mini|Blick auf Münchberg mit der neugotischen Stadtkirche Peter und Paul vom Rohrbühl aus
Münchberg ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Hof in Bayern. Sie ist ein Zentrum der Textilindustrie mit der Textilabteilung der Hochschule Hof. Mit fast 10.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt im Landkreis Hof und hat den Status eines Mittelzentrums. Durch die günstige verkehrsgeographische Lage gilt Münchberg als Tor in das nördliche Fichtelgebirge und den östlichen Frankenwald.
Geographie Geographische Lage Münchberg liegt auf zwischen Fichtelgebirge und Frankenwald, etwa 21 Kilometer südwestlich von Hof und ca. 32 Kilometer nordöstlich von Bayreuth. Durch die Stadt fließt die Pulschnitz.
Geologie Münchberg liegt im Zentrum der nach der Stadt benannten Münchberger Gneismasse, die in der Geologie eine Sonderstellung einnimmt. Die Münchberger Gneismasse liegt zwischen dem überwiegend aus Granit aufgebauten Fichtelgebirge und dem schieferigen Frankenwald. Der Hauptbestandteil der Gesteine, der Gneis, besteht wie Granit hauptsächlich aus Feldspat, Quarz und Glimmer, hat jedoch einen schieferigen Aufbau.Helga Schubert: Schweinsbach (Lkr. Münchberg) Dorf und Flur im Wandel der Geschichte, S. 6 Neben Gneis befinden sich auch noch andere Gesteine wie Amphibolit oder Phyllit im Boden. Die Verwitterungsprodukte dieser Gesteine bilden im Allgemeinen saure, sandige und nährstoffarme Lehmböden. Diese basenarmen, silikatischen Böden sind für die Landwirtschaft nicht besonders gut geeignet.Gerhardt Stetter: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, Blatt Nr. 5836 Münchberg. München 1960, S. 136Bayerisches Landesamt für Umwelt: Hydrogeologische (PDF) Betrachtung der Münchberger Gneismasse, abgerufen am 19. Januar 2009
Nachbargemeinden Die Gemeinden in der Umgebung sind im Uhrzeigersinn die Stadt Helmbrechts, die Gemeinde Konradsreuth, die Gemeinde Weißdorf, die Märkte Sparneck, Zell im Fichtelgebirge und Stammbach sowie der Markt Marktleugast im Landkreis Kulmbach.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Münchberg besteht aus 60 Gemeindeteilen (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Hier werden nur 59 Gemeindeteile angegeben, da Kuppel noch als ein Gemeindeteil galt, aus dem aber mittlerweile zwei Gemeindeteile gemacht wurden (Ahornis-Kuppel, Sauerhof-Kuppel)
Außerdem gibt es die Einöden Bugeinzel, Einöde am Stammbacher Weg, Einöde am Thieroldsholz, Einzel, Gollereinzel, Jehsenmühle, Mittelpoppenreuth, Modlitzmühle, Oberpoppenreuth, Poppenreuther Mühle, Schotteneinzel und Wirtshaus. Die Einöden Angermühle, Bechermühle, Einzeln an der Bayreutherstraße, Käshütte, Merbotengrün, Oberer Birnstengel und Schießhaus sind wüst gefallen.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Markersreuth (Gemarkungsteil 1), Mechlenreuth, Meierhof b.Münchberg, Münchberg, Poppenreuth, Sauerhof und Straas (Gemarkungsteil 0). Die Gemarkung Münchberg hat eine Fläche von 7,183 km². Sie ist in 3892 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1846 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Eiben bei Münchberg und Maulschelle.
Klima Im Münchberger Raum herrscht durch die Mittelgebirgslage ein raues Klima vor. Durch die Höhenlage kommt es zu großen Niederschlagsmengen in Verbindung mit niedrigen Temperaturen. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei nur 5–6 °C, während sie im nahen Bayreuth bereits bei 7–8 °C liegt. Die mittlere Lufttemperatur der Vegetationsperiode liegt bei 12–13 °C (15–16 °C in Bayreuth). Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 900–1000 Millimeter (600–700 Millimeter in Bayreuth).Gerhardt Stetter: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern. Blatt Nr. 5836 Münchberg. München 1960, S. 131
Ausführliche Klimadiagramme
Geschichte Geschichte der Stadt Münchberg
mini| mini| Das Gründungsdatum von Münchberg wird um das Jahr 1000 vermutet. Ob die Stadt, wie es sich aus dem Namen ableiten lässt, von Mönchen gegründet wurde, ist nicht nachweisbar. Während der Herrschaft des Adelsgeschlechts von Sparneck konnte sich Münchberg zur Stadt entwickeln und wurde erstmals urkundlich 1298 als solche bezeichnet.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 152 f. Nach einem Verkauf kam sie zum Fürstentum Bayreuth. Ab 1500 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis. 1791 wurde Münchberg preußisch, 1806 besetzte die französische Armee die Stadt. Nach erneutem Verkauf kam sie 1810 zum Königreich Bayern. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie 1940 als erste Stadt in Bayern Ziel eines Luftangriffs. Bis zur Gebietsreform war Münchberg Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. 1972 verlor sie diesen Status. Am 19. Oktober 1990 kam es auf der Bundesautobahn 9 in der Münchberger Senke zu einer der größten Massenkarambolagen in der deutschen Geschichte, bei der zehn Menschen starben. Überregional bekannt ist Münchberg als Textilstadt mit der Fakultät Textil und Design der Hochschule Hof als einzige bayerische Textil-Hochschuleinrichtung. Im Jahr 2023 wurde der Stadt daher der Titel Hochschulstadt verliehen.Münchberg erhält Titel "Hochschulstadt" auf der Website der Stadt Münchberg. 17. Oktober 2023, abgerufen am 13. Januar 2025.
Verwaltungsgeschichte Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Münchberg aus 295 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Stadtrichteramt Münchberg zu. Grundherren waren die Gemeinde: 1 Rathaus, 1 Brauhaus, 1 Feuergerätehaus, 1 Totenschreiberhaus, 1 Stadtkirche, 1 Superintenturwohnung, 1 Archidiaconatswohnung, 1 Syndiaconatswohnung, 1 Schulhaus, 1 Hospitalgebäude; das Kastenamt Münchberg: 1 Achtelhof, 5 Häuser, 2 halbe Häuser, 1 Zweidrittelhaus, 1 Haus mit Mühle; der Bürgermeister und Rat Münchberg: 173 Häuser, 80 halbe Häuser, 1 Drittelhaus, 16 Viertelhäuser, 1 Zweiviertelhaus, 1 Gütlein, 1 Schneidmühle, 1 Haus mit Schlagmühle; das Klosteramt Kulmbach: 1 Haus.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 424.
Von 1797 bis 1810 unterstand Münchberg dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Münchberg gebildet, zu dem Angermühle, Bechermühle und Eiben gehörten. Zugleich entstand die Munizipalgemeinde Münchberg, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in Finanzamt Münchberg umbenannt). Etwas später wurden auf dem Gemeindegebiet Einzeln an der Bayreutherstraße und Schießhaus gegründet. Ab 1862 gehörte Münchberg zum Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt).A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 494f. 1944 kam Maulschelle an die Stadt Münchberg, am 1. April 1958 wurden Hintere Horlachen, Schlegel und Vordere Horlachen an Münchberg abgetreten. Dadurch vergrößerte sich die Gebietsfläche von 6,926 km². auf 11,226 km².
Eingemeindungen mini|Das heutige Stadtgebiet mit den Eingemeindungen Zur Stadt Münchberg gehören 18 ehemalige Gemeinden, die zwischen 1972 und 1978 eingegliedert wurden. Am 1. Juli 1972 die Gemeinde Poppenreuth mit Ahornis, Hildbrandsgrün und Maxreuth sowie die Gemeinden Sauerhof und Straas, letztere mit den Gemeindeteilen Biengarten, Plösen, Solg, Schödlas und Straas. Die Einwohner von Querenbach und Oelschnitz entschieden sich für den Anschluss an den Markt Stammbach. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Meierhof mit Laubersreuth, Gottersdorf und Unfriedsdorf eingemeindet, der Gemeindeteil Zimmermühle fiel an die Stadt Helmbrechts. Aus der Gemeinde Markersreuth folgten die Orte Markersreuth und Jehsen. Reuthlas und Weißlenreuth kamen nach Konradsreuth. Eingegliedert wurde auch die Gemeinde Mechlenreuth mit ihren Gemeindeteilen Mechlenreuth-Dorf, Mechlenreuth-Nord, Mussen und Schweinsbach. Schon davor wurden vier Gemeindeteile von Meierhof eingegliedert: 1944 Maulschelle, am 1. April 1958 das Hintere Horlachen, Schlegel und Vordere Horlachen.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 11.628 auf 10.215 bzw. um 12,2 %. Am 31. Dezember 1994 hatte die Stadt 12.114 Einwohner. Der Höchststand wurde 1950 mit rund 15.000 Einwohnern (auf dem heutigen Gebiet) erreicht.
Gemeinde Münchberg Jahr 1812 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2010 2015 2022Einwohner 2247 3192 3196 3181 3352 3460 3525 3874 4198 4451 4882 5637 6211 6580 5706 6195 6826 7115 9689 10483 10848 10560 11668 11170 10822 10320 10179HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2022 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 263 323 388 411 442 580 865 1361 2752 2868 2921Quelle
Ort Münchberg Jahr 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 2227 2206 3146 3379 4098 5568 6177 10483 10333 10068 9489Häuser 260 376 432 576 865 1269 2109Quelle
Religionen mini|hochkant|Stadtkirche Seit der Reformation waren die Einwohner Münchbergs fast ausschließlich evangelisch-lutherisch und sind es auch heute noch überwiegend. Erst mit dem Bau der Ludwig-Süd-Nord-Bahn und mit den Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg kamen wieder mehr Katholiken in die Stadt. Münchberg ist Sitz des Dekanats Münchberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Die Pfarrkirche Peter und Paul steht am Kirchplatz. Die evangelische Diakonie betreibt neben einem Pflegedienst ein Kinder- und Jugendheim sowie eine Seniorenwohnanlage. Weiterhin gibt es das evangelische Bildungs- und Jugendwerk.
Die römisch-katholische Pfarrei Münchberg entstand am 12. März 1898 als Arbeiterverein. Sie unterhält das Freizeitheim St. Barbara. Die Pfarrkirche Heilige Familie steht an der Kulmbacher Straße. Es besteht eine Ortsgruppe des katholischen Sozialverbands Kolpingsfamilie.
Die Evangelisch-methodistische Kirche hatte von 2010 bis 2016 ein Gemeindezentrum in der Ottostraße.
Die Muslimische Gemeinschaft organisiert sich im Türkisch-Islamischen Verein für Kultur und Religion e. V. Münchberg und Umgebung DITIB und verfügt über eigene Gebetsräume.
Weitere Religionsgemeinschaften sind die Zeugen Jehovas mit einem Königreichssaal und die Siebenten-Tags-Adventisten.
Politik Bürgermeister An der Spitze der Stadt stehen der Erste Bürgermeister. In der jüngeren Vergangenheit stellte die SPD den Bürgermeister. Erst seit der Kommunalwahl 2002 übernahm mit Thomas Fein ein CSU-Politiker das Amt des Ersten Bürgermeisters.Stadt Münchberg: , abgerufen am 15. März 2009 Im Jahr 2014 übernahm Christian Zuber, ein SPD-Politiker, dieses Amt.Stadt Münchberg: , abgerufen am 31. März 2014 Zweiter Bürgermeister ist ab der Amtsperiode 2026 Rainer Ott (MWG), Dritter Bürgermeister Thomas Schnurrer (CSU). Weiterhin wurde durch das Gremium ein weiterer Stellvertreter bestellt: Hermann Seiferth (SPD) wird den Bürgermeister in der Amtsperiode 2026-2032 ebenfalls unterstützen.
Amtszeit Name 1946–1964 Max Specht (SPD) 1964–1978 Ewald Zuber (SPD) 1978–1990 Fritz Gräbner (SPD) 1990–2002 Armin Hoffmann (SPD) 2002–2014 Thomas Fein (CSU) ab 2014 Christian Zuber (SPD)
Stadtrat Der Münchberger Stadtrat hat 24 Mitglieder.
Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:
Parteien 2014 2020 2026 CSU10 8 9 SPD10 12 11 Münchberger Wählergemeinschaft4 4 4 Summe242424
Wappen und Banner 80px|Banner von Münchberg 100px|Wappen von Münchberg 100px|unten|Keine Flagge Banner und Wappen,Hissflagge wird nicht geführt Blasonierung Gespalten; vorne geviert von Schwarz und Silber, in den silbernen Vierteln 2 und 3 der schwarze Großbuchstabe M; hinten in Silber auf grünem Dreiberg stehend ein schwarz gekleideter barhäuptiger Mönch mit silbernem Rosenkranz in den Händen Beschreibung