mini|Logo des Kantons Basel-Landschaft Basel-Landschaft (Kürzel BL; inoffiziell meist Baselland oder das Baselbiet genannt, , , ) ist ein Kanton der Schweiz. Er zählt zum Wirtschaftsraum Nordwestschweiz und zur Metropolregion Basel. Der Hauptort ist Liestal, der jedoch weniger Einwohner hat als jede der fünf einwohnerstärksten Gemeinden, die an der Peripherie der Stadt Basel liegen (Allschwil, Binningen, Reinach, Muttenz und Pratteln).

Das Kantonsgebiet reicht von Vorstadtgemeinden um die Stadt Basel im Norden über kleinstädtische Strukturen rund um den Kantonshauptort Liestal und um Laufen bis zu grossen Wald- und Gebirgsflächen in den Juratälern im Süden. Der Kanton grenzt im Westen an Frankreich, im Norden an den Kanton Basel-Stadt und an Deutschland, im Osten an den Kanton Aargau und im Süden an den Kanton Solothurn. Im Südwesten folgt die Kantonsgrenze zum Kanton Jura zudem grösstenteils der französisch-deutschen Sprachgrenze der Schweiz.

Geographie Höchste Erhebung: Hinteri Egg ()Karte Swisstopo Tiefster Punkt: Mündung der Birs in den Rhein ()

Der Kanton befindet sich im Nordwesten der Schweiz. Mit Ausnahme weniger Ortschaften umfasst er sämtliche Gemeinden des Laufentals entlang der Birs, das Birseck und das untere Leimental (Unterbaselbiet) sowie die Gemeinden entlang der Ergolz und ihrer Zuflüsse (Oberbaselbiet). Die geographische Form des Kantons ist besonders wegen der Lage des benachbarten solothurnischen Schwarzbubenlands «unregelmässig», die Kantonsgrenze durchquert auch mehrere städtische Agglomerationen einer Stadt, die nicht selbst im Kanton liegt, und berührt zwei andere Staaten.

Flächenmässig gehört er zu den kleineren Kantonen der Schweiz (Platz 18 von 26). Aufgrund seiner dichten Besiedlung liegt er jedoch im Einwohnerrang auf Platz 10. Die Trennung des Standes Basel in die zwei «Halbkantone» Basel-Stadt und Basel-Landschaft erfolgte im Jahr 1833 (siehe unten Geschichte).

Der Kanton Basel-Landschaft grenzt im Osten und Nordosten an den Kanton Aargau sowie an den Rhein, der die Landesgrenze zu Deutschland bildet. Des Weiteren grenzt im Norden der Kanton Basel-Stadt an. Im weiteren Verlauf folgt dann im Nordwesten die Landesgrenze zu Frankreich.

Im Süden grenzt er an das Mutterland des Kantons Solothurn, von dem einige Exklaven westlich an den Kanton Basel-Landschaft grenzen. Im äussersten Südwesten verläuft die Grenze zum Kanton Jura.

Die Ausdehnung des Kantons wird in seiner inoffiziellen Hymne, dem Baselbieterlied, thematisiert.

Wappen

Das Wappen des Kantons zeigt einen roten Hirtenstab (Baselstab). Auf der Biegung des Stabs befinden sich sieben Ausstülpungen, die in Versionen vor dem 10. März 1948 als sieben Kugeln den Stab noch nicht berührten. Eine heraldische Besonderheit ist die Linkswendung des Stabes, also von der Fahnenstange weg. Diese Abwendung von der Fahnenstange symbolisiert die Abwendung vom Kanton Basel-Stadt und hebt die Unabhängigkeit hervor.

Das Wappen entstammt dem Stadtwappen von Liestal. Um die beiden Wappen besser unterscheiden zu können, wurde die rote Umrandung entfernt.

Bevölkerung Per 30. September 2023 überschritt die Einwohnerzahl des Kantons Basel-Landschaft erstmals die Marke von 300'000 und stieg bis 30. September 2024 auf 302'984.https://statistik.bl.ch/web_portal/1 Wohnbevölkerung, Stand 30. September 2024. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 585 Einwohnern pro Quadratkilometer über dem Zweieinhalbfachen des Schweizer Durchschnitts ( Einwohner pro Quadratkilometer), von der Quote her Rang 4 der 26 Kantone.Schweiz. Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) (mit Quelle Bundesamt für Statistik): Atlas Schweiz, 2026, S. 55 ff. (Berechnung auf Grundlage von Bevölkerungszahl und Kantonsflächen). Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am 30. September 2024 auf 25,9 Prozent, während landesweit  Prozent Ausländer registriert waren.https://statistik.bl.ch/web_portal/1 Ausländeranteil im Kanton Basel-Land per 30. Juni 2023. Per betrug die Arbeitslosenquote  Prozent gegenüber  Prozent auf eidgenössischer Ebene.

Sprache Amtssprache des Kantons und seiner Gemeinden ist Deutsch. Alle Kantons- und Gemeindebehörden sind jedoch verpflichtet, Eingaben auch in einer anderen Amtssprache des Bundes entgegenzunehmen.

Alltagssprache ist Schweizerdeutsch, genauer Baselbieterdeutsch, in zwei Ausprägungen: In Stadtnähe entspricht der Dialekt weitgehend dem niederalemannischen Baseldeutsch der Stadt Basel, während im Oberbaselbiet und im Laufental hochalemannische Dialekte gesprochen werden. Alle im Kanton gesprochenen Varianten gehören jedoch dem Nordwestschweizerdeutschen an, das sich durch eine konsequente Dehnung der kurzen mittelhochdeutschen Vokale in offener Silbe (etwa mittelhochdeutsch baden [] > baselbieterdeutsch baade [] ‹baden›, mittelhochdeutsch siben [] > baselbieterdeutsch sììbe [] ‹sieben›, mittelhochdeutsch stuben [] > baselbieterdeutsch Stùùbe [] ‹Stube›) sowie durch die sogenannte Extremverdumpfung von mittelhochdeutschem langem /a:/ (etwa mittelhochdeutsch strâʒʒe [] > baselbieterdeutsch Strooss [] ‹Strasse›) auszeichnet.Für Einzelheiten siehe den Sprachatlas der deutschen Schweiz sowie Hans Peter Muster, Beatrice Bürkli Flaig: Baselbieter Wörterbuch, Christoph Merian Verlag, Basel 2001 (Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen XIV) [Letzteres mit einer leicht verständlichen Charakterisierung der beiden Baselbieter Mundarttypen].

Im äussersten Westen fällt die Kantonsgrenze teilweise mit der traditionellen französisch-deutschen Sprachgrenze zusammen. Sprachgrenzgemeinden sind Roggenburg und Liesberg. Im Nordwesten grenzt der Kanton an die historisch deutschsprachige respektive elsässischsprachige Region Elsass, in dem jedoch Französisch ebenfalls Amts- und Verkehrssprache ist und somit neben der angrenzenden Westschweiz auch einen weiteren Bezugspunkt zur französischen Sprache und Kultur darstellt.

mini|hochkant|Der Arlesheimer Dom (1681) in der Formensprache des Barocks, ehemaliger Sitz des Domkapitels des Bistums Basel

Religionen – Konfessionen Von der gesamten Wohnbevölkerung des Kantons Basel-Landschaft waren per 31. Dezember 2025 23,2 % Mitglied der Evangelisch-reformierten Kirche, 19,4 % gehörten der römisch-katholischen Kirche an und 57,4 % waren Konfessionslose oder gehörten andere Glaubensgemeinschaften an.Wohnbevölkerung nach Konfession 2025

Seit der Volkszählung 2000 liegen (abgesehen von den drei Landeskirchen) für die Gesamtbevölkerung des Kantons Basel-Landschaft keine genauen Mitgliederzahlen zu den verschiedenen Religionsgemeinschaften mehr vor. Das Bundesamt für Statistik führt jedoch Stichprobenerhebungen durchSeit 2010 basieren die Daten des Bundesamts für Statistik zu den Religionsgemeinschaften im Kanton Basel-Landschaft auf einer Stichprobenerhebung, für die Personen ab dem Alter von 15 Jahren befragt werden. Es gilt zu beachten, dass die Resultate der Erhebungen ein Vertrauensintervall aufweisen. (Siehe auch Volkszählung in der Schweiz#Strukturerhebung.) Seit der letzten Volkszählung im Jahr 2000 liegen keine Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Gesamtbevölkerung (jeden Alters) des Kantons Basel-Landschaft mehr vor. Eine Ausnahme bilden die römisch-katholische, die evangelisch-reformierte Kirche und die christkatholischen Kirche (Landeskirchen), deren Mitglieder aufgrund der Kirchensteuer amtlich registriert werden., bei denen auch andere Religionsgemeinschaften im Kanton erfasst werden.

Bei der Stichprobenerhebung von 2017 gaben 30,2 % der Befragten ab 15 Jahren im Kanton Basel-Landschaft an, keiner Kirche oder Religionsgemeinschaft anzugehören. Zudem zeigte die Befragung, dass von den Schweizerbürgern im Kanton Basel-Landschaft ab 15 Jahren eine Mehrheit von 66,5 % einer christlichen Kirche angehört. Bei der Kantonsbevölkerung ab 15 Jahren mit ausländischem Pass stellt keine einzelne Religionsgemeinschaft die Mehrheit: 41,6 % sind Mitglied einer christlichen Kirche, und eine grössere Minderheit von 17,9 % gehört der islamischen Gemeinschaft an.

+ Bevölkerung ab 15 Jahren im Kanton Basel-Landschaft nach Religion und Staatsangehörigkeit/Herkunft, 2017(Angaben in Prozent) Religion TotalderBefragten SchweizerStaats-angehörigkeit Schweizerohne Migrations-hintergrund Schweizermit Migrations-hintergrund AusländischeStaats-angehörigkeit Christentum 61,1 66,5 70,5 48,9 41,6 – Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Basel-Landschaft 30,0 36,6 41,5 14,2 6,1 – römisch-katholische Kirche 25,6 25,0 24,8 26,5 27,9 – andere christliche Kirchen 5,5 4,9 4,2 8,2 7,6 andere Religionen 7,5 3,5 0,5 16,4 21,6 – Islam 5,6 2,2 0,2 11,3 17,9 – Judentum 0,2 0,2 < 0,1 0,5 < 0,1 – übrige Religionen 1,7 1,1 0,3 4,6 3,7 konfessionslos* 30,2 29,0 27,9 33,6 34,7 unbekannt/keine Angabe 1,1 1,0 1,0 1,1 2,0*Atheisten, Agnostiker oder Gläubige ohne Zugehörigkeit zu einer Kirche/Religionsgemeinschaft.

Traditionelle Konfession in den vor 1798 zur Stadt Basel gehörenden Teilen des Baselbiets – die heutigen Bezirke Liestal, Sissach und Waldenburg sowie einzelne Gemeinden im heutigen Bezirk Arlesheim – ist die reformierte; traditionelle Konfession des Laufentals, des hinteren Leimentals und des Birsecks, die bis 1798 zum Fürstbistum Basel gehörten, ist die katholische.Geographisches Lexikon der Schweiz, Band V: Schweiz – Tavetsch. Attinger, Neuenburg 1908, S. 102 ff.; Putzger. Historischer Weltatlas, zahlreiche Auflagen, Konfessionskarte der Schweiz.

Verfassung und Politik Die gegenwärtige Verfassung des Kantons Basel-Landschaft datiert vom 17. Mai 1984 (mit seitherigen Änderungen).

Legislative Im Parlament des Kantons Basel-Landschaft, dem Landrat, haben 90 Volksvertreter (Landräte) Einsitz. Wahlen zum Landrat finden alle vier Jahre gemäss Verhältniswahlrecht (Proporz) statt. Er kann nicht vorzeitig aufgelöst werden. Das unten stehende Diagramm zeigt die momentane Sitzverteilung des Landrates (Stand 12. Februar 2023).

Partei Prozent Sitze Sitzverteilung Wähleranteil in Prozent Schweizerische Volkspartei (SVP) 22,9 21 Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) 22,0 20 FDP.Die Liberalen (FDP) 18,0 17 Grüne Partei der Schweiz (GPS) 12,5 12 Die Mitte 10,9 10 Grünliberale Partei (GLP) 8,4 6 Evangelische Volkspartei (EVP) 5,2 4

Politisch gesehen ist das Oberbaselbiet konservativer als der untere Kantonsteil.

Das Volk ist nicht nur über seine Abgeordneten, sondern auch direkt an der Gesetzgebung beteiligt: Verfassungsänderungen sowie Gesetzeserlasse, die der Landrat mit weniger als vier Fünfteln der anwesenden Mitglieder erlässt, unterstehen zwingend der Volksabstimmung (obligatorisches Referendum). Deutlicher angenommene Erlasse sowie Beschlüsse über neue einmalige Ausgaben von mehr als 500'000 Franken oder über neue jährlich wiederkehrende Ausgaben von mehr als 50'000 Franken unterstehen dann der Volksabstimmung, wenn es von 1500 Wahlberechtigten verlangt wird (fakultatives Referendum). 1500 Stimmberechtigte können überdies innert zweier Jahre den Erlass, die Änderung oder die Aufhebung eines Gesetzes oder der Verfassung beantragen, worauf es zu einer Volksabstimmung kommt (Volksinitiative) – es sei denn, eine Gesetzesinitiative werde zugunsten eines im Landrat breit abgestützten Alternativvorschlags zurückgezogen.

Exekutive Die Regierung des Kantons, der Regierungsrat, umfasst fünf Mitglieder (Regierungsräte), die gemäss Mehrheitswahlrecht (Majorz) direkt vom Volk fest auf vier Jahre gewählt werden. Den Vorsitz führt der Regierungspräsident, der alljährlich vom Landrat aus den Mitgliedern des Regierungsrates gewählt wird.

+Mitglieder des Regierungsrates (seit 2026) Regierungsrat Partei Direktion Anton LauberDie Mitte Finanz- und Kirchendirektion Thomi Jourdan EVP Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Isaac Reber GPS Bau- und Umweltschutzdirektion Markus EigenmannFDP Bildungs-, Kultur- und SportdirektionKathrin SchweizerSP Sicherheitsdirektion

Judikative