NWA Worlds Heavyweight Championship, auch NWA Worlds Heavyweight Wrestling Championship (veraltet), ist der wichtigste Wrestlingtitel der US-amerikanischen National Wrestling Alliance (NWA). Der Titel gilt als geschichtsträchtigste im Wrestling und wird in der NWA bis heute aktiv ausgekämpft. Überdies leiten sich (direkt oder indirekt) aus dieser NWA World Championship weitere bedeutende World Titles wie der damaligen WWF und der heutigen WWE, WCW, ECW und TNA ab. Aktueller Titelträger in seiner ersten Regentschaft ist Thom Latimer.
Obgleich die NWA Worlds Heavyweight Wrestling Championship erst 1948 offiziell eingeführt wurde, kann sich die Titel-Historie in direkter bis auf die World Heavyweight Wrestling Championship zurückverfolgen lassen, als diese 1905 von George Hackenschmidt in einem freien Tournament errungen werden konnte. Daher gilt die in der NWA vergebene World Championship als die älteste noch ausgetragene Weltmeisterschaft im Wrestling.
Die NWA Worlds Heavyweight Championship wurde Ende der 1940er-Jahre als höchster Titel einer neuen Wrestling Federation (Zusammenschluss mehrerer Wrestlingveranstalter) gegründet und die zudem als sogenannte Umbrella organization (Dachverband) konzipiert war: der National Wrestling Alliance.
Im Zuge nationaler wie internationaler Zusammenarbeit wurde diese auch bei AWA (bis zu deren Austritt aus der NWA) und CWF (die sich 1963 ebenfalls von der Mutterorganisation abspalten und über die World Wide Wrestling Association zur WWWF ausgebaut wurde), bei AJPW und NJPW, JCP und WCW sowie bei WCCW ausgekämpft.
In den 1990er-Jahren wurde diese World Championship von ECW dazu benutzt, dereen eigene höchste Championship zum World title auszubauen, indem der damalige ECW-Champion Shane Douglas diese erringen und wenige Minuten als NWA-Champion die von ihm gehaltene ECW-Meisterschaft zum World title erklärte. Wenig später erfolgte der offizielle Austritt von ECW (nun als Extreme Championship Wrestling bezeichnet) aus der NWA. Weiterhin wurde die NWA Worlds Heavyweight Championship national wie global in allen Mitgliedsorganisationen und angeschlossenen Verbänden der NWA ausgetragen. Darunter in vielen nicht mehr existierenden Promotions.
In den 2000er-Jahren wurde die NWA World Championship auch bei den Wrestlingveranstaltern TNA, CZW oder RoH eingebunden und ausgekämpft
Seit 2017 ist die NWA in den Vereinigten Staaten als Private company registriert und fungierte bis 2023 als reale Promotion, um weiterhin gegen die marktführende WWE weiter bestehen zu können. Eigens dafür wurde von dieser das bestehende Territorialsystem fallen gelassen und alle untergeordneten Regionaltitel eingestellt. Ab 2023 wird bei NWA schrittweise das territoriale System samt der Titel wieder reaktiviert, nachdem durch den Verkauf der WWE der bisherige Mehrheitseigentümer Vince McMahon als größter Konkurrent der NWA weggefallen war.
Geschichte Anfänge mini|Der erste Titelträger Orville Brown Die Geschichte der „NWA Worlds Wrestling Heavyweight Championship“ lässt sich auf die erste „World Heavyweight Championship“ und deren erste Titelträger Georg Hackenschmidt (1905) und Frank Gotch (1908) zurückverfolgen. Ende der 1920er-Jahre wurde in der National Wrestling Association der erste „NWA World Title“ eingeführt, der sich aus dem 1928 entstandenen AWA-Titel ableitete. Aus diesem ersten NWA-Titel entstand in der Folge die aktuelle Weltmeisterschaft.
In der Anfangszeit des Pro-Wrestlings gab es viele voneinander unabhängige Territorien, die über die ganzen USA verteilt waren. Im Juli 1948 wurde die National Wrestling Alliance als Dachverband gegründet. Promoter, die der NWA beitraten, vereinbarten einander keine Konkurrenz zu machen und den NWA-Champion als übergeordneten und alleinigen World Champion anzuerkennen. Eigene Weltmeistertitel wurden eingestellt oder in einen regionalen Titel umgewandelt. Der NWA-World-Champion reiste regelmäßig in jedes Gebiet und verteidigte seinen Titel gegen den dortigen Top-Herausforderer oder regionalen Champion. Aufgabe des Champions war es, die Herausforderer gut aussehen zu lassen und den Titel trotzdem zu behalten. Das NWA Board of Directors setzte sich hauptsächlich aus den Besitzern der regionalen Ligen zusammen und es wurde abgestimmt, wann und ob ein Titel wechseln sollte. Der ehemalige Champion gewann seinen Titel meistens Tage oder Wochen später noch einmal zurück. In den 1950er-Jahren war hauptsächlich Lou Thesz Champion.
In den frühen 1960er-Jahren regte sich zunehmend Unzufriedenheit mit den Entscheidungen über den Titelträger und die Häufigkeit von Titelkämpfen in den verschiedenen Territorien. 1960 zog der in Minneapolis tätige Promoter und Wrestler Verne Gagne aus der NWA zurück und begründete die American Wrestling Association (AWA). Gagnes Rückzug war das Vorbild für ein ähnliches Vorgehen der im Nordosten der USA tätigen Promoter Vincent J. McMahon und Toots Mondt. Nachdem ihr Wrestler „Nature Boy“ Buddy Rogers den Titel wieder an Lou Thesz hatte abgeben müssen, verließen McMahon und Mondt die NWA und gründeten die World Wide Wrestling Federation (WWWF, heute WWE). Rogers wurde als WWWF World Heavyweight Champion anerkannt, was damit begründet wurde, dass er ein (tatsächlich fiktives) Turnier in Rio de Janeiro gewonnen habe.
1980er Anfang der 1980er-Jahre erwuchs der NWA eine starke Konkurrenz, als sich die WWF (seit 1983 unter der Leitung von Vincent K. McMahon) zu einer landesweiten, das Konkurrenzverbot der NWA missachtenden Promotion ausbaute. Dennoch konnte sich die NWA weiter großer Beliebtheit erfreuen, was vor allem an der Regentschaft von Ric Flair als NWA World Champion zu verdanken war, der die Tradition der Titelverteidigungen in allen Territorien fortsetzte.
Mitte der 1980er versuchte Jim Crockett’s Mid-Atlantic Championship Wrestling, damals die größte Promotion innerhalb der NWA, landesweit zu expandieren, konnte sich jedoch finanziell nicht gegen McMahons WWF behaupten. Ein Konkurs konnte 1988 nur durch Verkauf der Promotion an den Medienmogul Ted Turner vermieden werden. Turner kaufte Mid-Atlantic, weil sie auf seinem Sender WTBS gute Einschaltquoten erreichte. Turner begann die Liga nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Crockett und Turner hatten vereinbart, das die neue Liga nun unter dem Namen NWA World Championship Wrestling (WCW) veranstalten sollte.
1990er Turner jedoch drängte den Namen des Dachverbandes ab 1991 langsam immer mehr in den Hintergrund und veranstaltete nun unter dem Banner von World Championship Wrestling. Der höchste Titel wurde nun kurzerhand WCW World Heavyweight Championship genannt. Nach einem Streit mit dem Vize-Präsidenten der WCW bezüglich seiner ausstehenden Gehälter verließ der damalige WCW und NWA Worlds Heavyweight Champion Ric Flair 1991 die Promotion. Der noch aus der NWA-Zeit stammenden Titelgürtel (der Big Gold Belt) befand sich im Besitz des jeweiligen Champions, der ein Pfandgeld von 25.000 US-Dollar hinterlegen musste. Da die WCW das Pfandgeld an Flair nicht zurückzahlte, verblieb der Gürtel in seinem Besitz. Flair debütierte bald darauf in der WWF; unter Verweis auf den mitgebrachten Titelgürtel bezeichnete er sich als „wahrer Champion“. Aufgrund einer Klage seitens der WCW musste der Gürtel aber bei Fernsehaufzeichnungen unkenntlich gemacht werden. Nachdem die WCW insgesamt 38.000 US-Dollar an Flair zahlte, wurde der „Big Gold Belt“ an die WCW zurückgeben.
Die WCW hatte währenddessen ihre eigene World Heavyweight Championship mit einem neuen Gürtel ausgestattet. 1992 wurde durch eine Kooperation von NWA, WCW und New Japan Pro-Wrestling ein neuer NWA Worlds Heavyweight Champion bestimmt, der den zurückgegebenen, alten Titelgürtel führte. Der Titel wurde am 19. September 1993 von der NWA für vakant erklärt, nachdem die WCW die NWA verlassen hatte. Der Titelgürtel blieb weiterhin Eigentum der WCW und diese erkannte die Aberkennung nicht an. Sie benannte den Titel in WCW International World Heavyweight Championship um und führten Flair weiterhin als Champion auf. Der Titel war, neben der WCW World Heavyweight Championship der zweiten Weltmeistertitel der WCW. 1994 wurden die beiden Titel durch in Titelvereinigungmatch vereinigt. Die Regentschaften vom 19. September 1993 bis 23. Juni 1994 werden jedoch nicht von der NWA und der WWE anerkannt.Abandoned: The History of the WCW International Heavyweight Championship bleacherreport.com, abgerufen am 5. Februar 2025 (englisch).
Die NWA, die zwischenzeitlich alle Mitgliedspromotions aus ihrer Hochzeit verloren hatte, veranstaltete 1994 ein Turnier, um nach der Vereinigung einen neuen NWA Worlds Heavyweight Champion zu krönen. Shane Douglas gewann den Titel, lehnte ihn aber ab, da sich die Promotion Eastern Championship Wrestling von der NWA lossagte und ihren eigenen World Title, die ECW World Championship, etablierte. Nach einem weiteren Turnier hielten erst Chris Candido und dann Dan Severn den Titel, wobei letzterer ihn in seiner vierjährigen Regentschaft nur selten verteidigte. Der ehemals prestigeträchtige Titel verschwand in der Bedeutungslosigkeit und wurde von Medien wie der Pro Wrestling Illustrated nicht mehr als World Title anerkannt.
2000er mini|Christian Cage war der letzte Titelträger in TNA 2002 gründeten Jeff und Jerry Jarrett die NWA-TNA (Total Nonstop Action) und handelten mit der NWA aus, dass sie die NWA World Heavyweight und die NWA World Tag Team Championship verwenden durften. Da der amtierende Champion Dan Severn nicht am ersten Pay Per View der neuen Promotion teilnehmen konnte, wurde ihm der Titel aberkannt und in einem Gauntlet Match neu ausgefochten. Erster Titelträger in der NWA-TNA wurde Ken Shamrock.
Die WWE führte im Jahr 2002 den World Heavyweight Championship mit dem Big Gold Belt Design ein. Laut dem WWE Board of Directors handelte es sich bei diesem Gürtel inklusive der zugehörigen Titelgeschichte um eine von der NWA unabhängige Championship. Obwohl der Titel eine von der NWA unabhängige Championship ist, kann sein Erbe per Tradition bis zur World Heavyweight Wrestling Championship zurückverfolgt werden.
Nachdem die NWA im Mai 2007 ihre Partnerschaft mit TNA eingestellt hatte, wurde der Titel bis zu einem Titelturnier im Sommer 2007 für vakant erklärt. Dieses Turnier gewann Adam Pearce. Er besiegte Brent Albright im „Reclaiming the Glory“-Turnierfinale, das in Bayamón in Puerto Rico ausgetragen wurde. Pearce ersetzte Bryan Danielson, der ursprünglich als Gegner von Albright geplant war. 2008 durfte Blue Demon jr. in der von ihm geleiteten NWA Mexico Pearce besiegen und den Titel gewinnen. Nach ca. 15 Monaten musste er diesen aber wieder bei einem Titelmatch an Pearce abtreten.
Liste der Titelträger