Village People sind eine US-amerikanische Disco-Gruppe, die sich in den späten 1970er Jahren formiert hat. Markenzeichen der für eine schwule Zielgruppe gecasteten BandVillage People Biografie auf laut.de sind neben den eingängigen Melodien die Kostüme, durch die die Bandmitglieder maskuline Stereotype verkörpern: der Polizist, der Indianer, der Bauarbeiter, der Rocker, der Cowboy und der Soldat. Themen, die mit männlicher Homosexualität assoziiert werden, sind – subtil eingewoben – in den Texten und Songtiteln zu finden. Ihre Hits (Y.M.C.A., In the Navy, Macho Man) werden bis heute oft gespielt und fungieren (auch unbemerkt) als Schnittstelle zwischen schwuler Kultur und Mainstream.Village People – Biografie auf Musicline.de

mini|Village People (1978) Werdegang Gründung Die Gruppe wurde von dem französischen Produzenten-Duo Jacques Morali/Henri Belolo ins Leben gerufen. Der Bandname der im Rahmen eines CastingsSpin Magazine Online: Y.M.C.A. (An Oral History) gegründeten Gruppe nahm Bezug auf das von schwuler Subkultur stark geprägte Stadtviertel Greenwich Village an der West Side von Manhattan in New York City,Filmbesprechung: Gay Sex in the 70s, 2000 das umgangssprachlich nur The Village („Das Dorf“) genannt wird.Village People. classicbands.com, 2000.

Es gibt zwei recht ähnliche Versionen darüber, was Auslöser der Bandgründung war. Die Version von Henri Belolo selbst:disco-disco.com: Interview mit Henri Belolo. 2000 Die beiden Produzenten sahen in besagtem New Yorker Stadtteil den als Indianer gekleideten Felipe Rose die Straße hinuntergehen und folgten ihm in eine Gay-Bar, wo er bediente und tanzte. Als sie bemerkten, dass ein Cowboy Rose beim Tanzen zusah, kamen sie auf die Idee, eine Gruppe von fünf Männern zusammenzustellen, die durch eine Verkörperung unterschiedlicher Modelle von klassischer Männlichkeit ein schwules Publikum ansprechen sollten. Einer weiter verbreiteten Mainstream-Version der Bandgründung officialvillagepeople.com; abgerufen am 13. März 2007 – ebenso in vielen Kurzartikeln zufolge findet Jacques Morali Felipe Rose in seinem Indianerkostüm in einer Menge in New Yorks Greenwich Village tanzend. Roses Outfit bringt ihn auf die Idee, eine Gruppe von Village-Ikonen aus verschiedenen US-amerikanischen sozialen Gruppen zusammenzustellen.

Beim Schreiben der Songs für das erste Album dachte das Autoren- und Produzenten-Duo an Orte in den USA, die von schwulem Leben geprägt waren. So kamen sie auf Hollywood, San Francisco, Key West (auf dem 2. Album) und Fire Island. Fire Island ist eine kleine Insel bei Long Island, die für ihre Tea Dance Parties am Sonntag um 17 Uhr berühmt war, wo die besten DJs auflegten.

Für das Songschreiben gab es eine Arbeitsteilung: Morali war für die Melodien zuständig, Belolo hatte die Ideen für die Texte und schrieb sie in Französisch und/oder schlechtem Englisch. Am Anfang halfen Phil Hurtt und Peter Whitehead beim Schreiben, später auch Victor Willis, der am Anfang als Background Sänger eingesetzt wurde und den Phil Hurtt als Leadsänger vorschlug. Auch bei der Produzentenarbeit gab es eine grobe Teilung: Moralis war die meiste Zeit im Studio und Belolo kümmerte sich ums Geschäftliche.

Bei den Aufnahmen zum ersten Album Village People in der New Yorker Filiale der Sigma Sound Studios war nur Victor Willis als Leadsänger dabei. Als Backgroundsänger wurden Profis engagiert. Indianer Felipe wurde zu den Aufnahmen als „Maskottchen“ eingeladen und kam auch auf die ersten Fotos für das Cover und eine Zeitungsanzeige.

Im Juni 1976, am Abend vor dem Treffen mit Neil Bogart von Casablanca Records (wo dann die meisten Aufnahmen erschienen) in Los Angeles, ließen sie einen DJ einen Titel spielen. Dieser wählte San Francisco aus, und in den ersten Sekunden schien es zuerst ein Reinfall zu werden, da das Publikum von der Tanzfläche ging. Als aber der Refrain einsetzte, kamen sehr viele Besucher wieder zurück. So konnten sie selbstbewusst die Verhandlungen antreten.

Das Album wurde ein Untergrund-Erfolg. Als 100.000 Stück verkauft waren, stellten die Produzenten eine reale Gruppe zusammen, warben Glenn Hughes (Biker), Alexander Briley (Soldat), David Hodo (Bauarbeiter) und Randy Jones (Cowboy) an und tourten durch die Clubs. Als der bekannte DJ Franki Crocker im New Yorker Radiosender WBLS die Songs von Village People zu spielen begann, kam der Durchbruch.

Musikalische Karriere Macho Man Das zweite Album Macho Man kam nur in die Top 20, aber der Titel Macho Man wurde von vielen Radiosendern gespielt und die Band wurde vom Underground-Tipp zur Mainstream-Band.

mini|Unter reger Beteiligung des Publikums singen die Village People ihren Hit Y.M.C.A. Cruisin’ mit Y.M.C.A. Als die Produzenten an den Liedern zum dritten Album arbeiteten, gingen die beiden eine Straße entlang; Henri sah das Schild YMCA und fragte, was das sei. Jacques antwortete, dass es ein Ort sei, wo viele Leute hingingen, wenn sie in der Stadt seien, dort gute Freunde finden würden und dann miteinander ausgingen. Henri meinte, darüber könnte man doch einen Song schreiben. So entstand Y.M.C.A. für das dritte Album Cruisin’. Das Musikarrangement dazu stammt von Horace Ott.

YMCA (Young Men’s Christian Association, in Deutschland CVJM) war zur damaligen Zeit in den USA bekannt für ihre Familien-, Unterrichts- und Gesundheitsprogramme, Sommerlager, Sportzentren und die preisgünstigen Jugendherbergen, die in dem Lied erwähnt werden. Da es sich um einen Verein für Männer handelte, war er bei Schwulen durchaus beliebt. Daher lebt der Song bis heute von seiner Doppeldeutigkeit, da er sich vordergründig als Lobeshymne auf den Verein präsentiert, jedoch auch insbesondere Bezug auf die ihm angehörenden Schwulen und die Gemeinschaft unter ihnen nimmt.

Mit dem Song schaffte die Band den Durchbruch und der Song wurde weltweit ein Nummer-eins-Hit, bis auf die Billboard-Charts in den USA, wo sie nur auf dem zweiten Platz landeten, da Rod Stewart mit Do Ya Think I’m Sexy die Spitzenposition besetzte. Y.M.C.A. ist bis heute einer der kommerziell erfolgreichsten Popsongs der Musikgeschichte. Das Album Cruisin’ bekam Platin und wurde weltweit fünf bis sechs Millionen Mal verkauft. Zum Lied erdachten Fans später einen Tanz, bei dem die vier Buchstaben des Titels mit den Armen dargestellt werden.

mini|Village People bei In the Navy Go West mit In the Navy Als Hauptsong für das vierte Album Go West war eigentlich das gleichnamige Stück gedacht. Die Single wurde aber kaum angenommen und erst 1993 in der Coverversion von den Pet Shop Boys zum weltweiten Hit. So versuchte man es mit der Auskopplung von In the Navy, der dann von den Radiosendern gespielt wurde. Zu diesem frühen Zeitpunkt wurden die Village People von der US-Navy kontaktiert, da diese den Song in einem Radio- und Fernsehwerbespot für die Rekrutierung neuer Soldaten verwenden wollte. Als Gegenleistung wurde kein Geld, sondern Unterstützung beim Drehen des Videoclips verlangt. Drei Wochen später drehte man in einem der größten Flottenstützpunkte der Welt, der San Diego Naval Base in Kalifornien, und bekam ein Kriegsschiff (die Reasoner, eine Fregatte der Knox-Klasse), fünf Flugzeuge (Phantom) und einige hundert Soldaten zur Verfügung gestellt. Zwei Wochen nachdem der Videoclip und die Werbung zum ersten Mal ausgestrahlt worden waren, titelte eine große New Yorker Tageszeitung: „Die Navy verwendet Steuergelder, um eine Band mit einem Video zu unterstützen.“ Daraufhin stellte die Navy die Werbekampagne ein. Die Medienaufmerksamkeit war aber eine gute Verkaufsförderung; In the Navy wurde ein großer Hit. Auf der großen Tour mit einer Big Band durch 52 Städte spielte man zweimal im ausverkauften Madison Square Garden in New York und einmal im ausverkauften Felt Forum in Los Angeles.

Die Gerüchte zu dieser Episode reichen von der Annahme, dass der Song im Auftrag der Navy geschrieben worden sei, die sich nach einem Neumitgliederboom bei YMCA etwas Ähnliches erhofft hatte, bis zur Annahme, dass die Werbung nicht verwendet wurde, nachdem die Navy gemerkt hatte, dass der Song die gegen Homosexuelle gerichtete Politik der Navy aufs Korn nahm. In der 289. Ausgabe des Rolling Stone vom April 1979 wurde über Discomusik berichtet, und dazu waren Village People auf dem Cover abgebildet.1979 Rolling Stone Covers 7/26, rollingstone.com

Can’t Stop the Music Ende 1979 wurde Victor Willis durch Ray Simpson ersetzt. 1980 kam der Film Supersound und flotte Sprüche (OT: Can’t Stop the Music) heraus, in dem eine erfundene Biografie der Village People erzählt wird. In diesem Werk treten auch zwei andere Schützlinge von Morali und Belolo auf, nämlich David London und The Ritchie Family. In den USA wurden der Film und das Album ein Reinfall, in Australien belegte es Platz eins. Belolo meint, dass der Film zu spät veröffentlicht worden sei, als Discomusik schon an Popularität verloren hatte. Andere kritisieren, dass er ein eindeutig heterosexuelles Bild der Band zeichnet, das keinen Raum für die üblichen Spekulationen lässt.

Mit dem Ende der Disco-Ära kam auch das Ende von Neil Bogarts Casablanca Records. 1980 verkaufte er sein Label an PhonoGram (PolyGram Records, Philips & Siemens, heute Universal Music Group). Ab da erschienen die Platten der Village People auf anderen Labels.

1981 bis 1985 Der Mainstreamgeschmack änderte sich von Disco zu New Wave. Deshalb ersetzte man die Kostüme durch einen neuen Look, der durch New Romantic inspiriert war, und brachte 1981 das Album Renaissance mit dem Song 5 O’clock in the Morning heraus. Die Band schaffte aber den Wandel nicht und das Album blieb kommerziell erfolglos. Bei den beiden folgenden Alben (Fox on the Box 1982 bei RCA-Victor, In the Street 1983) wurde der Look wieder maskuliner.

Sex Over the Phone mini|Figuren aus Star Wars tanzen mit dem Publikum Y.M.C.A. beim 3. Star-Wars-Wochenende 2007 in den Disney-MGM-Studios mini|Schüler einer texanischen Highschool tanzen Y.M.C.A. zur Begrüßung aus dem Einsatz zurückkehrender Soldaten. 1985 wurden die Auswirkungen vom 1981 entdeckten AIDS immer sichtbarer und bedrohlicher. Mit Sex Over the Phone (bei Black Scorpio-CBS) griff erstmals ein Lied die Thematiken AIDS und Safer Sex auf. Es gelang ihnen damit sogar, in Deutschland wieder in die unteren Ränge der Charts zu kommen. Mitgeholfen hat möglicherweise auch, dass sie sich auf ihre Wurzeln besannen und wieder die sechs Stereotype darstellten. Dies war ihr letztes komplett neues Album, danach erschienen nur noch Best-of-Alben, zwei neue Singles und zahlreiche Remixes.

1986 bis heute 1986 legten sie eine Pause ein, um sich vom Tourleben zu erholen, trennten sich und verfolgten ihre individuellen Karrieren. Bis dahin hatten sie insgesamt 65 Millionen Tonträger verkauft (1987 Dance Music Report). Zwischen 1987 und 1989 fanden sie sich erneut zusammen und gründeten die Sixuvus Ltd. („six of us“), die sie jetzt vertritt. Die drei großen Hits (Y.M.C.A., In the Navy, Macho Man) der Village People sind bis heute populär, sodass sie bis jetzt immer wieder Auftritte absolvieren, manchmal auch im privaten Rahmen. Im Jahr sind sie 80 bis 120 Tage gemeinsam unterwegs.

1990 landeten sie in Australien einen Überraschungserfolg mit der Single Living in the Wildlife. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1994 nahmen sie zusammen mit der deutschen Nationalmannschaft die Titel Far Away in America und United We’ll Go auf. Die Single erreichte in Deutschland Platz 44.