+ Nova ScotiaNouvelle-Écosse, Alba NuadhNeuschottland Wappen Flagge 75px|Wappen von Nova Scotia(Details) 140px|rand|Flagge von Nova Scotia(Details) Wahlspruch: Munit Haec et Altera Vincit„Eine verteidigt und die andere erobert“ Lage Basisdaten Amtssprache Englisch Hauptstadt Halifax Größte Stadt Halifax Regional Municipality Fläche 52.824,71 km² (11.) Einwohner (2021) 969.383 (7.) Bevölkerungsdichte 18,4 Ew./km² BIP in CAD (2020) Gesamt: 36,591 Mio. (7.)Pro Kopf: 36.525 (11.) Zeitzone UTC −4 ISO 3166-2 CA-NS Postalische Abkürzung NS Website novascotia.ca Politik Beitritt Konföderation 1. Juli 1867 Vizegouverneur Michael John Savage Premierminister Tim Houston (Progressive-Conservative) Sitze im Unterhaus 11 Sitze im Senat 10 mini|hochkant=1.2|Karte von Nova Scotia
Nova Scotia [] (lateinisch für Neuschottland, , ) ist eine Provinz im Osten Kanadas. Sie liegt an der Atlantikküste und besteht zum größten Teil aus der gleichnamigen Halbinsel. Die Hauptstadt ist Halifax.
Geographie Die Provinz besteht im Wesentlichen aus der Nova-Scotia-Halbinsel am Atlantischen Ozean und der nordöstlich vorgelagerten Kap-Breton-Insel. Zahlreiche Fischerorte säumen die Küste.
Nova Scotia ist flächenmäßig die zweitkleinste Provinz Kanadas. Bei einer Größe von 55.284 km² (96,5 % Landmasse und 3,5 % Wasser) ist kein Punkt in Nova Scotia mehr als 56 km vom Meer entfernt. In Kanada wird Nova Scotia zu den drei Seeprovinzen und somit auch zu den atlantischen Provinzen gerechnet.
Die einzige Landverbindung zum Rest Kanadas besteht im Nordwesten, wo Nova Scotia an New Brunswick grenzt. Im Norden liegen die zum Sankt-Lorenz-Golf gehörende Northumberlandstraße und die Cabotstraße, im Osten und Süden der offene Atlantik, im Westen die Bay of Fundy.
Der maritime Charakter der Provinz kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass sich ihre vier extremsten Punkte alle auf Inseln befinden: Im Süden das Cape Sable auf der gleichnamigen Küsteninsel, im Westen die ebenfalls in Küstennähe befindliche Brier-Insel, am nördlichsten Punkt der Insel die in der Cabotstraße gelegene Sankt-Paul-Insel und im Osten die ca. 175 km vor der Küste gelegene Sable-Insel.
Städte und Ballungszentren
Wichtige Städte sind Halifax, Dartmouth, Bedford, Yarmouth, Amherst, Truro, New Glasgow und Sydney. Weitere Städte sind u. a. Lunenburg, Kentville, Mahone Bay und Bridgewater.
+ Größte Städte nach Einwohnerzahl Gemeinde 2006 2011 2016 2021 Halifax (Halifax Regional Municipality) 372.679 390.096 403.131 439.819 Cape Breton Regional Municipality 97.398 102.250 94.285 93.694 Lunenburg (Municipal District) 25.164 25.118 24.863 25.545 East Hants (Municipal District) 21.397 22.111 22.453 22.892 West Hants (Municipal District) 13.871 14.165 19.016 19.509 Truro 12.059 11.765 12.261 12.954 Chester 10.599 10.741 10.310 10.693 Yarmouth 7.162 6.761 9.845 10.067 New Glasgow 9.455 9.562 9.075 9.471 Amherst 9.505 9.717 9.404 9.413 Bridgewater 7.944 8.241 8.532 8.790 Quelle: Statistics Canada (2006 und 2011, 2016 und 2021)
Nationalparks mini|Cape-Breton-Highlands-Nationalpark Die zwei Nationalparks der Provinz sind der Cape-Breton-Highlands-Nationalpark im Norden und der Kejimkujik-Nationalpark im Süden Nova Scotias.
Klima mini|Temperaturwerte von Halifax
Das Klima Nova Scotias wird stark von der Lage am Atlantischen Ozean und dem Golfstrom beeinflusst. So sind die Winter mild, mit Durchschnittstemperaturen von 0 °C bis −10 °C, was Nova Scotia oft Winter mit sehr wechselhaften und gewöhnlich nicht allzu hohen Schneehöhen beschert. Eine Ausnahme bildet der nördliche Teil um die Kap-Breton-Insel, wo die Durchschnittstemperatur einige Grad tiefer liegt, mit bis zu 200 mm Niederschlag in den Wintermonaten.
Im Frühjahr und im Herbst liegen die Temperaturen bei etwa 15 bis 18 °C. Im Herbst taucht der Indian Summer die Landschaft in einen einzigartigen Farbrausch. Meistens beginnt diese Jahreszeit in der zweiten oder dritten Septemberwoche und dauert bis etwa Ende Oktober.
Geschichte
Indigene Völker
Der älteste Fund menschlicher Überreste wurde bei Debert im Colchester County gemacht.Genauer bei Debert und Belmont. Dies und das Folgende nach: . Die rund 4500 Artefakte der Paläoindianer wurden auf etwa 8600 v. Chr. datiert. Damit ist Debert nicht nur die älteste Fundstätte in Nova Scotia, sondern auch die nordöstlichste der Paläo-Indianer. Oberhalb der Cobequid Bay jagten diese Menschen offenbar Karibus.
Vor der Ankunft der Europäer waren die Mi’kmaq Jäger und Fischer. Sie bauten lediglich Tabak an. Im Herbst jagten sie in kleinen Gruppen Elche und Karibus.
Europäische Besiedlung Die dauerhafte europäische Besiedlung begann, als John Cabot im 15. Jahrhundert große Kabeljaubestände vor der Küste entdeckte. 1605 wurde Port Royal, das heutige Annapolis Royal, gegründet. Immer mehr Franzosen wanderten in die neu gegründete Provinz Akadien ein.
1620 erklärte Jakob I., König von England, im Council for New England die ganze Küste Akadiens bis zur Chesapeake Bay zu Neuengland. Am 29. September 1621 erhielt Sir William Alexander Landgarantien für die erste britische Siedlung in Nova Scotia. 1622 verließen die ersten Siedler Schottland. Obwohl die Herrschaft über Nova Scotia immer wieder in englische Hände überging, gab es bis zur Gründung von Halifax 1749 keine nennenswerte größere britische Siedlung in Nova Scotia.
Die Briten errichteten im Juli 1749 ihr neues Hauptquartier Halifax auf der Chebucto-Halbinsel, nachdem sie die Festung Louisbourg gemäß dem Friedensvertrag von Aachen (1748) wieder an die Franzosen hatten zurückgeben müssen.
Britische Kolonie 1713 wurde Großbritannien im Frieden von Utrecht das Gebiet von Nova Scotia zugesprochen. Frankreich behielt seine Besitzungen nur auf Île St Jean (Prince Edward Island) und die Île Royale (Kap-Breton-Insel), wo es die Festung Louisbourg gründete, um die dortigen französischen Fischfanggebiete und den Seezugang nach Québec zu kontrollieren. Die britische Regierung war jedoch beunruhigt, da die Mehrheit der Siedler Nova Scotias aus katholischen und französischsprachigen Akadiern bestand, die keine Treue auf die britische Krone schworen. 1755 wurden daher über 12.000 Akadier gewaltsam aus Nova Scotia vertrieben. Zuvor hatte die britische Regierung bereits Foreign Protestants, Einwanderer aus Süddeutschland, angeworben, um ein Gegengewicht zu den katholischen Akadiern zu schaffen. Ferner lebten schwarze Sklaven auf der Insel, die sowohl auf den Feldern als auch im Haushalt arbeiten musstenRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 80. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. 1796 lebten zudem ca. 3000 freie Schwarze auf der InselRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 82. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. 1796 siedelten über tausend von ihnen nach Sierra Leone überRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 82. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. Seit den 1780er begannen der schottische presbyterische Pfarrer James McGregor und andere eine abolitionistische Bewegung, die jedoch zunächst ohne Erfolg bliebRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 82. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227.
Im Juli 1796, nach dem Zweiten Maroon-Krieg auf Jamaika brachten die Briten 549 rebellierende Trelawney Town Maroons zusammen mit ihren Sklaven in drei Schiffen, darunter die HMS Dover James D. Lockett, The Deportation of the Maroons of Trelawny Town to Nova Scotia, then back to Africa. Journal of Black Studies 30/1, 12. https://doi.org/10.1177/002193479903000101 nach Halifax, vor allem Frauen und Kinder. Sie hatten zusammen 25.000 jamaikanische Pfund als Entschädigung erhalten und standen unter Aufsicht von Oberstleutnant William Dawes Quarrell und Hauptmann Alexander Ochterloney. Viele von ihnen waren krank und durch den langen Transport geschwächtRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 79. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. Die Maroons wurden sofort von Gouverneur John Wentworth und Prinz Edward Augustus eingesetzt, um auf dem Citadel Hill in Halifax eine Festung gegen die Franzosen zu erbauenRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 80. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. Im selben Jahr genehmigte der Duke of Portland ihre Ansiedlung auf Nova Scotia, obwohl Generalmajor George Walpole (1758 – 1835) ihre Deportation immer noch für illegal hieltRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 82. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. Sie wurden in Preston nordöstlich von Halifax angesiedeltRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 85. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. 1797 bekehrte sich ein Teil von ihnen unter Leitung von Hauptmann John Palmer zum Christentum und wurde in Boydville angesiedeltRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 95. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. 1800 wurden die meisten Maroons nach Westafrika umgesiedelt.
Mehr als die Hälfte der Vorfahren der heutigen Bewohner Nova Scotias kamen nach der Vertreibung der Akadier an. Zwischen 1759 und 1768 folgten rund 8000 Bauern aus den Neuenglandstaaten dem Ruf von Charles Lawrence, dem damaligen Gouverneur Nova Scotias, und siedelten großteils im Annapolis Valley. Nach dem Ende des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges kamen 16.000 Loyalisten nach Nova Scotia. Sie begannen, die Mi’kmaq aus ihrem Siedlungsgebiet zu vertreiben und brannten die lokale Vegetation ab, was die Erträge der Jagd minderteRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 88. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. Nachdem das Amt des "Superintendent of Indian Affairs" nach 1784 nicht mehr besetzt worden war, kümmerte sich niemand mehr um die Belange der EinheimischenRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 88. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. Ab 1800 wurden alle Zahlungen an die Mi’kmaq eingestelltRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 90. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227. Eine große Anzahl gälischsprachiger Hochlandschotten wurde im Zuge der Highland Clearances zur Emigration nach Cape Breton, das 1763 ein Teil Nova Scotias wurde, gezwungen. Etwa 1000 Iren aus Ulster siedelten in Zentral-Nova Scotia. Die Sklaverei endete langsam zwischen 1815 und den 1820er JahrenRuma Chopra, Almost Home: Maroons between Slavery and Freedom in Jamaica, Nova Scotia, and Sierra Leone. New Haven, Yale University Press 2018, 82. https://doi-org.libproxy.ucl.ac.uk/10.12987/9780300235227.