mini|Parade auf dem Roten Platz mini|Kursanten vor dem Absprung mini|Transportflugzeug Il-76 „Candid“ mit Lkw Ural-4320 mini|Präsident Putin mit Offizierschülern mini|Silberrubel-Gedenkmünze 2006

Die russischen Luftlandetruppen oder WDW (Wosduschno-dessantnyje woiska; russisch: Воздушно-десантные войска = ВДВ, englisch VDV) ist eine eigene Teilstreitkraft – besondere Waffengattung (russ.: отдельный род войск/otdelnij rod wojsk) – der russischen Streitkräfte, die direkt dem Oberkommando der Streitkräfte unterstellt ist.

Sie beinhalten Großverbände, die sowohl mittels Fallschirmabsprung und -abwurf als auch durch Hubschrauber (Luftsturm-Taktik) zum Einsatz kommen können.

Kommandeure seit 2022: Michail Teplinski 2016 bis 2022: Andrei Serdjukow 2009 bis 2016: Wladimir Schamanow 2007 bis 2009: Waleri Jewtuchowitsch 2003 bis 2007: Alexander Kolmakow 1996 bis 2003: Georgi Schpak 1991 bis 1996: Jewgeni Podkolsin Mit Generaloberst Serdjukow dienten ab 2019 Generaloberst Jewgeni Ustinow als Stabschef und Generalmajor Anatoli Konzewoi als stellvertretender Kommandeur (Stand: Mai 2022).

Einsatz Eine Landeübung am 2. August 1930 bei Woronesch gilt als Beginn der Luftlandetruppen in Russland. Truppen der damaligen Roten Armee wurden im Zweiten Weltkrieg, diejenigen der Sowjetarmee ab 1979 im Afghanistan-Krieg eingesetzt, gefolgt nach der Auflösung der Sowjetunion und der Neuaufstellung in Russland 1992 von Einsätzen in den Konflikten im Kaukasus.

Es gibt eine Reihe selbständiger Luftlande-Brigaden bzw. Luftlande-Divisionen. Diese verfügen über absetz- und lufttransportfähige Schützenpanzer, Granatwerfer, Artillerie und Flugabwehrsysteme. Sie sind kampfkräftige Großverbände, die im Rücken des Gegners überraschend eingesetzt werden können, um im taktischen Auftrag gegnerische Führungszentren und Fernmeldemittel auszuheben oder Kernwaffen und Trägersysteme zu vernichten, im operativen Einsatz wichtige Häfen oder andere verkehrstechnische Punkte einzunehmen oder den Durchbruch eigener mechanisierter Kräfte im Angriff zu unterstützen und diesen im feindlichen Hinterland abzusichern. Wladimir Schamanow erwähnte zudem die „Verteidigung von Russlands Interessen und der russischen Bürger im In- und Ausland“. Gemäß seinen Aussagen war es 2010 möglich, einen Verband in Regimentsstärke simultan abzusetzen, wobei er anstrebte, diesen Umfang auf bis eine Division zu erweitern. (RIA Novosti)

In Russland sind nur noch vier Luftlande-Divisionen übrig geblieben. Es gab Pläne im Zuge der Militärreform, die Truppe auf drei Divisionen zu verkleinern, jedoch wurden diese Pläne nach großem öffentlichen Druck aufgegeben.

Ende August 2022 waren trotz der russischen Nachrichtensperre die Namen von 144 getöteten Luftlandesoldaten im Rahmen des russischen Überfalls auf die Ukraine bekannt. 80 der zugeordneten Namen gehörten zum 331sten (Kostroma-)Regiment,Элитные специалисты. Кого именно потеряла российская армия в Украине. BBC Russian Service, 1. September 2022. von dem schon früh klar gewesen war, dass es nordwestlich von Kiew hohe Verluste erlitten hatte.Russland hat in der Schlacht um Kiew eine verheerende Niederlage erlitten, NZZ, 2. April 2022. Von der 76. Garde-Luftsturm-Division wurde das 234. Luftlande-Regiment aus Pskow bei den Kämpfen um Butscha im März 2022 identifiziert und von Reportern für die gezielte Ermordung von Zivilisten in der Region verantwortlich gemacht. Unter anderem hatten Soldaten des Regiments nach den Recherchen die Telefone von getöteten Zivilisten benutzt, um nach Russland zu telefonieren."Russische Fallschirmjäger sollen verantwortlich für Butschas „Todesstraße“ sein" Focus.de vom 23. Dezember 2022.

Einheiten Es existieren zurzeit in Russland:

7. Garde-Luftsturm-Division (Gebirge) in Noworossijsk

Besonderheit: Einsatzfähig im Gebirge. 108. Luftlande-Regiment in Noworossijsk 247. Luftlande-Regiment in Stawropol 1141. Artillerie-Regiment in Anapa + weitere kleinere Regimenter

76. Garde-Luftsturm-Division in Pskow 237. Luftlande-Regiment in Pskow 104. Luftlande-Regiment in Tscherech 234. Luftlande-Regiment in Pskow 1140. Artillerie-Regiment in Pskow + weitere kleinere Regimenter

98. Garde-Luftlande-Division in Iwanowo 217. Luftlande-Regiment in Iwanowo 331. Luftlande-Regiment in Kostroma 1065. Artillerie-Regiment in Kostroma + weitere kleinere Regimenter

106. Garde Luftlande-Division (in Tula, Rjasan, Naro-Fominsk) 51. Luftlande-Regiment 137. Luftlande-Regiment 1182. Artillerie-Regiment + weitere kleinere Regimenter

Die Artillerie-Regimenter sind lufttransportfähig und im Sinne von Kampfunterstützungstruppen mit Panzerabwehr-, Flugabwehr-, Granatwerfer- und Pionierkomponenten gemischt gegliedert. Die Verbände sind teilweise mit BMD-1 oder BMD-2 mechanisiert, teilweise mit GAZ-2975 Tigr sowie vormals UAZ-Radfahrzeugen motorisiert.

Selbstständige Luftsturm-Brigaden 11. Luftsturm-Brigade in Ulan-Ude 31. Luftsturm-Brigade in Uljanowsknach Angaben ukrainischer Generalstab Auflösung nach zu hohen Verlusten im Ukrainekrieg 83. Luftsturm-Brigade in Ussurijsk

Die Luftsturm-Brigaden (LST) bestehen im Wesentlichen aus zwei LST-Bataillonen und einem Fallschirmjäger-Bataillon sowie einem „schweren“ Kampfunterstützungsbataillon (Panzerabwehr-, Fliegerabwehr-, Granatwerfer- und Pionier-Kompanie). Hinzu kommen eine Speznas-Kompanie, Stabs-/Fernmelde-/Pionier-/Fernaufklärungs-/Sanitäts-Zug und einem mit Kampftauchern.

Die LST-Brigaden sind so gegliedert, dass sie im Mobilisierungsfall zu einer Luftlandedivision aufwachsen können, und verfügen deshalb in ihren Bataillonen auch über einen höheren Bestand an Offizieren, Unteroffizieren und Zeitsoldaten als vergleichbare LL-Bataillone der Luftlande-Regimenter.

Speznas WDW 45. Selbständiges Aufklärungs-Garderegiment (Speznas) in Kubinka. Das 45. Regiment ist nur mit leichten Fahrzeugen und Waffen ausgerüstet und erfüllt Sicherungsaufgaben. Es gilt als Einzelkämpfer-Regiment. Obwohl es voll fallschirmsprungfähig ist, werden fast nur Hubschraubereinsätze geübt. Das Regiment wurde per Jahreswechsel 2014/15 zur 45. Garde-Spezialaufklärungsbrigade.

Schulen Margelow-Offiziershochschule der Luftlandetruppen in Rjasan.

242. Unteroffz. Schule der LL-Truppen in Omsk 226. Fallschirmjäger-Schulregiment (1960–2009), Ausbildung: Unteroffiziere 285. Fallschirmjäger-Schulregiment (1960–2009), Ausbildung: Unteroffiziere 301. Offz. Schule der LL-Truppen in ? 200. Offz. Schule der LL-Truppen in ? (für Art. / Kampfunterstützungstr.) 332. Fähnrich-Schule der LL-Tr. in Moskau (bis Dez. 2009)

An der 242. und 301. Offiziersschule wurden neu Lehrabteilungen mit je zwei Kompanien für Minen- und Kampftaucher sowie je eine Lehrabteilung für militärmedizinisch-psychologisches Personal eingerichtet.

Die Offiziersschulen können im Mobilisierungsfall zu je einer Luftlandedivision, jedoch ohne Kampfunterstützungs-Regiment, sowie eine strukturmäßige mobile Brigade mit „schwerem“ Bataillon aufwachsen.

In Uljanowsk gibt es die Uljanowsker Garde-Suworow-Militärschule, wo die Jungen von der 5. bis 11. Klasse lernen. Diese Schule ist die einzige in Russland, die unter Leitung der Luftlandetruppen steht.

Ausrüstung Die russischen Luftlandetruppen verfügen über folgende Fahrzeuge und Waffensysteme:

Fahrzeuge mini|BTR-D mit Fallschirm + Typ Herkunft Funktion Version Anzahl T-72 Kampfpanzer B3 B3M150 10 BTR-80 Schützenpanzer BTR-82AM130 BMD Mannschaftstransporter Bergepanzer Luftlandepanzer BTR-D BTR-MDM BMD-2 BMD-4M BREM-D700 108 1000 289 ? GAZ-2975 Tigr Mehrzweckfahrzeug UAMZ Toros Mehrzweckfahrzeug

Artillerie + Typ Herkunft Funktion Kaliber Version Anzahl Anmerkungen 2S9 Selbstfahrlafette 120 mm Nona-S Nona-SM220 30 Weitere 500 eingelagert D-30 Haubitze 122 mm150 2B14 Podnos Mörser 82 mm150 2B23 Mörser 120 mm50+TOS-1, Raketenwerfer220 mmTOS-1AAuslieferung bevorstehend (Stand: April 2023)

Flug- und Panzerabwehrwaffen mini|2S25 Sprut-SD der Luftlandetruppen + Typ Herkunft Funktion Version Anzahl Anmerkungen BMD Panzerabwehrfahrzeug BTR-RD100 2S25 Sprut-SD Panzerabwehrfahrzeug36+ 9K111 Fagot Panzerabwehrlenkwaffe 9K113 Konkurs Panzerabwehrlenkwaffe 9K115 Metis Panzerabwehrlenkwaffe 9K115-2 Metis-M Panzerabwehrlenkwaffe 9K135 Kornet Panzerabwehrlenkwaffe SPG-9 Rückstoßfreies Geschütz 9K35 Strela-10 Flugabwehrpanzer Strela-10MN30 BMD Flugabwehrpanzer150 9K310 Igla-1 MANPADS 9K38 Igla MANPADS Igla Igla-S 9K34 Strela-3 MANPADS 9K333 Werba MANPADS

Film Absprung in Planquadrat 4 (Deutscher Alternativtitel Absprung in die Todeszone, Originaltitel W sone assobowe wnimanija/В зоне особого внимания, UdSSR 1977, Regie: Andrey Malyukov)

Siehe auch Manöver im Kiewer Militärbezirk 1935 (erster massierter Einsatz von Luftlandekräften) Wassili Filippowitsch Margelow (Identifikationsfigur der WDW) Schlacht um Höhe 776

Literatur Greg Austin, Alexey D. Muraviev: The armed forces of Russia in Asia. Tauris, 2000, ISBN 1-86064-485-6. Steven Zaloga: Inside the Blue Berets: A Combat History of Soviet and Russian Airborne Forces, 1930–1995. Presidio Press, Novato CA 1995.

Weblinks

Einzelnachweise