+ Prince Edward IslandÎle-du-Prince-ÉdouardPrinz-Eduard-Insel Wappen Flagge 85px|Wappen von Prince Edward Island(Details) 140px|rand|Flagge von Prince Edward Island(Details) Wahlspruch: Parva Sub Ingenti„Die Kleine unter dem Schutz des Großen“ Lage Basisdaten Amtssprache Englisch Hauptstadt Charlottetown Größte Stadt Charlottetown Fläche 5681 km² (13.) Einwohner (2021) 154.331 (10.) Bevölkerungsdichte 27,2 Ew./km² BIP in CAD (2006) Gesamt: 4,32 Mia. (10.)Pro Kopf: 31.278 (13.) Zeitzone UTC −4 ISO 3166-2 CA-PE Postalische Abkürzung PE Website www.princeedwardisland.ca Politik Beitritt Konföderation 1. Juli 1873 Vizegouverneur Wassim Salamoun Premierminister Rob Lantz (Progressiv-konservative) Sitze im Unterhaus 4 Sitze im Senat 4

Prince Edward Island [] (, Mi’kmaq Epekwitk oder Abegweit,Aussprache. kurz PEI oder P.E.I., ) ist eine Insel im Atlantik und eine Provinz im Osten Kanadas. Die Nachbarprovinzen der Insel sind New Brunswick im Westen und Nova Scotia im Süden und Osten. Prince Edward Island ist flächenmäßig die kleinste Provinz des Landes. Benannt ist sie nach Edward Augustus, Duke of Kent and Strathearn, dem Vater von Königin Victoria.

Geographie mini|links|Die Küste von Prinz Edward Island bei Cavendish

Die als „Garten des Golfs“ bezeichnete Insel liegt im Sankt-Lorenz-Golf, einem Randmeer des Nordatlantiks. An ihrer Südküste liegt die Northumberlandstraße, die die Insel von New Brunswick und Nova Scotia (der Nova-Scotia-Halbinsel sowie der Kap-Breton-Insel) trennt. Innerhalb Kanadas wird Prince Edward Island zu den drei Seeprovinzen und somit auch zu den atlantischen Provinzen gerechnet.

Es gibt zwei Ballungszentren: Das größere befindet sich um den natürlichen Hafen Charlottetown Harbour in der Mitte der Südküste und umfasst die Hauptstadt Charlottetown sowie die Vorstädte Cornwall und Stratford. Die Stadt Summerside am gleichnamigen Summerside Harbour, einem durch eine Ria gebildeten natürlichen Hafen, bildet im Westen das zweite Ballungsgebiet.

Klima Die Insel hat ein humides Kontinentalklima, im Vergleich zum Festland gemäßigt durch die Lage am südlichen Rand des St.-Lorenz-Golfes. Die Winter sind vergleichsweise mild mit Januar-Durchschnittstemperaturen von −7,7 °C. Aufgrund der Küstenlage fällt viel Schnee, insgesamt 290,4 mm. Im Frühjahr erwärmt sich die Luft durch die maritime Lage vergleichsweise langsam. Die Sommer sind mild: Im Juli sind Höchsttemperaturen von 23,3 °C zu erwarten. Insgesamt erreichen die Niederschläge 1158,24 mm pro Jahr, wobei von Oktober bis Januar etwas mehr fällt als in den übrigen Monaten.

Geschichte

mini|Kanu im Lennox Island Mi’kmaq Cultural Centre Archäologische Spuren weisen auf eine erste Besiedlung um 9000 v. Chr. hin (vgl. Geschichte der First Nations), als eine Brücke zum Festland bestand.In: Knowledge. Research at the Canadian Museum of Civilization, Frühjahr 2005. Die Insel wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt von den Vorgängern der heutigen Mi’kmaq besiedelt, die sie Abegweit („Land in der Wiege der Wellen“) nannten. Ausgrabungen konnten an der Sutherland site in der St. Peters Bay eine Besiedlung mindestens von 800 bis 1400 n. Chr. nachweisen.

1534 entdeckte sie Jacques Cartier als erster Europäer. Es folgten zahlreiche Besuche französischer und baskischer Fischer, die die Insel jedoch vorläufig nicht besiedelten. 1720 wurde Port-la-Joye gegründet, die erste dauerhafte französische Siedlung auf der damals so bezeichneten Île Saint-Jean. Die Insel bildete einen Teil der Kolonie Akadien und war von rund 1000 französischsprachigen Akadiern bewohnt. Viele zogen 1755, ein Jahr nach Ausbruch des in Nordamerika als Franzosen- und Indianerkrieg bekannten Stellvertreterkrieges zwischen Frankreich und Großbritannien, auf die Insel, um sich der Deportation durch die Briten zu entziehen.

mini|Karte von 1765 mini|John Sark, Häuptling der Mi'kmaq auf der Insel Nach der Eroberung der französischen Festung Louisbourg nahmen die Briten 1758 die Insel ein und vertrieben die meisten Akadier. Die kanadische Regierung gedenkt seit dem 20. Jahrhundert dieser unberechtigten Vertreibung der Akadier und erklärte die Vertreibung von Prince Edward Island (Île Saint-Jean) am 19. Juni 2011, auf Vorschlag des Historic Sites and Monuments Board of Canada, zu einem „nationalen historischen Ereignis“. Im Pariser Frieden 1763 trat Frankreich die Insel, die nun St. John’s Island genannt wurde, an Großbritannien ab. Samuel Holland führte 1764/65 umfangreiche Vermessungen auf der Insel durch, die als Grundlage zur Verlosung des Landes an britische Siedler dienten. 1765 erfolgte die Gründung von Charlottetown, der späteren Hauptstadt. Walter Patterson, der erste britische Gouverneur der Kolonie, trat sein Amt 1770 an. Als eine der ersten Amtshandlungen verfügte er die Umbenennung der Kolonie in New Ireland, um irische Siedler anzulocken und so die eher schleppend verlaufende Besiedlung voranzutreiben. Die britische Regierung widerrief diesen Beschluss umgehend, da es sich um eine Kompetenzüberschreitung handelte.

Während und nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1776–1783) flohen zahlreiche Loyalisten auf die Insel. Am 29. November 1798 beschloss die britische Regierung, den Namen der Kolonie zu Ehren von Edward Augustus, Duke of Kent and Strathearn, in Prince Edward Island zu ändern, um Verwechslungen mit den Städten Saint John und St. John’s zu vermeiden. Im selben Jahr fand die erste Volkszählung statt; die Zahl der Siedler betrug demnach 4372.

Im September 1864 fand die Charlottetown-Konferenz statt, an der erstmals über den möglichen Zusammenschluss verschiedener britischer Kolonien zur Kanadischen Konföderation beraten wurde. Prince Edward Island war mit dem Verhandlungsergebnis nicht zufrieden und trat 1867 dem neuen Staat vorerst nicht bei. 1871 begannen auf der Insel die Bauarbeiten für ein Eisenbahnnetz, außerdem fanden Verhandlungen über einen möglichen Beitritt zu den Vereinigten Staaten statt. Der kanadische Premierminister John Macdonald wollte die amerikanische Expansion verhindern und führte daher ebenfalls Verhandlungen. Die kanadische Bundesregierung verpflichtete sich, die Kosten für den Bau der Prince Edward Island Railway zu übernehmen, woraufhin die Kolonie sich am 1. Juli 1873 der Konföderation anschloss.

Während des 20. Jahrhunderts blieb die Insel agrarisch geprägt. Neben der Landwirtschaft entwickelte sich der Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Der Bauernhof Green Gables diente der Schriftstellerin Lucy Maud Montgomery als Vorlage für die Kinderbuchreihe Anne of Green Gables, die auf der Insel spielt. 1937 wurde der Prince-Edward-Island-Nationalpark eingerichtet. Seit 1997 verbindet die Confederation Bridge die Insel mit dem Festland.

Bevölkerung mini|Sprachmehrheiten auf Prince Edward Island (Rot: Englisch, Blau: Französisch)

Der Zensus von 2021 stellte eine Gesamtbevölkerung von 154.331 Einwohnern fest. Bei der Volkszählung 2006 hatten sich 39 % der Bevölkerung als „Kanadier“ bezeichneten, 40 % waren dabei schottischer, 32 % englischer, 29 % irischer, 23 % französischer und 5 % deutscher Abstammung (Mehrfachantworten möglich). Die ursprünglichen Bewohner, die Mi’kmaq, stellen heute nur eine kleine Minderheit. Diese besteht aus der Abegweit First Nation (rund 300 Angehörige), die bei Charlottetown leben, und der Lennox Island First Nation. Die 245 Angehörigen dieser First Nation leben auf der Insel diesen Namens in der Malpeque Bay nordöstlich von Tyne Valley. Im Juli 2016 waren von den Angehörigen der Abegweit First Nation 373 als Indianer registriert,, Indigenous and Northern Affairs Canada. von denen der Lennox Island First Nation waren es 950, Indigenous and Northern Affairs Canada.. Damit stellen die beiden Stämme 1 % der Bevölkerung.

Die meistgesprochene Sprache ist Englisch mit 93,78 %, gefolgt von 4,00 %, die Französisch sprechen. 47,4 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 19,9 % gehören der United Church of Canada an, 5,9 % sind Presbyterianer, 4,9 % Anglikaner und 4,5 % Baptisten.

+ Entwicklung der Gesamtbevölkerung Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner 1851 62.678 1911 93.728 1971 111.635 1861 80.857 1921 88.615 1981 122.506 1871 94.021 1931 88.038 1991 129.765 1881 108.891 1941 95.047 2001 135.294 1891 109.078 1951 98.429 2006 135.851 1901 103.259 1961 104.629 2011 140.204

+ Entwicklung der Stadtbevölkerung Größte Städte 2006 201120162021 Charlottetown 32.174 34.56236.09438.809 Summerside 14.500 14.75114.83916.001 Stratford 7083 85749.71110.927 Cornwall 4677 51625.3486.574 Montague 1802 18951.9612.027

Verwaltungsgliederung

hochkant=1.8|mini|Karte der Provinz Prince Edward Island

Politik

Das politische System basiert auf dem Westminster-System, mit einem Einkammernparlament, der Legislativversammlung. Diese besteht aus 27 Mitgliedern, die in ebenso vielen, ungefähr gleich großen Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlsystem gewählt werden. Die maximale Dauer einer Legislaturperiode beträgt fünf Jahre. Der Vizegouverneur kann jedoch auf Anraten des Premierministers das Parlament vorzeitig auflösen und Neuwahlen ansetzen. Amtierender Premierminister ist seit dem 9. Februar 2026 Rob Lantz, Vizegouverneur ist seit 2024 Wassim Salamoun.

Zwei Parteien dominieren das politische Geschehen: Seit dem Beitritt zur Konföderation im Jahr 1873 wechseln sich die Prince Edward Island Liberal Party und die Prince Edward Island Progressive Conservative Party in der Regierung ab. Nur zweimal, bei den Wahlen 1996 und 2015, wurden Politiker anderer Parteien ins Provinzparlament gewählt. Grund dafür dürfte sein, dass die Liberalen und Konservativen sich kaum voneinander unterscheiden und beide sich im Zentrum des politischen Spektrums positionieren.

Laut der kanadischen Verfassung stehen Prince Edward Island je vier Sitze im Senat und im House of Commons zu. Die Provinz gilt auf Bundesebene als Hochburg der Liberalen Partei. Seit den Unterhauswahlen 1988 konnten die Liberalen, bis auf einen Sitz von 2008 bis 2015, alle zu vergebenden Sitze erobern.

Wirtschaft Die Wirtschaft der Provinz wird von Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei dominiert. Industriebetriebe gibt es nur wenige und Prince Edward Insel verfügt über keine bedeutenden mineralischen Rohstoffe. Vor der Ostküste werden jedoch umfangreiche Erdgasvorkommen vermutet.Prince Edward Island – primary resources

In der Landwirtschaft herrscht der Anbau von Kartoffeln vor. Rund ein Drittel der gesamten kanadischen Kartoffelernte, etwa 1,3 Millionen t, stammt von der Insel, weshalb der Spitzname „Kartoffelprovinz“ (potato province) weit verbreitet ist. In mehr als zwanzig Länder werden Saatkartoffeln exportiert. Die Fischerei basiert hauptsächlich auf dem Fang und der Verarbeitung von Amerikanischem Hummer, Austern und Muscheln.

Rund 25 % der Elektrizität wird aus Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von 203,6 MW erzeugt. Der Bau einer weiteren großen Windkraftanlage mit 40 MW Leistung ist für 2025 geplant. Und eine Windkraftanlage mit 30 MW Leistung wurde 2019 gebaut. Trotz Einführung der Windenergie ist die Provinz von Stromimporten durch eine Unterwasserleitung von New Brunswick her abhängig. Die Charlottetown Thermal Generating Station, ein 112 MW Ölkraftwerk, produziert hauptsächlich während Zeiten hohen Energiebedarfs Strom.

Verkehr mini|Die Confederation Bridge ist die einzige Straßenverbindung zum kanadischen Festland

Das Verkehrsnetz der Insel entwickelte sich von den Hafenorten Charlottetown, Summerside, Borden, Georgetown und Souris aus. Die Canadian National Railway übernahm 1918 die Prince Edward Island Railway, stellte jedoch den Eisenbahnverkehr 1989 gänzlich ein. Im Gegenzug versprach die Bundesregierung, das schlecht unterhaltene Straßennetz auszubauen. Die Bahntrassen wurden in ein Radwegesystem integriert.