mini|Die Rheinhallen in Köln-Deutz – der aktuelle Standort von RTL mini|Übertragungswagen während des Oderhochwassers 2010 in Frankfurt (Oder) mini|Regie des Senders, hier bei der Ausstrahlung von „Punkt 12“
RTL Television, kurz RTL (kurz für Radio Télévision Luxembourg), ist ein deutschsprachiger Privatsender der RTL Group mit Sitz in Köln. Er ist als Ableger des deutschsprachigen Radioprogramms Radio Luxemburg entstanden., abgerufen am 18. August 2010 Aus diesem Grund gab es bis zum 30. Oktober 1992 noch den Senderzusatz plus. RTL Television gilt in Deutschland als Vollprogramm nach dem Medienstaatsvertrag und beschäftigt nach Auslagerung der Nachrichten und der Technik etwa 500 fest angestellte Mitarbeiter (Stand: August 2010).
Im September 2021 wurde im Zuge eines Re-Brandings die Mediengruppe RTL Deutschland in RTL Deutschland umfirmiert. In diesem Zusammenhang erhielten dann sowohl das Unternehmen als auch der Sender RTL neue Logos und ein neues Design.DWDL: Screenforce Days 2021 – Hofer, Hunde, Zuckerbäcker: RTL schüttelt sichDWDL: Rebranding am Montag: So sieht das neue RTL Deutschland ausMediengruppe RTL Deutschland: INSPIRATION, ENERGIE UND HALTUNG: RTL PRÄSENTIERT NEUEN MARKENAUFTRITT.
Geschichte Chronik bis 1992
RTL plus war bereits durch den Radiosender bekannt. Bereits vor Sendestart wuchs im Saarland, das von den Sendeanlagen aus Luxemburg erreichbar war, der Druck auf die Politik, privates Fernsehen auch in Deutschland einzuführen. Das Privatfernsehen nahm in der Bundesrepublik Deutschland am 1. Januar 1984 mit dem auf zwei Jahre angelegten Ludwigshafener Kabelpilotprojekt seinen Betrieb auf. Es war die Geburtsstunde von PKS (später Sat.1). Einen Tag später begann ab 17:27 Uhr das damals aus Luxemburg sendende RTL plus, benannt nach dem luxemburgischen Radio- und Fernsehveranstalter RTL (abgeleitet aus Radio Télévision Lëtzebuerg, siehe auch RTL Télé Lëtzebuerg), sein deutschsprachiges Programm. Der ungewöhnliche Sendestart fand in einem kleinen Studio in Bartringen mit folgender Spielszene statt: Chefarzt Rainer Holbe entband in einem Kreißsaal mit seinen Geburtshelfern einen Fernseher, auf dem das RTL-plus-Logo zu sehen war. Die Sendezeiten waren Montag bis Freitag von 17:30 Uhr bis 22:30 Uhr und Samstag bis Sonntag von 17:30 Uhr bis 24:00 Uhr. Die erste RTL-Sendung nach dem Startschuss waren die Nachrichten 7 vor 7 mit Hans Meiser und Geert Müller-Gerbes.
Anders als PKS/Sat.1 konnte RTL plus von Beginn an über Hausantenne empfangen werden – wenn auch nur von einem kleinen Zuschauerkreis von etwa 200.000 Haushalten, die den vom Sender Düdelingen aus Düdelingen in Luxemburg sendenden VHF-Kanal 7 empfangen konnten. Ab 1985 sendete RTL plus über den Satelliten ECS-1 (Eutelsat I-F1). Am 14. Mai 1986 stieg die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) mit einem 10-Prozent-Anteil bei RTL plus ein. Daneben hielt die Compagnie Luxembourgeoise de Télédiffusion (CLT) 50 % und die Bertelsmann AG rund 40 %. Anfang 1986 konnte RTL plus von rund 1,25 Millionen Haushalten in der Bundesrepublik Deutschland empfangen werden.
Was schon erfolgreich auf Radio Luxemburg lief, kam ab 23. September 1987 auch ins Fernsehen zu RTL plus: Guten Morgen Deutschland, unter anderem mit Nic Jacob. Damit begann nun wochentags das Programm schon um 6:30 Uhr.
Da RTL plus bis 1988 mit luxemburgischer Lizenz sendete, wurde die Sendung Hei Elei – Kuck Elei, eine Art Nachrichtenmagazin, in luxemburgischer Sprache ausgestrahlt. 1987 betrugen die Werbeeinnahmen rund 60 Millionen DM bei Gesamtkosten von 130 Millionen DM. Im gleichen Jahr erfolgte die Einführung der neuen Programmform „Frühstücksfernsehen“. Am 1. Januar 1988 wechselte RTL plus seinen Senderstandort von Luxemburg nach Köln und es entstand eine Niederlassung in München. Das Land Nordrhein-Westfalen genehmigte eine Erstfrequenz, mit der der Sender nach eigenen Angaben Mitte 1988 rund 5,4 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik erreichen konnte. Die Vergabe dieser terrestrischen Sendelizenz war an die regelmäßige Ausstrahlung von Fensterprogrammen gebunden, die seitdem von unabhängigen Anbietern wie der dctp, bis 1998 auch Kanal 4, mit eigener redaktioneller Verantwortung produziert werden. Für die Zuschauer sind die Fensterprogramme daran zu erkennen, dass das RTL-Senderlogo ausgeblendet oder durch den Namen des Fensterprogrammanbieters bzw. des Programmnamens ergänzt wird. Am 5. April 1988 wurden die Hauptnachrichten 7 vor 7 in RTL aktuell umbenannt. RTL-plus-Chef Helmut Thoma äußerte damals gegenüber der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm:
Ab April 1988 begann RTL plus mit Eigenproduktionen, um die Attraktivität des Programms zu verbessern und die tägliche Einschaltdauer zu erhöhen. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung lag die tägliche Einschaltdauer 1987 von RTL plus bei 24 Minuten, demgegenüber konnte der private Konkurrenzsender Sat.1 46 Minuten erreichen. Zu den neuen Eigenproduktionen des Senders fiel auch die erste deutsche Torten-Show Alles Nichts Oder?!, präsentiert vom gegensätzlichen Moderatoren-Duo Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen. Eingeladen war stets ein prominenter Gast, mit dem dann gemeinsam gespielt wurde. Der Verlierer bekam am Ende Torten ins Gesicht. 1988 erklärte Edmund Stoiber schriftlich gegenüber Franz Josef Strauß „unsere Politik bezüglich RTL-plus war immer darauf ausgerichtet, eine Anbindung von RTL an das konservative Lager zu sichern beziehungsweise ein Abgleiten nach links zu verhindern“.Frankfurter Rundschau, zitiert nach
Am 5. Januar 1989 wurde die Streitshow Explosiv – Der heiße Stuhl mit den Moderatoren Olaf Kracht und Ulrich Meyer neu in das Programm aufgenommen. Ab 1989 wurde RTL plus analog über die Satelliten Astra 1A, DFS-Kopernikus und TV-SAT 2 in D2-MAC ausgestrahlt.
Am 21. Januar 1990 lief die erste Folge von Tutti Frutti. Die Frau von RTL-plus-Chef Thoma gab der erotischen Spielshow ihren Namen. Ursprünglich sollte Björn-Hergen Schimpf durch die Show führen – aber seine Frau legte ihr Veto ein. Schließlich übernahm Hugo Egon Balder den Job. Tutti Frutti wurde für RTL plus am späten Sonntagabend (bzw. Freitag oder Samstagabend) zum Quotenerfolg.Sendetermine.
Im Sommer 1990 tourte RTL plus durch die DDR und bot eine bunte Show an. Mit dabei waren unter anderem Harry Wijnvoord, Martina Menningen und Hugo Egon Balder. Die publikumswirksamste Attraktion für die männlichen Zuschauer war unumstritten der Auftritt des Cin-Cin-Balletts von Tutti Frutti.
Am 31. Dezember 1990 startete die Mini Playback Show, moderiert von Marijke Amado, mit ihrer ersten Folge, bei der Kinder ihre Lieblingsstars imitieren können. Mit dabei waren als Gäste in der Jury unter anderem Roberto Blanco, Heidi Brühl und Hansi Kraus.
Ab Dezember 1991 sendete RTL plus rund um die Uhr, zum Bedauern für damalige RTL-Radiohörer, die nun auf ihr RTL-Radioprogramm verzichten mussten, welches immer während der Sendepause im Hintergrund lief.
Am 1. November 1992 wurde das plus aus dem Sendernamen gestrichen und durch das meistens ungenannte Television ersetzt. Das plus sollte deutlich vom Radioprogramm Radio Luxemburg abtrennen, was aber Anfang der 1990er-Jahre durch den nun großen Erfolg beim Publikum nicht mehr notwendig war. Die Symbole (gelbe Pyramide, roter Würfel, blaue Kugel) waren aber weiterhin zu sehen. Zuvor trennte sich RTL plus von seinen Ansagern.
Am 15. November 1992 feierte die Sendung Ein Tag wie kein anderer – das älteste Reisequiz von RTL plus – seine 400. Ausgabe. Bereits am ersten Sendetag von RTL plus lief die erste Folge mit Thomas Wilsch und Kandidaten per Telefon. Nach 200 Sendungen übernahm die Sendung für 9 Monate Werner Schulze-Erdel. Ab 1989 moderierten Susanne Kronzucker und Björn-Hergen Schimpf zusammen mit Karlchen. Susanne Kronzucker verließ den Sender im Herbst 1991 wegen ihres Studiums in New York – Schimpf blieb der Show bis 1993 treu, danach übernahm der Moderator der Sportsendung Anpfiff, Ulli Potofski, das Reisequiz, bis ETWKA noch im selben Jahr abgesetzt wurde. Außerdem sendet RTL von Montag bis Freitag um 18 Uhr regionale Fensterprogramme für die Bundesländer Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Hessen und Nordrhein-Westfalen, die zusammengefasst als RTL Regional bezeichnet werden. In Bayern sowie in Teilen von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg senden zur selben Zeit eigenständige Lokalsender ebenfalls regionale Programme als Fenster bei RTL. Im Hauptprogramm, das über Satellit und in Gebieten ohne Regionalfenster verbreitet wird, wird in dieser Zeit Explosiv – Das Magazin gesendet. Samstags gibt es für Bayern mit TV Bayern Live ein weiteres regionales Fensterprogramm. In den HD-Angeboten von RTL und über Satellitenempfang entfällt derzeit die Ausstrahlung von Regionalprogrammen.
Am 31. Oktober 1992 wurde der vom Sender verwendete Name von RTL plus in RTL Television geändert; die Änderung des Senderlogos im laufenden Programm erfolgte am 5. Dezember 1992.RTL, prisma.de, abgerufen am 29. Dezember 2021
Entwicklung ab 1993 mini|RTL-Reporter in Eilenburg mini|KRTL-Logo (1994–2007)
Nach anfänglichen Schwierigkeiten schaffte es RTL Ende der 1980er-Jahre, sich durchzusetzen. Im Jahr 1993 hatte RTL seinen bisher höchsten Marktanteil; im selben Jahr wurde der Sender auch erstmals Marktführer (und war der größte Werbeträger Europas). Dies blieb er bis 1997. Auch 1999 und von 2001 bis 2003 wurde der Sender Marktführer. In den Folgejahren konnte der Sender seine führende Marktstellung jedoch nicht behaupten und verlor kontinuierlich in der Zuschauergunst. Im Jahr 2006 rangierte RTL hinter dem Ersten, dem ZDF sowie den Dritten Programmen auf dem vierten Platz. Lediglich in der sogenannten werberelevanten Zielgruppe der 14–49-Jährigen konnte RTL seine Marktführerschaft aufrechterhalten. Zusatzinformationen zum laufenden Programm übertrug RTL ab Dezember 2006 bis zu deren Einstellung 2009 über blucom.
Neben dem bisherigen analogen und digitalen Programmangebot betreibt RTL auch die vier Spartenkanäle RTL Crime, RTL Living und Passion und Geo Television, die gegen Gebühr via Kabel und Satellit zu empfangen sind. Darüber hinaus bietet RTL sein Programm seit dem 1. November 2009 hochauflösend über die kostenpflichtige Plattform HD+ des Satellitenbetreibers SES Astra an. Seit Anfang 2010 kann man die hochauflösenden Programme auch über einige Kabelnetze empfangen.
RTL hat die digitale Ausstrahlung mit Schweizer Werbefenster, RTL CH, über den Satelliten Hot Bird 13,0° Ost zum 1. Januar 2007 eingestellt, die Ausstrahlung wurde Anfang 2008 jedoch wiederaufgenommen. Während der WM 2010 wurde eine temporäre Verschlüsselung aufgeschaltet, die nach der WM wieder deaktiviert wurde. RTL CH ist mittlerweile nicht mehr über Hot Bird empfangbar, sondern nur noch über Astra 19,2° Ost. Über Kabelfernsehen (DVB-C) war das Programm ausschließlich gegen eine Digitalgebühr zu sehen, jedoch wurde diese ab dem 3. April 2013 vom Bundeskartellamt für SD-Sender untersagt. Über DVB-T wurde das Programm in den Regionen Leipzig und Stuttgart bis zum 31. Dezember 2014 über die Viseo+-Plattform grundverschlüsselt, aber kostenlos angeboten.
Mit dem Streamingportal RTL+ wird der größte Teil des Programms auch im Internet verfügbar gestellt. Die beliebtesten Serien sind dort für bis zu sieben Tage nach der Fernsehausstrahlung kostenfrei. Danach sind sie kostenpflichtig. Einige sind auch grundsätzlich kostenlos. Einige sind von Anfang an kostenpflichtig und gegen eine Zahlung für 24 Stunden anzusehen.
Vom 28. November 1994 bis 2007 sendete RTL immer von 5:30 Uhr bis 10 Uhr das Kinderformat KRTL (Kinder RTL).
2009 feierte RTL sein 25. Jubiläum, zu dessen Anlass das Senderlogo im Januar vom Zusatz „25 Jahre“ eingefasst wurde. Der Sender würdigte sein 25-Jähriges zudem mit einer zweiteiligen Jubiläumsshow, die Oliver Geissen moderierte.
2010 konnte RTL die Position des Marktführers vor dem Ersten und dem ZDF wieder erreichen.