mini|Winfried Bönig, 2023 Winfried Bönig (* 1959 in Bamberg) ist ein deutscher Organist und Hochschullehrer. Er ist Domorganist am Kölner Dom sowie Professor für künstlerisches Orgelspiel und Improvisation und Leiter des Studiengangs Katholische Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Leben Winfried Bönig erhielt zunächst Orgelunterricht beim Bamberger Domorganisten Wolfgang Wünsch. Er studierte ab 1978 Orgel bei Franz Lehrndorfer an der Musikhochschule München und legte sein Examen mit dem Prädikat „mit Auszeichnung bestanden“ ab. Es folgte ein Abschluss in Dirigieren und ein Meisterklassendiplom für Orgel. 1992 wurde er im Fach Musikwissenschaft an der Universität Augsburg mit der Dissertation Die Kantaten von Johann Caspar Simon: ein Beitrag zur Geschichte der evangelischen Kirchenmusik um 1740 zum Dr. phil. promoviert.
Von 1984 bis 1998 war Bönig Organist und Dirigent an der katholischen Stadtpfarrkirche St. Josef in Memmingen. Dort leitete er Aufführungen der großen Orchestermessen und stellte in Konzertzyklen sämtliche Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, Max Reger und Olivier Messiaen dar. 1995 wurde ihm der Kulturpreis der Stadt Memmingen verliehen.
Seit 1998 ist Bönig Professor an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, seit 2001 Domorganist am Kölner Dom. Neben der Lehrtätigkeit und den Aufgaben der Domliturgie konzertiert er an den Domorgeln sowie im In- und Ausland. Zu den bekanntesten und bestbesuchten Orgelkonzertreihen weltweit gehören die zwölf sommerlichen Orgelfeierstunden im Dom, von denen drei von Bönig selbst, die übrigen von Gastorganisten durchgeführt werden.
Mehrere zeitgenössische Komponisten widmeten Bönig eigene Kompositionen, die von ihm uraufgeführt wurden, so Enjott Schneider, Jean Guillou, Stephen Tharp, Robert HP Platz, Johannes Schild und Colin Mawby.
Unter Bönigs inzwischen zahlreichen CD-Einspielungen als Organist und Dirigent fanden diejenigen an den Kölner Domorgeln sowie eine eigene Orgelbearbeitung der Goldberg-Variationen besondere Beachtung.Biografie nach Kölner Dommusik, ergänzt nach CD-Begleitheft Bach im Kölner Dom, ISBN 3-937857-21-4, S. 44–46. 2025 wirkte er an dem Dokumentarfilm Der Spirit der Orgel mit.https://www.youtube.com/watch?v=3Vnf55PSICw
Tondokumente Compact discs Orgeln im Hohen Dom zu Köln. Motette 2005. Transkriptionen Für Orgel. Motette. Bach im Kölner Dom. Motette 2011. Moussorgsky:Bilder Einer Ausstellung. Naxos. Goldberg-Variationen-Orgel. Motette. Vierne:Pieces de Fantasie. Naxos. Französische Orgelmusik. Naxos. Buxtehude:Orgelwerke. Naxos. Kathedralmusik im Dom zu Köln. Harmonia Mundi.
Videomitschnitte (Auswahl) Jehan Alain: Fantaisie Nr. 2. Hendrik Andriessen: Toccata. Johann Sebastian Bach: BWV 530, BWV 548, Concert a-moll nach Antonio Vivaldi. Marcel Dupré: Paraphrase sur une mélodie de Beethoven. César Franck: Choral Nr.3 a-moll. Alexandre Guilmant: Sonate Nr. 5 c-moll op. 80. Gustav Holst: „Die Planeten“ - 1. Mars. Franz Liszt: Der Heilige Franziskus von Paula über den Wogen schreitend. Olivier Messiaen: Puer natus est nobis. Max Reger: Phantasie für Orgel über den Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme!“, op.52/2. Charles Tournemire: Improvisation „Victimae paschali laudes“. Louis Vierne: Les cloches de Hinckley.
Schriften (Auswahl)
Weblinks
Winfried Bönig auf der Website der Kölner Dommusik Orgelfeierstunden im Kölner Dom
Menschen am Dom, der Herr über 7000 Register. Kölner Stadt-Anzeiger Kultur & Medien vom 16. August 2023: Interview mit Winfried Bönig. Dieser Mann spielt die Orgeln im Kölner Dom, von Markus Schwering
YouTube-Kanal von Winfried Bönig
Einzelnachweise
Kategorie:Domorganist am Kölner Dom Kategorie:Orgelimprovisator (20. Jahrhundert) Kategorie:Orgelimprovisator (21. Jahrhundert) Kategorie:Musiker (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (HfMT Köln, Standort Köln) Kategorie:Musikpädagoge Kategorie:Absolvent der Hochschule für Musik und Theater München Kategorie:Person (Bamberg) Kategorie:Person (Memmingen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Mann