Panathinaikos Athlitikos Omilos (Kurzform: PAO) (griechisch: Παναθηναϊκός , ΠAO) bezeichnet auch die Fußballabteilung von Panathinaikos Athlitikos Omilos (Gesamt-Athener Sportklub) aus Athen. Panathinaikos spielt derzeit in der griechischen Super League, der höchsten Spielklasse des Landes und gehört zu den erfolgreichsten Vereinen des Landes. Den größten internationalen Erfolg hatte der 1908 gegründete Verein im Jahr 1971, als er es bis ins Finale um den Europapokal der Landesmeister, den Vorgänger der heutigen UEFA Champions League, schaffte. Panathinaikos ist bekannt für seine Jugendarbeit und brachte seit Gründung der Jugendakademien eine Reihe von Spielern hervor, die im In- und Ausland große Erfolge feierten.

Geschichte 1908–1924: Die ersten Schritte mini|hochkant|Giorgos Kalafatis Der junge Giorgos Kalafatis versammelte im Februar 1908 in Athen etwa 40 Sportler um sich, um einen Sportverein zu gründen. Dieser sollte auch Fußball anbieten, was in dieser Zeit in anderen Vereinen bis dahin nicht gelungen war, da die damalige Gesellschaft dem Fußballsport nichts abgewinnen konnte. Der neu gegründete Verein wurde Podosferikos Omilos Athinon (POA) (Ποδοσφαιρικός Όμιλος Αθηνών) genannt und ist der Vorläufer des heutigen Fußballvereins.

Erster Präsident des Vereins war Alexandros Kalafatis. Sein jüngerer Bruder Giorgos nahm die Position des Trainers und Kapitäns der Mannschaft ein. Im Dezember des gleichen Jahres reiste die Mannschaft erstmals zu einem Fußballturnier nach Trikala. Bei den Panthessalischen Spielen schlug sie unter anderem Piraikos, eine Mannschaft aus der Hafenstadt Piräus, deutlich mit 9:0. 1910 wurde der Verein in Panellinios Podosferikos Omilos (PPO) umbenannt, bevor er acht Jahre später 1918 wiederum seinen Namen änderte und Panellinios Podosferikos kai Agonistikos Omilos (PPAO) hieß. In der Zwischenzeit traten dem Verein drei der größten Athleten seiner Geschichte bei: Apostolos Nikolaidis, Loukas Panourgias und Michalis Papazoglou begannen ihre Vereinszugehörigkeit als Sportler, bevor sie später für den Zeitraum von über einem halben Jahrhundert die Geschicke von PAO als dessen Präsidenten lenkten.

Neben der Umbenennung wurde 1918 auch ein Wechsel der Vereinsfarben beschlossen. Liefen die Spieler bis zu diesem Zeitpunkt noch in weißen Hemden und schwarzen Hosen auf, war es fortan die Farbe Grün, die das Erscheinungsbild von Panathinaikos bis heute prägt. auf leoforos.gr, 9. Februar 2012, griechisch, abgerufen am 31. Juli 2025 Gleichzeitig wurde das dreiblättrige Kleeblatt von Michalis Papazoglou als Vereinsemblem eingeführt. 1919 reiste Giorgos Kalafatis nach Paris, wo er als Mitglied der griechischen Nationalmannschaft an Wettbewerben teilnahm. Bei seiner Heimreise brachte er die ersten professionellen Fußballtrikots mit.

links|mini|Panathinaikos im Jahr 1921 1921 übergab die Stadt Athen dem Verein das Gelände, auf dem heute das Apostolos-Nikolaidis-Stadion steht. Während hier nach und nach immer mehr Sportabteilungen gegründet und das Stadion immer weiter ausgebaut wurden, erfolgte 1924 schließlich die letzte, noch bis heute gültige, Umbenennung des Vereins in seinen jetzigen Namen Panathinaikos Athlitikos Omilos (PAO). auf www.sansimera.gr

1925–1932: Die „Goldene Mannschaft“ Ende der 1920er Jahre bot sich im griechischen Fußball weitestgehend dasselbe Bild, welches auch heute vorzufinden ist: Panathinaikos und AEK hatten die Vormachtstellung in Athen, Olympiakos und Ethnikos in Piräus sowie Aris und Iraklis in Thessaloniki. Zwar errang PAO gleich fünf der ersten sechs Athener Stadtmeisterschaften, zu einer der beiden ausgetragenen griechischen Meisterschaften reichte es allerdings nicht.

Im Jahr 1930 schlug schließlich die große Stunde von Panathinaikos: Zum ersten Mal trafen die drei besten Mannschaften des Landes in einer Endrunde aufeinander. Das Zuschauerinteresse war inzwischen stark angestiegen und der griechische Fußball erlebte seine erste Blütezeit. Viele bis heute unvergessene Stars füllten die Stadien, und die Liga verzeichnete steigende Zuschauerzahlen. Einer der Protagonisten war Angelos Messaris (1910–1978): Der in Kapstadt geborene Stürmer kehrte 1927 mit seinen Eltern nach Athen zurück und spielte anfänglich für Goudi, den ältesten Athener Fußballverein. Während einer seiner Spiele fiel er dem damaligen PAO-Trainer Forner auf, der sich für eine Verpflichtung von Messaris starkmachte. So wechselte dieser 1930 zu Panathinaikos und sah sich trotz seines recht jungen Alters in der Aufgabe des Mannschaftsführers der „Goldenen Mannschaft“, zu der Spieler wie Antonis Migiakis, Mimis Pierrakos, Diomidis Simeonidis, Konstantinos Andritsos oder Dimitrios und Konstantinos Baltasis zählten.

mini|Panathinaikos im Jahr 1930 Das erste Spiel der Endrunde zwischen Aris und Olympiakos endete mit einem deutlichen 5:0-Sieg der Mannschaft aus Piräus, die am 1. Juni 1930 dementsprechend siegessicher zur Begegnung gegen Panathinaikos reiste. 10.000 Zuschauer, eine für damalige Verhältnisse sehr große Zahl, verfolgten dieses bis heute unvergessene Spiel. 8:2 gewann PAO gegen Olympiakos nach Toren von Messaris (2), Pierrakos (2), Simeonidis (2), Migiakis sowie einem Eigentor von Olympiakos. Beim zweiten Spiel der Finalrunde besiegte PAO Aris in Thessaloniki mit 4:1 und legte damit den Grundstein zur ersten griechischen Meisterschaft, da in der Folge auch die Rückspiele gewonnen wurden. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass das Rückspiel gegen Olympiakos in Thessaloniki ausgetragen werden musste, da die Polizeikräfte in Piräus nicht für die sichere Austragung der Partie sorgen konnten. Panathinaikos gewann auch diese Begegnung (2:1) und sicherte sich somit endgültig die Meisterschaft.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte trat Panathinaikos am 26. April 1925 gegen einen ausländischen Verein an und trennte sich von der jugoslawischen Mannschaft Vittoria Zagreb 1:1 unentschieden. Der erste Sieg gelang ein Jahr später gegen den Kapfenberger SV (1:0). auf www.shoot.gr

1933–1945: Die „Dunklen Jahre“ mini|links|hochkant|Takis Triantafyllis Nach der ersten Meisterschaft und angesichts der jungen und talentierten Spieler sah es so aus, als ob Panathinaikos in den nächsten Jahren den griechischen Fußball dominieren würde. Zur Enttäuschung der Anhänger des Vereins wurde daraus jedoch nichts. Den Anfang dieses dunklen Kapitels in der Vereinsgeschichte stellte ein Konflikt zwischen Angelos Messaris und Apostolos Nikolaidis dar. Messaris hatte den Wunsch, sich an der Universität Athen zu immatrikulieren, scheiterte jedoch, obwohl er ein hervorragender Schüler war, gleich dreimal bei diesem Versuch. Messaris mutmaßte, dass der einflussreiche Nikolaidis die Ablehnungen veranlasst hatte, um zu erreichen, dass er sich nur auf den Sport konzentrierte.

Messaris traf daraufhin die für den Verein folgenschwere Entscheidung, im Alter von gerade einmal 22 Jahren seine Karriere zu beenden. Die Anhänger waren über diese Entscheidung entsetzt, und hunderte Menschen zogen vor sein Anwesen, um ihn umzustimmen. Messaris ließ sich allerdings nicht beirren und blieb bei seiner Entscheidung. Auch wenn er nur für kurze Zeit für Panathinaikos aktiv war, schaffte es Messaris, einen Mythos um seinen Namen aufzubauen, der bis heute anhält. Der 1978 verstorbene Akteur gilt bei PAO bis heute als einer der beliebtesten Spieler aller Zeiten.

Mit Angelos Messaris’ Abgang fiel Panathinaikos ins sportliche Niemandsland. In den folgenden Jahren und bis zum Zweiten Weltkrieg errang die Mannschaft keine weitere Meisterschaft. Neben den sportlich schwachen Leistungen sorgten Querelen im Vorstand für anhaltende Unruhe im Verein. Höhepunkt war die Enthebung von Giorgos Kalafatis von allen Ämtern sowie dessen Austragung auf den Mitgliedslisten durch Apostolos Nikolaidis. Diese Entscheidung wurde zwar später wieder rückgängig gemacht, sie zeigt aber, in welcher Lage sich der Verein zu dieser Zeit befand. Von der „Goldenen Mannschaft“ blieb somit nur wenig übrig und lediglich der Pokalsieg von 1940 spendete den Anhängern ein wenig Trost.

1946–1958: Die Nachkriegszeit Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg erwiesen sich für Panathinaikos als nicht besonders erfolgreich. Von 1946 bis 1948 gelang es dem Verein sogar in drei aufeinander folgenden Spielzeiten nicht, sich für die Endrunde um die Meisterschaft zu qualifizieren.„100 Jahre Panathinaikos“, Sifis Votzakis, Seite 136 Auch wenn zu dieser Zeit ein paar der derzeit besten griechischen Spieler wie z. B. Konstantinos Linoxilakis, Lakis Petropoulos oder auch Anastasios Kritikos beim Verein unter Vertrag standen, war die Ausbeute an Titeln eher gering. Bis zur Gründung der A Ethniki, der höchsten griechischen Spielklasse, waren dies zwei Meisterschaften (1949 und 1953) sowie zwei Pokalsiege (1948 und 1955). Bemerkenswert für diese Zeit war das Zuschaueraufkommen bei den Heimspielen von Panathinaikos. Trotz der geringen sportlichen Erfolge war das Stadion, unabhängig vom Gegner, über Jahre nahezu immer ausverkauft.

1959–1970: Das Jahrzehnt der Vorherrschaft Saisondaten 1959–1971 Panathinaikos in der Alpha Ethniki Saison Platz Punkte Tore 1959/60 1 79 59:20 1960/61 1 80 71:23 1961/62 1 81 88:32 1962/63 2 77 75:28 1963/64 1 84 67:19 1964/65 1 79 76:19 1965/66 2 79 85:24 1966/67 3 71 42:24 1967/68 3 79 44:19 1968/69 1 90 64:16 1969/70 1 85 55:23 1970/71 3 82 62:26

Ende der 1950er Jahre befand sich Panathinaikos in der Endphase einer an Titeln wenig erfolgreichen Zeit und blickte erstmals nach langem wieder zuversichtlich in die Zukunft. Zum einen lag dies daran, dass die innenpolitischen Probleme des Vereins gelöst wurden sowie an der Tatsache, dass er nie die Unterstützung seiner Fans verlor.

Als 1959–1960 schließlich die erste Meisterschaft der A Ethniki ausgetragen wurde, stellte PAO einen der jüngsten und talentiertesten Kader jener Zeit. Neben Andreas Papaemmanouil, Michalis Voutsaras, Georgios Andreou, Dimitrios Theofanis und Konstantinos Linoxilakis war dies vor allem ein Spieler, der es wie kaum ein anderer schaffte, dem griechischen Fußball und Panathinaikos im Besonderen seinen Stempel aufzudrücken. Dieser Spieler, der bis heute als der beste griechische Fußballer der Geschichte gilt und nach Jahren die Lücke, die Messaris hinterließ, schloss, war Dimitrios Domazos. Mit Domazos, der für die nächsten 20 Jahre Kapitän und Leistungsträger seiner Mannschaft wurde, gewann Panathinaikos die ersten drei Meisterschaften der A Ethniki in Folge (1960 bis 1962) sowie neun Meisterschaften und drei Pokale insgesamt.

hochkant|mini|Mimis Domazos