronenburg mit spätgotischer Kirche Kylltalsperre (Kronenburger See) in Kronenburg Ehemalige Trappistinnenabtei Maria Frieden in Dahlem Die Kirche St. Mariä Geburt (Baasem) stammt in ihrer heutigen Gestalt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und steht unter Denkmalschutz. Flugplatz Dahlemer Binz in Dahlem Kartbahn Dahlemer Binz Schloss Schmidtheim: das heutige Schloss, ursprünglich eine Wasserburg, stammt im Wesentlichen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, 1890 wurden die Wassergräben verfüllt. Das Schloss ist eines der besterhaltenen in der Eifel. Sehenswert ist die Parkanlage mit Baumbestand (heute Naturdenkmäler). Durch den Ort führt der Radwanderweg Eifel-Höhen-Route, der als Rundkurs um den Nationalpark Eifel führt. Dahlem ist ein möglicher Ausgangspunkt für den Kyll-Radweg, der seit 2015 über die ehemalige Bahntrasse von der belgischen Grenze bis nach Stadtkyll führt. Am Ortsrand von Dahlem führt der Moorpfad durch das Hangmoor an der Wasserdell. Der Radwanderweg Tälerroute führt ebenfalls durch den Ort.
Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Matthias Stahl (1833–1916), in Baasem geborener Klassischer Philologe, Gymnasial- und Hochschullehrer Innocent Wolf (1843–1922), Benediktinerabt der St. Benedict’s Abbey in Atchison, Kansas USA, Abtpräses der amerikanisch-cassinensischen Benediktinerkongregation Wilhelm Gier (1867–1951), Steyler Missionar, Priester und Generalsuperior, Autor geistlicher Schriften Johann Peter Brandenburg (1905–1977), Politiker (FDP/DVP), Mitglied des Landtags in Baden-Württemberg, Landtags-Vizepräsident, Oberbürgermeister von Pforzheim Karl Guthausen (1921–2012), Autor und Heimatkundler Lolita Brieger (1964–1982), Protagonistin eines bekannten deutschen Kriminalfalls.
Weblinks
Einzelnachweise
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