Panathinaikos Athlitikos Omilos (Kurzform PAO; , ΠAO) bezeichnet auch die Basketball-Abteilung von Panathinaikos Athlitikos Omilos (Gesamt-Athener Sportklub) aus Athen. PAO spielt derzeit in der griechischen A1 Liga, der höchsten Liga des Landes. Mit 39 Meisterschaften und insgesamt 66 Titeln ist Panathinaikos der erfolgreichste Verein Griechenlands und hatte bereits Weltstars wie z. B. Dominique Wilkins, Dino Rađa, Dejan Bodiroga, Šarūnas Jasikevičius oder Byron Scott unter Vertrag. Die Europaliga gewann der Verein bisher sieben Mal.

Geschichte 1922–1945: Die ersten Schritte mini|Panathinaikos im Jahr 1940 1922, 14 Jahre nach der Gründung des Vereins, bot Panathinaikos Athen seinen Mitgliedern erstmals eine Basketballabteilung. Zu verdanken hatte man das Giorgos Kalafatis der drei Jahre zuvor zu Sportwettbewerben nach Paris gereist war und bei seiner Rückkehr das internationale Regelwerk für diese Sportart mitbrachte. Panathinaikos war dadurch einer der ersten griechischen Vereine der eine Basketballabteilung anbot. Seine Spiele trug PAO unter freiem Himmel aus.

Die erste Basketballmeisterschaft Griechenlands wurde in der Saison 1927/28 ausgetragen. Die unter anderem auch durch den Zweiten Weltkrieg oft unterbrochene Vorform der heutigen Liga trug zu dem damaligen Zeitpunkt die Bezeichnung „Panellinio Protathlima A Katigorias“ (Πανελλήνιο Πρωτάθλημα Α Κατηγορίας). Bis Kriegsende gewann der Verein jedoch keine Meisterschaft.

1946–1966: Die ersten Titel Saisondaten 1946–1966 Saison Meisterschaft 1945/46 1. 1946/47 1. 1947/48 keine Meisterschaft ausgetragen 1948/49 4. 1949/50 1. 1950/51 1. 1951/52 keine Meisterschaft ausgetragen 1952/53 2. 1953/54 1. 1954/55 1955/56 keine Meisterschaft ausgetragen 1956/57 1957/58 1958/59 1959/60 1960/61 1. 1961/62 1. 1962/63 4. 1963/64 3. 1964/65 6. 1965/66 3. Die erste Meisterschaft errang PAO 1946. Nachdem man ungeschlagen die Regionale Meisterschaft in Athen und Piräus gewonnen hatte, setzte sich die Mannschaft in der Finalserie mit 3:0 Siegen durch. Bis 1966 folgten sechs weitere Meisterschaften (1947, 1950, 1951, 1954, 1961, 1962), die Panathinaikos schon zu diesem Zeitpunkt zur erfolgreichsten Mannschaft Griechenlands machten. Während die höchste Spielklasse Griechenlands ab 1964 „Protathlima Ethnikis Katigorias“ (Πρωτάθλημα Εθνικής Κατηγορίας) hieß, stellt das Jahr 1959 einen wichtigen Zeitpunkt in der Vereinsgeschichte dar. Unterhalb der Ostkurve des Apostolos-Nikolaidis-Stadion wurde die erste in Griechenland errichtete Sporthalle eröffnet. Die etwa 1.500 Zuschauer fassende Halle diente fortan Panathinaikos als Heimstätte.

1967–1984: Aufstieg zu Griechenlands führender Kraft Saisondaten 1967–1984 Saison Meisterschaft Pokal 1966/67 1. 1967/68 - 1968/69 1. 1969/70 - 1970/71 1. 1971/72 1. 1972/73 1. 1973/74 1. 1974/75 1. 1975/76 - - 1976/77 1. - 1977/78 - - 1978/79 - Sieger 1979/80 1. - 1980/81 1. - 1981/82 1. Sieger 1982/83 3. Sieger 1983/84 1. - mini|links|hochkant|Kolokithas Unter der Führung herausragender Akteure wie Dimitrios Kokolakis, Georgios Kolokithas, Apostolos Kontos oder Panagiotis Koroneos dominierte Panathinaikos während der 1970er und zu Beginn der 1980er Jahre den griechischen Basketball wie keine andere Mannschaft zuvor. In 18 Jahren gewann der Verein zwölf Meisterschaften und holte drei Mal den 1976 zum ersten Mal ausgetragenen Pokal an die Leoforos Alexandras.

Den Grundstein legte Konstantinos Mourouzis, als er 1966 das Traineramt bei PAO übernahm. Unter ihm gewann der Verein in den folgenden acht Jahren sechs Meisterschaften. 1969 gelang es Panathinaikos auch erstmals international ein Ausrufezeichen zu setzen. Schied man zuvor bei den Europapokal-Wettbewerben recht frühzeitig aus, schaffte man es diesmal bis ins Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger. Drei Jahre später schaffte es der Verein sogar bis ins Halbfinale des Europapokals der Landesmeister, wo man sich allerdings der italienischen Spitzenmannschaft Pallacanestro Varese geschlagen geben musste. 1975 übernahm Richard Dukshire das Traineramt bei den Kleeblättern und wurde damit der erste Ausländer der dieses Amt bekleidete und eine Meisterschaft gewann. Unter Konstantinos Politis, der zwischen 1978 und 1982 Trainer bei Panathinaikos und wenige Jahre zuvor unter Dukshire noch als aktiver Spieler beim Verein aktiv war, setzte sich die Erfolgsserie des Vereins fort. Angeführt von Spielern wie Agamemnon Ioannou und David Stergakos erreichte der Verein unter Politis drei Meisterschaften und zwei Pokalsiege. 1982 schaffte er mit Panathinaikos das erste Double der Vereinsgeschichte und stand 1980 sowie 1981 jeweils im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger bzw. des Europapokals der Landesmeister.

1985–1995: Das dunkle Jahrzehnt Saisondaten 1985–1995 Saison Meisterschaft Pokal 1984/85 3. Finalist 1985/86 4. Sieger 1986/87 5. - 1987/88 5. - 1988/89 3. - 1989/90 5. - 1990/91 7. Halbfinalist 1991/92 8. - 1992/93 2. Sieger 1993/94 3. - 1994/95 2. - Anfang der 1980er Jahre veränderte ein Spieler grundlegend den griechischen Basketball, was die Dominanz von Panathinaikos beendete. Nikos Galis, der als einer der besten europäischen Basketballspieler aller Zeiten in die Geschichte einging, wechselte zu Aris Thessaloniki und führte diesen Verein zusammen mit Panagiotis Giannakis an die Spitze Griechenlands. Lediglich PAOK Thessaloniki um den Star-Center Panagiotis Fasoulas gelang es, zu dieser Zeit Paroli bieten, was die Vormachtstellung des nordgriechischen Thessaloniki untermauerte.

1987, der Verein spielte inzwischen in der Sporthalle von Glyfada im Süden Athens, übernahm Pavlos Giannakopoulos die Basketballabteilung von Panathinaikos Athen. Der Großunternehmer Giannakopoulos, zusammen mit seinem Bruder Athanassios Besitzer eines Pharmaunternehmens, welches auf dem ganzen Balkan vertreten ist, hatte sich acht Jahre zuvor erfolglos um die Fußballabteilung von PAO bemüht. 1990 verpflichtete Giannakopoulos Fragiskos Alvertis, der bei Panathinaikos zum erfolgreichsten Basketballspieler Griechenlands, Kapitän und für die nächsten 19 Jahre Galionsfigur des Vereins wurden. Um diesen Transfer zu realisieren, musste Panathinaikos neben einer Ablösesumme auch den zu dieser Zeit besten Spieler seiner Wasserballabteilung, Dimitrios Seletopoulos, an Alvertis Verein Glyfada abgeben.

1993 verlor die griechische Meisterschaft ihren Amateurstatus und wurde offiziell als Profiliga unter dem Namen „Epangelamtiko Protathlima A1“ (Επαγγελματικό Πρωτάθλημα Α1) etabliert. Fortan investierte Giannakopoulos große Summen in Transfers um Spitzenspieler wie Galis, Giannakis, Antonio Davis, Arijan Komazec, Žarko Paspalj, Tiit Sokk oder auch Alexander Wolkow nach Athen zu locken. Trotz allen Bemühungen gewann der Verein in diesem Zeitraum lediglich zwei Mal den Pokal (1986, 1993) und musste zudem mit ansehen, wie ausgerechnet Erzrivale Olympiakos Piräus die Vormachtstellung von Aris beendete.

International ragen in dieser Periode die Jahre 1994 und 1995 heraus, als man sich für das Final-Four-Turnier im Europapokal der Landesmeister qualifizierte und jeweils den dritten Platz belegte.

1996: PAO an der Spitze Europas Saisondaten 1996–1999 Saison Meisterschaft Pokal 1995/96 2. Sieger 1996/97 5. Halbfinalist 1997/98 1. Halbfinalist 1998/99 1. Viertelfinalist Nachdem 1994 und 1995 der Angriff auf Europas bedeutendsten Vereinstitel im Basketball gescheitert war, sorgte Giannakopoulos zu Beginn der Saison 1995/96 für einen spektakulären Transfer. Kein Geringerer als NBA All-Star Dominique Wilkins wechselte nach Griechenland und sorgte bei den Anhängern des Vereins für große Begeisterung. Nachdem Wilkins, der bis heute als der bedeutendste Transfer einer europäischen Mannschaft angesehen wird, bereits von hunderten Fans am Flughafen empfangen worden war, beschloss die Vereinsführung, in die deutlich größere Olympiahalle umzuziehen, in der PAO bis heute seine Heimspiele austrägt. 8.000 Fans besuchten den Trainingsauftakt und zeigten so, welch hohe Erwartungen sie an die Mannschaft rund um ihren neuen Star stellten. Bei Panathinaikos traf Wilkins auf Spieler wie Alvertis, Giannakis oder auch den Kroaten Stojko Vranković und formte zu dieser Zeit eine der spielstärksten Mannschaften Europas. Unter dem Star-Trainer Božidar Maljković schaffte PAO zum dritten Mal in Folge den Sprung ins Final-Four welches in Paris ausgetragen wurde. Nachdem man im Halbfinale ZSKA Moskau besiegt hatte, traf man im Finale auf den FC Barcelona und schlug diesen mit 67:66 und Wilkins wurde zum MVP gewählt. Panathinaikos wurde damit zum ersten Verein Griechenlands der einen Europapokal der Landesmeister gewann.

mini|Trophäe des Europapokals der Landesmeister (links) Nachdem man zuvor schon den griechischen Pokal holte, fehlte nur noch die Meisterschaft um das Triple perfekt zu machen. Nachdem sich Wilkins mit Maljković überworfen und infolgedessen die Mannschaft vorzeitig verlassen hatte, verlor PAO die Finalserie mit 2:3 gegen Olympiakos Piräus.

Im selben Jahr spielte Panathinaikos gegen ’’Olimpia Venado Tuerto’’ aus Argentinien um den Intercontinental Cup. Nachdem man das erste Spiel am 4. September 1996 in Rosario mit 83:89 verloren hatte, folgten am 10. sowie 12. September zwei Siege in Athen (83:78, 101:76), die PAO den dritten Titel innerhalb von nur wenigen Monaten bescherten.

Die erste Meisterschaft nach 14 langen Jahren wurde 1998 unter Lefteris Subotic eingefahren. Zuvor hatte Giannakopoulos die NBA-Stars Dino Rađa und Byron Scott unter Vertrag genommen. In der gleichen Saison war PAO als haushoher Favorit in den Wettbewerb des Europapokals der Pokalsieger gestartet. Ohne größere Probleme marschierte der Verein durch den Wettbewerb und erzielte zum Teil deutliche Siege über die ausländische Konkurrenz. Im Halbfinale traf PAO auf Stefanel Milano und nachdem man das Hinspiel in Athen mit 77:58 gewonnen hatte, träumten die Anhänger schon vom zweiten Europapokaltitel. Umso überraschender kam für alle die unerwartet deutliche 61:86-Niederlage in Rom, welche das Ausscheiden aus dem Wettbewerb bedeutete.

1999–2012: Die Ära Obradović Saisondaten 1999–2012 Saison Meisterschaft Pokal 1999/00 1. Finalist 2000/01 1. Finalist 2001/02 3. Halbfinalist 2002/03 1. Sieger 2003/04 1. - 2004/05 1. Sieger 2005/06 1. Sieger 2006/07 1. Sieger 2007/08 1. Sieger 2008/09 1. Sieger 2009/10 1. Finalist 2010/11 1. Finalist 2011/12 2. Sieger mini|links|100-Jahr-Feier des Vereins Im Sommer 1999, Panathinaikos hatte zuvor zum 21. Mal die griechische Meisterschaft gewonnen, holte Pavlos Giannakopoulos den zu diesem Zeitpunkt erfolgreichsten Trainer Europas nach Athen. Željko Obradović, mehrfacher Europapokalsieger und ehemaliger Nationalspieler Jugoslawiens übernahm das Traineramt bei Panathinaikos Athen und wurde in den folgenden 13 Jahren zum erfolgreichsten Trainer der europäischen Basketballgeschichte. Mit ihm wechselte auch sein Landsmann und Center Željko Rebrača nach Athen. Zusammen mit Dejan Bodiroga, Ferdinando Gentile, Alvertis und dem deutschen Michael Koch qualifizierte sich der Verein 2000, vier Jahre nach dem ersten Erfolg im Europapokal der Landesmeister, mit insgesamt 17:4 Siegen deutlich für das Final Four in Thessaloniki. Vor heimischem Publikum erreichte Panathinaikos das Finale und bezwang dort Maccabi Tel Aviv mit 73:67 was gleichbedeutend mit dem zweiten Europapokalsieg in der Vereinsgeschichte war. Im gleichen Jahr sicherten sich die „Grünen“ erneut die griechische Meisterschaft und schafften den Einzug ins Finale des griechischen Pokalwettbewerbs. In der Folgesaison erreichte der Verein abermals das Finale des in Suproleague umbenannten Europapokals der Landesmeister. Wie im Vorjahr traf man in Paris erneut auf Maccabi Tel Aviv verlor die Begegnung jedoch mit 67:81. Auf nationaler Ebene wurden die Erfolge aus dem Vorjahr wiederholt.