Neubulach ist eine Stadt und ein heilklimatischer Kurort mit Heilstollenkurbetrieb im Landkreis Calw in Baden-Württemberg. Die Stadt hat Einwohner () und gehört zur Region Nordschwarzwald.

Geographie Stadtgliederung Die Stadt Neubulach gliedert sich in die fünf Stadtteile Altbulach, Liebelsberg, Martinsmoos, Neubulach und Oberhaugstett. Der Stadtteil Altbulach ist wiederum in die vier untereinander nicht abgegrenzten Teilbezirke Altbulach, Seitzental, Kohlerstal und Station Teinach gegliedert. Die Stadtteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens, ihre offizielle Benennung wie auch die der Teilbezirke des Stadtteils Altbulach erfolgt in der Form „Neubulach – Stadtteil …“. Die Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, wobei die Teilbezirke Seitzental, Kohlerstal und Station Teinach des Stadtteils Altbulach zusammen den Wohnbezirk „Talorte“ und der Teilbezirk Altbulach den Wohnbezirk „Altbulach“ bilden. (PDF; abgerufen am 27. Januar 2014).

Zum Stadtteil Altbulach gehören das Dorf Altbulach, die Weiler Kohlerstal und Seitzental und die Orte Elektrizitätswerk und Marmorwerk. Zum Stadtteil Liebelsberg gehören das Dorf Liebelsberg, das Gehöft Lautenbachhof und die Häuser Teinachtal. Zu den Stadtteilen Martinsmoos und Oberhaugstett gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Stadtteil Neubulach gehören die Stadt Neubulach und der Ort Lochsägmühle.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe. Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 488–490.

Schutzgebiete

Neubulach hat Anteile an den Landschaftsschutzgebieten Teinachtal mit Seitentälern und Nagoldtal. Westlich von Oberhaugstett liegt ein kleines Teilgebiet des FFH-Gebiets Kleinenztal und Schwarzwaldrandplatten, zu dem auch die flächenhaften Naturdenkmale Beilfels und der Hoher Stein im Teinachtal und ein Stollen am Mühlberg gehören. Neubulach liegt zudem im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.Daten- und Kartendienst der LUBW

Geschichte Mittelalter mini|hochkant|Calwer Tor Altbulach wurde erstmals 1390 erwähnt, könnte aber bereits um 800 entstanden sein und erhielt die Vorsilbe Alt- im Ortsnamen zur Unterscheidung von der erst im 13. Jahrhundert entstandenen Stadt (Neu-)Bulach. Oberhaugstett wurde 1355 erstmals erwähnt, Liebelsberg 1374 und Martinsmoos 1075. Alle drei Orte sind aber sicher deutlich älter, Liebelsberg und Martinsmoos wurden als Waldhufendorf angelegt.

Neubulach, bis 1799 meist nur Bulach genannt, ist eine besonders gut erhaltene kleine mittelalterliche Bergbaustadt und wurde 1275 erstmals erwähnt, der Silberbergbau 1286.Alle Angaben zur Bergbaugeschichte nach Meyerdirks in Werner/Dennert, S. 156–162. Im 13. Jahrhundert hatte der Bergbau offenbar seine große Blütezeit, die vielleicht bis ins 14. Jahrhundert andauerte. Dabei entstand wohl auch eine Bergbausiedlung, die vielleicht um 1274 von den Grafen von Hohenberg zur Stadt Bulach erhoben wurde. Gelegentlich wird vermutet, dass der Bergbau bereits vor dem 13. Jahrhundert eingesetzt haben könnte, dafür gibt es bisher aber keinerlei Hinweise. 1364 verkauften die Grafen von Hohenberg Stadt und Herrschaft Bulach einschließlich des Bergwerks an die Kurfürsten von der Pfalz, die sie 1440 an die Grafen von Württemberg weiterverkauften.

Angeblich soll Neubulach um 1326 abgebrannt sein, ein zweiter Stadtbrand ereignete sich 1505. Im Bauernkrieg 1525 wurde Neubulach von den Bauern besetzt. Anders als gelegentlich behauptet, wurden dabei aber weder die Stadt in Brand gesetzt, noch das (vermutlich stillliegende) Bergwerk zerstört.

Neuzeit In der Neuzeit hatte der Bergbau in Neubulach seine Blütezeit längst überschritten, weitere Versuche erfolgten um 1478, in den 1530er Jahren, 1551–1553, 1557–1563, 1567–1568, 1594–1608, 1656–1657, 1718–1727, 1747–1761, 1773–1790 (Auffahrung des Wasser-Stollens) und schließlich 1820–1831 (1822–1831 Auffahrung des Wilhelm-Stollen, heute Hella-Glück-Stollen genannt). Dabei wurde aber immer wieder festgestellt, dass die Lagerstätte bereits im Mittelalter so tiefreichend abgebaut worden war, dass keine gewinnbringenden Erze mehr vorhanden waren.

Neubulach kam 1807 bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im Königreich Württemberg vom Amt Wildberg zunächst zum Oberamt Nagold und 1812 schließlich zum Oberamt Calw.Visitenkarte von Neubulach bei LEO-BW, Landeskunde entdecken online, aufgerufen am 9. September 2018

Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Neubulach 1938 zum Landkreis Calw.

1916–1932 und 1937–1945 versuchten verschiedene Unternehmen unter Tage, vor allem aber aus den alten Halden, Gold und Wismut zu gewinnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Neubulach in die Französische Besatzungszone und kam somit 1947 zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern. 1952 ging das provisorische Nachkriegsland im Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern, seit 1973 Regierungsbezirk Tübingen, auf und gehört seither zum neuen Bundesland Baden-Württemberg.

Im Jahr 1972 wurde im Stollen des mittelalterlichen Silberbergwerkes „Hella-Glück“ eine Therapiestation zur Behandlung von Atemwegserkrankungen eingerichtet.

Mit der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Calw Teil der neu gegründeten Region Nordschwarzwald, die dem Regierungsbezirk Karlsruhe zugeordnet wurde. Somit wird seither über die Angelegenheiten Neubulachs auch aus Pforzheim und Karlsruhe mitentschieden. mini|Rathaus Neubulach Die heutige Stadt wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Stadt Neubulach und der Gemeinden Altbulach, Liebelsberg, Martinsmoos und Oberhaugstett neu gebildet.

Politik

mini|Rathaus Neubulach

Gemeinderat Der Gemeinderat in Neubulach umfasst 18 Personen. Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart

Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 UWV Unabhängige Wählervereinigung 46,66 8 45,5 8 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,27 7 43,5 8 UGL Unabhängige Grüne Liste 14,07 3 11,0 2 Gesamt 100 18 100 18 Wahlbeteiligung 67,51 % 65,62 %

Bürgermeister 1975–1983: Ernst BraunAmtsblatt der Stadt Neubulach. Ausgabe 06/2015. 1983–2007: Siegfried Luz 2007–2015: Walter Beuerle 2015–2026: Petra Schupp (CDU) seit 2026: Lars Dannenmann

Stadtwappen Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold ein rotbewehrter, rotbezungter und rotgekrönter schwarzer Adler, belegt mit einem silbernen Brustschild, darin in Rot Schlägel und Eisen.“

Wappen der früheren Gemeinden

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch Neubulach und Oberhaugstett verläuft die Landesstraße 348 aus Richtung Calw nach Altensteig. Durch das Nagoldtal und damit über Neubulacher Gemarkung führt die Bundesstraße 463 von Horb nach Pforzheim. Die nächsten Autobahnanschlüsse an die A 81 in etwa 25 km Entfernung sind in Herrenberg und Gärtringen.

Neubulach besitzt einen Bahnhof an der Nagoldtalbahn von Horb nach Pforzheim, der halbstündlich in beide Richtungen bedient wird. Der Bahnhof liegt etwa 5 km nordöstlich des Stadtkerns im Nagoldtal, daher werden die Stadtteile durch Busse erreicht, die im Anschluss an die meisten Zugankünfte vom Bahnhof aus abfahren. Darüber hinaus verkehren aus allen Stadtteilen direkte Busse nach Calw, Wildberg und Altensteig. Alle öffentlichen Verkehrsmittel in Neubulach sind in den kreisweiten Gemeinschaftstarif der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw integriert.

Ansässige Unternehmen mini|Orgelbauer Rohlf in Seitzental Die Maschinenfabrik Friedrich Duss wurde 1920 in Neubulach gegründet und ist heute einer der bekanntesten Hersteller von Bohrwerkzeugen.

Das Orgelbauunternehmen Johannes Rohlf in Seitzental stellte die Orgel der Baden-Badener Stiftskirche her.

Die Firma Mineralbrunnen Teinach GmbH befindet sich zum Teil auf der Gemarkung Liebelsberg (die Gemarkungs- und Gemeindegrenze verläuft mitten durch das Werksgelände bzw. -gebäude), abgerufen am 6. März 2016. des Weiteren befinden sich ein Teil der Quellen auf dem Gebiet der Gemeinde Neubulach.

Bildung mini|Gemeinschaftsschule Neubulach Neubulach verfügt über eine Gemeinschafts- und Grundschule.

Religionen und Kirchen Religionen Die Evangelische Kirchengemeinde NeubulachWebsite der Kirchengemeinde Neubulach, Altbulach, Liebelsberg und Oberhaugstett im Kirchenbezirk Calw-Nagold der Evangelischen Landeskirche in Württemberg umfasst die Kernstadt und die Stadtteile Altbulach, Liebelsberg und Oberhaugstett der Stadt Neubulach. Der Stadtteil Martinsmoos bildet eine eigene Kirchengemeinde, die zur Verbundkirchengemeinde Zwerenberg gehört.Website der Evangelischen Verbundkirchengemeinde Zwerenberg Seit Gründung der Stadt war Neubulach zunächst Filiale von Effringen, wurde dann 1443 Sitz der Pfarrei anstelle von Effringen. Endgültig wurde die Pfarrei nach der Reformation bestätigt.

Evangelische Kirchen Altbulach: Kirchlich gehörte Altbulach zunächst zu Effringen, dann zu Neubulach. Der Ort hat aber eine alte Klosterkirche vom 12. Jahrhundert, die noch ein romanisches Langhaus besitzt. 1445 wurde sie durch einen spätgotischen Chor, darin hohe Spitzbogenfenster mit ihrem feinen Maßwerk, ein Sakramentshäuschen und das reich verzierte Netzgewölbe, erweitert und ab 1508 als St. Mauritiuskirche bezeichnet. Die frühere Bedeutung und dann die Erweiterung und Aufwertung der Kirche hing vermutlich mit dem örtlichen Konvent der frommen Frauengemeinschaft von Beginen und der Förderung durch das Kloster Hirsau zusammen. Nach der Reformation brach man größere Fensteröffnungen in die romanische Nord- und Südwand des Schiffs, damit mehr Licht einströmen konnte und somit das helle Licht des Evangeliums von Jesus Christus unterstrichen wurde. Eine grundlegende Erneuerung konnte 1966 abgeschlossen werden mit einer Erhöhung des Kirchenschiffs unter Verwendung alter Dachstuhl-Teile, dem Entfernen der Nordempore und alten Kanzel, Änderungen an den Fenstern und der Aufstellung eines neuen Altars. Die verbliebenen historischen Chorfenster-Butzenscheiben von 1493 wurden für das Langhaus verwendet und die Chorfenster neu vom Stuttgarter Glaskünstler Wolf-Dieter Kohler ungegenständlich farbverglast. Den steinernen Blockaltar mit eindrucksvollen Darstellungen der biblischen Schöpfungsgeschichte schuf der ortsansässige Bildhauer Albert Volz. Liebelsberg: Kirchlich gehörte Liebelsberg zunächst zu Effringen, dann zu Neubulach. Eine Filialkapelle St. Bartholomäus wurde 1537 erwähnt. Sie wurde 1842 zum Schulhaus umgebaut. 1978 wurde am erhaltenen Turm mit Turmchor ein Neubau mit Gottesdienst-, Gemeinde- und Nebenräumen errichtet. Der Chor der Bartholomäuskirche erhielt damals von Wolf-Dieter Kohler drei Chorfenster (links die alttestamentlichen Persönlichkeiten Mose, Elia und Jesaja als Hinweise auf Christus; Mitte: Leben und Wirken Jesu; rechts das Ziel aller Wege: Weltgericht, Kampf gegen das Böse, Herrschaft Christi und himmlisches Jerusalem). Das Altarkreuz mit Leuchtern stammt vom Altbulacher Bildhauer Albert Volz, das Wandkruzifix vom ortsansässigen Bildhauer Peter Steyer.