mini|Schloss Rosenau mini|Domäne Oeslau mini|hochkant|St.-Johannis-Kirche Oeslau mini|hochkant|St. Marien Einberg

Rödental ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Coburg mit rund 13.000 Einwohnern und liegt zirka sieben Kilometer nordöstlich vom Stadtzentrum Coburgs an der Bayerischen Porzellanstraße.

Geografie Lage Die oberfränkische Stadt liegt im Norden Bayerns. Sie grenzt zum Teil an den Freistaat Thüringen und war von 1945 bis 1990 Grenzgebiet. Die Kommune liegt in den Ausläufern des Thüringer Waldes und hat bereits einen deutlichen Mittelgebirgscharakter (306–). Dies wird durch mehrere kleinere Berge wie etwa den Weinberg, den Deutersberg, den Kulm oder den Mahnberg deutlich. Bis auf Rodungsflächen wird das Gebiet von ausgedehnten Laubwäldern geprägt; in den letzten Jahrhunderten wurden im Rahmen einer intensivierten Forstwirtschaft auch größere Fichten- und Kiefernpflanzungen angelegt. Die Siedlungsgebiete erstrecken sich zum Großteil an den Flussläufen von Itz und Röden. Die Itz fließt vom Norden der Stadt (Schönstädtspeicher) kommend an Schloss Rosenau vorbei in Richtung Oeslau und schließlich nach Coburg. Die Röden kommt aus Neustadt und fließt in Rödental der Reihe nach durch Mönchröden, Einberg und Oeslau und mündet in der Nähe der Stadtgrenze Rödentals in Richtung Coburg in die Itz. Die Röden, welche auch auf dem Wappen der Stadt zu sehen ist, hat den Namen Rödentals geprägt.

Aufgrund markanter Felspartien (wie etwa der Teufelskanzel) und Schluchten wird der Einberger Wald im gleichnamigen Gemeindeteil auch als Einberger Schweiz bezeichnet.

Gemeindegliederung Das Bayerische Landesamt nennt 23 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Im Stadtzentrum auf dem Bürgerplatz vor dem Rathaus steht ein Brunnen, der die 16 von der Stadt definierten Stadtteile aufführt:

Oeslau, Mönchröden und Einberg bilden das Stadtzentrum, welches teilweise bzw. gebietsweise auch Rödental Mitte genannt wird. Im Südosten liegen die Gemeindeteile Rothenhof, Kipfendorf und Blumenrod. Im Süden liegen Spittelstein und Waldsachsen. Im Westen Oberwohlsbach und Unterwohlsbach. Im Norden liegen der Reihe nach Waltersdorf, Mittelberg, Fischbach, Fornbach, Schönstädt und Weißenbrunn vorm Wald. Die letztgenannten Gemeindeteile werden auch heute noch teilweise vom Volksmund (zusammengehörig) als Froschgrund bezeichnet.

Thierach war ein Gemeindeteil von Kipfendorf sowie Theißenstein von Spittelstein. Heute sind es amtlich benannte Gemeindeteile Rödentals,Ortsdatenbank werden aber von der Stadt nicht als Stadtteil geführt, da sie den früheren Gemeinden zugerechnet werden.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn: Schalkau, Frankenblick, Neustadt bei Coburg, Ebersdorf, Coburg, Dörfles-Esbach und Lautertal. Rödental ist nach Einwohnerzahl die zweitgrößte Stadt bzw. Gemeinde des Landkreises Coburg.

Klima Das Klima Rödentals ist durch die Lage zwischen dem oberen Maintal im Süden und dem Thüringer Wald im Norden gekennzeichnet. Zusätzlich wird es durch die Tallage beeinflusst. Die Sommer sind verhältnismäßig warm, milde Winter verhindert dagegen die Nähe zum Thüringer Wald.

Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 8,9 °C, die mittlere Tagestemperatur beträgt im Januar −1,4 °C und im Juli 17,2 °C. Im Mittel gibt es pro Jahr fünf heiße Tage, 36 Sommertage und 28 Eistage. Pro Jahr fallen, relativ gleichmäßig über die Monate verteilt, durchschnittlich 747 mm Niederschlag. Maxima gibt es im Juni mit 82 mm und im Dezember mit 73 mm. Niederschlag über 1,0 mm gibt es im Schnitt an jedem dritten Tag.

Geschichte Die Gemeinde Rödental entstand, als am 1. Januar 1971 Einberg, Kipfendorf, Mönchröden, Oeslau, Rothenhof und Unterwohlsbach im Rahmen der Gebietsreform zusammengeschlossen wurden. Rödental ist somit eine noch recht junge Stadt, die 2021 ihr 50-jähriges Bestehen feiert, jedoch können einige Gemeindeteile auf eine bis zu 1000-jährige Geschichte zurückblicken, die die früheren einzelnen Gemeinden und somit auch das heutige Rödental geprägt hat.

In den folgenden Jahrzehnten nach der Gründung entstand das neue Zentrum Rödental-Mitte mit diversen zentralen Einrichtungen der Großgemeinde. So wurden unter anderem 1972 ein Hallenbad (Renovierung 2011), 1973 ein Feuerwehrhaus, 1977 das Rathaus und 1978 die Franz-Goebel-Halle, eine Mehrfachhalle für Schul- und Vereinssport, eingeweiht. Alle diese Gebäude, sowie unter anderem auch die Post, verschiedene Banken oder das Stadtcafé, befinden sich am oder in der Nähe des Bürgerplatzes, dem zentralen Punkt der Stadt. Des Weiteren entwickelte sich die Stadt über die Jahre durch zahlreiche Gewerbeansiedlungen und dem Ausbau zahlreicher Angebote der Grundversorgung.

Teile des Rathauses wurden mittlerweile renoviert und Anfang 2018 eingeweiht.

Am 23. September 1988 erhielt Rödental die Stadtrechte.

Eingemeindungen Liste der ehemaligen Gemeinden und gemeindefreien Gebiete:

Ehemalige Gemeinde DatumEingemeindung Einw.(1970) Fläche km² Anmerkungen Alexandrinenthal184645 Gnailes184635gescheiterter Versuch zur Gründung einer Gemeinde mit Schafhausen, Verbleib bei Mönchröden Schafhausen1846 -gescheiterter Versuch zur Gründung einer Gemeinde mit Gnailes, Verbleib bei Mönchröden Gereuth186834Waltersdorf Theißenstein186943Spittelstein Thierach186918Kipfendorf Rosenau1927 -Umgemeindung von Oeslau nach Unterwohlsbach Taimbach19284Fornbach Spittelstein 1969 1652,10 mit Theißenstein, Zusammenschluss mit Blumenrod zu Steinrod Blumenrod 1969 1482,52 Zusammenschluss mit Spittelstein zu Steinrod Oeslau 1971 45092,30Gründung der Einheitsgemeinde Rödental am 01.01.1971 Mönchröden 1971 252110,54 mit Alexandrinenthal und Gnailes Einberg 1971 15693,32 Rothenhof 1971 3850,47 Unterwohlsbach 1971 3324,36 mit Rosenau Kipfendorf 1971 2692,33 mit Thierach Waldsachsen 1971 4462,70Beitritt zu Rödental 01.07.1971 Weißenbrunn vorm Wald 1971 3554,30 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Froschgrund Fornbach 1971 693,09 mit Taimbach, Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Froschgrund Schönstädt 1971 891,16 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Froschgrund Mittelberg 1971 3131,64 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Froschgrund Fischbach 1971 1390,48 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Froschgrund Waltersdorf 1971 1202,18 mit Gereuth, Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Froschgrund Oberwohlsbach 1972 3562,05 mit Lauterburg Mönchrödener Forst 1974 - gemeindefreies Gebiet Steinrod 1977 356 Froschgrund 1978 1085Zwangseingemeindung nach erfolgloser Klage Lauterburg 1980 -2,10 gemeindefreies Gebiet (210,13 ha)

Der abgegangene Ort Schafhausen lag auf der Gemarkung von Mönchröden.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Stadt von 12.113 auf 13.107 um 994 Einwohner bzw. um 8,2 %. Ein Höchststand wurde am 31. Dezember 1997 mit 13.982 Einwohnern erreicht. 500px|rechts|Bevölkerungsentwicklung Rödental

Jahr Einwohner 1950 9.775 1961 10.925 1970 11.868 1991 13.066 1995 13.703 2000 13.884 2005 13.799 2010 13.191 2015 13.068 2020 13.082

Anmerkung Die Einwohnerzahlen beziehen sich das Gemeindegebiet von 2011. Mönchröden verdoppelte seine Einwohnerzahl im Zeitraum von 1950 bis 2010 von 2200 auf 4400.Festschrift 40 Jahre Rödental, S. 33 (PDF; 12,3 MB)

Politik

Stadtrat Folgende Parteien sind für die Periode 2026–2032 im Stadtrat vertreten: CSU: 6 Sitze GRÜNE: 3 Sitze AfD: 4 Sitze SPD: 4 Sitze Freie Wähler: 7 Sitzehttps://wahl.roedental.de/sr2026/ergebnisse.html

Bürgermeister Am 17. Januar 1971 wurde Ferdinand Fischer (* 1918 in Oeslau), zuvor Bürgermeister von Oeslau, zum Ersten Bürgermeister der Gemeinde Rödental gewählt. Fischer war zudem stellvertretender Landrat.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 308. Ihm folgte 1984 Gerhard Preß (CSU), der 30 Jahre lang im Amt war. 2014 wurde Marco Steiner (Freie Wähler) gewählt, bei der Kommunalwahl in Bayern 2020 deutlich im Amt bestätigt und 2026 ohne Gegenkandidat wiedergewählt.

Wappen

Städtepartnerschaften Eaton/Ohio, seit 1981 Schalkau (Thüringen), seit 1990

Vertretungen auf höheren Ebenen Die Stadt gehört zum Bundestagswahlkreis Coburg und zum Stimmkreis Coburg (Stimmkreis 404) bei den Wahlen zum Bayerischen Landtag und zu den bayerischen Bezirkstagen.

Bildungs-, Sozial und Gesundheitseinrichtungen Bildungseinrichtungen In Rödental gibt es eine Mittelschule in Oeslau, sowie je eine Grundschule in Einberg, Mönchröden und Oeslau. Im Stadtgebiet sind insgesamt acht Kindergärten (davon ein Kinderhort) verteilt.

Sozialeinrichtungen Die örtliche Jugendpflege ist in der Domäne Oeslau ansässig, im sogenannten Jugendhaus Domäne. Am Mönchrödener Weinberg gibt es ein Jugendfreizeitzentrum des Kreisjugendring Coburg zum Übernachten von kleineren Gruppen. Außerdem gibt es ein Jugendheim der SG Rödental in Weißenbrunn vorm Wald, die sogenannte SG-Hütte. Es gibt u. a. ein Seniorenzentrum der AWO und eine Seniorenresidenz, welche beide im Stadtzentrum gelegen sind.

Gesundheitseinrichtungen Mehrere Hausarzt- und Facharztpraxen sind am und in der Nähe des Bürgerplatzes, aber auch im weiteren Stadtgebiet, verteilt. Des Weiteren gibt es drei Apotheken in relativ zentraler Lage. Die nächstgelegenen Krankenhäuser befinden sich in Neustadt bei Coburg und in Coburg mit dem Klinikum Coburg. Beide Krankenhäuser gehören zu den Sana-Kliniken. Außerdem gibt es in Rödental an verschiedenen Standorten Defibrillatoren von ASB und BRK. Die Integrierte Leitstelle Coburg, mit Sitz in Ebersdorf bei Coburg ist zuständig für sämtliche Rettungseinsätze, insbesondere den Notarztdienst, Vermittlung des Krankenwagens sowie Alarmierung der Feuerwehr.

Kultur, Sport und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Christuskirche in Mönchröden mini|Lauterburg mini|Die Talbrücke Froschgrundsee, August 2009

Sehenswürdigkeiten Schloss Rosenau, die frühere Sommerresidenz der Coburger Herzöge, wurde 1439 erstmals urkundlich erwähnt. Dort wurde Prinz Albert, der spätere Gemahl der britischen Königin Victoria, geboren. Der Schlosspark Rosenau hat mehrere Rad- und Wanderwege rund um das Schloss, welches als Wahrzeichen der Stadt gilt. Das monatlich erscheinende Stadtmagazin ist nach Prinz Albert benannt. Das Cover des Magazins ändert sich nach einem Fotowettbewerb mit jeder Ausgabe. Am Rand des Schlossparks, gegenüber der Orangerie, wurde 2008 das Europäische Museum für Modernes Glas eröffnet. Die Lauterburg ist eine Burgruine im Gemeindeteil Oberwohlsbach, die in den 1990er Jahren wieder hergerichtet und für den Publikumsverkehr begehbar gemacht wurde. Die Domäne Oeslau, 1162 erstmals urkundlich erwähnt, liegt an der früheren Furt durch die Röden. Ihre Restaurierung erfolgte als bundesweites Pilotprojekt im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms. Heute (Stand: 2022) befindet sich dort u. a. ein Biergarten. Außerdem findet dort der jährliche Weihnachtsmarkt statt, nachdem dieser zuvor am Bürgerplatz veranstaltet wurde. Der Froschgrundsee, ein 1986 eingerichteter und von Franz Josef Strauß eingeweihter, 23 Hektar großer Stausee dient der Hochwasserregulierung der Itz und ist ein Naherholungsgebiet. Vor der Deutschen Einheit erstreckte er sich bei Vollstau auch auf das Gebiet der DDR. Die Talbrücke Froschgrundsee, eine 2011 fertiggestellte Stahlbetonbogenbrücke, überspannt den Hochwasserspeicher auf fast 800 Meter Länge und in 60 Meter Höhe. Sie ist mit 270 Meter Bogenspannweite eine der größten Brücken dieser Art in Deutschland und gehört zur Bahnstrecke Nürnberg–Erfurt. Die spätgotische St.-Johannis-Kirche im heutigen Oeslau mit dem einzigen Zellengewölbe im Coburger Land wurde 1517 erbaut. 1601 erfolgte unter Herzog Johann Casimir die Stuckierung von Decke, Kanzel und Emporen in Formen der Spätrenaissance. Queen Victoria ließ ihre Hofkirche 1863 mit eigenen Mitteln gründlich renovieren, 1975 war die letzte Restaurierung.