mini|300px|Lage

Oberasbach (, fränkisch: „Aschbach“W. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 8.) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Fürth in Bayern.

Geographie Lage Der Hauptort bildet mit dem nördlich gelegenen Zirndorf eine geschlossene Siedlung. Im Osten fließt die Rednitz, an der sich weitestgehend die Gemeindegrenze zu Nürnberg orientiert. Dort befindet sich ein Sandmagerrasengebiet, das als Naturschutzgebiet ausgezeichnet ist.

Nachbargemeinden Oberasbach grenzt im Norden und Westen, z. T. der Bibert folgend, an die Kreisstadt Zirndorf. Östlich bildet die Rednitz zumeist die Grenze zum Fürther und Nürnberger Stadtgebiet. Im Süden von Oberasbach liegt Stein.

Gemeindegliederung Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Altenberg (Pfarrdorf) Kreutles (Pfarrdorf) Neumühle (Einöde) Oberasbach (Pfarrdorf) Rehdorf (Dorf) Unterasbach (Pfarrdorf)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Leichendorf (Gemarkungsteil 0) und Oberasbach. Die Gemarkung Oberasbach hat eine Fläche von 10,194 km2. Sie ist in 7902 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1290,07 m2 haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Altenberg, Kreutles, Neumühle und Unterasbach.

Naturschutzgebiet mini|Kreuzbach bei Altenberg: Sandbruch mit Treibholz Östlich der Gemeindeteile Altenberg und Unterasbach befindet sich das Naturschutzgebiet Hainberg, mit der größten zusammenhängenden Sandtrockenrasenfläche Frankens. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde der Hainberg noch als Truppenübungsplatz der US-Armee genutzt.

Durch das Gelände des Hainbergs fließt der Kreuzbach, der in der Mitte einen im Umriss birnenförmigen Teich ausbildet. Dieser kleine Bach wird auch Asbach (wovon sich der Ortsname ableitet) genannt und befindet sich ausschließlich auf Oberasbacher Gemeindegebiet. Im oberen Teil wurde er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Landwirtschaft stark begradigt und kanalisiert. Seit 1990 erfolgten verhaltene Renaturierungsmaßnahmen. Im Bereich des Hainbergs wurde ein mehr natürlicher Verlauf mit einem künstlich angelegten Teich gestaltet. Der Kreuzbach mündet an der Fernabrücke zwischen Oberasbach und Nürnberg in die Rednitz. Im Jahre 2016 haben sich im Teich Biber angesiedelt.

Geschichte Der Ort wurde 1288 als „ze Obernaspach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom Gewässernamen Asbach ab, dessen Bestimmungswort „aspe“ (mittelhochdeutsch für Espe) ist.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 166.

Im Mittelalter lag Oberasbach während der Zeit der Stammesherzogtümer im Herzogtum Franken. Ab 1500 gehörte der Ort dem Fränkischen Reichskreis an.

In der Schlacht an der Alten Veste im Jahre 1632 errichtete Wallenstein westlich der Rednitz sein ausgedehntes Lager, das von Fürth bis nach Stein reichte und in dieser Ausdehnung fast die ganze heutige Fläche Oberasbachs mit einbezog.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberasbach 22 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal aus. Grundherren waren das Klosterverwalteramt Heilsbronn (1 Gütlein), das Gotteshaus Zirndorf (1 Hof), die Kaplanei Zirndorf (1 Schmiede), die Heiligenstiftung Oberasbach (1 Haus), die Reichsstadt Nürnberg: Spitalamt (2 Höfe, 2 Halbhöfe, 1 Gütlein), Landesalmosenamt (3 Höfe, 1 Gütlein), die Deutschordenskommende Nürnberg (1 Gut) und Nürnberger Eigenherren: von Fürer (1 Hof), von Grundherr (2 Halbhöfe), von Haller (1 Hof), von Scheurl (1 Hof), von Tucher (2 Höfe) und von Zeltner (1 Hof).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 153. 1802 gab es im Ort 19 Anwesen, von denen vier ansbachisch und 15 fremdherrisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 154.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. 1806 kam Oberasbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Oberasbach gebildet, zu der Altenberg, Kreutles, Neumühle und Unterasbach gehörten. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Oberasbach, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Nürnberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Fürth (1919 in Finanzamt Fürth umbenannt). Zwei Anwesen unterstanden in der freiwilligen Gerichtsbarkeit bis 1812 und von 1822 bis 1835 dem Patrimonialgericht Lohe und Behringersdorf, ein Anwesen von 1823 bis 1837 dem Patrimonialgericht Boxdorf und ein Anwesen von 1822 bis 1836 dem Patrimonialgericht Haimendorf.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 231. Ab 1862 gehörte Oberasbach zum Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit ging 1862 an das Landgericht Fürth über (1879 in das Amtsgericht Fürth umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,489 km2.

Eingemeindungen Am 1. Januar 1976 wurde Rehdorf von der aufgelösten Gemeinde Leichendorf mit damals etwa 150 Einwohnern eingegliedert.

Am 30. April 1994 erfolgte die Stadterhebung,Helmut Mahr: Oberasbach - Tausend Jahre und mehr Bollmann Druck, Zirndorf 1995, S. 9 welche am selbigen Tag in der Aula des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Oberasbach gefeiert wurde.Helmut Mahr: Oberasbach - Tausend Jahre und mehr Bollmann Druck, Zirndorf 1995, S. 269

mini|links|400px|Ansicht von SW, im Hintergrund die Alte Veste

Einwohnerstatistik Gemeinde Oberasbach Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 2016Einwohner 359 436 578 496 551 597 651 702 703 758 748 806 895 905 959 1073 2099 2851 3925 4751 7717 12766 14833 17062 17175 17553HäuserEs werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 54 67 79 95 104 106 131 582 1195 3464 4616Quelle Für die Gemeinde Oberasbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Altenberg (S. 4), Kreutles (S. 50), Neumühle (S. 63) und Unterasbach (S. 93). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 507 Einwohner.

Ort Oberasbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022Einwohner 211 248 230 245 282 358 466 2093 2345 2898 3141 5078Häuser 28 31 43 50 54 263 404 820 Quelle

Konfessionsstatistik Laut dem Zensus 2022 waren 33,7 % der Einwohner evangelisch, 23,8 % römisch-katholisch und 42,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Oberasbach Religion, Zensus 2022 Der Anteil der (evangelischen und katholischen) Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende 2025 (Stand 1. Dezember) hatte Oberasbach 18.702 Einwohner davon waren 29,3 % (5.477) evangelisch, 21,1 % (3.950) katholisch und 49,6 % gehörten entweder eine andere oder gar keine Glaubensgemeinschaft an.Oberasbach Jahresbericht 2025 Statistische Daten zu den Einwohnerzahlen - Stand 1.12.2025, abgerufen am 26. März 2026

Politik Bürgermeister In der Wahlperiode 2014–2020 stellte die CSU mit Birgit Huber die Erste Bürgermeisterin. Der zweite Bürgermeister war Norbert Schikora (Bündnis 90/Die Grünen). Dritter Bürgermeister war Thomas Peter (FDP/FOB). Zur Kommunalwahl 2020 wurde Huber mit 51,61 % wiedergewählt.

Bei der Bürgermeisterwahl 2026 wurde in Stichwahl der unabhängige Kandidat Thomas Diebenbusch mit 52,8 % als Erster Bürgermeister gewählt.

Stadtrat Seit der Legislaturperiode 2020–2026 waren erstmals AfD, Linke und Bürgerinitiative Oberasbach im Stadtrat vertreten. mini|Oberasbacher RathausDie Ergebnisse der Stadtratswahl vom 8. März 2026 lauten:

CSU: 30,2 %, Grüne: 15,1 %, FW: 14,5 %, AfD: 11,5 %, SPD: 11,4 %, BI Oberasbach: 7,7 %, FDP: 5,0 %, Linke: 4,6 % CSU SPD Grüne FW FDP BI AfD Die Linke Gesamt 2014 9 9 3 2 1 0 0 0 24 Sitze 2020 9 3 4 3 1 2 1 1 24 Sitze20267343123124 Sitze

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist gelb-rot.

Städtepartnerschaften L’Aurence Glane Développement, Frankreich (Gemeindeverbund) Niederwürschnitz, Deutschland Olawa, Polen Riolo Terme, Italien

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kultur Oberasbacher Markttage Im wöchentlichen Rhythmus finden jeweils freitags die Oberasbacher Markttage statt. Im Ortszentrum um das Rathaus werden hier vorwiegend landwirtschaftliche Produkte angeboten.

Oberasbacher Kulturtage Jährlich finden an einem Wochenende im Juni die Oberasbacher Kulturtage statt. Hier werden unter anderem Skulpturen von regionalen Künstlern eingeweiht.

Baudenkmäler

mini|Kirche St. Lorenz Die Kirche St. Lorenz ist ein einfacher geschlämmter Saalbau mit dreiseitigem Chor (erste Hälfte 15. Jh.) und quadratischem Glockenturm über dem Ostende des Schiffes. Die Polygonecken des Chores sind mit Strebepfeilern besetzt und einem Kaffgesims öffnen schlanke Maßwerkfenster die Wandflächen. Im Innern ist der Saal von einer Holztonnendecke überspannt und der Chor zeigt ein netzartiges Kreuzrippengewölbe, bei dem die Gewölbefläche mit den vier Evangelistensymbolen und stilisierten Pflanzen in Freskotechnik ausgemalt sind.

Auf der anderen Straßenseite ist ein ehemaliges Milchhaus erhalten.

Bodendenkmäler

Bildung Schulen mini|Foto des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Oberasbach im Oktober 2019 Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Oberasbach Grundschule Altenberg Pestalozzi-Grundschule Kreutles Pestalozzischule (Mittelschule) Sonderpädagogisches Förderzentrum Volkshochschule Oberasbach/Zirndorf & Roßtal

Stadtbücherei Im Rathaus befindet sich im Untergeschoss die Stadtbücherei. Diese umfasst rund 29.000 Bücher, Videos, Zeitschriften und CDs. Alle Medien können kostenlos entliehen werden.

Jugendhaus Nahe der Kirche St. Johannes, neben der Pestalozzischule, befindet sich das Jugendhaus Oasis, das verschiedene Freizeitaktivitäten für Jugendliche anbietet.

Volkshochschule Die Volkshochschule der Stadt Oberasbach ist die kommunale Einrichtung der Erwachsenenbildung. Sie befindet sich zusammen mit dem Kulturamt neben dem Rathaus im „KuBiZ“ (Kultur und Bildung im Zentrum). Hier finden im Jahr ca. 1.000 Kurse und Veranstaltungen statt. Seit 2025 besteht eine kommunale Zusammenarbeit mit dem Markt Roßtal und der Gemeinde Großhabersdorf als vhs-Verbund „vhs südlicher Landkreis Fürth“.

Wirtschaft Wirtschaft vor 1800 Erste Hinweise auf Nutzung der Wasserkraft der Rednitz gibt es aus dem Jahr 1634, im Bereich des Gemeindeteiles Neumühle. Es wird von einer ausgebrannte Mühle berichtet, welche im Jahr 1684 wieder aufgebaut wurde. Aufgrund des Namens Neumühle wird vermutet, dass es bereits früher eine Mühle in Oberasbach gab und eine Nutzung der Wasserkraft bereits vor 1316 stattfand, jedoch kann dies nicht genau belegt werden.Helmut Mahr: Oberasbach - Tausend Jahre und mehr Bollmann Druck, Zirndorf 1995, S. 154

Im Jahr 1691 wurde von der Stadt Nürnberg der Bau eines Sägewerkes in der Neumühle genehmigt. Jedoch gab es Unstimmigkeiten mit dem örtlichen Markgrafen, welcher sein Einverständnis für den Bau zurückzog. Die Besitzfassion von 1808 belegt jedoch, dass das Sägewerk schlussendlich gebaut wurde.

Wirtschaft des 19. und 20. Jahrhunderts Glasschleiferei Jacob Büchenbacher Zwischen 1843 und 1852 gründete der Nürnberger Kaufmann Carl August Klein ein Glaspolier- und Schleifwerk in der Neumühle, rechts (östlich) der Rednitz. Dieser Bereich wurde am 19. Januar 1872 an Jacob Büchenbacher aus Fürth verkauft. Das Werk ging nach seinem Tod am 2. April 1894 an seine Söhne Karl und Justus Büchenbacher über. Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise wurde der Betrieb am 29. April 1931 geschlossen.Helmut Mahr: Oberasbach - Tausend Jahre und mehr Bollmann Druck, Zirndorf 1995, S. 155

Im Dritten Reich wurde das Grundstück im Zuge der Judenverfolgung zwangsliquidiert.

Bronzewerk der Firma Eiermann und Tabor mini|Eiermann & Tabor auf der Weltausstellung Paris 1900