mini|400px|links|Globale territoriale Situation im Jahre 1859 zentriert|157px|Charles Darwin: The Origin of Species Charles Darwin veröffentlicht The Origin of Species. zentriert|184px|Bild der Fregatte Novara Die österreichische Novara-Expedition geht zu Ende. zentriert|350px|Schlacht von Solferino Die Schlacht von Solferino entscheidet den Sardinischen Krieg und führt zur Gründung des Roten Kreuzes. 1859 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1307/08 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1851/52 (11./12. September) Baha'i-Kalender 15/16 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1264/65 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2402/03 (südlicher Buddhismus); 2401/02 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 75. (76.) Zyklus Jahr des Erde-Schafes 己未 (am Beginn des Jahres Erde-Pferd 戊午) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1221/22 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4192/93 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1237/38 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1275/76 (30./31. Juli) Jüdischer Kalender 5619/20 (28./29. September) Koptischer Kalender 1575/76 (11./12. September) Malayalam-Kalender 1034/35 Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1274/75 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2169/70 (Jahreswechsel April) Syrien: 2170/71 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1915/16 (April)
Im Jahr 1859 beginnt der Sardinische Krieg zwischen dem Kaisertum Österreich und dem Königreich Sardinien-Piemont und dessen Verbündeten Frankreich um die italienischen Besitzungen der Habsburger. Nach der Niederlage in der entscheidenden Schlacht von Solferino verliert Österreich im Frieden von Zürich die Lombardei an Frankreich. Kaiser Napoleon III. überträgt diese an Sardinien und setzt damit die Einigung Italiens im folgenden Jahr in Gang.
Der Schweizer Henry Dunant wird Augenzeuge der Zustände nach der Schlacht von Solferino und ist von seinen Eindrücken tiefst erschüttert, da noch immer Tausende Verwundete und Sterbende auf dem Schlachtfeld liegen, ohne Hilfe zu erhalten. Wenige Jahre später wird er das Internationale Komitee vom Roten Kreuz gründen.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Sardinischer Krieg
29. April: Mit dem Einmarsch österreichischer Truppen beginnt der Sardinische Krieg zwischen dem Kaisertum Österreich und dem Königreich Sardinien-Piemont und dessen Verbündeten Frankreich um die italienischen Besitzungen der Habsburger. 20. Mai: In der Schlacht von Montebello erkämpfen die italienisch-französischen Truppen gegenüber einem österreichischen Heer den Sieg. 26. Mai: Italienische Freiwilligenverbände unter Giuseppe Garibaldi besiegen österreichische Truppen unter der Führung von Karl von Urban in der Schlacht von Varese. Die Truppen von Sardinien-Piemont können daraufhin bis Como vorrücken.
mini|links|Schlacht bei San Fermo 1859 26./27. Mai: Auch in der Schlacht von San Fermo besiegt Garibaldi die Truppen Urbans. 31. Mai: Frankreich und Sardinien siegen in der Schlacht von Palestro. 3. Juni: Der französische Kaiser Napoleon III. besiegt die Österreicher in der Schlacht von Boffalora. Gleichzeitig siegen die Franzosen auch in der Schlacht von Turbigo.
4. Juni: In der Schlacht bei Magenta erleidet Österreich eine Niederlage im Sardinischen Krieg. Der mit Österreich verbündete Herzog von Modena, Franz V., muss sein Land im Anschluss an die Schlacht verlassen. Auch Louise Marie Thérèse d’Artois, Regentin von Parma, verlässt das Herzogtum am 9. Juni. 15. Juni: Die Österreicher unter Feldmarschallleutnant Karl von Urban siegen in der Schlacht von Treponti. 24. Juni: Die Niederlage der Österreicher in der Schlacht von Solferino entscheidet den Sardinischen Krieg. Am gleichen Tag findet auch die Schlacht von San Martino statt. 11. Juli: Frankreich und Österreich schließen den Vorfrieden von Villafranca.
mini|links|hochkant|Ferdinand IV. 21. Juli: Großherzog Leopold II. von Toscana aus dem Haus Habsburg, der sein Land schon am 27. April vor Ausbruch des Krieges verlassen hat, dankt zugunsten seines Sohnes Ferdinand IV. ab.
22. August: Agenor Gołuchowski wird zum Nachfolger des wegen der militärischen Niederlage zurückgetretenen österreichischen Staatsministers Alexander von Bach ernannt. 10. November: Österreich, Frankreich und Sardinien-Piemont unterzeichnen den Frieden von Zürich und beenden damit den Sardinischen Krieg. Österreich tritt die Lombardei an Frankreich ab, allerdings ohne die Festungen Peschiera del Garda und Mantua, die am Mincio, dem Grenzfluss zu Venetien liegen. Das Kronland Venetien und das oberitalienische Festungsviereck bleiben unter österreichischer Herrschaft. Kaiser Napoleon III. überträgt die Rechte an der Lombardei an Sardinien. Sardinien wiederum übernimmt 60 % der Schuld des Lombardisch-Venetianischen Leihhauses sowie 40 Millionen Gulden der Nationalanleihe von 1854. Die Rückkehr des Großherzogs von Toscana, des Herzogs von Modena und des Herzogs von Parma, die im Vorfrieden von Villafranca ausgehandelt worden ist, wird in diesem Vertrag nicht mehr erwähnt.
Schweiz
mini|hochkant|Jakob Stämpfli 1. Januar: Jakob Stämpfli wird zum zweiten Mal Bundespräsident der Schweiz. 27. Juni: Der Basler Grossrat beschließt mit seinem Gesetz zur Stadterweiterung den Abriss der Basler Stadtmauer. 30. Juli: Das Reislaufen wird per Gesetz verboten.
Weitere Ereignisse in Europa
17. Januar/5. Februar: Unter Alexandru Ioan Cuza werden die beiden Fürstentümer Moldau und Walachei in Personalunion vereinigt. Das bildet die Grundlage für das 1861 gegründete Fürstentum Rumänien. 17. März: Der Konservative António José de Sousa Manoel de Menezes Severim de Noronha von der Regenerationspartei löst den Liberalen Nuno José Severo de Mendoça Rolim de Moura Barreto von der Historischen Partei als Ministerpräsident Portugals ab. April/Mai: Die Liberal Party gewinnt die Wahlen in Großbritannien. Edward Geoffrey Smith Stanley, 14. Earl of Derby wird nach nur einem Jahr wieder von Henry John Temple, 3. Viscount Palmerston als Premierminister abgelöst. 22. Mai: Franz II., der am 3. Februar Herzogin Marie in Bayern geheiratet hat, folgt im Königreich beider Sizilien seinem verstorbenen Vater Ferdinand II. als neuer König. 4. Juni: Österreich tritt der Dresdner Konvention bei und ermöglicht dadurch deutschen Staatsbürgern die Einreise ohne Reisepass und Visum.
mini|links|hochkant|Karl XV. 8. Juli: Karl XV. folgt seinem verstorbenen Vater Oskar I. auf den Thron als König von Schwedens. Als Karl IV. wird er damit gleichzeitig auch König von Norwegen, das mit Schweden in Personalunion verbunden ist. Der neue König ist ein Anhänger des Skandinavismus.
mini|Imam Schamil ergibt sich (Gemälde von Franz Roubaud, 1886) 25. August: Imam Schamil, religiös-politischer Führer der muslimischen Bergvölker Dagestans und Tschetscheniens, ergibt sich den russischen Truppen im Kaukasuskrieg in seiner Heimatstadt Gunib. Er wird nach Sankt Petersburg gebracht und anschließend nach Kaluga in die Verbannung geschickt. Der russische Eroberungsfeldzug konzentriert sich in der Folge auf die Gebiete der Tscherkessen. 15./16. September: Nach der Formulierung der 2. Eisenacher Erklärung am 14. August erfolgt die offizielle Gründung des für die Kleindeutsche Lösung in der Deutschen Frage eintretenden Deutschen Nationalvereins in Frankfurt am Main.
Spanien/Marokko
Sidi Muhammad IV. wird nach dem Tod seines Vaters Mulai Abd ar-Rahman Sultan der Alawiden in Marokko. 22. Oktober: Spanien erklärt Marokko den Krieg, nachdem Rif-Bewohner zuvor mehrmals in die spanischen Besitzungen eingefallen waren.
Kolonien in Asien
20. April: Im Vertrag von Lissabon werden die Aufteilung und der Austausch portugiesischer und niederländischer Besitzungen auf dem Solor- und Timorarchipel zwischen Portugal und den Niederlanden vereinbart. Es ist die erste offizielle Einigung zwischen den beiden Kolonialmächten über die Gebietsaufteilung in Südostasien. 29. April: Der im Vorjahr ernannte Afonso de Castro tritt sein Amt als Gouverneur von Portugiesisch-Timor an. Er löst Luís Augusto de Almeida Macedo ab.
Japan
Die sogenannten Ansei-Säuberungen unter Ii Naosuke werden fortgesetzt. Er versucht damit, seine politischen Gegner auszuschalten und das Tokugawa-Shogunat zu bewahren.
Australien
10. Dezember: Durch Proklamation von Königin Victoria wird Queensland als eigene Kolonie von New South Wales abgetrennt.
Nordamerika
mini|Vereinigte Staaten 1859–60 14. Februar: Oregon wird in seinen heutigen Grenzen aus dem Oregon-Territorium herausgelöst und als 33. Bundesstaat in die Vereinigten Staaten aufgenommen. Erster Gouverneur wird John Whiteaker, der den bisherigen Territorialgouverneur George Law Curry ablöst. Der Ostteil des Territoriums wird dem Washington-Territorium zugeschlagen. 28. Februar: Im New-Mexico-Territorium, auf dem Gebiet des heutigen Arizona, wird das erste Indianerreservat gegründet, die Gila River Indian Reservation. 15. Juni: Der US-amerikanische Farmer Lyman Cutlar erschießt auf den San Juan Islands ein Schwein, das sich an seinen Kartoffeln gütlich tut. Das Tier, das einem Mitarbeiter der britischen Hudson’s Bay Company gehört, ist das einzige Opfer im darauf folgenden Schweinekonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Der Konflikt um den Grenzverlauf zwischen dem Washington-Territorium und British Columbia wird erst am 21. Oktober 1872 durch einen Schiedsspruch des deutschen Kaisers Wilhelm I. beigelegt.
mini|links|hochkant|John Brown 16. Oktober: John Brown beginnt einen bewaffneten Aufstand zur Sklavenbefreiung in Harpers Ferry, Virginia, der schon nach zwei Tagen scheitert. 24. Oktober: Das Jefferson-Territorium wird gegründet. Es schließt Teile des Kansas-Territoriums, des Nebraska-Territoriums, des New-Mexico-Territoriums, des Utah-Territoriums und des Washington-Territoriums ein, wird aber von der US-Bundesregierung nicht anerkannt. 2. Dezember: In Charles Town, West Virginia, stirbt der wegen Mordes, Anzetteln eines Sklavenaufstands und Landesverrat verurteilte John Brown, einer der Anführer der Anti-Sklaverei-Guerilla in den USA, am Galgen. Der nach seiner Hinrichtung komponierte Marsch John Brown’s Body wird im Sezessionskrieg ein beliebtes Kampflied der Unionstruppen. Ein Jahr nach Gründung der Irischen Republikanischen Bruderschaft in Dublin wird in New York die Fenian Brotherhood mit den gleichen Zielen gegründet.
Lateinamerika
mini|Schlacht von Maiquetía 20. Februar: In Venezuela bricht der Föderale Krieg aus. Oberstleutnant Tirso Salaverría besetzt in einem Handstreich den Militärstützpunkt in Coro und gibt damit das Signal zum Aufstand der Föderalisten. Zu einer ersten größeren Schlacht kommt es am 2. September bei Maiquetía, danach am 10. Dezember bei Barinas. Dabei siegen die Föderalisten unter Führung von General Ezequiel Zamora. Zamora kann seine Kontrolle der Llanos festigen und den Vormarsch der Liberalen nach Norden vorbereiten. In Mexiko wird unter der Führung des reaktionären Generals Leonardo Márquez die liberale Hochburg Tacubaya eingenommen und die Gefangenen, sowie Mediziner, die Liberale behandelt hatten, massakriert. Márquez wird dafür von Miguel Miramón am 11. April zum Divisionsgeneral befördert. 23. Oktober: In Cañada de Cepeda (Santa Fe, Argentinien) findet die Schlacht von Cepeda statt, nachdem sich die Provinz Buenos Aires von der argentinischen Konföderation gelöst hat, um einen eigenen unabhängigen Staat zu bilden. Die Konföderierten, angeführt von Justo José de Urquiza, besiegen die Truppen der Provinz unter Bartolomé Mitre. Am 11. November unterzeichnen Buenos Aires und die Konföderation nach Vermittlung durch den paraguayischen Kriegsminister Francisco Solano López den San José de Flores Pact, durch den Buenos Aires de iure wieder Mitglied der Konföderation wird. Der Provinz werden aber gewisse Privilegien zugestanden.
Wirtschaft Der Suezkanal
mini|hochkant|Ferdinand de Lesseps