Die Eigentlichen Querzahnmolche (Ambystoma), auch Breitkopf-Querzahnmolche oder Breitkopfsalamander genannt, sind eine von zwei Gattungen innerhalb der Familie Ambystomatidae der Schwanzlurche. Sie sind in Nord- und Mittelamerika von Südost-Alaska über Mexiko bis in den Norden Kolumbiens verbreitet. Von den derzeit unterschiedenen 32 oder 33 Arten innerhalb der Gattung kommen 16 in Mexiko, 15 in den USA, sieben in Kanada und eine in Kolumbien vor. Besonders groß auf relativ engem Raum ist die Formenvielfalt im mexikanischen Hochland. Aufgrund von Lebensraumzerstörung sind aber gerade in Mexiko viele Arten in ihrem Bestand gefährdet.

Merkmale Namensgebend für die Gruppe ist die Anordnung der Gaumenzähne in Querreihen. Meist handelt es sich um kleinere bis mittelgroße (ca. 10 bis 30, ausnahmsweise auch bis 38 Zentimeter lange), plumpe, kräftige, breitköpfige Salamander mit einem durch Rippenfurchen segmentierten Rumpf. Der Flecken-Querzahnmolch (auch: Fleckensalamander; Ambystoma maculatum) weist äußerlich eine recht große Ähnlichkeit mit dem europäischen Feuersalamander (Salamandra salamandra) auf. Querzahnmolche leben normalerweise an Land und benötigen nur zur Fortpflanzung und Larvenentwicklung ein Gewässer. Mehrere Arten, darunter besonders auch der bekannte Axolotl (Ambystoma mexicanum), neigen allerdings zur Neotenie: Bei ihnen bleiben einige Larvenmerkmale über die Geschlechtsreife hinaus dauerhaft bestehen und sie führen ein rein aquatiles Leben als Wassermolch.

Fortpflanzung Zur Vermehrung wandern fast alle Arten zu Gewässern, um dort einen Geschlechtspartner zu finden, eine indirekte innere Befruchtung mittels Übergabe einer Spermatophore durchzuführen und schließlich gallertartige Eier zu hinterlassen. Eine Ausnahme stellt nur der Marmor-Querzahnmolch (Ambystoma opacum) dar, bei dem Paarung und Eiablage an Land stattfinden; das Weibchen bewacht dann die Eier bis zum Einsetzen von Regenfällen, die die Bodenmulden mit den Gelegen überfluten. Die kiemenatmenden Larven verbringen meist mehrere Wochen oder Monate im Gewässer, bis die Metamorphose zum Landtier einsetzt – sofern diese Umwandlung überhaupt stattfindet (siehe oben). Bemerkenswert ist auch der allerdings sehr selten gewordene Brackwasser-Querzahnmolch (Ambystoma taylori), der nur im salzhaltigen Alchichicasee in Mexiko lebt und sich dort fortpflanzt.

Taxonomie In älteren systematischen Übersichten wird die Familie Ambystomatidae noch in drei Unterfamilien untergliedert. Die Riesen-Querzahnmolche (Dicamptodontidae) und Rhyacotritonidae werden heute aber als eigenständige Familien aufgefasst. Innerhalb der ehemaligen Unterfamilie Ambystomatinae wird nach der hier gebräuchlichen Systematik nur noch eine Gattung, Ambystoma, differenziert.Artenliste der Familie Ambystomatidae bei Amphibiaweb Alternativ werden von manchen Autoren die Riesen-Querzahnmolche (Gattung Dicamptodon) aber ebenfalls noch der Familie Ambystomatidae zugeordnet.AMNH: Amphibien Species of the World Die gelegentlich anzutreffende Schreibweise „Amblystoma“ beruht auf einem historischen Schreibfehler. Bei den deutschen Trivialnamen wird wahlweise der Namenszusatz „-Querzahnmolch“ oder auch „-Salamander“ gebraucht (beispielsweise „Westlicher Tiger-Querzahnmolch“ oder „Westlicher Tigersalamander“).

Folgende Arten werden der Gattung zugerechnet: mini|Nordwestlicher Querzahnmolch (Ambystoma gracile) mini|Axolotl (Ambystoma mexicanum) Ambystoma altamirani Dugès, 1895 Ambystoma amblycephalum Taylor, 1940 Ambystoma andersoni Krebs & Brandon, 1984 – Anderson-Querzahnmolch Ambystoma annulatum Cope, 1886 – Ringel-Querzahnmolch Ambystoma barbouri Kraus & Petranka, 1989 Ambystoma bishopi Goin, 1950 Ambystoma bombypellum Taylor, 1940 Ambystoma californiense Gray, 1853 – Kalifornischer Tiger-Querzahnmolch Ambystoma cingulatum Cope, 1868 – Genetzter Querzahnmolch Ambystoma dumerilii (Dugès, 1870) – Dumerils Querzahnmolch Ambystoma flavipiperatum Dixon, 1963 Ambystoma gracile (Baird, 1859) – Nordwestlicher Querzahnmolch Ambystoma granulosum Taylor, 1944 Ambystoma jeffersonianum (Green, 1827) – Jefferson-Querzahnmolch Ambystoma laterale Hallowell, 1856 – Blauflecken-Querzahnmolch Ambystoma leorae (Taylor, 1943) Ambystoma lermaense (Taylor, 1940) – Lerma-Querzahnmolch Ambystoma mabeei Bishop, 1928 – Mabees Querzahnmolch Ambystoma macrodactylum Baird, 1850 – Langzehen-Querzahnmolch Ambystoma maculatum (Shaw, 1802) – Flecken-Querzahnmolch Ambystoma mavortium (Baird, 1850) – Westlicher Tiger-Querzahnmolch Ambystoma mexicanum (Shaw & Nodder, 1798) – Axolotl Ambystoma opacum (Gravenhorst, 1807) – Marmor-Querzahnmolch Ambystoma ordinarium Taylor, 1940 Ambystoma rivulare (Taylor, 1940) Ambystoma rosaceum Taylor, 1941 – Chihuahua-Querzahnmolch Ambystoma silvense Webb, 2004 Ambystoma talpoideum (Holbrook, 1838) – Maulwurf-Querzahnmolch Ambystoma taylori Brandon, Maruska & Rumph, 1982 – Brackwasser-Querzahnmolch Ambystoma texanum (Matthes, 1855) – Schmalkopf-Querzahnmolch Ambystoma tigrinum (Green, 1825) – (Östlicher) Tiger-Querzahnmolch Ambystoma velasci (Dugès, 1888) – Mexikanischer Tiger-Querzahnmolch

Literatur Günther E. Freytag, Bernhard Grzimek, Oskar Kuhn & Erich Thenius (Hrsg.): Lurche. In: Grzimeks Tierleben. Bd. 5: Fische 2, Lurche. Lizenzausgabe im dtv, München 1980, ISBN 3-423-03204-9 Kurt Rimpp: Salamander und Molche. Ulmer, Stuttgart 1978, ISBN 3-8001-7045-0 Joseph A. Tihen: Ambystoma In: The Catalogue of American Amphibians and Reptiles. The American Society of Ichthyologists and Herpetologists, 1969, S. 75.1 – 75.4

Einzelnachweise

Weblinks

IUCN: Rote Liste der gefährdeten Querzahnmolche