Berserk (, Beruseruku) ist ein Fantasy-Manga des japanischen Zeichners Kentarō Miura, der seit 1989 veröffentlicht wird. Der Manga wurde 1997/1998 als Anime-Fernsehserie und 2012/2013 als Anime-Filmserie umgesetzt. 2016 und 2017 wurde außerdem eine weitere Anime-Serie über zwei Staffeln mit jeweils 12 Folgen ausgestrahlt. Die Serie ist dem Genre Seinen zuzuordnen, welches sich mit explizit dargestellten Kampfszenen und einer komplexen Handlung an erwachsene Leser richtet.

Der Manga erzählt die Geschichte des Söldners Guts. Dieser lebt in einer fiktiven Welt, die dem späten europäischen Mittelalter und der Renaissance – insbesondere Italien, Frankreich und England – ähnelt, doch zahlreiche fantastische Elemente aufweist. Die Handlung wird nicht chronologisch dargestellt und ist auch noch nicht abgeschlossen. Der Anspruch wechselt zwischen reinen Pulp-Elementen sowie metaphysischen Fragestellungen.

Nach dem Tod des Schöpfers Kentarō Miura im Jahr 2021 übernahm 2022 dessen befreundeter Mangaka Kouji Mori die weiteren Arbeiten.

Handlung Das Goldene Zeitalter (Ende von Band 3 bis Anfang von Band 14) Der Waisenjunge Guts verbringt eine lieblose Kindheit in der Söldnereinheit seines Ziehvaters Gambino. Aus Frust über seine Verkrüppelung attackiert dieser Guts eines Tages, worauf dieser Gambino in Notwehr tötet. Guts schließt sich in der Folgezeit verschiedenen Söldnerheeren an, ohne dass es ihn irgendwo lange halten würde. Erst bei den Falken findet er Kameradschaft. Diese Söldner werden vom charismatischen und ehrgeizigen Griffith angeführt. Während Guts ziellos durch die Welt wandert, hat jener einen hochgesteckten Traum, dem er alles unterordnet: Griffith will Herrscher seines eigenen Reiches werden, obwohl er aus einfachen Verhältnissen stammt. Eines Tages begegnen die Falken in einer alten Festung dem Krieger Zodd, der ein animalisches Verhalten an den Tag legt und zahlreiche Männer tötet. Guts stürzt sich in den Kampf und kann sogar einige von Zodds' Hieben parieren und ihm eine kleine Wunde beibringen, was diesen sehr beeindruckt. Aus Wut über die Wunde verwandelt er sich jedoch plötzlich in ein riesiges Monster und bringt Guts beinahe um. Keiner der Falken hat eine Bestie wie diese schon einmal gesehen. Kurz bevor Guts stirbt, greift Griffith ein. Doch bevor er gegen Zodd kämpfen kann, bemerkt dieser einen kleinen Stein den Griffith um den Hals trägt. Es ist ein Behelit, vor dem sich das Monster offenbar fürchtet. Zodd flieht, jedoch nicht ohne zu prophezeien, dass Tod und Vernichtung über die Falken kommen werden.

Guts ist die einzige Person, die von Griffith als ebenbürtig und in seiner Logik damit als Freund akzeptiert wird. Die zweite in der Hierarchie der Falken, die Amazone Kjaskar, liebt den Anführer insgeheim, doch ist sie in seinen Augen ein ihm nicht gleichwertiger Mensch. Dafür entwickelt Guts, der sich zum gewaltigsten Kämpfer der Falken entwickelt hat, Gefühle für Kjaskar, was eine komplexe Dreiecks-Beziehung zur Folge hat. An Griffiths Beispiel glaubt Guts zu erkennen, dass er auch einen Traum finden und verfolgen muss. Darum verlässt er die Falken für ein Jahr, ohne allerdings in der Fremde sein Glück zu finden. Bei seiner Rückkehr werden die Falken von einem mysteriösen, ausländischen Attentäter namens Silat angegriffen, der aufgrund einer Prophezeiung seiner Familie in Guts einen Todfeind gegen sein eigenes Leben sieht. Guts kann Silat vorerst in die Flucht schlagen, dieser schwört jedoch Rache.

Griffith kommt der Erfüllung seiner Pläne sehr nahe, nachdem die Falken einen langen militärischen Konflikt zu Gunsten des Königreiches Midland entschieden haben. Griffith wird wegen seiner Verdienste in den Adelsstand erhoben und gewinnt die Zuneigung der Kronprinzessin. Doch hier endet Griffiths Aufstieg zur Macht. Seine Affäre mit der Königstochter wird aufgedeckt, woraufhin ihn seine innenpolitischen Gegner, die in ihm einen gefährlichen Emporkömmling sehen, einsperren und verstümmeln lassen. Als Guts davon erfährt, kehrt er zurück und befreit mit den Falken den körperlich fast völlig zerstörten Griffith.

Nun setzt ein Wendepunkt in der Handlung ein: Griffiths Wille ist ungebrochen und er kann nicht hinnehmen, dass sein Traum nie mehr in Erfüllung gehen wird. Deshalb beschwört Griffith mittels eines Königsbehelits die Dämonennacht, in welcher die mysteriösen Überwesen der Gotteshand ihm anbieten, ihn zu einem der ihren zu machen, wenn er dafür seine menschlichen Bindungen aufgibt. Die Aussage der Mitglieder der Gotteshand, dass sie trotz ihrer dämonischen Eigenschaften die Abgesandten Gottes seien, verknüpft innerhalb der Welt von Berserk die Konzepte von Himmel und Hölle, sodass unklar bleibt, ob der in jener Welt angebetete Gott gütig oder bösartig ist. Void und Slan, die ältesten Mitglieder der Hand, plädieren für die Schönheit der Kausalität und die Unausweichlichkeit von Ursache und Wirkung. Die Zusammenkunft mit Griffith sei vorherbestimmt gewesen.

So wird aus Griffith der fünfte und letzte Erzengel Femuth (engl. Femto). Er erhält einen neuen Körper, welcher nur noch wenig Menschliches an sich hat. Als Preis dafür bietet Femuth alle Mitglieder der Falken als Opfer für die dämonischen Apostel dar. Er selbst vergewaltigt Kjaskar, deren bisherige Persönlichkeit von nun an zerstört ist. Guts verliert im Kampf mit den Dämonen sein rechtes Auge und seinen linken Arm. Kurz bevor auch die beiden von den Bestien getötet werden, erscheint ein merkwürdiger Reiter, rettet Guts und Kjaskar und flieht aus der undurchdringlichen Sphäre, in der das Massaker stattfand. Guts erwacht beim Ziehvater seines Freundes Rickert, der ihn gesund pflegt. Rickert, obwohl ein Mitglied der Bande, war bei der Opferung nicht anwesend und wurde daher auch nicht gebrandmarkt. Der Schock, dass das Erlebte kein Traum war, lässt Guts in die Nacht fliehen. Auf einem Hügel begegnet er dem mysteriösen Ritter wieder, der wie auch sein Pferd nur aus Knochen besteht. Dieser teilt ihm mit, dass Guts und Kjaskar von nun an von den Aposteln gejagt werden, da diese von den Überlebenden der Dämonennacht angezogen werden. Das sei der Preis für ihrer beider Leben. Wer der Skelettritter ist, bleibt vorerst unbekannt. Von nun an fühlt sich Guts zwischen zwei Aufgaben zerrissen: Einerseits fühlt er sich für den Schutz Kjaskars verantwortlich, deren Geist verwirrt ist, andererseits treibt ihn ein unbändiger Rachedurst und Hass auf Griffith/Femuth an.

Der Schwarze Ritter (Band 1 bis 3 sowie Band 14 bis 22) Guts und Kjaskar tragen beide ein magisches Brandmal auf der Haut, was sie als Opfer der Dämonen ausweist. Deswegen werden sie beständig von monströsen Kreaturen heimgesucht. Guts entscheidet, dass seine Rache an Femuth oberste Priorität genießt, weshalb er die verwirrte Kjaskar an einem geheiligten Ort in Pflege gibt, wo ihr die Dämonen nichts anhaben können. Von nun an zieht er als Schwarzer Ritter einsam durch die Lande, um die Spur der Gotteshand und ihrer zahlreichen Apostel zu verfolgen. Wie sein Antagonist Femuth hat auch Guts eine äußere Wandlung durchgemacht. Er erhält im Laufe der Zeit verschiedene Waffen, die ihn im Kampf gegen die Kreaturen der Finsternis selbst in ein dämonisches Licht rücken: ein fast schon grotesk großes Schwert, das von keinem außer ihm geschwungen werden kann; eine stählerne Handprothese, in der eine Kanone steckt. Der einzige Lichtblick seines Daseins ist der heitere Elf namens Puck.

Guts' Kreuzzug gegen die Apostel der Erzengel ruft schließlich die kirchliche Inquisition auf den Plan, die im Schwarzen Ritter einen Vorboten der Apokalypse sieht. Dieser bereut mittlerweile, dass er die von ihm geliebte Kjaskar zurückgelassen hat. Da sie aber mittlerweile ihren Schutzort verlassen hat, macht sich Guts auf die Suche nach ihr und gelangt zum Kloster Albion, dem zentralen Gefängnis der Inquisition, wo er Kjaskar vermutet. Auch der Kushane Silat und seine mächtigen Leibwachen Tapasa kommen nach Albion, nachdem sie von Guts' Fahrt dorthin erfahren haben. Silat will Guts immer noch töten, nachdem er dies im Wald nicht geschafft hatte. Im Kloster von Albion kommt es schließlich zur Verbindung der Handlungsstränge: Femuth erscheint und beschwört eine zweite Dämonennacht herauf, da er wieder einen menschlichen Körper benötigt, um ein irdisches Reich zu errichten. Guts besiegt die Inquisitoren im Kampf, findet Kjaskar und kann der Heimsuchung durch die Wesen der Finsternis ein weiteres Mal entkommen. Des in seinem früheren Körper wiedergeborenen Femuth, der sich nun wieder Griffith nennen lässt, kann er aber nicht habhaft werden. Der Attentäter Silat erkennt, dass nicht Guts, sondern Griffith sein Feind ist, entschuldigt sich und lässt von Guts ab, um von nun an ebenfalls Griffith und dessen Apostel zu jagen.

Der Millennium-Falke (Band 22 bis 34) Midland ist mittlerweile von den Kushanen erobert worden, zu deren Volk auch der verstoßene Silat zählt. Griffith schart deshalb alle Apostel der Erzengel um sich, um die Kushanen zu bezwingen und das Reich von Midland neu zu begründen. Aber er gewinnt auch Unmengen menschlicher Anhänger, die in ihm den Messias sehen, der sie in ein goldenes Zeitalter führen soll. Griffith befreit die von den Kushanen entführte Kronprinzessin, um seine zukünftige Herrschaft zu legitimieren.

Mittlerweile hat der bisherige Einzelgänger Guts neben Puck weitere Gefährten gewonnen: Den Waisenjungen Isidro, der ihn begleitet, weil er selbst so stark wie Guts werden will. Farnese, Mitglied der einflussreichen Familie Vandimion, einst auf der Jagd nach dem „unheiligen“ Guts, hat sich ihm nach einem Sinneswandel angeschlossen; ebenso ihr Leibwächter Serpico, der im Gegensatz zu ihr weiß, dass sie Geschwister sind. Der sehr jungen Hexenschülerin Schielke und ihrer eigenen Elfe Evarella wurde von ihrer sterbenden Meisterin aufgetragen, den Schwarzen Ritter in seinem Kampf zu unterstützen. Ihre Meisterin Flora führt vor ihrem Tod noch ein Gespräch mit dem mysteriösen Skelettritter, den sie persönlich zu kennen scheint. Durch ihre telepathischen und empathischen Fähigkeiten bewahrt Schielke Guts davor, im Kampf die Kontrolle über sein Selbst zu verlieren. Er besitzt nun eine magische Rüstung, die ihn keine Schmerzen fühlen lässt, so dass er sich bis zur Selbstvernichtung in einen Berserkerwahn stürzen kann. Doch die Rüstung wird von einem bösen Geist beherrscht. Dieser labt sich an Guts' Hass und Trauer und manifestiert sich in seiner Seele als Höllenhund. Während Guts die Rüstung nur zum Besiegen seiner Feinde nutzen will, möchte der Hund den Krieger vollständig korrumpieren und bringt Guts sogar fast dazu, Kjaskar umzubringen. Obwohl Guts widerstehen kann und der Hund sich vorerst in die Tiefen seines Verstands zurückzieht, schwört er, dass er eines Tages umso grausamer zurückkehren wird. Dann, so der Hund, wird es für Guts und seine Freunde keine Rettung mehr geben. Stück für Stück stellt sich heraus, dass auch der Skelettritter einst die Rüstung benutzt haben muss.