mini|300px|Aufteilung des Kreisgebietes vor 1952

Der Landkreis Märkisch-Oderland ist ein Landkreis im Osten des Landes Brandenburg. Benachbart sind im Norden der Landkreis Barnim, im Osten die Republik Polen, im Süden die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder) und der Landkreis Oder-Spree und im Westen das Land Berlin. Der Naturpark Märkische Schweiz liegt im Landkreis. Die Grenzziehung erfolgte nach dem Prinzip der Bildung von Sektoralkreisen.

Geografie Der Landkreis, der im östlichen Brandenburg östlich der Bundeshauptstadt Berlin liegt (er grenzt an den Bezirk Marzahn-Hellersdorf, im Süden sehr wenig noch an den Bezirk Treptow-Köpenick), umfasst die Landschaften des Oberbarnims, den deutschen Teil des Landes Lebus und das Oderbruch bis zum deutsch-polnischen Grenzfluss Oder.

Geschichte Der Landkreis entstand 1993 im Rahmen der brandenburgischen Kreisreform durch Zusammenlegung der Landkreise Bad Freienwalde, Seelow, Strausberg und teilweise aus dem Landkreis Fürstenwalde.

Gemeinden Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform 2003 umfasst der Landkreis 45 Gemeinden, darunter acht Städte.

(Einwohner am )

Amtsfreie Städte Altlandsberg () Bad Freienwalde (Oder) () Müncheberg () Seelow * () Strausberg () Wriezen * ()Weitere amtsfreie Gemeinden Fredersdorf-Vogelsdorf () Hoppegarten () Letschin () Neuenhagen bei Berlin () Petershagen/Eggersdorf () Rüdersdorf bei Berlin ()

Ämter und zugehörige Gemeinden (Sitz der Amtsverwaltung *) 1. Barnim-Oderbruch () [Sitz: Wriezen] Bliesdorf () Neulewin () Neutrebbin () Oderaue () Prötzel () Reichenow-Möglin () 2. Falkenberg-Höhe () Beiersdorf-Freudenberg () Falkenberg * () Heckelberg-Brunow () Höhenland ()3. Golzow () Alt Tucheband () Bleyen-Genschmar () Golzow * () Küstriner Vorland () Zechin () 4. Lebus () Lebus, Stadt * () Podelzig () Reitwein () Treplin () Zeschdorf ()5. Märkische Schweiz () Buckow (Märkische Schweiz), Stadt * () Garzau-Garzin () Märkische Höhe () Oberbarnim () Rehfelde () Waldsieversdorf () 6. Seelow-Land () [Sitz: Seelow] Falkenhagen (Mark) () Fichtenhöhe () Gusow-Platkow () Lietzen () Lindendorf () Neuhardenberg () Vierlinden ()

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1993 169.985 1995 172.577 2000 188.277 2005 192.122 2010 190.502 2015 190.714 Jahr Einwohner 2020 197.195 2021 197.965 2022 196.930 2023 197.785 2024 197.817 2025 197.192 Gebietsstand und Einwohnerzahl am 31. Dezember des jeweiligen JahresHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland (PDF) S. 8–9Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 1, A II 4. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg. (jeweilige Ausgaben des 4. Quartals) ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Kreistag

Die 56 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl am 9. Juni 2024 wie folgt auf Parteien und Wählergruppen:Kreistagswahl 2024. Wahlleiter des Landes Brandenburg, abgerufen am 1. Juli 2024. Partei/Gruppierung Stimmen 2019 Stimmen 2024 Sitze 2019 Sitze 2024 AfD 17,7 % 29,0 % 10 14 CDU 15,5 % 15,8 % 9 9 SPD 16,7 % 14,7 % 10 8 Die Linke 17,6 % 9,4 % 10 5 BVB/Freie Wähler 5,5 % 9,2 % 3 5 Bauern und Ländlicher Raum 4,8 % 6,3 % 3 4 Bündnis 90/Die Grünen 11,2 % 6,3 % 6 4 FDP 5,4 % 4,2 % 3 2 Bündnis MOL für Vernunft und Gerechtigkeit – 3,4 % – 2 Unabhängige und freie Wählergemeinschaft Pro Strausberg 1,6 % 1,4 % 1 1 Unabhängiger Bürger-Bund 0,6 % 0,3 % – – Pro Zukunft Märkisch-Oderland 2,2 % – 1 – Die Heimat (2019: NPD) 0,6 % – – –

Landrat 1993–1997: Gunter Fritsch (SPD) 1997–2005: Jürgen Reinking (SPD) seit 2005: Gernot Schmidt (SPD)

Schmidt wurde in der Landratsstichwahl am 17. Oktober 2021 mit 53,8 % der gültigen Stimmen für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigt.

Wappen Das Wappen wurde am 2. Juli 1996 genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt von Silber und Rot; oben wachsend ein goldbewehrter, roter Adler, die Flügel mit goldenen Kleestengeln belegt; unten ein silberner Wellenbalken, belegt mit einem roten Wellenfaden und bedeckt mit schräggekreuzten, begrifften goldenen Bootshaken, oben bewinkelt von einem goldenen Stern.“Wappenangaben. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg.

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Märkisch-Oderland.

Wirtschaft und Verkehr Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Märkisch-Oderland Platz 348 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftsrisiken“. Der Zukunftsatlas 2019 listet den Landkreis Märkisch-Oderland nahezu unverändert auf Rang 346.

Verkehr Durch den westlichen Teil des Landkreises verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring).

mini|links|Bundesstraße 167 bei Altfriedland Die Bundesstraßen 1, 5, 112, 158, 167 und 168 verlaufen über das Kreisgebiet.

mini|Bahnhof in Fredersdorf Wichtige Bahnstrecken auf dem Gebiet des Kreises sind die Strecken Berlin–Kostrzyn und Eberswalde–Frankfurt (Oder).

Der Busverkehr wird im süd/westlichen Bereich von der Märkisch-Oderland Bus, im nord/östlichen Bereich von der Barnimer Busgesellschaft betrieben. Die Berliner Verkehrsbetriebe und Busverkehr Oder-Spree betreiben Buslinien, die teils durch den Landkreis Märkisch-Oderland verlaufen.

Schutzgebiete Im Landkreis befinden sich 42 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Kfz-Kennzeichen Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen MOL zugewiesen und seitdem ausgegeben.

Bis etwa zum Jahr 2000 erhielten Fahrzeuge aus den Altkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen Altkreis Bad Freienwalde A bis E 1 bis 999 AA bis EZ Altkreis Seelow F bis K FA bis KY Altkreis Strausberg L bis Z LA bis ZZ

Seit dem 18. März 2013 sind zudem die Unterscheidungszeichen FRW (Bad Freienwalde), SEE (Seelow) und SRB (Strausberg) wieder erhältlich.

Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden

In der Tabelle sind die Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden seit der Bildung des Landkreises am 5. Dezember 1993 erfasst.Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland (PDF) S. 42–45. Gemeinde DatumEingliederung von nachZusammenschluss von zu Alt Tucheband 31.12.2001 Alt Tucheband Hathenow Rathstock Alt Tucheband Altlandsberg 31.12.1997 Wegendorf Altlandsberg Altlandsberg 31.12.2002 Altlandsberg Bruchmühle Buchholz Gielsdorf Wesendahl Altlandsberg Bad Freienwalde (Oder) 06.12.1993 Altranft Bad Freienwalde Bad Freienwalde (Oder) 26.10.2003 Altglietzen Bralitz Hohenwutzen Neuenhagen Schiffmühle Bad FreienwaldeBad Freienwalde (Oder)01.01.2009Hohensaaten darf gehen. In: Märkische Oderzeitung. 26. September 2008 (moz.de).HohensaatenBad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg 31.12.2001 Beiersdorf Freudenberg Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar 31.12.2001 Bleyen Genschmar Bleyen-Genschmar Bliesdorf 31.12.1997 Bliesdorf Kunersdorf/Metzdorf Bliesdorf-Kunersdorf-Metzdorf Falkenberg 31.12.2001 Dannenberg/Mark Falkenberg/Mark Kruge/Gersdorf Falkenberg Fichtenhöhe 26.10.2003 Alt Mahlisch Carzig Niederjesar Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf 06.12.1993 Fredersdorf Vogelsdorf Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin 31.12.2001 Garzau Garzin Garzau-Garzin Gusow-Platkow 31.12.1997 Gusow Platkow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow 31.12.2001 Brunow Heckelberg Heckelberg-Brunow Höhenland 01.05.2002 Leuenberg Steinbeck Höhenland Höhenland 26.10.2003 Wölsickendorf-Wollenberg Höhenland Hoppegarten 26.10.2003 Dahlwitz-Hoppegarten Hönow Münchehofe Hoppegarten Küstriner Vorland 31.12.1997 Gorgast Küstrin-Kietz Manschnow Küstriner Vorland Lebus 31.12.1998 Schönfließ Lebus Lebus 31.12.2001 Mallnow Wulkow bei Booßen Lebus Letschin 01.01.1995 Klein Neuendorf Sietzing Sietzing Letschin 31.12.1997 Letschin Sophienthal Steintoch Letschin Letschin 26.10.2003 Gieshof-Zelliner Loose Groß Neuendorf Kiehnwerder Kienitz Letschin Neubarnim Ortwig Sietzing Letschin Lindendorf 26.10.2003 Dolgelin Libbenichen Neu Mahlisch Sachsendorf Lindendorf Märkische Höhe 31.12.2001 Batzlow Reichenberg Ringenwalde Märkische Höhe Müncheberg 01.03.2002 Eggersdorf/Mü. Hermersdorf/Obersdorf Hoppegarten/Mü. Jahnsfelde Müncheberg Trebnitz Müncheberg Neuhardenberg 01.05.1998 Altfriedland Wulkow bei Trebnitz Neuhardenberg Neuhardenberg 26.10.2003 Quappendorf Neuhardenberg Neulewin 26.10.2003 Güstebieser Loose Neulewin Neulewin Neulietzegöricke Neulewin Neutrebbin 01.01.1995 Neutrebbin Wuschewier Neutrebbin Neutrebbin 31.12.1997 Altbarnim Alttrebbin Neutrebbin Neutrebbin Oberbarnim 31.12.2001 Bollersdorf Grunow Klosterdorf Oberbarnim Oberbarnim 26.10.2003 Ihlow Oberbarnim Oderaue 31.12.1997 Altreetz Mädewitz Wustrow Altreetz Oderaue 26.10.2003 Altreetz Zäckericker Loose Oderaue Neuküstrinchen Neureetz Neurüdnitz Oderaue Petershagen/Eggersdorf 06.12.1993 Eggersdorf Petershagen Petershagen/Eggersdorf Prötzel 31.12.1997 Prötzel Sternebeck/Harnekop Prötzel Rehfelde 26.10.2003 Werder Zinndorf Rehfelde Reichenow-Möglin 31.12.1997 Möglin Reichenow Reichenow-Möglin Rüdersdorf bei Berlin 26.10.2003 Hennickendorf Herzfelde Lichtenow Rüdersdorf bei Berlin Seelow 26.10.2003 Werbig Seelow Strausberg 06.12.1993 Hohenstein Strausberg Vierlinden 26.10.2003 Diedersdorf Friedersdorf Marxdorf Worin Vierlinden Wriezen 31.12.1997 Altwriezen/Beauregard Eichwerder Rathsdorf/Neugaul Schulzendorf Wriezen Wriezen 31.12.1997 Frankenfelde Haselberg Lüdersdorf/Biesdorf Wriezener Höhe Wriezen 26.10.2003 Wriezener Höhe Wriezen Zechin 31.12.1997 Buschdorf Friedrichsaue Zechin Zechin Zeschdorf 31.12.1997 Alt Zeschdorf Döbberin Petershagen Zeschdorf Am 1. Mai 1998 wurde Bliesdorf-Kunersdorf-Merzdorf in Bliesdorf umbenannt.

Literatur Ilona Rohowski: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg. Landkreis Märkisch-Oderland 9.1 = Städte Bad Freienwalde und Wriezen, Dörfer im Niederoderbruch . Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2006, ISBN 3-88462-230-7.

Weblinks

Homepage Geschichtslandschaft Märkisch-Oderland

Einzelnachweise

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