Das Flutende Pfeilkraut (Sagittaria subulata), auch Schmalblättriges Pfeilkraut oder Kleines Pfeilkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Pfeilkraut (Sagittaria) innerhalb der Familie der Froschlöffelgewächse (Alismataceae). Diese grasartig wachsende Sumpfpflanze lebt überwiegend submers, also unterhalb der Wasseroberfläche.
Beschreibung mini|Illustration
Erscheinungsbild und Blatt Das Flutende Pfeilkraut wächst als ausdauernde krautige Pflanze. Mit zahlreichen Ausläufern kann diese Pflanzenart sehr bald einen dichten Bestand bilden.
Die in einer Rosette angeordneten Laubblätter sind bei einer Länge von bis zu 30 bis 40 Zentimetern sowie einer Breite von 4 bis 7 Zentimetern linealisch oder bandförmig und hellgrün. Gelegentlich werden auch Schwimmblätter ausgebildet. Bei Laubblätter oberhalb der Wasseroberfläche sind die einfachen Blattspreiten bei einer Länge von 2 bis 6 Zentimetern sowie einer Breite von 0,5 bis 2,5 Zentimetern meist eiförmig.
Generative Merkmale Das Flutende Pfeilkraut ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blütenstände sind bis zu 1 Meter lang, sie bestehen aus einem bis zehn Quirlen von männlichen und weiblichen Blüten. Blüten bilden sich nur oberhalb der Wasseroberfläche. Die eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig. Weibliche Blüten bestehen aus drei ausgebreiteten grünen Kelchblättern sowie drei weißen Kronblättern und Fruchtblättern. Männliche Blüten weisen zwischen sieben und fünfzehn Staubblätter auf.
Die 1,5 bis 2 Millimeter langen, verkehrt-eiförmigen Nüsschen weisen, wie für Froschlöffelgewächse typisch, einen pfriemförmigen Schnabel auf.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.
Ökologie Nur jeweils eine geöffnete Blüte ragt für etwa 8 Stunden aus dem Wasser.
Vorkommen Das Flutenden Pfeilkraut ist in den östlichen bis südöstlichen Bundesstaaten der USA sowie in Südamerika nur im Gebiet von Kolumbien bis zum nordwestlichen Venezuela verbreitet. In den Vereinigten Staaten kommt das Flutende Pfeilkraut in Alabama, Connecticut, Delaware, District of Columbia, Florida, Georgia, Maryland, Massachusetts, Mississippi, New Jersey, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina und Virginia vor.
In Flüssen bildet diese Art ausgedehnte Bestände. Sie ist dabei sowohl in Süß- wie Brackwasser überlebensfähig.
In Mitteleuropa kommt das Flutende Pfeilkraut sehr selten als Neophyt in der Warmen Wuhle bei Berlin vor.
Verwendung in der Aquaristik Sowohl die Art Sagittaria subulata als auch die Zuchtform Sagittaria subulata var. pusilla zählen zu den Pflanzen, die im Fachhandel häufig für die Bepflanzung von Aquarien angeboten werden. Verwendung finden diese Pflanzen meist im Vordergrund von Aquarien, da vor allem die Zuchtform, die im Handel fälschlicherweise gelegentlich als Sagittaria pusilla angeboten wird, sehr klein bleibt. Unter idealen Bedingungen vermehrt sich diese Zuchtform sehr schnell und bildet im Aquarium einen dichten, etwa 5 Zentimeter hohen Rasen aus. Die Nominatform Sagittaria subulata var. subulata dagegen kann eine Blattlänge von bis zu 60 Zentimeter erreichen, wenn sie nicht genügend Ausbreitungsplatz hat, und ist dann eher für die mittleren und hinteren Beckenzonen.
Die idealen Pflegebedingungen für Art und Ausleseformen ist nicht zu weiches Wasser. Die Karbonathärte sollte zwischen vier und acht liegen. Die Gesamthärte sollte 10 bis 15 betragen. Die optimale Temperatur liegt zwischen 18 und 28 Grad Celsius. Die Pflanzen benötigen nur wenig im Wasser gelöstes Kohlenstoffdioxid. Zwei Milligramm pro Liter reichen aus, um die Pflanzen gut gedeihen zu lassen. Aquarianer sind daher bei dieser Pflanze nicht unbedingt auf eine Zudüngung angewiesen. Regelmäßiger Teilwasserwechsel stellt die nötige Kohlenstoffdioxidmenge sicher.
Systematik Taxonomie Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Alisma subulatum durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 343. Die Neukombination zu Sagittaria subulata wurde 1871 durch Franz Buchenau in Abhandlungen herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen Verein zu Bremen, Band 2, Seite 490 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Sagittaria subulata sind: Sagittaria filiformis , Sagittaria lorata , Sagittaria natans , Sagittaria natans var. lorata , Sagittaria natans var. pusilla , Sagittaria pusilla , Sagittaria subulata subsp. lorata , Sagittaria subulata var. lorata , Sagittaria subulata var. natans , Sagittaria subulata var. pusilla , Sagittaria subulata var. typica nom. inval.
Botanische Geschichte Von der Art Sagittaria subulata gab es je nach Autor verschiedene Varietäten,Preston Adams, R. K. Godfrey: Observations on the Sagittaria subulata complex. In: Rhodora, Band 63, Nr. 753, 1961, S. 247–266. sie alle gelten Synonyme: Sagittaria subulata var. subulata Sagittaria subulata var. pusilla (Syn.: Sagittaria pusilla , Sagittaria natans var. pusilla )
Nicht mehr zu dieser Art gestellt werden: Sagittaria subulata var. gracillima → Sagittaria filiformis Sagittaria subulata var. kurziana → Sagittaria kurziana
Literatur Bernd Greger: Pflanzen im Süßwasseraquarium. Birgit Schmettkamp Verlag, Bornheim 1998, ISBN 3-928819-16-X Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. Ulmer Verlag, 2. Auflage, Stuttgart 1999, ISBN 3-8001-7454-5, S. 413.
Einzelnachweise Rafaël Govaerts (Hrsg.): Gerald Parolly: Alismataceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 160. Robert R. Haynes, C. Barre Hellquist: Alismataceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 22: Magnoliophyta: Alismatidae, Arecidae, Commelinidae (in part), and Zingiberidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2000, ISBN 0-19-513729-9. Sagittaria subulata (Linnaeus) Buchenau. - textgleich online wie gedrucktes Werk.
Weblinks
Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Kategorie:Froschlöffelgewächse Kategorie:Aquarienpflanze