Freund Hein (oder Hain, Gevatter Hein, Bruder Hein) ist eine euphemistische und allegorische Bezeichnung (Personifikation) im Deutschen für den Tod und wird häufiger als Sensenmann dargestellt.
Auftreten mini|Kupferstich im Wandsbecker Bothen Die Redensart begegnet erstmals 1650 in einem Flugblatt, wo es heißt „Freund Hain läßt sich abwenden nit mit Gewalt, mit Güt, mit Treu und Bitt.“ Matthias Claudius widmete 1775 im Wandsbecker Boten seine „Erklärung der Kupfer und Zeichen“ dem Freund Hain:
Gotthold Ephraim Lessing schrieb 1778 an Claudius:
Heinrich Heine verwendete den Begriff 1827 in seinem „Buch der Lieder“ beim in Burschensprache geschilderten, aus Liebeskummer begangenen Selbstmord eines Studenten:
Titel literarischer Werke Auch in den Titeln literarischer Werke hat sich die Redensart niedergeschlagen: Freund Heins Erscheinungen in Holbeins Manier von Johann Karl August Musäus (1775) Freund Hein: Grotesken und Phantasmagorieen von Eduard Duller (1833) Freund Hein von Emil Strauß (1902) Freund Hein von Wulf Sörensen (1936)
Siehe auch Todessymbolik
Literatur Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 2: Easy–Holzweg. Herder, Freiburg 1994, , S. 693 f. (Herder-Spektrum, Band 4400); . Erklärung der Kupfer und Zeichen. In: Mathias Claudius: Der Wandsbecker Bote. Insel Verlag, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-458-31830-5; Johann Karl August Musäus: Freund Heins Erscheinungen in Holbeins Manier. Steiner, Winterthur 1785 (); neue Auflage, Mannheim 1803 (). Eduard Duller: Freund Hein. Grotesken und Phantasmagorieen. Mit Holzschnitten von Moritz von Schwind. Hallberger, Stuttgart 1833 (). Hans-Peter Kraus: Freund Hain – Die einzig wahre Geschichte seiner Freundschaft mit dem Dichter Matthias Claudius. Erzählt von ihm selbst. Norderstedt 2014, ISBN 978-3-7386-0715-4.
Kategorie:Volkskunde Kategorie:Literarische Figur Kategorie:Totengeist Kategorie:Euphemismus