Bilk ist ein Stadtteil der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Das Gebiet des ehemals selbstständigen Ortes wurde bereits 1384 nach Düsseldorf eingemeindet und umfasste neben dem heutigen Stadtteil Bilk auch die heutigen Stadtteile Oberbilk, Unterbilk sowie Friedrichstadt. Bilk gehört zum Stadtbezirk 3 und war im Juni 2023 mit 41.387 Einwohnern auf einer Fläche von 6,07 Quadratkilometern der bevölkerungsreichste Stadtteil der Stadt.https://duva-server.de/Duesseldorf/ASW/ASW.dll?aw=Bevölkerung%5CBevölkerung%20monatlich%20des%20Jahres%202023 Mit 6818 Einwohnern je Quadratkilometer ist Bilk überdurchschnittlich dicht besiedelt, die Stadt Düsseldorf hat etwa 2900 Einwohner pro Quadratkilometer.

Geographie und Bevölkerung Lage Im Norden verläuft die Stadtteilgrenze unmittelbar südlich der Bahnstrecke Düsseldorf–Neuss; Bilk grenzt dort an die benachbarten Stadtteile Unterbilk und Friedrichstadt an. Östlich von Bilk liegen die Stadtteile Oberbilk und Wersten. Die Stadtteilgrenze zu Oberbilk verläuft unmittelbar östlich der Eisenbahnstrecke Düsseldorf–Köln und folgt südlich davon dann dem Straßenverlauf der Moritz-Sommer-Straße und des Bittwegs (jeweils Straßenmitte). Entlang der Werstener Straße, des Ostufers eines ehemaligen Baggersees und des Brückerbaches verläuft die Grenze zu Wersten. Bilk umschließt entlang der Münchener Straße, Himmelgeister Straße (südlicher Teil), Ulenbergstraße, Aachener Straße und Volmerswerther Straße das Gebiet von Flehe. Ebenfalls im Süden grenzt der Stadtteil entlang des südlichen Randes des Südfriedhofs an die Felder von Volmerswerth. Im Westen schließen sich die Felder von Hamm an. Die Grenze verläuft hier parallel zum westlichen Rand des Südfriedhofs und weiter nördlich entlang der Völklinger Straße.

Nutzung und Bebauung In einem 300 bis 600 Meter breiten Streifen südlich der Bahnstrecke Düsseldorf–Neuss ist eine geschlossene Bauweise vorherrschend. Der nördliche Teil Bilks ist somit besonders dicht besiedelt. Es gibt hier auch mehr Geschäfte und Gewerbebetriebe als im übrigen Stadtteilgebiet. Dieser Teil wird auch von der Südlichen Düssel, die hier aber oft durch Tunnel geführt wird, in Ost-West-Richtung durchflossen. Der meist locker bebaute Süden enthält mit dem Südfriedhof, dem Park an der ehemaligen Sternwarte, dem Freizeitpark Ulenbergstraße und dem Botanischen Garten mehrere Grünflächen. Die Heinrich-Heine-Universität, deren Campus und Klinik im Südosten des Stadtteils liegt, ist aktuell der am meisten prägende Faktor Bilks. Nicht nur in den Wohnheimen auf dem Campus und nördlich des Klinikgeländes, sondern auch im restlichen Stadtteil wohnen viele Studenten und Hochschulmitarbeiter. Zumindest in Bilk existiert eine insgesamt in Düsseldorf eher schwach ausgeprägte studentische Kneipenkultur.

Geschichte Landeshauptstadt Düsseldorf:

Vor diesem Hintergrund kann zwischen der Bilker und Unterbilker Geschichte und oft auch zwischen dem Heimatbewusstsein der Bilker und Unterbilker nicht unterschieden werden, so dass die nachfolgend skizzierte Stadtteilgeschichte mehr umfasst als das, was innerhalb der heutigen Bilker Grenzen geschehen ist.

Mittelalter mini|Kirche Alt St. Martin Wie Funde von zwei Gräberfeldern zeigen, war Bilk im frühen Mittelalter (6. und 7. Jahrhundert) besiedelt. Beide Fundstellen liegen jedoch recht weit vom späteren Ortskern bei Alt St. Martin entfernt.Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1989, S. 276–278 Die erste schriftliche Erwähnung von BilkNach anderen ist in der Urkunde Bilk im Kirchspiel Wettringen (Münsterland) gemeint; vgl. Henning Kaufmann: Gibt es in den Rheinlanden rechtsrheinische ācum-Namen? In: Rheinische Vierteljahrsblätter 38 (1974), S. 32–53, bes. S. 35f. erfolgte zum 14. Februar 799 als Gutshof (villa Bilici),Vgl. Theodor Joseph Lacomblet (Bearb.): Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Bd. I. Wolf, Düsseldorf 1840, Nr. 12, S. 8 (Google-Books); Wilhelm Crecelius: Traditiones Werdensis, Teil I. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 6 (1869), S. 1–68, bes. S. 11 (Google-Books).Hugo Weidenhaupt: Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf, Triltsch-Verlag, Düsseldorf 1979, ISBN 3-7998-0000-X, S. 16 wohl ein Königsgut mit Kirche. Die am südlichen Düsselarm gelegene kleine Tuffsteinkirche Alt St. Martin entstand vielleicht um 700. Erstmals urkundlich erwähnt wird sie jedoch erst 1019. Bei einer Auflistung der Besitzungen der Abtei Deutz von 1147 bestätigte der Papst Eugen III. neben vielen Anderen am Niederrhein für den Großraum Düsseldorf Eigentum in „Bilka“ und „Castrum Burgela“ (Haus Bürgel).Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Cöln, Urkunde 356, 1840, Band 1, 779–1200, S. 244. Onlinefassung

In einer Aufstellung über die Besitzungen des Stiftes Gerresheim von 1218 waren für den Haupthof (Villae) Dern neben 62 weiteren Unterhöfen im heutigen Großraum Düsseldorf auch drei Unterhöfe in Bilk aufgelistet.Fahne, Anton, in: Die Fahnenburg und ihre Bildergalerie, Kapitel Stift Gerresheim, 1873, S. 16. Onlinefassung Um 1250 muss auch die Honschaft Gerresheim in Bilk Eigentumsrechte besessen haben. In einer Urkunde von 1273 wurden diese von der gesamten Bilker Gemark auf einen abgesonderten Bereich verkleinert. Bezeugt hatten diese Urkunde unter anderen die Edelherren „Theodorico und Henrico de Elner“ und „Wernero de Horst“.Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 649, 1840, Teil 2, 1201–1300, S. 379. Online-Ausgabe 2009Die für die Honschaft Gerresheim angeführten Rechte gehörten vermutlich ursprünglich auch dem Stift und waren von diesem zu einem früheren Zeitpunkt an die Honnschaft veräußert worden. Das Adelsgeschlecht der „Ritter von Horst“ hatte im 13. Jahrhundert Eigentum in der Bilker Mark. Ritter Heinrich von Horst übertrug 1290 Heinrich von Windeck, einem Mitglied aus der Familie der Grafen von Berg, für 50 Mark seinen Hof in Bilk zum Lehen.Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Köln, Urkunde Nr. 904, 1846, Band 2, S. 538.Digitalisierte Ausgabe ULB Bonn

Bis 1206 gehörte das an einem nördlichen Düsselarm gelegene, erstmals 1159 erwähnte Fischerdörfchen „dusseldorp“, das Dorf an der Düssel, zum Kirchspiel von Alt St. Martin in Bilk. In diesem Jahr wurde eine Kapelle in der Altstadt von Düsseldorf zur Pfarrkirche erhoben und ein eigenes Kirchspiel gebildet. Am 14. August 1288, nach der Schlacht von Worringen, wurden Düsseldorf durch den Grafen Adolf V. von Berg die Stadtrechte verliehen und die Pfarrkirche zur Stiftskirche. Die Grafschaft wurde 1380 zum Herzogtum erhoben und das Schloss in Düsseldorf zum Regierungssitz der neuen Herzöge. Bei der Erweiterung von Düsseldorf Ende März 1384 wurden neben den Honschaften Golzheim und Derendorf auch die große Dorfschaft Bilk der Stadt Düsseldorf zugeordnet.Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 878, 1853, Teil 3, 1301–1400, S. 771.

Die „städtischen Freiheiten“, die bei der Eingemeindung zugesagt worden waren, wurden in einer weiteren Urkunde eingeschränkt. In dieser Urkunde vom 4. April 1384 erhielten die Bilker nur dann auch alle „städtischen Freiheiten“, wenn sie zusätzlich auch in der Stadt eine Wohnung unterhielten.Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 880, 1853, Teil 3, 1301–1400, S. 773.

Bilk bestand damals aus den drei Honschaften: Arienbilk, oder auch Orienbilk genannt, das heutige Oberbilk, Muhlhoven, etwa das aktuelle Unterbilk, und Kirchbilk mit St. Martin, der Kern des heutigen Stadtteiles Bilk. Diese drei Honschaften Bilk unterhielten bereits vor der Eingemeindung nach Düsseldorf ein eigenes Schöffengericht.Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf Düsseldorfer Geschichtsverein: Teil 3, H. Eschenbach, in Kapitel: Zur Verfassungsgeschichte der Stadt Düsseldorf, S. 52. Dieses Bilker Gericht wurde 1394 durch den Herzog Wilhelm von Berg aufgelöst und durch das Düsseldorfer Gericht ersetzt.Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 1001, 1853, Teil 3, 1301–1400, S. 887.

Neuzeit Die großflächige Ortschaft Bilk bestand aus einer Reihe von Höfen und Häusern entlang der südlichen Düssel im Verlauf der heutigen Suitbertusstraße und Martinstraße bis zur neuen Bilker Kirche St. Martin, die an der Stelle der 1686 erbauten Loretokapelle steht. Bilk war in drei Bezirke gegliedert: in Kirchbilk (Alt St. Martin), Mühlenhofen und Arenbilk (Oberbilk). Größere Höfe sind namentlich bekannt: Burghof, Deuzerhof,Verkauf des Deuzerhofes zu Bilk – am Dienstag den 20. April 1841 und am folgenden Tage der in der Gemeinde Unterbilk so genannte Deuzerhof nebst den dazugehörigen Gemeinden Unterbilk, Stoffeln und Flehe, so wie Bilker und Hammerfelde Parzellen verkauft werden. (Veräußerer waren vornehmlich Familienmitglieder mit Namen Kux), in Düsseldorfer Zeitung (No. 45), Beilage vom 14. Februar 1841 Fechelshof oder Rheindorfer Hof.

Um 1805 wurde der Alte Bilker Friedhof, heute eine großzügige Parkanlage mit Spiel- und Liegewiesen an der Volmerswerther Straße, angelegt. An der Gestaltung des Friedhofs, der am 1. April 1904 geschlossen wurde, wirkte auch Maximilian Friedrich Weyhe mit. Nach mehreren Erweiterungen umfasste die Anlage zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Fläche von 27 Hektar. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Friedhof schwer von Bomben verwüstet. In der Nachkriegszeit wurde dann eine kleine umzäunte Gedächtnisstätte mit dem Rest des ehemaligen Friedhofkreuzes und acht Grab- und Gedenksteinen von zwölf bekannten Bilker Bürgern aufgestellt. Der Sternwartpark, besser bekannt als Alter Bilker Friedhof, zeichnet sich durch seine abwechslungsreich gestaltete Landschaftsform aus, sanfte Hügel, Mulden, Alleen und geschwungene Wege wechseln sich ab. Auf dem Hundefreigelände an der Nordwestecke des Sternwartparks befinden sich parallel zur Volmerswerther Straße Überreste eines kleinen Tiefbunkers.

Ab 1852 entstand südöstlich von Düsseldorf in Oberbilk eine bedeutende Metall- und Eisenindustrie. 1854 genehmigte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. eine notwendige Erweiterung der Stadt, die nach Süden hin über die heutige Friedrichstadt Bilk mit Düsseldorf verband. Wegen der Verlagerung des Eisenbahnverkehrs in den 1891 am heutigen Standort eröffneten Düsseldorfer HauptbahnhofStadtarchiv der Landeshauptstadt Düsseldorf: Der Hauptbahnhof wird eröffnet, abgerufen am 11. Februar 2026 musste die seit 1870 nach Fertigstellung der Hammer Eisenbahnbrücke bestehende Eisenbahnstrecke von Düsseldorf über den Rhein nach Neuss verlegt und durch Bilk geführt werden. Der Stadtteil wurde auf diese Weise zerschnitten, erhielt aber auch einen eigenen Bahnhof. Aus dem nördlich gelegenen Teil wurde Unterbilk, der südliche Teil behielt den Namen Bilk. Die alte Eisenbahnstrecke vom alten Düsseldorfer Bahnhof in Nähe des heutigen Graf-Adolf-Platzes entlang des jetzigen Medienhafens zur Hammer Eisenbahnbrücke wurde aufgegeben.

mini|Denkmal für die Sternwarte