Der Landkreis Memmingen gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Sitz und Namensgeber des Landkreises war die kreisfreie Stadt Memmingen, die lediglich von 1940 bis 1948 dem Landkreis angehörte. Vor dem Beginn der Gebietsreform in Bayern am Anfang der 1970er Jahre umfasste der Landkreis 55 Gemeinden.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964

Geographie

Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Grönenbach, Buxheim und Legau.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Illertissen, Mindelheim, Marktoberdorf und Kempten (Allgäu) (alle in Bayern) sowie an die Landkreise Wangen und Biberach (beide in Baden-Württemberg). Die kreisfreie Stadt Memmingen bildete eine Enklave im Westen des Landkreises.

Geschichte

Landgerichte Im Jahr 1804 wurden die Landgerichte Grönenbach und Ottobeuren gebildet, vier Jahre später zusätzlich das Stadtgericht Memmingen. Die Stadt Memmingen wurde 1809 eine kreisunmittelbare Stadt.

Bezirksamt Das Bezirksamt Memmingen wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Grönenbach und Ottobeuren gebildet. Am 1. Oktober 1865 wurden einige Gemeinden des Bezirksamtes Memmingen dem Bezirksamt Mindelheim zugeschlagen.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Memmingen.

Am 1. April 1940 wurde die kreisfreie Stadt Memmingen in den Landkreis Memmingen eingegliedert, doch wurde dies am 1. April 1948 wieder rückgängig gemacht.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Memmingen im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst. Seine Gemeinden Amendingen und Buxach wurden in die kreisfreie Stadt Memmingen eingemeindet. Alle übrigen Gemeinden wurden mit bis auf eine Ausnahme allen Gemeinden des alten Landkreises Mindelheim, 13 Gemeinden des Landkreises Illertissen, den Gemeinden Hasberg und Tiefenried des Landkreises Krumbach (Schwaben) sowie der Gemeinde Schlingen des Landkreises Kaufbeuren zu einem neuen Landkreis Mindelheim zusammengeschlossen.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Am 1. Mai 1973 erhielt der neue Landkreis seine heute gültige Bezeichnung Landkreis Unterallgäu.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 31.331 1885 28.433 1900 30.070 1910 32.453 1925 35.107 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 51.658 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 52.433 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 47.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 53.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973

Politik 131x131px|mini|Wappen des ehm. Landkreises Memmingen Wappen Das Wappen wurde am 13. März 1969 durch Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums des Innern genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Gold und Rot; vorn zwei blaue Schrägwellenbalken, hinten am Spalt ein linksgewendeter halber silberner Adler.“

Die zwei Wellenbalken symbolisieren die beiden Flüsse Iller und Günz, der Adler ist dem Wappen des Klosters Ottobeuren entnommen. Er soll auf die damalige Landeshoheit der Reichsabtei Ottobeuren im östlichen Teil des ehemaligen Landkreises verweisen.

Der Entwurf des Wappens stammt von Stiftsarchivar und Kreisheimatpfleger Aegidius Kolb und die Gestaltung übernahm der Nördlinger Rudolf Mussgnug.

Bezirksamtsvorstände und Landräte (ab 1939)

Paul Müller ([Okt. 1918, 1920]) Richard Meuschel ([1921, 1922]) Theobald Karcher (1925 – 1928) Karl Albrecht (1928 – 1931) Friedrich Kraus (1. Mai 1931 – 29. April 1934; †) Ludwig Thoma (Amtsverweser, 29. April – 16. Juni 1934) Karl Wohlfahrt (1. Juli 1934 – 4. August 1945) Karl Lenz (1945) Richard Lauter (1945 – 1948) Karl Lenz (1948 – 25. Dezember 1960; †) Martin Frehner (1961 – 1972)

Gemeinden mini|375px|Landkreis Memmingen, Gemeindegrenzenkarte von 1961 rechts|mini|500px|Der Landkreis Memmingen vor der Gebietsreform im Jahr 1972; eingezeichnet sind alle für Gemeinden namensgebende Orte; alle nicht fett beschrifteten Gemeinden wurden im Zuge der Gebietsreform aufgelöst; Bei den Gemeinden, die aufgelöst wurden, ist in Klammern vermerkt, zu welcher Gemeinde der Ort heute gehört. Die Gemeinden, die heute noch bestehen, sind fett geschrieben.

Märkte Erkheim Grönenbach (heute: Bad Grönenbach) Legau Markt Rettenbach Ottobeuren

Weitere Gemeinden Amendingen (kreisfreie Stadt Memmingen) Arlesried (Erkheim) Attenhausen (Sontheim) Benningen Betzisried (Ottobeuren) Böhen Boos Buxach (kreisfreie Stadt Memmingen) Buxheim Daxberg (Erkheim) Dickenreishausen (kreisfreie Stadt Memmingen) Dietratried (Wolfertschwenden) Egg an der Günz Eisenburg (kreisfreie Stadt Memmingen) Engetried (Markt Rettenbach) Fellheim Ferthofen (kreisfreie Stadt Memmingen) Frechenrieden (Markt Rettenbach) Frickenhausen (Lauben) Gottenau (Markt Rettenbach) Guggenberg (Ottobeuren) Günz (Westerheim) Haitzen (Ottobeuren) Hawangen Heimertingen Holzgünz Kardorf (Kronburg) Kronburg Lachen Lannenberg (Markt Rettenbach) Lauben Lautrach Maria Steinbach (Legau) Memmingerberg Niederdorf (Wolfertschwenden) Niederrieden Ollarzried (Ottobeuren) Pleß Schlegelsberg (Erkheim) Schwaighausen (Holzgünz) Sontheim Steinheim (kreisfreie Stadt Memmingen) Trunkelsberg Ungerhausen Volkratshofen (kreisfreie Stadt Memmingen) Westerheim Wineden (Markt Rettenbach) Wolfertschwenden Woringen Zell (Bad Grönenbach)

Gemeindefreie Gebiete Eggerwald Holzer Wald Ungerhauser Wald (3,26 km²; besteht heute noch)

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen MM zugewiesen. Es wird nur in der Stadt Memmingen durchgängig bis heute ausgegeben. Im Landkreis Unterallgäu wurde es bis zum 31. August 1974 ausgegeben.

Einzelnachweise

Literatur Maximilian Dietrich (Hrsg.): Der Landkreis Memmingen. Landschaft, Geschichte, Kultur, Wirtschaft. Dietrich, Memmingen 1971, ISBN 3-87164-059-X.

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