mini|295px|Weißenburg

Uhlstädt-Kirchhasel ist eine Gemeinde im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen.

Geografie Uhlstädt-Kirchhasel war bis 2018 die flächenmäßig größte Gemeinde im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Sie nimmt den nordöstlichen Teil des Kreises ein. Im Süden der Gemeinde liegt das Tal der Saale, in dem die Ortsteile Catharinau, Kolkwitz, Weißen, Rückersdorf und Niederkrossen (rechtes Ufer) sowie Kirchhasel, Etzelbach, Uhlstädt und Zeutsch (linkes Ufer) liegen. Alle weiteren Ortsteile liegen auf der Ilm-Saale-Platte nördlich des Saaletals verstreut. Die westlichen Ortsteile grenzen an die Stadt Rudolstadt und sind somit für Wohn- und Gewerbeflächen attraktiver als die anderen Orte der Gemeinde. Die höchsten Berge im Gemeindegebiet erreichen Höhen von bis zu 450 Metern, während die Höhe im Saaletal rund 190 Meter beträgt.

Ortsteile (Stand: 31. Dezember 2010) mini|Schloss Kochberg mini|Kirche in Weißbach mini|Gehöft in Kolkwitz mini|hochkant|Kirche in Niederkrossen Ortsteil EinwohnerBeutelsdorf155Catharinau361Clöswitz37Dorndorf118Engerda322Etzelbach412Großkochberg547Heilingen223Kirchhasel587Kleinkochberg55Kleinkrossen48 Ortsteil EinwohnerKolkwitz182Kuhfraß129Mötzelbach87Naundorf55Neusitz107Niederkrossen261Oberkrossen139Oberhasel94Partschefeld114Röbschütz97Rödelwitz84 Ortsteil EinwohnerRückersdorf147Schloßkulm63Schmieden52Teichweiden182Uhlstädt884Unterhasel7Weißbach108Weißen272Weitersdorf11Zeutsch326 Außerdem liegt die 1850 verlassene heutige Wüstung Töpfersdorf in der Gemeindeflur.

Geschichte In Kuhfraß gab es ein Gut derer von Kochberg. Es wurde 1825 durch James Patrick Parry, den Ehemann von Luise von Stein, übernommen. Dieser ließ von 1835 bis 1838 das Jagdschloss Hirschhügel bauen. 1892 erbte Graf Henckel von Donnersmarck den Besitz. Im „Neuen Haus“ wurde 1941 ein Kinderlandheim eingerichtet. 1945 erfolgte die entschädigungslose Enteignung von Schloss und Gut. Das Schloss wurde Altersheim und psychiatrische Einrichtung, jetzt (2010) ist es Altenheim eines Sozialwerks. 1994/1995 wurde noch erhaltenes mobiles Inventar an die Familie Henckel von Donnersmarck restituiert, die einen Dauerleihvertrag mit der Klassik Stiftung Weimar darüber abschloss. Darunter fielen Gemälde, Grafiken, Kunstgegenstände, Möbel und 39 Goethe-Handzeichnungen.

Eingemeindungen Die Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel entstand am 1. Juli 2002 durch den freiwilligen Zusammenschluss von zunächst elf bis dahin selbständigen Gemeinden, die mit Ausnahme von Kirchhasel alle der Verwaltungsgemeinschaft Uhlstädt angehörten.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002 Am 1. Dezember 2007 wurden die Gemeinden Großkochberg und Heilingen eingegliedert,StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2007 für die Uhlstädt-Kirchhasel bereits erfüllende Gemeinde war.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Beutelsdorf 1. Juli 2002 Catharinau 9. April 1994 Eingemeindung nach Kirchhasel Dorndorf 1. Juli 2002 Engerda 1. Juli 2002 Etzelbach 9. April 1994 Eingemeindung nach Kirchhasel Großkochberg 1. Dezember 2007 Heilingen 1. Dezember 2007 Kirchhasel 1. Juli 2002 Kleinkochberg 9. April 1994 Eingemeindung nach Großkochberg Kleinkrossen 1922 Eingemeindung nach Uhlstädt Kolkwitz 9. April 1994 Eingemeindung nach Kirchhasel Kuhfraß 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Kirchhasel Mötzelbach 30. Juni 1994 Eingemeindung nach Kirchhasel Naundorf 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Kirchhasel Neusitz 9. April 1994 Eingemeindung nach Kirchhasel Niederkrossen 1. Juli 2002 Oberhasel 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Kirchhasel Oberkrossen 1922 Eingemeindung nach Uhlstädt Partschefeld 1. Dezember 1972 Eingemeindung nach Uhlstädt Röbschütz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Heilingen Rödelwitz 1. Juli 2002 Rückersdorf 1922 Eingemeindung nach Uhlstädt Schloßkulm 1. Juli 2002 Schmieden 1. Juli 2002 Teichweiden 1. Juli 2002 Uhlstädt 1. Juli 2002 Zeutsch 1. Juli 2002

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

2002: 5766 2003: 5757 2004: 5743 2005: 5718 2006: 5636 (mit Eingemeindungen 6637) 2007: 6590 2008: 6482 2009: 6380 2010: 6347 2011: 6220 2012: 6177 2013: 5984 2014: 5952 2015: 5955 2016: 5921 2017: 5865 2018: 5807 2019: 5729 2020: 5642 2021: 5595 2022: 5350 2023: 5356 2024: 5320

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Gemeinderat Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung: Partei/Liste SitzeFreie Wähler 4 (− 2)CDU 4 (± 0)LINKE 3 (− 1)BfL 3 (± 0)SPD 2 (− 1)AfD 4 (+ 4)

Bürgermeister Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde ist seit dem 8. Oktober 2020 Frank Dietzel (Die Linke). Er setzte sich bei der Bürgermeisterwahl 2020 in der Stichwahl am 12. Juli 2020 mit 50,4 % der abgegebenen gültigen Stimmen durch. Zuvor waren von 2002 bis 2014 Peter Schröter und von 2014 bis 2020 Toni Hübler (CDU) Bürgermeister von Uhlstädt-Kirchhasel.

Wappen Blasonierung: „Geviert; Feld 1: Grün, Feld 2 bis 4: Silber; Feld 1 eine herschauende silberne Eule mit ausgebreiteten Flügeln, Feld 2 und 3: je drei grüne Lilien, Feld 4: ein grüner Haselnussstrauch mit sechs Blättern und zwei Früchten auf einem grünen, mit silbern bordierten, blauen Wellenbalken belegten Grund.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Saalleitenweg mit Bräutigamswand Besondere Erwähnung verdienen das Schloss Kochberg und die Burg Weißenburg.

Teile der Dorfkirche Uhlstädt stammen aus dem 12. Jahrhundert.

Im Zentrum des Ortsteils Zeutsch erinnert in einer Parkanlage in der Nähe des Kindergartens seit 1985 eine Stele an die KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus einem der Außenlager des KZ Buchenwald durch den Ort getrieben wurden.

Der Saaleradweg führt durch die Gemeinde, ebenso der 6 km lange Saalleitenweg. Im Südosten der Gemeinde beginnt das Naturschutzgebiet Uhlstädter Heide.

Die Talsperre Engerda südöstlich des Ortsteils Engerda ist ein beliebter Angelsee.

Wirtschaft und Infrastruktur Uhlstädt-Kirchhasel ist eine weitestgehend landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Dies gilt besonders für die nördlichen Ortsteile. Jene im Saaletal weisen teils auch kleinere Gewerbegebiete mit verschiedenen Industrien auf.

Die wichtigsten Straßenverbindungen auf dem Gemeindegebiet sind die Bundesstraße 88 (Rudolstadt–Jena), die im Saaletal durch die Ortsteile Kirchhasel, Etzelbach, Uhlstädt und Zeutsch verläuft, sowie die Landesstraße von Teichel im Westen nach Zeutsch im Osten für die nördlichen Gemeindeteile. Des Weiteren gibt es noch zahlreiche Kreis- und Gemeindestraßen, die alle Ortsteile erschließen. Haltepunkte der Saalbahn gibt es in Zeutsch und Uhlstädt. Seit Dezember 2017 fielen die Fernverkehrshalte in Jena, Saalfeld und Naumburg durch die Eröffnung der Schnellfahrstrecke Eltersdorf–Leipzig weitestgehend weg, dadurch ist die nächste Stadt mit regelmäßigem Fernverkehr Erfurt, welche man über Jena-Göschwitz mit einem Umstieg in gut 75 Minuten erreichen kann.

mini|Klinik an der Weißenburg Die Klinik an der Weißenburg ist der wichtigste Arbeitgeber der Gegend.

Persönlichkeiten Christian Sigismund Voigt (18. Jh.), Orgelbauer Johanna Isabella Eleonore von Wallenrodt (1740–1819), Schriftstellerin Marthe Renate Fischer (1851–1925), Schriftstellerin Gerhard Bohne (1895–1977), im Ortsteil Zeutsch geborener evangelischer Religionspädagoge und Hochschullehrer Gerhard Fickel (1920–1990), Chefarzt der Tbc-Heilstätte Weißeneck-Weißenburg-Etzelbach

Weblinks

Offizielle Internetseite der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 2002