zentriert|350px|Schema der Ansprüche auf den spanischen Thron Der Spanische Erbfolgekrieg beginnt. zentriert|350px|Krönungszug Friedrich I. mit der Krone auf dem Haupt und Zepter in der Hand, zeitgenössisches Gemälde von Johann Georg Wolfgang (1662–1744) Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, krönt sich selbst in Königsberg zum König in Preußen. zentriert|149px|Deckblatt des Hamburger Vergleichs Der Hamburger Vergleich besiegelt die Dritte Mecklenburgische Hauptlandesteilung. zentriert|192px|Christian Thomasius, Porträt von Johann Christian Heinrich Sporleder Christian Thomasius verfasst die Dissertatio de crimine magiae gegen die Hexenverfolgung. 1701 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1149/50 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1693/94 (Jahreswechsel 10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1106/07 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2244/45 (südlicher Buddhismus); 2243/44 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 73. (74.) Zyklus Jahr der Metall-Schlange 辛巳 (am Beginn des Jahres Metall-Drache 庚辰) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1063/64 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4034/35 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1079/80 Islamischer Kalender 1112/13 (Jahreswechsel 7./8. Juni) Jüdischer Kalender 5461/62 (2./3. Oktober) Koptischer Kalender 1417/18 (10./11. September) Malayalam-Kalender 876/877 Seleukidische Ära Babylon: 2011/12 (Jahreswechsel April) Syrien: 2012/13 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1757/58 (Jahreswechsel April)

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Großer Nordischer Krieg

mini|links|Polen-Litauen und seine Nachbarn 1701 26. Februar: Russland und Sachsen-Polen schließen in Birsen (Litauen) einen gegen das Schwedische Reich gerichteten neuen Allianzvertrag im Kampf um das Dominium maris baltici. 17. Juni: Nach den üblichen Heerschauen beginnt der Vormarsch der schwedischen Armee unter König Karl XII. über Wolmar und Wenden nach Riga. 24. Juni: Schwedische Streitkräfte mit sieben Schiffen unter dem Kommando von Karl Lewe versuchen ohne Erfolg den Hafen von Archangelsk in Besitz zu nehmen und zu zerstören. Zwei schwedische Schiffe werden von den Russen erbeutet.

19. Juli: In der Schlacht an der Düna bei Riga stehen sächsische, russische und kurländische Soldaten gemeinsam der schwedischen Armee gegenüber. Die Schweden können einen Brückenkopf bilden und die Alliierten vernichtend schlagen. Die Russen verlassen fluchtartig den Kriegsschauplatz und die sächsische Armee macht mit ihrem Rückzug nicht Halt, ehe sie preußischen Boden erreicht hat. Kurland ist damit für die Schweden offen, die die Hauptstadt Mitau ohne nennenswerten Widerstand einnehmen. Ende des Jahres fällt auch die Festung Dünamünde. 15. September: (Estland): Schwedische Einheiten unter Oberst Wolmar Anton von Schlippenbach besiegen eine etwa zehnmal so starke russische Armee unter General Boris Sheremetew in mehreren Gefechten bei Rauge. 29. Dezember: Während der zweiten großen Invasion nach Livland unter der Führung von General Boris Scheremetjew gewinnen die Russen gegen die etwa 2200 Mann zählende schwedische Armee unter Kommando von Schlippenbach in der Schlacht bei Erastfer. Die schwedischen Verluste werden auf etwa 1000 Mann geschätzt. Nachdem sie die Gegend geplündert und zerstört haben, ziehen sich die russischen Streitkräfte wieder zurück. Der Sieg hat große moralische Bedeutung für die Russen, die erstmals sehen, dass sie die Schweden besiegen können.

Spanischer Erbfolgekrieg

18. Februar: Philipp von Anjou, der Enkel Ludwigs XIV. von Frankreich, zieht als Philipp V. von Spanien in Madrid ein. Seine Ansprüche auf den Thron werden von verschiedenen anderen Aspiranten bestritten. Der Spanische Erbfolgekrieg um das Erbe des letzten spanischen Habsburgers, König Karl II. von Spanien, beginnt.

miniatur|links|Karte zur Schlacht bei Carpi 9. Juli: Ein österreichisches Heer von 11.300 Mann unter Prinz Eugen von Savoyen besiegt in der Schlacht bei Carpi eine 1.500 bis 2.000 Mann starke französische Abteilung an der Etsch. 1. September: In der Schlacht bei Chiari besiegt die österreichische Armee unter Prinz Eugen von Savoyen französische Truppen unter François de Neufville, duc de Villeroy in Oberitalien. 7. September: Kaiser Leopold I., König Wilhelm III. von England und die Niederlande schließen die Haager Große Allianz zur Eindämmung französischen Hegemoniestrebens. Weitere Teilnehmer treten in der Folge dem Bündnis bei.

3. November: Philipp V. heiratet in Figueres die 13-jährige Prinzessin Maria Luisa Gabriella von Savoyen. Eine Trauung per Stellvertreter hat schon am 11. Juni im Turiner Dom stattgefunden.

Heiliges Römisches Reich

17. Januar: Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg stiftet den Schwarzen Adlerorden am Tag vor seiner Selbstkrönung, um den preußischen Adel an das neue Königtum zu binden.

miniatur|links|Salbung Friedrichs I. durch zwei evangelische Bischöfe nach erfolgter Krönung, Königsberg 1701 18. Januar: Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, krönt sich selbst als Friedrich I. in Königsberg zum „König in Preußen“. Das von Friedrich großteils selbst inszenierte Zeremoniell findet im Königsberger Schloss statt. Mit dem Ereignis beginnt das sogenannte Königsberger Jahrhundert. 8. März: Der Hamburger Vergleich beendet den fünfjährigen Erbfolgestreit um das Teilherzogtum Mecklenburg-Güstrow und besiegelt die Dritte Mecklenburgische Hauptlandesteilung. Das Herzogtum wird auf das mit verändertem Territorium fortbestehende (Teil-)Herzogtum Mecklenburg-Schwerin und das neu formierte (Teil-)Herzogtum Mecklenburg-Strelitz real aufgeteilt. Fürst Leopold von Anhalt-Dessau wird Gouverneur der Festung Magdeburg.

Fürstentum Monaco

3. Januar: Antoine I. aus dem Haus Grimaldi folgt seinem verstorbenen Vater Louis I. als Fürst von Monaco.

England

miniatur|Act of Settlement Juni: Mit dem Act of Settlement schafft das englische Parlament die Grundlage der Thronfolge des Hauses Hannover im Königreich England. Nach dem Tod Königin Annes, der letzten protestantischen Thronfolgerin im Haus Stuart geht danach das Recht der Thronfolge – unter Umgehung der bis dahin gültigen Erbfolgelinie – auf Sophie von der Pfalz, Tochter der Elisabeth Stuart und die nächste lebende protestantische Verwandte des englischen Königshauses, beziehungsweise deren protestantische Nachkommen über. Katholiken und deren Ehepartner sind von der Thronfolge ausgeschlossen.

Eidgenossenschaft

5. Oktober: Der sogenannte Sagenserhandel innerhalb der Drei Bünde zwischen katholischen und reformierten Gemeinden eskaliert zu einem militärischen Konflikt. Sagogn wird von Reformierten besetzt, Falera wird geplündert. Am 28. Oktober werden die katholischen Gemeinden in einem Vergleich mit einer Geldbuße belegt.

Amerika

24. Juli: Der französische Offizier Antoine Laumet errichtet am Rivière Détroit das Fort Pontchartrain du Détroit, um die Engländer daran zu hindern, weiter in den Westen vorzustoßen und so den Franzosen die Monopolisierung des nordamerikanischen Pelzhandels zu ermöglichen. Aus dem Handelsposten entwickelt sich über die Jahre die Stadt Detroit.

miniatur|Kopie des Originalvertrags, mit Piktogrammen der unterzeichneten Völker 4. August: Die seit 1640 andauernden sogenannten Biberkriege, Teil der Franzosen- und Irokesenkriege zwischen den irokesischen Indianerstämmen und den mit Frankreich verbündeten Nachbarstämmen (hauptsächlich Algonkin), enden mit dem Großen Frieden von Montreal.

miniatur|links|hochkant|Jean-Baptiste Le Moyne, Sieur de Bienville, Gouverneur von Louisiana 21. August: Jean-Baptiste Le Moyne de Bienville wird zweiter Gouverneur der französischen Kolonie Louisiana.

Wirtschaft

miniatur|6 Pfennige 1701, „Roter Seufzer“ Das Kurfürstentum Sachsen unter August dem Starken beginnt in der Münzstätte Leipzig durch Münzmeister Ernst Peter Hecht mit der Prägung des „Roten Seufzers“, eines minderwertigen Sechs-Pfennig-Stücks, das eine Geldkrise auslöst.

Wissenschaft und Technik

miniatur|hochkant|Journal de Trévoux, Titelblatt der ersten Ausgabe Januar/Februar: In Trévoux erscheint erstmals das Journal de Trévoux oder Mémoires pour l'Histoire Des Sciences & des beaux-Arts, eine von Mitgliedern des Jesuitenordens herausgegebene Wissenschaftszeitschrift, in dem bis 1767 monatlich Neuerscheinungen aus allen Gebieten der Wissenschaft, aus Geschichts-, Literatur- und Sprachwissenschaft, den Rechtswissenschaften, Kirchenrecht, Theologie, Philosophie, Ökonomie, Mathematik, Physik, Astronomie und in geringerem Umfang auch aus den Schönen Künsten und der Belletristik vorgestellt und diskutiert werden. 9. Oktober: Die englische Kolonie Connecticut beschließt eine Collegiate School zu errichten, aus welcher sich die Yale University entwickelt. November: Der deutsche Jurist und frühaufklärerische Philosoph Christian Thomasius gibt die Dissertatio de crimine magiae gegen die Hexenlehre heraus. Er fordert darin die Abschaffung aller Hexenprozesse und verwirft die Möglichkeit eines Teufelsbündnisses. Der dänische Astronom Ole Rømer entwickelt die Rømer-Skala. Diese Temperaturskala gilt als Vorläufer der Fahrenheit- und Celsiusskalen.

Kultur

28. Juni: Das im Auftrag von Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz errichtete Opernhaus vorm Salztor in Naumburg an der Saale wird eröffnet. Die Baupläne stammen wahrscheinlich von Landesbaumeister Johann Heinrich Gengenbach. 12. Juli: Die Uraufführung der Oper La fede ne' tradimenti von Attilio Ariosti auf das Libretto von Gerolamo Gigli findet in Berlin statt. 26. Oktober: Die Oper Die wunderschöne Psyche von Reinhard Keiser wird anlässlich des Geburtstags der preußischen Königin Sophie Charlotte von Hannover am Theater am Gänsemarkt in Hamburg uraufgeführt. Georg Philipp Telemann kommt als Student nach Leipzig und sammelt mit Unterstützung des Bürgermeisters Franz Conrad Romanus eine Schar musikbegeisterter Kommilitonen um sich. Dieses bald Telemannisches Collegium Musicum genannte Ensemble entwickelt trotz der starken Fluktuation seiner studentischen Mitglieder eine feste Organisationsstruktur mit regelmäßigen Proben und Konzerten und spielt das neueste Repertoire auf professionellem Niveau.

Gesellschaft

12. Mai: Der Salzburger Fürsterzbischof Johann Ernst von Thun und Hohenstein stiftet den Ruperti-Ritterorden und schenkt diesem das Schloss Emsburg. Kaiser Leopold I. erteilt seine Zustimmung am 23. August, die offiziellen Feierlichkeiten finden am 15. November in der Ordenskirche der Dreifaltigkeit statt.

Religion

29. Mai: Die Wallfahrtskirche Mariabuchen in Lohr am Main wird geweiht. Dezember: Das Franziskanerkloster Telfs in Tirol wird besiedelt. In Rom wird die Accademia dei Nobili Ecclesiastici gegründet und von Papst Clemens XI. bestätigt. Herzog Maximilian Philipp Hieronymus von Bayern-Leuchtenberg gründet das Kloster Herz Jesu in Mindelheim. In Tábor beginnt der Bau des Klosters Klokoty.

Geboren

Januar bis Mai

1. Januar: François de Roches, Schweizer evangelischer Geistlicher und Hochschullehrer († 1769) 3. Januar: Johann Konrad Spörl, deutscher evangelischer Theologe († 1773) 6. Januar: Georg Ludwig von Bar, deutscher Domherr, Schriftsteller und Übersetzer († 1767) 6. Januar: Johannes Caprez, Schweizer evangelischer Geistlicher († 1777) 7. Januar: Johann Nicolaus Frobesius, deutscher Mathematiker, Physiker und Philosoph († 1756) 16. Januar: Christoph Gottfried Ungibauer, evangelischer Pfarrer, Autor theologischer Schriften und Förderer des Kartoffelanbaus nahe Leipzig († 1758) 18. Januar: Johann Jacob Moser, württembergischer Staatsrechtslehrer († 1785) 1. Februar: Johan Joachim Agrell, schwedischer Komponist und Kapellmeister († 1765) 2. Februar: Franz Karl Conradi, deutscher Rechtswissenschaftler († 1748) 2. Februar: Louis Antoine de Gontaut-Biron, Herzog von Biron und von Lauzun, Marschall von Frankreich († 1788)